Anorganische Chemie
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Anorganische Chemie Anorganik ist mehr als nur Salze; hier gibt es Antworten auf Fragen rund um die "unbelebte Chemie" der Elemente und ihrer Verbindungen.

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Alt 05.09.2019, 11:18   #1   Druckbare Version zeigen
Weltenversteher Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 69
Anorgansiche Schichten - 100 Jahre altes Verfahren entdeckt

Hallo, ich hoffe das ich hier richtig bin.

Darum gehts: Ich möchte Platin auf einen Titanwerkstoff abscheiden.

In meinem Studium durfte ich sehr viele Verfahren kennen lernen Anorganische Schichten auf Oberflächen abzuscheiden. Jetzt bin ich aber in der Literatur über ein über 100 Jahre altes Verfahren gestolpert, das ich bis dato gar nicht kannte:

Und so gehts am Beispiel von Platin auf Titan:
Platin(IV)Chlorid Lösung ansetzen. Titanwerkstoff eintauchen, herrausziehen und in einen 400 °C Ofen für 5 min legen. Dabei spalten sich Chlorgas ab, und es bleibt reines Platin zurück. Dieser Prozess ca 15 mal wiederholen. Beim letzten Schritt den Werkstoff 1 h im Ofen lassen bei 500 °C. Kleine Abweichung vom Protokoll möglich! Auch andere Metall und Metalloxid und Metalloxid Misch Schichten sind damit herstellbar. In sehr alten Chemie Arbeiten in Altdeutsch wird dieses Verfahren bereits beschrieben aus dem Jahr > 1820. Wieso hab ich das im Studium nicht kennen gelernt?

Meine Frage:
Kennt jeman dieses Verfahren? Hat diese Prozess einen Namen? Hat jemand hierzu mehr Literatur? Ensteht dabei auch Salzsäure Dämpfe und kann das Gefährlich werden ohne abzug?

Details und Hintergrund: (unwichtig)
Ich wollte Platin beschichtete Titan Elektroden für meine Diaphragmalyse Zelle herstellen, und dieses Verfahren klingt sehr einfach. Könnte auch die Sputter anlage anwerfen, da ich nur in der Theorie eingelesen bin, kann ich schwer abschätzen was einfacher ist. Vermutlich kann sich hierbei auch Salzsäure bilden? Bin jetzt in Chemie nicht so sicher, das 100 % sagen zu können. Da der Ofen kein Abzug hat, könnte das gefährlich werden sollte sich HCl bilden Was sagt ihr dazu? Danke für eure Ideen und Ratschläge!

Edit: Sorry für den Buchstaben dreher im Titel... Anorganische Schichten heißt es natürlich!

Geändert von Weltenversteher (05.09.2019 um 11:27 Uhr)
Weltenversteher ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.09.2019, 11:26   #2   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 23.000
AW: Anorgansiche Schichten - 100 Jahre altes Verfahren entdeckt

nach dem Eintauchen befinden sich nur sehr geringe Mengen PtCl4 auf den Teilen. Die daraus entstehende Menge HCl dürfte vernachlässigbar sein.
__________________
The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.09.2019, 12:38   #3   Druckbare Version zeigen
safety  
Mitglied
Beiträge: 1.618
AW: Anorgansiche Schichten - 100 Jahre altes Verfahren entdeckt

Ist nicht unüblich. Thermische Zersetzung platinhaltiger Salze order Organometallverbindungen in z.B. Alkohol (Isoprop, Butanol) gelöst.
Suchmaske: "chloroplatinic acid thermal decomposition electrode"
safety ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.09.2019, 13:51   #4   Druckbare Version zeigen
Tommes Männlich
Mitglied
Beiträge: 192
AW: Anorgansiche Schichten - 100 Jahre altes Verfahren entdeckt

Stichwörter für dieses Verfahren sind Tauchbeschichtung bzw. Dip-Coating.
Wie schon erwähnt kombiniert mit der thermischen Zersetzung der Lösung (im einfachsten Fall der tauchbeschichtung lässt man einfach trocknen).
__________________
Wenn der Abend naht ganz sacht und leis, finden wir uns ein im Feuerkreis. Und wer nie an seine Freunde denkt und auch nie den roten Wein ausschenkt, der kann bleiben wo er ist. Draußen weht gewiss ein kalter Wind doch die Feuer nicht erloschen sind für uns Sänger wie Ihr wißt.
-Erik Martin (mac)
Tommes ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.09.2019, 09:17   #5   Druckbare Version zeigen
cg Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.590
AW: Anorgansiche Schichten - 100 Jahre altes Verfahren entdeckt

Zitat:
Zitat von Weltenversteher Beitrag anzeigen
Wieso hab ich das im Studium nicht kennen gelernt?
Da gibt es noch viel, was Du im Studium nicht lernst. So geht mir das auch. Wissenschaft schafft Wissen.
cg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.09.2019, 07:59   #6   Druckbare Version zeigen
donald313 Männlich
Mitglied
Beiträge: 482
AW: Anorgansiche Schichten - 100 Jahre altes Verfahren entdeckt

Moin,

Kleine Anmerkung noch:
Warum heißen Halogenlampen so?

Weil da ein Halogengas eingefüllt ist, was das abgelöste (verdampfte) Wolfram von der Wendel in eine Halogenverbindung überführt, die sich dann anschließend an der heißen Wendel wieder als Wolfram niederschlägt und somit höhere Leistung und längere Lebensdauer bewirkt.

Gruß
Donald
donald313 ist offline   Mit Zitat antworten
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