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Alt 04.12.2017, 15:32   #1   Druckbare Version zeigen
swantje42  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 12
Geringe Risikobereitschaft

Hallo alle Zusammen,

ich studiere seit kurzem Psychologie, interessiere mich auf auch unheimlich für die Medizin. Die beiden "Fachgebiete" hängen meines Erachtens auch unmittelbar miteinander zusammen. Dadurch, dass ich Psychologie studiere habe ich etwas angefangen insgeheim meine Freunde zu therapieren bzw. ihr Verhalten zu analysieren. Dabei ist mir aufgefallen, dass so gut wie niemand von Ihnen Risikobereitschaft zeigt und sie im allgemeinen leicht zu verunsichern sind. Sie stellen sich gegen jede große Veränderung und scheinen immer den einfachsten Weg zu bevorzugen.

Kann mir jemand sagen weshalb das so ist?

Ich freue mich über eure Beiträge.

Viele Grüße
swantje42 ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 04.12.2017, 15:44   #2   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 20.154
AW: Geringe Risikobereitschaft

Zitat:
Zitat von swantje42 Beitrag anzeigen
Kann mir jemand sagen weshalb das so ist?
weil man seine Komfortzonen nur verlässt, wenn es wirklich sein muss.
__________________
The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
einfach mal eine Fanta trinken
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.12.2017, 16:39   #3   Druckbare Version zeigen
rettich Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.309
Blog-Einträge: 1
AW: Geringe Risikobereitschaft

Risiko kann man, zumindest teilweise, auf aander abwälzen. Das nennt sich
Versicherung und darin sollen die Deutschen ja Weltmeister sein.
Die 'das haben wir schon immer so gemacht' Mentalität ist auch weit verbreitet.
__________________
mfg: rettich

Man kann gar nicht so dämlich denken wie
andere Handeln.
Speziell im Strassenverkehr und im Labor.

Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens.
rettich ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.12.2017, 18:20   #4   Druckbare Version zeigen
Lukarkder weiblich 
Mitglied
Beiträge: 14
AW: Geringe Risikobereitschaft

Das was du da beschreibst ist ein sehr bekanntes Phänomen. Wenn du dich so dafür interessiers, hier
mehr Informationen zu diesem Thema. Da wird ein wenig ausführlicher erklärt wieso deine Freunde, bzw. Menschen allgemein die Veränderung vermeiden und sich bei großen/schweren Entscheidungen schnell von anderen verunsichern lassen. In dem Artikel wird auch beschrieben wie man gegen diese Denkweise vorgehen kann. Vllt. kannst du deinen Freunden damit insgeheim weiterhelfen. Viel Spaß dir auf jeden Fall mit deinen "Therapien" und viel Erfolg mit deinem Studium.
Lukarkder ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.12.2017, 18:27   #5   Druckbare Version zeigen
Adders Männlich
Mitglied
Beiträge: 304
AW: Geringe Risikobereitschaft

Ich denke: Eine Veränderung stellt immer ein Risiko dar und ein Risiko gehen wir nur ein wenn wir einen möglichen Nutzen sehen. Unnötige Risiken vermeidet man eben.
Außerdem denke ich: Insgeheim die Freunde zu analysieren und womöglich noch zu "therapieren" kann auch ein ziemliches Risiko darstellen und nach hinten losgehen. Sich einfach nur Gedanken zu machen finde ich in Ordnung, aber frag sie doch mal direkt.
Adders ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.12.2017, 18:59   #6   Druckbare Version zeigen
HNIW Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.462
AW: Geringe Risikobereitschaft

Zitat:
Zitat von Adders Beitrag anzeigen
Eine Veränderung stellt immer ein Risiko dar und ein Risiko gehen wir nur ein wenn wir einen möglichen Nutzen sehen. Unnötige Risiken vermeidet man eben.
Genau so sehe ich es auch.
Interessanter ist übrigens folgende Verhaltensweise:
http://www.zeit.de/zeit-wissen/2013/04/psychologie-soziale-anerkennung

Zitat:
Zitat von swantje42 Beitrag anzeigen
... leicht zu verunsichern ...
Das ist komlizierter, weil man hier schon mal differenzieren muss: Sprechen wir hier von Verunsicherung auf fachlichem Gebiet (dann ist auf dem jeweiligem Gebiet fehlende fachliche Kompetenz ursächlich, was jedem irgendwo so gehen dürfte, denn niemand ist allwissend) oder ist es eher ein Persönlichkeitsproblem (Minderwertigkeitskomplexe) oder ist es die Angst vor Ausgrenzung auf sozialem Gebiet ....
__________________
"Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen."
Kurt Tucholsky

"Nur wenige wissen, wie viel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß."
Werner Heisenberg

Geändert von HNIW (04.12.2017 um 19:07 Uhr)
HNIW ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.12.2017, 11:05   #7   Druckbare Version zeigen
swantje42  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 12
AW: Geringe Risikobereitschaft

Hi Zusammen,

vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen. Ich weiß nur nicht, ob ich meine Freunde nun darauf ansprechen soll. Ich glaube wenn jemand ohne sein Einverständnis "therapiert" wird, kann das relativ schnell zu Spannungen führen. Das mit der Komfortzone klingt einleuchtend. Vielen Dank Lurkarder, durch den Artikel konnte ich mehr über das Thema herausfinden, jetzt weiß ich darüber besser Bescheid und kann mit dem Thema besser umgehen. Es scheint, als sei eine (zu) kleine Komfortzone schon zur Standardausrüstung vieler Menschen zu gehören.
swantje42 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.12.2017, 11:39   #8   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 20.154
AW: Geringe Risikobereitschaft

ohne Komfortzonen könnte man kein ausgeglichenes Leben führen. Selbst wenn man mal eine verlässt oder verlassen muss (Jobwechsel, Trennung u.a.)strebt man wieder einen geordneten Zustand an.
__________________
The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
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chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.12.2017, 12:11   #9   Druckbare Version zeigen
Adders Männlich
Mitglied
Beiträge: 304
AW: Geringe Risikobereitschaft

Zitat:
Zitat von swantje42 Beitrag anzeigen
Hi Zusammen,

vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen. Ich weiß nur nicht, ob ich meine Freunde nun darauf ansprechen soll. Ich glaube wenn jemand ohne sein Einverständnis "therapiert" wird, kann das relativ schnell zu Spannungen führen. Das mit der Komfortzone klingt einleuchtend. [...] Es scheint, als sei eine (zu) kleine Komfortzone schon zur Standardausrüstung vieler Menschen zu gehören.
Ist es bei dir denn anders? Liebst du das Risiko? Es scheint ja auf jeden Fall so zu sein als wolltest du das Risiko nicht eingehen deine Freunde direkt zu konfrontieren (was ich, je nachdem wie gut ihr euch kennt, gut nachvollziehen kann). Ich kann natürlich jetzt nicht beurteilen in welchen Situationen genau deine Freunde zurückhaltend reagieren, aber ich kann nichts generell Schlechtes oder Therapiewürdiges an risikovermeidendem Verhalten sehen.
Von dem Begriff therapieren würde ich mich in diesem Zusammenhang übrigens eher mal verabschieden. Wenn du darüber nachdenkst hat das noch nicht direkt einen therapeutischen Ansatz und ich bezweifle auch, dass es überhaupt möglich ist jemanden gegen seinen Willen/ohne sein Wissen psychotherapeutisch zu therapieren und wenn es ginge wäre es bestimmt keine gute Idee es zu versuchen, wenn man gerade erst angefangen hat Psychologie zu studieren.
Adders ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.12.2017, 14:09   #10   Druckbare Version zeigen
Tiefflieger Männlich
Moderator
Beiträge: 5.446
AW: Geringe Risikobereitschaft

Was subjektiv ein Risiko darstellt, muss dies bei objektiver Betrachtung nicht unbedingt sein. Möglicherweise schätzt Du und Deine Bekannten Risiken unterschiedlich ein.
Vergleiche doch einmal das Risiko eines Beinbruchs mit dem, einen Flugzeugabsturz zu erleben. Wo besteht das höhere Risiko? Vor welchem Vorfall hat man mehr Angst?
Dass der Mensch gerne bequem ist und vor Änderungen Angst hat ist ja auch weit verbreitet. Ist dies therapiebedürftig? Meiner Meinung nach in der Regel nicht.

Die Risikobereitschaft müsste mit zunehmendem Kenntnisstand abnehmen. Ausnahmen bestätigen die Regel und manch einer meint, aufgrund seiner zuvor gemachten positiven Erfahrungen, dass er Risiken "im Griff" hat. Das kann dann gewaltig schief gehen.
__________________
Vernünftig ist, dass die politischen Spitzen, wenn sie miteinander sprechen, darüber sprechen, wie mit der Sache umzugehen ist, wie ernst Vorwürfe zu nehmen sind und wie man damit umgeht, Vorwürfe zu besprechen, zu klären, zu verifizieren oder aus der Welt zu schaffen. (2013 Regierungssprecher Seibert)
Tiefflieger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.12.2017, 18:02   #11   Druckbare Version zeigen
biowiz  
Mitglied
Beiträge: 683
AW: Geringe Risikobereitschaft

Hi,
denkst Du denn, dass du tatsächlich "therapierst" oder bist Du nicht eher in der "Analyse" befindlich? m.e. reicht beobachten und schlussfolgern nicht für dafür aus etwas als therapieren zu bezeichnen. Ausserdem würde das ja auch in gewisser Weise die Bereitschaft oder den Willen des Betroffenen bedürfen etwas über sich bzw. sein Verhalten in Erfahrung zu breingen u/o dies zu ändern.
Fühle mich selbst nicht qualifiziert um dies zu beurteilen, aber dem gesunden Menschenverstand nach machst Du nichts anderes als beobachten und analysieren; auch hier in diesem Post; (Motto: Stichwort fallen lassen, Kommentare einholen)
Wie fortgeschritten würdest Du Dich denn selbst einordnen in deinem Studium?
bw
biowiz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.12.2017, 20:54   #12   Druckbare Version zeigen
kaliumcyanid Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.824
AW: Geringe Risikobereitschaft

Wer therapiert, beseitigt einen krankhaften Zustand. Ich würde mich bedanken, wenn ein Erstsemester Psychologie-Student meint, mir irgendwelche psychischen Krankheiten oder Abnormitäten attestieren zu müssen - basierend auf kurzen Beobachtungen, subjektiver Deutung und vielleicht sogar Über-Interpretation einer Verhaltensweise.
Wenn ein qualifizierter, erfahrener Psychologe nach einer ausreichenden Menge Sitzungen therapie-würdige Probleme feststellt, hätte ich kein Problem mit einer entsprechenden Diagnose. Aber diese etwas bessere Form der Küchenpsychologie klingt für mich nach nicht viel mehr als einem "educated guess". Ich bezweifle doch allgemein stark, dass ein Studienanfänger wirklich qualifizierte Aussagen treffen kann.
kaliumcyanid ist offline   Mit Zitat antworten
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