Lebensmittel- & Haushaltschemie
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Lebensmittel- & Haushaltschemie Zur Lebensmittel- und Haushaltschemie gehören die Herstellung, die Funktion sowie die Ermittlung und Überwachung (un)erwünschter Bestandteile von Lebensmitteln, Kosmetika, Reinigern usw.

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Alt 14.11.2017, 11:57   #1   Druckbare Version zeigen
kein_pro  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 1
Nano in Medikamenten?

Hallo,

Ich weiß nicht ob ich hier richtig bin aber ich weiß nicht wo ich sonst noch fragen könnte:

Ich habe ein Medikament verschrieben bekommen und auf der Liste der Inhaltsstoffe habe ich "Titandioxid (E171)" und "Hochdisperses Siliciumdioxid" entdeckt. Beim Lebensmittelkauf meide ich beides weil ich gelesen habe, dass beide Stoffe in Nano-größe vorhanden sein können und eventuell schädlich sind. Bei Medikamenten habe ich jetzt aber keine große Wahl.

So wie ich es verstehe sind momentan noch die Folgen von Nanopartikeln in Lebensmitteln und Medikamenten unklar? Ich habe keine Ahnung von Chemie weshalb ich verunsichert bin.

Das Medikament ist in Form von Retard-Kapseln und sie sind teilweise Weiß was heißt, dass das Titandioxid als Farbstoff benutzt wird und somit mit Sicherheit nicht in Nano-Form vorhanden ist richtig? Es zersetzt sich dann auch im Magen nicht in Nanopartikel oder so?

Wie sieht es denn mit dem hochdispersen Siliziumdioxid aus? Das "Hochdispers" deutet eher darauf hin, dass es Nano ist oder? Kann ich den Hersteller kontaktieren und eine zuverlässige Antwort erwarten?

Ich würde mich freuen wenn mich da jemand aufklären könnte.
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Alt 14.11.2017, 12:02   #2   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 20.006
AW: Nano in Medikamenten?

willkommen hier.
beide liegen hier in Form von Nano-Teilchen vor.
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Alt 14.11.2017, 12:10   #3   Druckbare Version zeigen
jag Männlich
Mitglied
Beiträge: 17.581
AW: Nano in Medikamenten?

Das Titandioxid ist hier Farbträger und liegt feinverteilt (Größe 500 bis 300nm) (aber nicht als "Nano-Partikel" (100 - 1 nm) vor).

Hochdisperses Siliciumdioxid liegt bei 100 - 150nm (erfüllt also knapp die Anforderungen für einen "Nano-Partikel). Es ist Träger bzw. Füllstoff bei Arzneimitteln (und dafür geprüft und zugelassen). Üblicherweise wird das aber im Magen-Darmtrakt zu größeren Teilchen abgebaut (u.a. durch die Magensäure).

"Retard-Kapsel": Wird sich wahrscheinlich erst im Darm (oberer Bereich) auflösen; die einzelnen Pelletes werden sich dann verzögert auflösen.

Der Stadt zu Nano-Partikel in Allgmeinen (es gibt Nano-Partikel, die definitive Wirkungen haben) ist "eine schädigende Wirkung kann nichts ausgeschlossen werden". Das trifft eigentlich für alles zu.

Gruß

jag
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Geändert von jag (14.11.2017 um 12:16 Uhr)
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Alt 14.11.2017, 12:23   #4   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 20.006
AW: Nano in Medikamenten?

bei E171 handelt es sich um Nanomaterial:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/77148/Titandioxid-Nanopartikel-Wie-gefaehrlich-ist-E-171-fuer-Darmpatienten
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Alt 14.11.2017, 17:28   #5   Druckbare Version zeigen
jag Männlich
Mitglied
Beiträge: 17.581
AW: Nano in Medikamenten?

Titandioxid ist in diversen Körnungen/Verteilungen erhältlich - je nach Verwendungszweck. Als Pigment wäre es ungewöhnlich, wenn die Körnung so weit herunterginge, da dann die Pigmenteigenschaften stark leiden. Pharmazeutisches ist i.d.R. ehner mittelkörnig und an das Siliciumdioxid gebunden. Als "Nano-Material" würde ich es aus diesen beiden Gründen nicht bezeichnen.

Der Artikel sagt nichts über die Eigenschaften des E171 aus und auch nicht, ob beim Gesunden was passiert. Und es handelt sich um ein Mausmodell (wobei Mäuse kleine, aber zu bedenkende Unterschiede im Verdauungstrakt haben, die diesen deutlich empfindlicher machen als beim Menschen).

Gruß

jag
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Alt 14.11.2017, 19:01   #6   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 20.006
AW: Nano in Medikamenten?

offensichtlich wird derzeit noch untersucht, ob E171 als Nanomaterial deklariert werden darf:
http://www.zusatzstoffe-online.de/zusatzstoffe/44.e171_titandioxid.html
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