Anorganische Chemie
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Anorganische Chemie Anorganik ist mehr als nur Salze; hier gibt es Antworten auf Fragen rund um die "unbelebte Chemie" der Elemente und ihrer Verbindungen.

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Alt 07.11.2017, 08:58   #1   Druckbare Version zeigen
pennyroyal Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 218
Kupfer(II)-Chlor Verbindungen

Hallo,
ich beschäftige mich gerade mit Verbindungen von Kupfer und Chlor, (und zwar nicht dem Cu[Cl]42- Ion und entsprechenden Komplexen oder Tetrammin-chloride) gibt es ja auch das entsprechende CuCl2 bzw. das Dihydrat CuCl2 x H2O.

Nachdem ich nun Kupferstücke in 7-molarer HCl mit ein wenig (3-4 ml) H2O2 regieren habe lassen, entstand eine tiefgrüne (auf englisch würde man es "emerald") Lösung.

Beim Abdampfen wurde die Lösung zunehmend brauner (ich weiß, dass das Wasserfreie CuCl2 braun ist). Nachdem alles verdampft war, war die bröselige, aber trockene Substanz an manchen Stellen eher grasgrün, an den meisten aber eher türkis (siehe Foto). Ich habe den Feststoff mehrfach mit Waschbenzin gewaschen, und nun liegt er zum Trocknen in einer Petrischale bereit.

Ich frage mich nun, ob diese beiden Grüntöne von verschiedenen Verbindungen (also nichtnur dem Dihydrat bzw. dem wasserfreien CuCl2) kommen, oder ob noch anderes entstanden sein könnte.

(alle verwendeten Geräte waren sauber, mit DI-Wasser gespült, trocken. Mir fällt als Fehlerquelle jedenfalls ein, dass die Kupferstücke von einer Stromleitung kamen, die ich abisoliert und zwar geputzt habe, aber ob es reines Kupfer war, kann ich nicht sagen und wage es zu bezweifeln.)
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Alt 07.11.2017, 09:27   #2   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 20.006
AW: Kupfer(II)-Chlor Verbindungen

da dürfte sonst nichts anderes entstanden sein. Kupferkabel enthalten sehr reines Kupfer.
__________________
The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
einfach mal eine Fanta trinken
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.11.2017, 09:30   #3   Druckbare Version zeigen
pennyroyal Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 218
AW: Kupfer(II)-Chlor Verbindungen

Schonmal Danke für die Antwort,
ich warte bis alles so trocken wie möglich ist bzw das Waschbenzin abgedampft ist und kristallisiere es dann um.
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Alt 07.11.2017, 10:25   #4   Druckbare Version zeigen
Adders Männlich
Mitglied
Beiträge: 231
AW: Kupfer(II)-Chlor Verbindungen

Zitat:
Zitat von pennyroyal Beitrag anzeigen
Hallo,
ich beschäftige mich gerade mit Verbindungen von Kupfer und Chlor, (und zwar nicht dem Cu[Cl]42- Ion und entsprechenden Komplexen oder Tetrammin-chloride) gibt es ja auch das entsprechende CuCl2 bzw. das Dihydrat CuCl2 x H2O.

Nachdem ich nun Kupferstücke in 7-molarer HCl mit ein wenig (3-4 ml) H2O2 regieren habe lassen, entstand eine tiefgrüne (auf englisch würde man es "emerald") Lösung.

Beim Abdampfen wurde die Lösung zunehmend brauner (ich weiß, dass das Wasserfreie CuCl2 braun ist). Nachdem alles verdampft war, war die bröselige, aber trockene Substanz an manchen Stellen eher grasgrün, an den meisten aber eher türkis (siehe Foto). Ich habe den Feststoff mehrfach mit Waschbenzin gewaschen, und nun liegt er zum Trocknen in einer Petrischale bereit.

Ich frage mich nun, ob diese beiden Grüntöne von verschiedenen Verbindungen (also nichtnur dem Dihydrat bzw. dem wasserfreien CuCl2) kommen, oder ob noch anderes entstanden sein könnte.

(alle verwendeten Geräte waren sauber, mit DI-Wasser gespült, trocken. Mir fällt als Fehlerquelle jedenfalls ein, dass die Kupferstücke von einer Stromleitung kamen, die ich abisoliert und zwar geputzt habe, aber ob es reines Kupfer war, kann ich nicht sagen und wage es zu bezweifeln.)
Du wolltest also wasserfreies CuCl2 erhalten? Von deiner Beschreibung klingt es so, als hättest du noch das Dihydrat (oder die Komplexe, davon habe ich so recht keinen Plan). Wie hast du das Salz denn getrocknet? Einfach nur an der Luft oder in einem Trockenschrank/Ofen o.ä. bis zur Massenkonstanz geheizt?
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Alt 07.11.2017, 10:29   #5   Druckbare Version zeigen
pennyroyal Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 218
AW: Kupfer(II)-Chlor Verbindungen

Nein, ich wollte eben nicht das Dihydrat (klingt das so, wegen der Trocknungsmethode?).
Mir ist klar, dass das wasserfreie CuCl2 deutlich aufwendiger herzustellen und zu lagern ist.

Ich will das Dihydrat und daraus Kristalle ziehen.

Ich habe gerade diesen alten Thread gefunden und gehe jetzt einmal davon aus, CuCl2 x 2 H2O vorliegen zu haben, das sowohl etwas Wasser aus der Luft, aber eher noch mehr Waschbenzin enthält.

Sobald es nichtmehr trockener wird (steht auf der Terasse, also weder Wärme und auch kaum Luftzug. Aber ich habe Zeit und die Luftfeuchtigkeit ist laut meinen Meßgeräten hier innen höher als aussen...) und nichtmehr nach Waschbenzin riecht, kommt es noch ein paar Stunden auf die Heizung und dann werde ich es erst einmal homogenisieren und dann einen Teil umkristallisieren.

Jetzt bin ich auf der Suche nach einem geeigneten Lösemittel; ich habe zwar gelesen, dass es sich (neben Wasser natürlich ) in Alkoholen und Aceton (dazu s.u.) löst. Ich werde es zunächst mit EtOH versuchen. Und die Methode wird wohl "gesättigte Lösung verdampfen" sein (auch wenn Kristallisation durch Dampfdiffusion erzeugt eher schöne Kristalle... aber gut, ich will ihn ja nicht ins XRD legen )

(Dass Aceton, bei der Synthesevariante mit dem Peroxid entsprechende "unerwünschte Nebenprodukte" liefern kann, ist mir klar; allerdings denke ich, dass ich die Säure sowie den Rest Peroxid herausgewaschen habe. Daher habe ich mal einen Brösel vom Pulver in Aceton gelöst und sofort eine hellbraune Lösung erhalten, die beim Eintrocknen auch eher braun-weiß beblieben ist. Das ist mir nicht geheuer und Aceton bleibt mir fern von diesem Produkt)
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Alt 07.11.2017, 11:47   #6   Druckbare Version zeigen
pennyroyal Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 218
AW: Kupfer(II)-Chlor Verbindungen

Update:

Nachdem der Lösungsmittelgeruch weg war, habe ich die Petrischale mit dem fast trockenen, jetzt einfarbig grünen, Pulver auf die Heizung gestellt und einen Ventilator quer darüber pusten lassen.

Nach einer Stunde habe ich mal nachgesehen, es ist tatsächlich ein Teil (geschätzte 3-4%) braun geworden. Jetzt wo ich die Hitze und den Ventilator weg habe, kann man fast zusehen, wie es wieder komplett einfarbig grün wird.
(Anmerkung: die Heizung hat an dieser Stelle gut 50°C). Also dehydratisieren geht wohl doch nicht sooooo schwer. Ist aber hier ja nicht gewollt
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Alt 07.11.2017, 12:24   #7   Druckbare Version zeigen
Fulvenus Männlich
Mitglied
Beiträge: 19.680
AW: Kupfer(II)-Chlor Verbindungen

Anmerkung:wenn Kupfer(II)chlorid,auch das Dihydrat,aus Ethanol umkristallisiert wird,erhält man die Cu(EtOH)2Cl2-Kristalle.

Fulvenus!
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Alt 14.11.2017, 17:58   #8   Druckbare Version zeigen
pennyroyal Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 218
AW: Kupfer(II)-Chlor Verbindungen

Danke Fulvenus, hast du Erfahrungen/Meinung/Ideen wie sich das auf die Kristallstruktur auswirkt? (Ich kam noch nicht dazu, eine Rekristallisation durchzuführen, werde aber wohl zuerst H2O verwenden)

Zur Dehydratisierung:
Ich habe einen Teil auf einer Petrischale fein verteilt bei 100°C in einen alten Ofen ( - bevor Kommentare dazu kommen: wo hier Chemie betrieben wird, wird nicht gegessen oder Essen zubereitet) und bereits nach 20 Minuten war alles uniform braun, wie man es auf Bildern von wasserfreiem CuCl2 im Internet sieht. Ich habe das Pulver nun in ein ebenfalls gleich lange ausgeheiztes Vial (den Deckel ebenfalls, allerdings nur mit der "Nachhitze" des Ofens, ich kenne das Material nicht und möchte weder giftige Zersetzungsprodukte noch Verformung riskieren) verpackt und schön mit Parafilm abgedichtet. Leider habe ich verpennt, zwei Vergleichschargen zu behalten (ein Vial ohne Deckel, eines mit Deckel ohne Parafilm). Das Pulver wird jedenfalls sofort wieder grün wenn man es mit Wasser besprüht, also scheint am Komplex nichts kaputt gegangen zu sein, sondern wirklich eine Dehydratisierung geschehen zu sein.
pennyroyal ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.11.2017, 09:52   #9   Druckbare Version zeigen
imalipusram Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.813
AW: Kupfer(II)-Chlor Verbindungen

Zitat:
Zitat von pennyroyal Beitrag anzeigen
also scheint am Komplex nichts kaputt gegangen zu sein, sondern wirklich eine Dehydratisierung geschehen zu sein.
Bei Dehydratisieren geht der Komplex kaputt
__________________
I solemnly swear that I'm up to no good!
伍佰 (WuBai - Run run run!) (ein Musikvideo mit dem Bambushaus und dem imalipusram unter den Statisten)
Noch ein nettes Video (nerdy, ein LIHA-Robot)
Und so gehts hier manchmal zu (sowas Ähnliches wie Fronleichnam, hier wird TuDiGong, dem Erdgott, tüchtig eingeheizt!) Oder so (auch ungeeignet für Gefahrstoffphobiker) und so und so.
imalipusram ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.11.2017, 09:54   #10   Druckbare Version zeigen
pennyroyal Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 218
AW: Kupfer(II)-Chlor Verbindungen

Das ist richtig.
Manchmal wird hier allerdings mit der Pingeligkeit übertrieben, auch wenn in diesem Fall wirklich zwei verschiedene Verbindungen vorliegen. Blah. Aber wir sind ja alle Wissenschaftler und wollen uns korrekt ausdrücken, damit niemand etwas falsches lernt
pennyroyal ist offline   Mit Zitat antworten
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chlor, kupfer, kupfer(2)chlorid, kupferchlorid, kupferii)chlorid

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