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Alt 19.07.2017, 01:06   #1   Druckbare Version zeigen
DerPharmazeut  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 17
Energieerhaltung im Universum

Hallo Leute,
mir geht grad spontan eine Frage bzw. Gedanke durch den Kopf unzwar:

Wie kann es sein, dass die Erde (oder ein anderer Planet) sich um Ihre eigene Achse dreht bzw. sich noch dabei um die Sonne dreht...wer gibt der Erde den Antrieb um diese Bewegungen auszuführen...Eigentlich muss dass ganze doch irgendwann zum stehen kommen? Im Universum gelten ja die gleichen Gesetze wie auf der Erde...wieso können wir nicht so ein ähnliches Modell hier auf der Erde nachstellen...Ich verstehe das nicht...

Habt ihr eine Erklärung dazu?

Danke im voraus...
DerPharmazeut ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2017, 03:18   #2   Druckbare Version zeigen
Adders Männlich
Mitglied
Beiträge: 231
AW: Energieerhaltung im Universum

Zitat:
Zitat von DerPharmazeut Beitrag anzeigen
Hallo Leute,
mir geht grad spontan eine Frage bzw. Gedanke durch den Kopf unzwar:

Wie kann es sein, dass die Erde (oder ein anderer Planet) sich um Ihre eigene Achse dreht bzw. sich noch dabei um die Sonne dreht...wer gibt der Erde den Antrieb um diese Bewegungen auszuführen...Eigentlich muss dass ganze doch irgendwann zum stehen kommen? Im Universum gelten ja die gleichen Gesetze wie auf der Erde...wieso können wir nicht so ein ähnliches Modell hier auf der Erde nachstellen...Ich verstehe das nicht...

Habt ihr eine Erklärung dazu?

Danke im voraus...
Nun, also unserem Universum steht der ultimative Kältetod bevor, wenn dich das beruhigt. Ansonsten musst du wohl am besten ein paar Semester Physik studieren - ich selbst habe das allerdings nicht getan. Das mit dem Kältetod liegt aber, soweit ich das verstehe, eher an der Expansion des Universums, nicht daran, dass Objekte aufhören sich zu drehen. Ich hab aber eigentlich keine Ahnung.
Adders ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2017, 08:05   #3   Druckbare Version zeigen
Muzmuz  
Mitglied
Beiträge: 5.974
AW: Energieerhaltung im Universum

Es gelten die gleichen Gesetze, aber deswegen müssen nicht alle Szenarien gleich sein. Auch wenn für alle Menschen die gleichen Strafgesetze gelten, müssen nach einem Banküberfall nicht alle Menschen ins Gefängnis, sondern nur die Täter.
Ein Gesetz besagt ja vielmehr "wenn A, dann B" und nicht "es ist A" oder "es ist B".

Auf der Erde kommt makroskopisch "alles zum Stehen", weil es in der Regel Widerstände gibt - Luftwiderstand, Reibung, Viskosität, etc...
Entlang der Umlaufbahn gibt es diese Widerstände praktisch nicht bzw sind so gering, dass wir zeitlebens keine Veränderungen wahrnehmen.
Aber, die Rotation der Erde verlangsamt sich durchaus, in Urzeiten waren Tage deutlich kürzer - die Saurier hatten etwa 23-Stunden-Tage. Das beruht darauf, dass permanent Rotationsenergie durch Gezeiten verloren gehen.
Die Erdumlaufbahn erfährt noch weniger Widerstand - daher ändert sich da noch weniger.

Die Energie der Planetenbewegung stammt hauptsächlich aus der zuvor potentiellen Energie der sie konstituierenden Massen. Die Erde "stürzt" permanent an der Sonne vorbei.
Auch mikroskopisch bleibt etwas in Bewegung, wenn die Energie nicht irgendwie "verloren geht". So drehen sich Elektronen immer weiter mit der gleichen Geschwidigkeit um Atomkerne, führen Atome und Moleküle die Brownsche Bewegung aus, und und und.
Muzmuz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2017, 08:06   #4   Druckbare Version zeigen
Muzmuz  
Mitglied
Beiträge: 5.974
AW: Energieerhaltung im Universum

Zitat:
Zitat von Adders Beitrag anzeigen
Nun, also unserem Universum steht der ultimative Kältetod bevor, wenn dich das beruhigt.
Kann sein, muss aber nicht. Es gibt verschiedene Theorien zum "Ende des Universums", der Kältetod ist eine davon.
Muzmuz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2017, 10:06   #5   Druckbare Version zeigen
Tiefflieger Männlich
Moderator
Beiträge: 5.436
AW: Energieerhaltung im Universum

Zitat:
Zitat von Muzmuz Beitrag anzeigen
...der Kältetod ist eine davon.
Ich wäre ein paar Grad geringeren Temperaturen momentan nicht abgeneigt, es muss ja nicht gleich tödlich sein.

Zum Thema, auch wenn ich dazu wenig beizutragen habe.
Wie groß ist die "bremsende Kraft", die der Erdrotation entgegen steht?
Bekommt das System Energie von außen zugeführt?
__________________
Vernünftig ist, dass die politischen Spitzen, wenn sie miteinander sprechen, darüber sprechen, wie mit der Sache umzugehen ist, wie ernst Vorwürfe zu nehmen sind und wie man damit umgeht, Vorwürfe zu besprechen, zu klären, zu verifizieren oder aus der Welt zu schaffen. (2013 Regierungssprecher Seibert)
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Alt 19.07.2017, 10:50   #6   Druckbare Version zeigen
Muzmuz  
Mitglied
Beiträge: 5.974
AW: Energieerhaltung im Universum

Zitat:
Zitat von Tiefflieger Beitrag anzeigen
Wie groß ist die "bremsende Kraft", die der Erdrotation entgegen steht?
Ich habe gelesen, vor 100 Millionen Jahren war der Tag 23 Stunden lang.
Mit Kenntnis des Trägheitsmomentes der Erde könnte man die dazu nötige an der Erdoberfläche tangential anliegende Bremskraft (bzw die zwei Bremskräfte, da wir zentrierend bremsen wollen und die Erde danach nicht taumeln soll) berechnen. Wenn ich an die Gezeiten denke, müssen das schon monstermäßige Bremsenergiebeträge sein.

Zitat:
Zitat von Tiefflieger Beitrag anzeigen
Bekommt das System Energie von außen zugeführt?
Ich glaube nicht - zumindest was Energien, die zu einer Rotationsbeschleunigung beitragen würden, betrifft. Zwar schlagen immer wieder Meteoriten ein, aber deren Energieeintrag halte ich erstens für verschwindend und zweitens sollte sich die Energien richtungsmäßig weitgehend aufheben.
Aber, es gibt Energieübertragungen zwischen den Planeten untereinander und zwischen ihnen und den anderen Massen im Sonnensystem. Diese Übertragungen und Resonanzen haben auch zu den Verhältnissen der mittleren Sonnenabstände der verschiedenen Planeten geführt.
Wie das aber funktioniert, überschreitet meinen Horizont. Was ich auch nicht erklären kann ist, warum sich der Mond immer weiter von der Erde entfernt.
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Alt 19.07.2017, 10:58   #7   Druckbare Version zeigen
HNIW Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.424
AW: Energieerhaltung im Universum

Zitat:
Zitat von Muzmuz Beitrag anzeigen
Es gibt verschiedene Theorien zum "Ende des Universums", der Kältetod ist eine davon.
Wenn ich richtig informiert bin, sind es drei an der Zahl? Die man anhand von Beobachtungen (unter zuhilfenahme von Annahmen?) hergeleitet hat? Und die allesamt nicht so recht in meinen Kopf passen.

Was ist denn mit einer vierten Theorie? Kein Mensch weiß doch, ob es nur ein Universum gibt. Was ist, wenn das Universum mal mit einem anderen Universum "zusammenstößt"?
Was ist zwischen zwei verschiedenen Universen? Wie weit liegen diese Auseinander? Kann man theoretisch von einem Universum in ein anderes reisen, oder kann man das Universum auch theoretisch nicht verlassen .....
__________________
"Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen."
Kurt Tucholsky

"Nur wenige wissen, wie viel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß."
Werner Heisenberg
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Alt 19.07.2017, 13:09   #8   Druckbare Version zeigen
Muzmuz  
Mitglied
Beiträge: 5.974
AW: Energieerhaltung im Universum

[QUOTE=HNIW;2685191811]Wenn ich richtig informiert bin, sind es drei an der Zahl? Die man anhand von Beobachtungen (unter zuhilfenahme von Annahmen?) hergeleitet hat? Und die allesamt nicht so recht in meinen Kopf passen.[/QUOTE)

Ja,
Big Rip, Big Crunch und Big Freeze sind die gängisten.

Zitat:
Zitat von HNIW Beitrag anzeigen
Was ist denn mit einer vierten Theorie?
Big Mac zum Beispiel.

Zitat:
Zitat von HNIW Beitrag anzeigen
Kein Mensch weiß doch, ob es nur ein Universum gibt. Was ist, wenn das Universum mal mit einem anderen Universum "zusammenstößt"?
Was ist zwischen zwei verschiedenen Universen? Wie weit liegen diese Auseinander? Kann man theoretisch von einem Universum in ein anderes reisen, oder kann man das Universum auch theoretisch nicht verlassen .....
Interessante Fragen, die aber nicht mehr den selben Inhalt haben - da geht es ja dann nicht mehr um ein Ende im Sinne der Extrapolation des Vergangenen unter Einbeziehung des aktuell Beobachteten, sondern es geht um hypothetische Ereignisse.
Zusätzlich halte ich "anderes Universum" für paradox. Gäbe es "andere Universen", müsste man den Begriff "Universum" so erweitern, dass jene "anderen Universen" darin enthalten sind - sonst würde der Begriff "Universum" nicht mehr passen.

Auch die Frage, wie weit solche Universen auseinander lägen ist eine an sich sinnlose Frage, da der Entfernungsbegriff nur innerhalb des Raumes definiert ist. Was außerhalb des Raumes ist, kann mit dem Begriff "Entfernung" im Sinne der räumlichen Entfernung nicht erfasst werden.
Das ist so, wie wenn man frägt, wie viele Kilometer Beethovens 5. von der Farbe Blau entfernt sei.
Muzmuz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2017, 13:56   #9   Druckbare Version zeigen
HNIW Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.424
AW: Energieerhaltung im Universum

[QUOTE=Muzmuz;2685191824]
Zitat:
Zitat von HNIW Beitrag anzeigen
Zusätzlich halte ich "anderes Universum" für paradox. Gäbe es "andere Universen", müsste man den Begriff "Universum" so erweitern, dass jene "anderen Universen" darin enthalten sind - sonst würde der Begriff "Universum" nicht mehr passen.
Das wäre dann aber eher ein Definitionsproblem, bzw. eine "falsche Auslegung" des Begriffes Universum. Aber ich habe jetzt selbst schon mal etwas gesucht und in der tat findet man dazu allerhand im Internet:
https://www.youtube.com/watch?v=GmPLOFUANRU
http://www.wissenschaft.de/erde-weltall/astronomie/-/journal_content/56/12054/2601910/Unser-Universum-ist-nicht-das-Einzige/
http://www.spektrum.de/alias/kosmologie/gibt-es-nur-ein-universum-oder-unendlich-viele/1126955

Zitat:
Zitat von Muzmuz Beitrag anzeigen
Auch die Frage, wie weit solche Universen auseinander lägen ist eine an sich sinnlose Frage, da der Entfernungsbegriff nur innerhalb des Raumes definiert ist. Was außerhalb des Raumes ist, kann mit dem Begriff "Entfernung" im Sinne der räumlichen Entfernung nicht erfasst werden.
Das ist so, wie wenn man frägt, wie viele Kilometer Beethovens 5. von der Farbe Blau entfernt sei.
OK. Das leuchtet ein. Dan frage ich mal andersherum: Was ist zwischen den "Universen". Ich hätte gerne etwas, was ich mir wirklich auch vorstellen kann.
Ich kann mir auch nicht recht vorstellen, dass unser gesamtes Universum mal in einem unendlich kleinen Punkt konzentriert war. War es wirklich mal kleiner als eine Mikrobe?

Und jetzt die Frage nach der Flucht aus dem universum. Geht das theoretisch? Laut einigen Angaben expandiert es mit Lichtgeschwindigkeit. Ob das stimmt oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Nur gibt es ja die Erkenntniss, dass es sich mit immer größerer Geschwindigkeit ausdehnt, d.h. das die Lichtgeschwindigkeit irgendwann einmal übertroffen werden muss? Und wohin dehnt es sich aus? Was ist bisher dort, wo neuer Raum entsteht?
__________________
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HNIW ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2017, 14:13   #10   Druckbare Version zeigen
Muzmuz  
Mitglied
Beiträge: 5.974
AW: Energieerhaltung im Universum

Zitat:
Zitat von HNIW Beitrag anzeigen
Das wäre dann aber eher ein Definitionsproblem, bzw. eine "falsche Auslegung" des Begriffes Universum. Aber ich habe jetzt selbst schon mal etwas gesucht und in der tat findet man dazu allerhand im Internet:
https://www.youtube.com/watch?v=GmPLOFUANRU
http://www.wissenschaft.de/erde-weltall/astronomie/-/journal_content/56/12054/2601910/Unser-Universum-ist-nicht-das-Einzige/
http://www.spektrum.de/alias/kosmologie/gibt-es-nur-ein-universum-oder-unendlich-viele/1126955
Ja, weil viele mit dem Begriff "Universum" nur das sichtbare bzw beobachtbare Universum meinen. Der Wortlaut aber kommt von "gesamt", und wenn es dann noch etwas gibt, ist dieses "gesamt" eben nicht mehr gesamt - und mMn eben paradox.

Zitat:
Zitat von HNIW Beitrag anzeigen
OK. Das leuchtet ein. Dan frage ich mal andersherum: Was ist zwischen den "Universen". Ich hätte gerne etwas, was ich mir wirklich auch vorstellen kann.
Ich kann mir auch nicht recht vorstellen, dass unser gesamtes Universum mal in einem unendlich kleinen Punkt konzentriert war. War es wirklich mal kleiner als eine Mikrobe?
Ja, mit der Vorstellung ist es da ziemlich vorbei. Wie sollen wir uns etwas "zwischen Universen" vorstellen, wenn wir uns nicht einmal einen Rand dieses Universums vorstellen können ?

Zitat:
Zitat von HNIW Beitrag anzeigen
Und jetzt die Frage nach der Flucht aus dem universum. Geht das theoretisch? Laut einigen Angaben expandiert es mit Lichtgeschwindigkeit. Ob das stimmt oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Nur gibt es ja die Erkenntniss, dass es sich mit immer größerer Geschwindigkeit ausdehnt, d.h. das die Lichtgeschwindigkeit irgendwann einmal übertroffen werden muss? Und wohin dehnt es sich aus? Was ist bisher dort, wo neuer Raum entsteht?
Die Lichtgeschwindigkeit begrenzt die Ausbreitung von Information IM RAUM. Sie begrenzt nicht die Ausbreitung des Raumes selbst. Das ist auch der Kern des Big Rip. Wenn die kosmische Expansion immer schneller verläuft, entfernen sich in irgendeiner fernen Zukunft jegliche Raumpunkte mit Überlichtgeschwindigkeit voneinander. Die einzelnen Raumpunkte wären somit one Kontakt zu anderen Raumpunkten und kausal voneinander getrennt. Jegliche Interaktion würde durch die übergroßen Distanzen verhindert.

Unser bekannter Begriff der Ausdehnung umfasst die Ausdehnung IM Raum bzw in den (schon vorhandenen) Raum hinein. Hier aber dehnt sich der Raum selbst aus. Das heißt, die Distanzen innerhalb des Raumes werden größer. Das heißt nicht, dass dadurch irgendwelche Distanzen außerhalb kleiner werden müssten. Denn, wo kein Raum, da auch keine Entfernung.
Stell es dir vielleicht so vor wie die Ausdehnung eines Wissensgebietes. Unsere Physikkenntnis kann sich auch ausdehnen, Physikbücher werden dicker, und es gibt immer mehr Bereiche in der Physik. Das heißt aber nicht, dass andere Wissenschaftsbereiche dadruch schrumpfen müssten oder dadurch irgendetwas verdrängt würde. Auch ersetzt das neue, ausgedehnte Physikwissen nicht andere Information, es kommt lediglich neue Information hinzu wo vorher keine war.

Irgendwie schwer vorstellbar, denn unsere Beobachtung setzt ja eine Trennung von Beobachter und beobachtetem Objekt voraus bzw der Beobachter steht außerhalb des Objektes. Aber, wie wollen wir ein Universum von außen beobachten oder beschreiben, wenn es kein Außen gibt ?
Muzmuz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2017, 14:59   #11   Druckbare Version zeigen
HNIW Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.424
AW: Energieerhaltung im Universum

.... nach etwas Überlegung bin ich auch zu dem Schluss gekommen, dass man das Universum nicht verlassen kann, weil nichts da ist, wohin man entweichen könnte. Raum und Zeit sind hier zu Ende - kann man das so sagen?
Alles in Allem dennoch eine höchst unzufriedene Antwort.

Also würde man sich "am Ende" des Universums auf einer "Spirale" bewegen, aber niemals mehr zu einem Punkt gelangen, an dem man sich vorher schon mal befand, weil wegen der Ausdehnung man sich auf einer spiralförmigen Bahn bewegen würde?
__________________
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Kurt Tucholsky

"Nur wenige wissen, wie viel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß."
Werner Heisenberg
HNIW ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2017, 15:42   #12   Druckbare Version zeigen
Muzmuz  
Mitglied
Beiträge: 5.974
AW: Energieerhaltung im Universum

Soweit ich es verstanden habe, nein. Es gibt auch keinen solchen "Rand". Der 2D-Vergleich ist der mit dem Wandern auf einer Kugeloberfläche. Wenn man immer weiter gerade aus geht, kommt man wieder zurück zu seinem Ausgangsort. Ohne jemals einem Rand näher gekommen zu sein.
Jetzt stellt dir das Selbe auf einer sich aufblähenden Kugeloberfläche vor. Dort kannst du ewig weitergehen, wirst aber nicht mehr auf deinen Ursprungsort zurückkehren, denn wenn die Kugeloberflächenkoordinaten wieder die selben werden (länge und Breite), hast du einen anderen radialen Abstand.

Aber, die sich aufblähende Kugel können wir uns vorstellen, weil sie sich in die dritte Dimension (den radialen Abstand zum Mittelpunkt) ausdehnt, und dieser Raum in unserer Vorstellung schon vor dem Aufblähen der Kugel existiert, und wir das Szenario aus dem 3D-Raum heraus beobachten.
Mit einer Dimension dazu kannst du aber behelfsmäßig die Zeit hernehmen. Auch wenn du wieder an den selben Ort zurückkehrst, bist du nicht mehr an den selben Koordinaten in der Raumzeit. Zwar am selben Ort, aber zu einer anderen Zeit.

Also, der "Raumzuwachs" in einem sich ausdehnenden Universum geschieht nicht am Rand, er geschieht überall. So gibt es auch keinen konkreten Ort im Universum, wo der Urknall statt gefunden hätte. Anders als bei einer Explosion IM Raum, wo es einen konkreten Ort der Explosion bzw ein Explosionszentrum gibt. Der Urknall hingegen war überall.
Muzmuz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2017, 15:43   #13   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 20.006
AW: Energieerhaltung im Universum

bisher hat es noch keiner ausprobiert... .
__________________
The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
einfach mal eine Fanta trinken
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2017, 17:24   #14   Druckbare Version zeigen
Muzmuz  
Mitglied
Beiträge: 5.974
AW: Energieerhaltung im Universum

Doch, aber der kam nicht zurück um zu berichten.
Muzmuz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.07.2017, 14:00   #15   Druckbare Version zeigen
Nick F. Männlich
Mitglied
Beiträge: 21.561
AW: Energieerhaltung im Universum

Zitat:
Zitat von HNIW Beitrag anzeigen
Dan frage ich mal andersherum: Was ist zwischen den "Universen". Ich hätte gerne etwas, was ich mir wirklich auch vorstellen kann.
wenn es um brane-modelle geht, dann stelle ich mir die als blaetterteig vor. jede teigschicht ist ein "universum", die koennen gegeneinanderstossen (big bang).

zyklische universen sind wie unser universum, nur halt zeitlich geschlossen.

inflationaere universen sind wie kochendes wasser. jede blase ist ein neues universum, in dem das inflationsfeld kollabiert ist. (in diesem sinne sind hohe temperaturen "kalt fuer das inflationsfeld")

es gibt noch ein paar andere, aber die haben sehr abstrakte geometrien. was nun "zwischen" den universen liegt, ergibt aber immernoch keinen sinn, denn es gibt kein "zwischen". genauso ist kein blaetterteig zwischen zwei benachbarten schichten.

Zitat:
Zitat von HNIW Beitrag anzeigen
Ich kann mir auch nicht recht vorstellen, dass unser gesamtes Universum mal in einem unendlich kleinen Punkt konzentriert war. War es wirklich mal kleiner als eine Mikrobe?
das kommt auf das modell an. big bang gilt nicht bis zur singularitaet, da es quanteneffekte vernachlasessigt.

wenn du supersymmetrie mit betrachtest, dann wird es noch interessanter, denn wir messen entfernungen mit photonen. wenn die ausdehnung des universums "zu klein wird", dann gibt es einen punkt, an dem photonen und photinos ununterscheidbar sind. wird das universum "noch kleiner", dann messen wir mit photinos weiter (obwohl wir denken mit photonen zu messen). durch den wechsel zum wimp superpartner, bekommen wir aber das ergebnis 1/entfernung statt entfernung. das heisst, von unserem standpunkt kontrahiert das universum zu einer minimalausdehnung und expandiert dann wieder.

in brane-modellen ist der "raum" schon da und nichts wird komprimiert. nur die energie wird nahezu durch eine punktquelle eingespeist (der punkt an dem zwei branen kollidieren).

Zitat:
Zitat von HNIW Beitrag anzeigen
Und jetzt die Frage nach der Flucht aus dem universum. Geht das theoretisch?
kommt auf das modell an. in brane-modellen, ja. gravitonen koennen von einer brane in eine andere tunneln. das kann man in teilchenbeschleunigern theoretisch messen, denn wir haben einen energieverlust. allerdings ist der energieverlust groessenordnungen zu klein, als dass wir ihn mit heutiger technologie messen koennten.

Zitat:
Zitat von HNIW Beitrag anzeigen
Laut einigen Angaben expandiert es mit Lichtgeschwindigkeit. Ob das stimmt oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Nur gibt es ja die Erkenntniss, dass es sich mit immer größerer Geschwindigkeit ausdehnt, d.h. das die Lichtgeschwindigkeit irgendwann einmal übertroffen werden muss? Und wohin dehnt es sich aus? Was ist bisher dort, wo neuer Raum entsteht?
es dehnt sich bereits mit ueber-lichtgeschwindigkeit aus. das kann man messen wenn sterne so weit entfernt sind, dass sie bereits hinter der licht-geschwindigkeitsgrenze sind, aber ihr licht es gerade nocht schafft zurueck zu kommen, da die sterne als das licht emittiert wurde, noch nicht hinter der lichtgeschwindigkeitsgrenze waren.

warum muss sich der raum aber "in etwas" ausdehnen? nimm das intervall [0,1]. dort hast du den abstand

{d_a(x,y) = a |x-y|}

fuer a=1 ist das der normale abstand und wenn a groesser wird, so dehnt sich das universum aus. wenn a'(t) groesser als die lichtgeschwindigkeit ist, so dehnt sich das universum schneller als mit lichtgeschwindigkeit aus und licht kann nicht mehr von 0 nach 1 gelangen. aber dehnt sich das universum "in etwas" aus? wir messen unser universum anhand der metrik im universum, aber niemand sagt, dass die metrik konstant ist.

Nick
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fridge := { elephant }

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