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Schule/Ausbildungs- & Studienwahl Hier könnt ihr euch über verschiedene Möglichkeiten für eure Zukunft erkundigen oder eure Erfahrungen weitergeben.

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Alt 22.08.2014, 15:31   #1   Druckbare Version zeigen
Reagenzglas  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 8
Hat man mit einem Chemiestudium eine Zukunft?

Hallo zusammen,

Ich studiere derzeit Chemie in einer deutschen Universität. Ich bin im 3. Semester und, dass Studium bereitet mir auch sehr viel Spaß und "Erfolg" habe ich bis dato auch (alle Klausuren, Praktika bestanden). Ich finde es so interessant, dass ich bis vor kurzem gar nicht daran gedacht habe, den Studiengang zu wechseln.

Zu Beginn meines Studiums wurden mir von verschiedenen Quellen gesagt, was für tolle Möglichkeiten promovierte Chemiker den hätten. Sicheren Job und dazu und ein tolles, überdurchschnittliches Gehalt.

Doch in den letzten Tagen habe ich selber etwas zu dem Thema recherchiert, was nun einige Zweifel aufgeworfen hat: Der Arbeitsmarkt für prom. Chemiker sieht anscheinende nicht so rosig aus wie ich dachte und wirklich gute Gehälte bekommen nur die wenigen Chemiker, welche es geschafft haben in großen Firma Fuß zu fassen. Zudem steigt die Anzahl an Chemiestudenten immer weiter an, wodurch die Arbeitslosenquote unter Chemikern zunehmen könnte, was den Arbeitsmarkt noch schwieriger machen sollte.

Andererseits bin ich erst im 3. Semester, bis ich mit einer Promotion abschließen könnte, werden noch ca. 7-8 Jahre vergehen, bis dahin könnte sich die Situation entschärfen und noch schlimmer werden, Prognosen über ein solch großen Zeitraum dürften schwierig sein.
Das Problem ist, dass ich inzwischen eine Leidenschaft zur Chemie aufgebaut habe und ich eigentlich nicht mit meinem Chemie-Studium aufhören würde, allerdings möchte ich es in Zukunft auch nicht bereuen, indem ich z.B arbeitslos werde oder mit einem schlecht-bezahlten Job leben muss.
So wie ich es mir vorgestellt hätte, würde ich promovieren, anschließend in die chem. Industrie wechseln und dort min. 50.000€ verdienen.
Diesen Traum sehe ich inzwischen in Gefahr.

Nun zu meiner Ausgangsfrage, hat man nach einem Chemiestudium eine gute Zukunft? Lohnt sich das Studium eurer Meinung nach noch ? Oder wäre es klüger etwas anderes zu studieren?

Ich würde mich über eure Meinungen sehr freuen

mfg Reagenzglas
Reagenzglas ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.08.2014, 15:46   #2   Druckbare Version zeigen
pleindespoir Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.104
AW: Hat man mit einem Chemiestudium eine Zukunft?

Zitat:
Zitat von Reagenzglas Beitrag anzeigen
Das Problem ist, dass ich inzwischen eine Leidenschaft zur Chemie aufgebaut habe und ich eigentlich nicht mit meinem Chemie-Studium aufhören würde, allerdings möchte ich es in Zukunft auch nicht bereuen, indem ich z.B arbeitslos werde oder mit einem schlecht-bezahlten Job leben muss.
So wie ich es mir vorgestellt hätte, würde ich promovieren, anschließend in die chem. Industrie wechseln und dort min. 50.000€ verdienen.
Diesen Traum sehe ich inzwischen in Gefahr.
Die Aussichten für gut bezahlte Stellen sind nicht allein von der Fachrichtung abhängig, sondern viel wesentlicher von der wirtschaftspolitischen Situation.

In 10 Jahren leben wir in einem veränderten, einem anderen oder einem völlig anderem System. Vielleicht werden dann Leute gesucht, die mit einem Holzstöckchen Feuer machen und mit blosser Hand Wölfe erschlagen können. In so einem Fall ist eine Chemiepromotion tatsächlich nur bedingt nützlich.

Ansonsten kann ich nur empfehlen das weiterzubetreiben, für das man sich berufen fühlt.

Optimale Chancen auf Spitzenverdienste haben Juristen mit Nebenfach Wirtschaft. Allerdings ohne gewisse softskills wie die Bereitschaft zu Betrug sowie Untreue und die Fähigkeit hemmungslos Lügen zu können, nutzt einem dieser Studiengang auch wenig.
__________________
Schach is voll langweilig:
Immer die gleiche Map und die Charakter kann man auch nicht modden.
pleindespoir ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.08.2014, 15:51   #3   Druckbare Version zeigen
Cyrion Männlich
Mitglied
Beiträge: 4.821
AW: Hat man mit einem Chemiestudium eine Zukunft?

Das beste ist, Du lernst schnell, Dich von unrealistischen träumen zu verabschieden.

Ja, man Braucht Geld zum Leben und zum Verwirklichen persönlicher Ziele. Aber: Geld und Besitz ist auch ein Fluch: Zur Zeit schaust Du auf die Menschen die 50 kk€ verdienen und sagst Dir, das wäre toll. Du hast ein Ziel für das Du arbeitest und von dem Du enttäuscht bist, wenn Du es nicht hinkriegst.

Wenn Du es hinkiregst fehlt Dir entweder der Anreiz Dich weiter anzustrengen - das ist im Berufsleben mitunter fatal. Oder Du steckst Dir das nächste Ziel, das noch höher liegt. Dann bist Du wieder unzufrieden, bis Du es erreicht hast. und schon geht die Spirale von vorne los.

Setze Dir vernünfitge Ziele für ein ausgewogenes Leben: So viel Geld verdienen, dass für Dein Leben und das Deiner Famile genug Geld da ist. Definiere Dich nicht nur über den Job, sondern auch darüber ob Du gut zu anderen Menschen bist, Zeit für Dich und Deine Mitmenschen hast etc.

Das Ganze ist relativ unabhängig davon, was Du als talentierter Mensch für einen Job hast. Wichig ist, dass Du Dich mit Deiner Arbeit identifizieren kannst. Immerhin ist das für viele Jahre die meiste Zeit deines Lebens, die Du da verbringst.
__________________
Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim: Allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.

Erfahrung: Wenn es so einfach wäre, hätte es schon längst jemand gemacht
Cyrion ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.08.2014, 22:47   #4   Druckbare Version zeigen
scorrp Männlich
Mitglied
Beiträge: 128
AW: Hat man mit einem Chemiestudium eine Zukunft?

Ich habe vor kurzem die Statistiken der GDCh gesehen und dadurch die selben Schlüsse gezogen bzw. auch Freunde von mir.

Wir hoffen, dass wir es noch so gerade schaffen werden eine ordentliche Stelle zu bekommen. Aber bereits jetzt hat ein wirklich talentierter Freund von uns promoviert und konnte auch keine Stelle in der Industrie finden. Er hat zum Glück eine gute Stelle als Post Doc gefunden.
Er ist mir auf jedenfall sehr weit vorraus. Ausland, Stipendien, nur 1.0, politisch und sozial aktiv gewesen... Ich wüsste nicht, was man noch hätte besser machen können. Aber bereits jetzt merken wir, wie angespannt der Arbeitsmarkt ist. Ich darf mich wahrscheinlich glücklich schätzen später nach 6-12 Monaten Suche einen Job für 40-45k zu finden.

Jetzt schauen wir uns die momentanen Erstis an, die in Jahrgängen sind, in denen sehr viele Chemie studieren und unsere erste Frage ist: Wo sollen die alle promovieren? Die Zweite, wie sollen die noch Fuß in der Wirtschaft fassen?

Das klügste was man machen kann, auch wenn immer alle sagen in 10 Jahren sieht das alles wieder anders aus, meiner Meinung nach noch schlechter, ist, nicht Chemie zu studieren. Informatiker, Maschbauer, Wings etc. werden wirklich Gesucht und krasse spezialisten.
Ich sehe um mich rum freunde, die bereits jetzt von Firmen beworben werden. In der Chemie habe ich sowas noch nie gesehen! Vielleicht in den Top 40 Arbeitskreisen der Welt, aber da komm erst einmal rein und halte dann die Arbeitsbelastung auch noch aus.

Aber naja, ich deute nur für mich die Zahlen, denke mir manchmal, warum ich nicht am Anfang meines Studiums darauf gehört habe, sondern eher auf das "in 9 Jahren wenn du fertig bist, sieht die Welt wieder anders aus", aber hinterher ist man immer klüger.

Ich drücke jedem Chemiker in unserem Land die Daumen Vielleicht wird es ja wirklich besser, für mich kann ich es nur hoffen.

Falls du großes Interesse an speziellen PC oder TC Sachen hast, dann gibt es ggf. noch einen Markt. Zumindest wird nach solche Spezialisten momentan sogar mal gesucht. Falls du, wie ich, eher Richtung OC tendierst, so haben wir sehr schlechte Karten

Beste Grüße
scorrp ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.08.2014, 00:28   #5   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Hat man mit einem Chemiestudium eine Zukunft?

Zitat:
Zitat von scorrp Beitrag anzeigen
Er hat zum Glück eine gute Stelle als Post Doc gefunden.
Das verschiebt das Problem ja letztlich auch nur um 1-2 Jahre, wenn man anschließend nicht eine Juniorprofessur oder ein Habilitationstipendium abgreift.

Zitat:
Ich darf mich wahrscheinlich glücklich schätzen später nach 6-12 Monaten Suche einen Job für 40-45k zu finden.
Hättest wohl lieber 60 als Einstiegsgehalt?

Zitat:
Jetzt schauen wir uns die momentanen Erstis an, die in Jahrgängen sind, in denen sehr viele Chemie studieren und unsere erste Frage ist: Wo sollen die alle promovieren?
Da wird sicher noch etwas Schwund einsetzen bei den jetzigen Erstis, aber es dürfte zumindest nicht einfacher werden, in Zukunft an eine Promotionstelle mit Bezahlung zu kommen.

Zitat:
Die Zweite, wie sollen die noch Fuß in der Wirtschaft fassen?
Seit Bologna hat sich die Zahl der Studenten doch etwa verdoppelt, glaube ich. Aber es war und ist nun mal politisch gewollt, dass jeder Abitur macht und studiert. Die Unis platzen aus allen Nähten, die Absolventen haben Mühe noch Arbeit zu finden. Viele Lehrstellen können dagegen nicht mehr besetzt werden. Es bleibt nur zu hoffen, dass da in der Politik irgendwann ein Umdenken einsetzt.

Zitat:
Das klügste was man machen kann, auch wenn immer alle sagen in 10 Jahren sieht das alles wieder anders aus, meiner Meinung nach noch schlechter, ist, nicht Chemie zu studieren.
Wie wahr. In China gibt es über 1000 chemische Fakultäten, nur mal nebenbei bemerkt.

Zitat:
Informatiker, Maschbauer, Wings etc. werden wirklich Gesucht und krasse spezialisten.
Informatiker vielleicht noch am ehesten. Bei Ingenieuren stimmt das doch längst auch nicht mehr so ganz. Auf ARD lief letztens eine Reportage über den angeblichen Fachkräftemangel. Das Problem ist, dass wenn statt 50 qualifierten Bewerbungen nur noch 10 auf eine Stelle eingehen, dann schreit der VDI schon, sie hätten Fachkräftemangel.

Zitat:
Aber naja, ich deute nur für mich die Zahlen, denke mir manchmal, warum ich nicht am Anfang meines Studiums darauf gehört habe, sondern eher auf das "in 9 Jahren wenn du fertig bist, sieht die Welt wieder anders aus", aber hinterher ist man immer klüger.
Ich verfolge die jährliche GDCh-Statistik auch seit einigen Jahren mit Interesse. Die Arbeitslosenquote bei den Absolventen mit Promotion lag da immer bei um die 9 %, aber das gilt ja nur für Absolventen direkt nach der Promotion. Chemiker die länger arbeitslos sind, werden da gar nicht erfasst.

Soweit ich es verfolgen konnte, ist die Zahl meiner ehemaligen Kommilitonen und Kollegen, die nach der Promotion eine adäquate Stelle in der Industrie (also normalerweise als Laborleiter) bekommen haben relativ gering. Viele machen irgendwas im Bereich Marketing und Vertrieb oder Verwaltung, einige haben den Seiteneinstieg ins Lehramt genommen oder betätigen sich als professionelle Nachhilfelehrer.

Aber auch wenn viele keine adäquate Stelle mehr finden, ist die Zahl der Chemiker, die wirklich ganz hinten runter fallen, also im Hartz oder auf der Straße landen, anscheinend (noch?) relativ gering. Daher wird das Problem nicht evident und die GDCh schert sich so gut wie gar nicht um arbeitslose Chemiker, sondern rührt lieber weiter fleißig die Werbetrommel fürs Chemiestudium. In Amerika ist man uns da wie immer voraus. Bei der ACS ist das Problem schon mehr ins Bewusstsein gerückt.
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Alt 24.08.2014, 09:29   #6   Druckbare Version zeigen
Masseltof  
Mitglied
Beiträge: 182
AW: Hat man mit einem Chemiestudium eine Zukunft?

Es handelt sich hierbei wohl eher um ein politisch/wirtschaftliches Problem.

Informatiker werden gesucht, heißt es ziemlich oft, aber auch das gilt nur derzeitig.
Fast jeder Abiturient beginnt heute ein Studium und wenn man es nicht an der Uni schafft, wechselt man eben an die nächste FH.
Die Industrie freut dies natürlich, da die Auswahl an qualifizierten Kräften steigt, die Nachfrage sich jedoch nicht geändert hat.
Hieraus folgen geringere Löhne und stetig steigende Anforderungen.

Der Absolvent von heute sollte 20 Jahre alt sein, seine Promotion Summa Cum Laude bestanden haben und bereits 5 Jahre Berufserfahrung haben.

Alternativ besteht die Möglichkeit noch parallel ein Zweitfach, wie Informatik zu studieren. Man hat bereits im Chemie Studium kaum Zeit, aber was soll's.
Ggf. ein Zweitstudium Medizin.
Masseltof ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.08.2014, 21:17   #7   Druckbare Version zeigen
Reagenzglas  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 8
AW: Hat man mit einem Chemiestudium eine Zukunft?

Hallo zusammen,

So wie ich euch verstanden habe, würdet ihr mir von einem Chemie-Studium dringend abraten, habe ich das richtig verstanden?

Das würde ich sehr schade finden, da Chemie inzwischen wirklich meine Leidenschaft ist. Aber es heißt doch auch immer man solle das studieren was einen interessiert.
Sollte ich wirklich auf Informatik, Maschinebau oder wing. wechseln, obwohl doch Chemie mich interessiert?

Ich habe mir gerade die GDCH - Statistiken durchgelesen... so schlecht sieht es doch eigentlich gar nicht aus zur zeit.

Die Zahl der Studenten die etwas mit Chemie studieren steigt zwar an, die Zahl der Studenten die "reine" Chemie studieren bleibt allerdings konstant (bewegt sich bei ca. +/- 6000)
Der Verbleib der prom. Chemiker im Jahre 2013 sieht auch nicht dramatisch aus.
33% gingen in die chemische oder pharma Industrie und 21% machten einen Postdoc. 50% der Doktoren haben also, meiner Meinung nach, etwas gutes gefunden. Eine Arbeitslosigkeit von 9% halte ich auch für akzeptabel.
(Quelle GDCH)

Durchschnittsgehalt für prom. Chemiker sollten (laut meinen Google suchen) bei min. 50.000 liegen.

kann ich diesen Zahlen denn nicht trauen? Diese Zahlen wollen mir eigentlich eher zeigen, dass der Chemiker markt ganz gut aussehen würde.

Geändert von Reagenzglas (24.08.2014 um 21:26 Uhr)
Reagenzglas ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.08.2014, 21:31   #8   Druckbare Version zeigen
RRoland Männlich
Mitglied
Beiträge: 161
AW: Hat man mit einem Chemiestudium eine Zukunft?

Ich habe mir gerade die GDCH - Statistiken durchgelesen... so schlecht sieht es doch eigentlich gar nicht aus zur zeit.

Ist es auch nicht. Ich weiß gar nicht was hier alle erwarten, dass sie Chemie studieren und dann sofort aus dem Nichts einen Job als Laborleiter bekommen mit 60k Einstieggehalt? Nein. Mit einem Chemistudium stehst du gar nicht so schlecht da. Du wirst sicher was finden.
Jeder Absolvent den ich kenne, hat ein Job gefunden.
RRoland ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 24.08.2014, 23:20   #9   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Hat man mit einem Chemiestudium eine Zukunft?

Zitat:
Zitat von Reagenzglas Beitrag anzeigen
Ich habe mir gerade die GDCH - Statistiken durchgelesen... so schlecht sieht es doch eigentlich gar nicht aus zur zeit.
Wenn man die Realität nicht sehen will...

Zitat:
33% gingen in die chemische oder pharma Industrie

Und wie viele davon arbeiten tatsächlich noch als Chemiker und wie viele sind dort "Key Account Manager", "Sales Engineer", Pharmareferent oder so was in der Art?

Zitat:
und 21% machten einen Postdoc.
Ich glaube, die GDCh-Statistik unterscheidet da noch zwischen Postdoc im Ausland und im Inland. Als Postdoc im eigentlich Sinn sollte man nur einen Postdoc im Ausland betrachten. Postdoc im Inland ist nur eine nette Umschreibung für sich an einer Uni oder einem MPI etc. von einer befristeten Stelle zur nächsten zu hangeln, in der Hoffnung vielleicht auf eine Dauerstelle zu rutschen.

Zitat:
Eine Arbeitslosigkeit von 9% halte ich auch für akzeptabel.

Wie gesagt, das gilt nur für Absolventen. Chemiker die z.B. nach der Promotion für ein Jahr eine befristete Stelle hatten und dann arbeitslos werden, werden da nicht erfasst.

Zitat:
kann ich diesen Zahlen denn nicht trauen?
Doch kannst du, aber man muss sie richtig einzuordnen wissen.

In einem anderen Thread hat Catalytix die Situation sehr treffend beschrieben:

http://www.chemieonline.de/forum/showthread.php?t=210951&page=4

Geändert von Rodrigo (24.08.2014 um 23:26 Uhr)
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Alt 25.08.2014, 07:18   #10   Druckbare Version zeigen
mgritsch Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.954
AW: Hat man mit einem Chemiestudium eine Zukunft?

Das wichtigste ist: mach das was dir freude macht! Dann wirst du darin gut sein (und das bemisst sich nicht unbedingt in noten), dann wirst du auch erfolg haben.

Denk nicht zu sehr in einstiegsgehalt, wichtger ist die mittelfristige perspektive. 40k ist für den anfang absolut ok, aber spannender ist wo du nach 5 oder 10 jahren stehst eine uni-ausbildung (egal wie hoch) wird in der wirtschaft halt als zu wenig praxisorientiert gesehen, kohle gibts nur für berufserfahrung. Die frage ist dann eher ob du nicht schon mit dem master schluss machst. Der dr. bringt nicht mehr so viel mehr eur, ist nur bei akademischer karriere wichtig.

Ausserdem: lass dich überraschen wohin sich alles entwickelt, wohin du dich spezialisieren wirst, wen du kennenlernen wirst, welche optionen sich noch auftun.... Hauptsache nicht zu sehr auf eine bestimmte tätigkeit/position/branche/gehaltsstufe fixiert - dann ist alles möglich! Heute über in X jahren nachdenken ist zeitverschwendung.

Ich spreche da aus eigener erfahrung, promotion ist bei mir schon einige jährchen her, (leider) habe ich mit dem fach beruflich nicht mehr viel zu tun, aber helle und flexible köpfe finden immer was gutes. Auch mit merklich >100k

Also weitermachen! Bloss nicht etwas völlig langweiliges studieren (auswendig lernen) nur weils da anfangs ein paar eur mehr gibt, das wäre blödsinn.
mgritsch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.08.2014, 07:43   #11   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 20.006
AW: Hat man mit einem Chemiestudium eine Zukunft?

Zitat:
Zitat von mgritsch Beitrag anzeigen
auswendig lernen
na ja, es gibt auch andere Studiengänge in denen man etwas verstehen muss... .
__________________
The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
einfach mal eine Fanta trinken
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.08.2014, 10:21   #12   Druckbare Version zeigen
mgritsch Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.954
AW: Hat man mit einem Chemiestudium eine Zukunft?

Zitat:
Zitat von chemiewolf Beitrag anzeigen
na ja, es gibt auch andere Studiengänge in denen man etwas verstehen muss... .
sollen würde man das ansich in jedem studium.
aber es ist halt nicht jedem gegeben alles in zusammenhängen zu begreifen. daher bleibt manchen halt nichts anderes übrig als "auswendig lernen". die wahrscheinlichkeit dass das so ist, steigt meiner meinung nach wenn man etwas macht wofür man keine echte leidenschaft hat.
mgritsch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.08.2014, 10:54   #13   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 20.006
AW: Hat man mit einem Chemiestudium eine Zukunft?

Zitat:
Zitat von mgritsch Beitrag anzeigen
aber es ist halt nicht jedem gegeben alles in zusammenhängen zu begreifen.
einen Kompromiss muss man immer eingehen. Und ganz ohne Lernen geht es ja auch beim Chemiestudium nicht.
Eine schnelle Auffassungsgabe erleichtert die Sache aber sehr.
__________________
The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
einfach mal eine Fanta trinken
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.08.2014, 10:55   #14   Druckbare Version zeigen
Cyrion Männlich
Mitglied
Beiträge: 4.821
AW: Hat man mit einem Chemiestudium eine Zukunft?

Zitat:
Zitat von scorrp Beitrag anzeigen
Ich darf mich wahrscheinlich glücklich schätzen später nach 6-12 Monaten Suche einen Job für 40-45k zu finden.
Genau das ist es - und wenn Du es nicht tust, dann hast Du ein Problem. Und für dieses Problem bist nur Du alleine verantwortlich. Es heißt: Unzufriedenheit und übertriebene Ansprüche.

Die Aussichten eines Absolventen irgend einen Job zu kriegen sind - im Vergleich zu vielen anderen Ausbildungen - verdammt hoch. Und das sollte erst mal das wichtigste Ziel eines Berufseinsteigers sein. Ich kenne drei Arten von promovierten Naturwissenschaftlern, die auf dem Arbeitsmarkt (so gut wie) scheitern:
1) Leute, die sich selbst schlecht darstellen können.
2) Leute, die meinen, sie müssten einen besseren Job kriegen, als der, der ihnen angeboten wird
3) Unfähige.

Du versuchst gerade krampfhaft, Dich in Position 2 einzuordnen. Das ist übrigens die, aus der man am leichtesten rauskommt. Wenn Du Deinem zukünfitgen Arbeitgeber auch nur im geringsten unterschwellig mitteilst, dass zu denkst, Du wärst zu höherem als dem lausigen, angebotenen Job geboren, dann hat er keinen Bock auf Dich.

Diese Anspruchshaltung, dass alles immer nur vom Besten sein muss, solltest Du ablegen. Sei nach Deiner Ausblidung erst mal froh, wenn Du einen Job kriegst. Schon alleine dafür lohnt es sich, Chemie zu studieren. Was glaubst Du denn, wie es den meisten Geisteswissenschaftlern geht? Wenn Du in einem Job drin bist, kannst Du erst mal Erfahrung sammeln, damit Du ernst genommen wirst.

Fazit: Es lohnt sich auf jeden Fall Chemie zu studieren, wenn man von dem Fach begeistert ist. Übertriebene Ansprüche werden Dir aber so richtig das Leben versauern.
__________________
Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim: Allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.

Erfahrung: Wenn es so einfach wäre, hätte es schon längst jemand gemacht
Cyrion ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.08.2014, 11:54   #15   Druckbare Version zeigen
scorrp Männlich
Mitglied
Beiträge: 128
AW: Hat man mit einem Chemiestudium eine Zukunft?

Natürlich hast du recht und ich könnte mich glücklich schätzen, wenn ich mich mit Geisteswissenschaftlern etc. vergleiche.

Das Problem, welches ich aber sehe ist, woher kommen die Erwartungshaltungen, die ich habe?

Von der dominanten beweihräucherung des Chemiestudienganges. Damals, als ich mich zu diesem Studium entschlossen habe, wurde einem überall nur mitgeteilt
"Ja, mit Doktor hast du super Chancen, du wirst direkt mit 62.000 im Jahr anfangen, Chemiker werden gesucht wie blöd usw. usf."

Das ganze wird bis heute weiter gemacht, auch im Studium und so entstanden meine Erwartungen. Je tiefer man aber wirklich nachschaut (ggf. etwas, dass man im Studium gelernt hat") desto mehr erkennt man, dass vielleicht 2-3% direkt genommen werden und dieses Gehalt erwarten dürfen.

Ich empfinde es als falsch, dass den heutigen Abiturienten die selben Lügen erzählt werden, damit diese auch ins Studium gehen. Wenn man mir gesagt hätte, dass nicht jeder sofort einen Job findet, viele auch über 12 Monate nach der Promotion auf der Suche sind und man eher zwischen 40-60k nach 9 Jahren Ausbildung rechnen darf, dann wären das fairere Ausgangspositionen. Ich hatte z.B. auch noch andere Interessen und heute sehe ich, was Freunde, die nur einen Bachelor gemacht haben (Info und Maschbau) jetzt bereits verdienen, während ich noch im Master hänge, mich danach noch 3-4 Jahre mit 20k durchschlagen muss und auch dann noch mal warten darf.

Jetzt klinge ich vielleicht mal wieder Geldgierig, aber ich möchte nicht erst mit 40 Kinder kriegen sondern gerne schon mit anfang 30, möchte eine Basis haben etc.

Für mich sieht das Chemiestudium, sehr subjektiv natürlich, momentan wie eine Fall aus. Die GDCh, Firmen und Unis locken die Schüler mit Versprechungen in das Studium, um danach ein Überangebot zu generieren, sodass die Gehälter fallen können. In meinen Augen ist es einfach den Interessierten nicht fair gegenüber.

Aber ist auch egal, jetzt weiß ich, worauf ich mich einstellen muss und da gibt es auch kein zurück. Ich versuche nur den Leuten die Wahrheit zu vermitteln.

Abschließend vll noch, bevor mir etwas unterstellt wird, ich liebe die Chemie, ich studiere gerne und mit viel Freude, aber ich bin nicht versteift auf nur eine Sache im Leben. Auch heute war Chemie noch das richtige für mich, aber es half mir früher immer, besonders in den harten Zeiten im Studium, zu wissen, dass sich all die Arbeit einmal auszahlen wird in einem entspannten und spassigen Beruf mit einem soliden Gehalt und einen sicheren Arbeitsplatz.


Genug gelabert, schöne Arbeitswoche noch

Grüße
scorrp ist offline   Mit Zitat antworten
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