Ist Chlor und Kupfersulfat im Boden für Mensch und Pflanzen schädlich?
Ich leite zweimal jährich 60 Kubikmeter Wasser aus meinem Schwimmbecken auf eine Wiese in meinem Grundstück.Das Wasser versickert sofort.Das Wasser wird mit Chlortabletten und Kupfersulfat sauber gehalten.
Jetzt möchte ich dort Beete für den Gemüseanbau anlegen.Ist das möglich,oder ist der Boden zu stark belastet?
Habe verschiedene Labors wegen einer Bodenuntersuchung angeschrieben.Die untersuchen alles,nur nicht Chlor und Kupfersulfat.
Wer weiß Bescheid,oder hat einen Tip für mich?
Danke
manfredo19
AW: Ist Chlor und Kupfersulfat im Boden für Mensch und Pflanzen schädlich?
Na ja, solange Weinberge mit Kupfersulfat-Lösung besprüht werden und das dann quasi als bio gilt... entsprechende umweltrelevante Einstufung, siehe wikipedia: Kupfersulfat
AW: Ist Chlor und Kupfersulfat im Boden für Mensch und Pflanzen schädlich?
Zitat:
Zitat von manfredo19
Habe verschiedene Labors wegen einer Bodenuntersuchung angeschrieben.Die untersuchen alles,nur nicht Chlor und Kupfersulfat.
Hier muss wohl unterschieden werden ob das Chlor organisch gebunden vorliegt oder nicht. Analysen wären evtl. AOX/TOX
Beim Kupfersulfat einfach nur Kupfer nachweisen lassen. Sollte kein grösseres Problem sein.
AW: Ist Chlor und Kupfersulfat im Boden für Mensch und Pflanzen schädlich?
Doch nochmal nachgefragt.Könnte überhaupt eine schädliche Auswirkung auf die Pflanzen erfolgen,bei der seltenen und auch sehr schwach konzentrierten Wassereinleitung in den Erdboden?
AW: Ist Chlor und Kupfersulfat im Boden für Mensch und Pflanzen schädlich?
Zitat:
Zitat von manfredo19
Doch nochmal nachgefragt.Könnte überhaupt eine schädliche Auswirkung auf die Pflanzen erfolgen,bei der seltenen und auch sehr schwach konzentrierten Wassereinleitung in den Erdboden?
Das ist schwer zu sagen, wenn man die Mengen nicht kennt.
Andererseits sollte man auch bedenken, dass es Wasser aus einem Schwimmbecken und nicht Abwässer aus einer Goldlaugerei ist, so dass die Gefahr wohl eher nicht vorhanden ist.
Interessant ist allerdings, dass du dir die Gedanken über die Umweltbelastung erst in dem Moment machst, wo du die eigene Nahrung auf dem betroffenen Stück anbauen willst.
AW: Ist Chlor und Kupfersulfat im Boden für Mensch und Pflanzen schädlich?
Danke für Deine Antwort.Über die Umwelt mußte ich mir bei der geringen Menge keine Gedanken machen.Hier gibt es keine Brunnen weit und breit.Außerdem gibt es hier keine Alternative für abgelassenes Schwimmbeckenwasser ohne vorhandene Kanalisation.Für den Anbau von Gemüse zum Verzehr ist das Thema aber interessant.
Könnte ich eine genauere Auskunft erhalten,wenn ich die konkrete wöchentliche Menge,welche ich ins Wasser gegeben habe,angebe?
AW: Ist Chlor und Kupfersulfat im Boden für Mensch und Pflanzen schädlich?
Über das Chlor braucht man sich (wenn es die üblichen Zusätze für private Schwimmbecken handelt) keine große Gedanken machen, da das schnell in Chlorid umgewandelt wird.
Wenn man die Dosierung von 1g Kupfersulfat pro m³ alle 14 Tage eingehalten hat, sind das rund 1,5kg Kupfersulfat oder rund 600g reines Kupfer/Jahr. Der Bodengrenzwert für die landwirtschaftliche Nutzung liegt bei 0,15g/kg Boden, was dann hier ca. 4m³ Boden entspräche.
Wie dem auch sei, ein Test auf Kupfer (nicht Kupfersulfat) ist problemlos und wird von allen Laboren, die Boden/Gartenboden untersuchen, angeboten, meist zusammen mit anderen Schwermetallen und kostet recht wenig.
Gruß
jag
P.s.: So ganz korrekt war das Verhalten aber nicht, siehe Kennzeichnung von Kupfersulfat auf der Packung...
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AW: Ist Chlor und Kupfersulfat im Boden für Mensch und Pflanzen schädlich?
Die Natur hat besonders für Kupfer einen äusserst wirksamen Entgiftungsmechanismus: Kupfer bindet wie wild an Humin- und Fulvinsäuren (hochmolekulare organische Verbindungen, die reichlich funktionelle Gruppen enthalten, also viele Koordinationsstellen besitzen), die ja auch im Boden reichlich vorhanden sind. Aus der Verbindung mit Huminsäuren ist Kupfer nur noch sehr wenig bioverfügbar, und Huminsäuren sind sehr langlebig (tausende von Jahren). Wenn Du also den Boden analysieren lässt, ist der Gesamtkupfergehalt nicht besonders aussagefähig darüber, ob er für Pflanzen auch schädlich ist. Es gibt zwar mÖglich, "bioverfÜgbare" Konzentrationen zu messen, aber die sind sehr kontrovers, und wieviel tatsächlich von Pflanzen aufgenommen wird, hÄngt von der Pflanzenart und vom Metall ab. Ich wÜrde so vorgehen: erst einmal ein paar Pflanzen versuchsweise anbauen (solche, die Du auch zum Verzehr anbauen wÜrdest), und dann deren Kupfergehalt messen. Selbst wenn dieser leicht erhÖht ist, wÜrde ich mir noch keine grossen Gedanken machen, denn der Mensch verträgt ne Menge Kupfer, ausserdem ist es ein essentielles Spurenelement. Da Du dich vermutlich nicht ausschliesslich von selbstangebauten GemÜse ernÄhrst, wird das bisschen extra Kupferzufuhr wohl eher sogar gut fÜr Dich sein. SOrgen machen mÜsstest Du Dir erst, wenn Die Pflanzen auffallend schlecht gedeihen sollten.
Ich hab mal Wasser aus einem Bach untersucht, der durch eine Deponie stark mit Kupfer belastet war. Auf der Deponie wurde Schlamm aus einer Kupferraffinerie entsorgt. Der Gesamtkupfergehalt war so hoch, dass es eigentlich kein Leben im Bach hÄtte geben sollen. Aber die Fische waren putzmunter, weil das ganze Kupfer an Humin- und FilvinsÄuren gebunden vorlag.
Wegen des Chlors musst Du dir, meine ich, auch keine Gedanken machen. Chlor oder die Verbindungen, die Du im Becken zur Chlorfreisetzung benutzt (Chloramin ?) sind starke Oxidationsmittel und wahrscheinlich schon zu harmlosem Chlorid reduziert, bevor Du das Wasser Überhaupt ausgiesst. SpÄtestens im Boden werden die schnell abgebaut.
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Edmond Jabès, Le Livre des Questions / Das Buch der Fragen.
AW: Ist Chlor und Kupfersulfat im Boden für Mensch und Pflanzen schädlich?
Hallo ricinus
Recht herzlichen Dank für die sehr ausführliche und konkrete Antwort.Habe mich darüber gefreut.Werde es nun im Frühjahr mit Radieschen,Kohlrabi u.ä. versuchen.Ich glaube,daß alles gut wächst,denn auf dieser Wiese,gab es beim Wachstum von Gras,Gänseblumen,Löwenzahn u.a.keinerlei Unterschiede.
AW: Ist Chlor und Kupfersulfat im Boden für Mensch und Pflanzen schädlich?
das einzige, was wirklich sehr empfindlich auf Cu-Belastung reagiert, sind bestimmte Einzeller. und dann vor allem die in Fließgewässern. Aber aufgrund dessen, was ricinus über die starke Bindung von Cu an Hunimsäuren schreibt, würde ich mir bei Deinen Konzentrationen keine allzu großen Gedanken machen.
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