Wie sind eigentlich die Bestimmungen, um Isopropylalkohol für die Wunddesinfektion zu verwenden ? Also ich habe reiner Isopropylalkohol und nun hab ich unter Wiki gelesen, dass man dieser in der Regel für Wund- oder Hautreinigung mit 30 % Wasser verdünnt.
Wäre denn das reine Isopropyl zu agressiv für die Haut ? Und wird zur Verdünnung destilliertes Wasser verwendet ? Gibt es vom Gesetzgeber klare Bestimmungen oder bloss allg. gültige Empfehlungen hierzu ?
Wäre nett, wenn mich jemand mit mehr medizinischer Erfahrung beraten kann
Eine Mischung aus Isopropanol und Wasser wirkt - im Gegensatz zum reinen Isopropylalkohol - auch gegen die Sporen von Bakterien. Deshalb nimmt man die Mischung.
Zur Hesretllung wird die Mischung in der Regel sterilfiltriert und abgefüllt.
Gruß
jag
__________________ Die Lösung auf alle Fragen ist "42".
Aus gegebenem Anlass: Alle Rechnungen überprüfen, da keine Gewähr.
Also wenn ich Dich richtig verstehen, dann wirkt die stärkere Konzentration nicht mehr gegen Sporen und Bakterien. Das kann ich jetzt schwer nachvollziehen. Ich dachte, das wäre wegen der Hautirritationen, falls es nicht verdünnt wird.
Muss mich korrigieren: Auch die wässrige Lösung wirkt nur in bestimmten Fällen sporizid.
Eine austrocknende Wirkung ist bei allen alkoholischen Produkten zu erwarten; daher enthalten diese zum großen Teil rückfettende Substanzen, um Hautschäden zu verhindern.
Gruß
jag
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Aus gegebenem Anlass: Alle Rechnungen überprüfen, da keine Gewähr.
Diese Alkoholtupfer (Blutzucker messen, Spritzen,...) enthalten auch 70% Isopropylalkohol.
Meine Frage: Warum wird da eigentlich dieser Alkohol und nicht z.B. Ethanol verwendet? (Bitte für einen Laien antworten).
Danke, Klaus
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Es ist erstaunlicherweise so, dass Alkohole nur bakterizid wirken, wenn sie einen gewissen Anteil Wasser enthalten. Es wird vermutet, dass die wässrigen Mischungen besser in die Zellen eindringen können.
Wasserfreie Alkohole wirken nur hemmend auf das Wachstum der Bakterien.
Alkohole wirken nicht gegen Sporen.
(Literatur: Mutschler; Auterhoff-Knabe-Höltje)
Gruß,
Franz
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Ja, Danke Franz, ist wirklich interessant zu wissen, dass es noch Wasser braucht, um wirksam zu desinfizieren.
Hier noch eine weitere Ergänzung, die ich unter Pflege Wiki gefunden habe:
Alkohole: Bei den Alkoholen nimmt die mikrobiozide Wirkung, die man auf Proteindenaturierung zurückführt, mit der Kettenlänge zu. Daneben gilt: n-primäre Alkohole sind wirksamer als isoprimäre und diese wirksamer als sekundäre und tertiäre. Eine Rangordnung nach steigender Wirksamkeit ist also: Methanol < Ethanol < iso-Propanol < n-Propanol. Die Wirkung der letzteren drei für die Desinfektion verwendeten Alkohole ist vergleichbar bei folgenden Konzentrationen (Volumenprozent): Ethanol 77% - iso-Propanol 60% -n-Propanol 42%. Um Irrtümer zu vermeiden, sollten Konzentrationen von Alkoholen, die zur Desinfektion verwendet werden, immer in Volumenprozent angegeben werden. Bei Ethanol entsprechen einander folgende Konzentrationsangaben (Masseprozent/Volumenprozent): 60/67,5; 62/70; 70/76,5; 73/80; 80/85; 85/90; 90/93; 92/95. In jedem Verhältnis mit Wasser mischbar sind neben Methanol und Ethanol noch die Alkohole der Propylreihe. Ohne Anwesenheit von etwas Wasser sind Alkohole schlechter wirksam. Für die Desinfektion trockener Objekte sollen sie also nicht konzentriert verwendet werden. Bei Verdünnung mit Wasser werden sie ab einem gewissen kritischen Mischungsverhältnis sehr schnell unwirksam. So unterbricht das Spülen einer mit Alkohol benetzten Hand sofort die Keimtötung. Anwesenheit von organischem Material beeinträchtigt die Wirkung dagegen nur wenig. Das mikrobiozide Wirkungsspektrum erstreckt sich auf Bakterien, Pilze und teilweise auf Viren. Alkohole sind ohne Effekt gegen Bakteriensporen, können solche sogar enthalten und müssen deshalb für Verwendung zur chirurgischen Händedesinfektion und zur Hautantiseptik sporenfrei gemacht werden. Wegen der fehlenden Sporozidie dürfen sterile Instrumente nicht in Alkohol aufbewahrt werden! Alkohole gehören zu den am schnellsten wirkenden Desinfektionsmitteln. Das Desinfektionsgut muß aber während der gesamten Einwirkungszeit (einige Minuten) naß gehalten werden, was wegen ihrer schnellen Verdunstung speziell beachtet werden muß.
Die typischen Anwendungsgebiete von Alkoholen sind die Händedesinfektion und die Hautantiseptik. Weniger gut eignen sie sich zur Flächendesinfektion, bei der immer auch die Brand- und Explosionsgefahr zu beachten ist;
Ethanol und Propanol sind keine allergisierenden Desinfektionsmittel, was angesichts ihres Haupteinsatzgebietes wichtig ist. Ohne rückfettende und hautpflegende Zusätze führen sie jedoch zu Irritationen und Trockenheit der Haut. Man verwende daher nicht die reinen Alkohole, sondern geeignete Präparationen, die kosmetische Substanzen zur Wasserrückhaltung und Rückfettung enthalten.