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Alt 01.11.2002, 20:00   #1   Druckbare Version zeigen
Ethan  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 173
Erklärungsnot

Hi Leut's,

hatte gestern folgendes Problem: Ein Bekannter hatte mich nach dem Unterschied zwischen Atom- und Metallbindung gefragt. Trotz der „einfachen“ Frage bekam ich nach längeren Erklären ein Schmunzeln und ungläubige Blicke zugeworfen, welche auch prompt Selbstzweifel und Verwirrungszustände zur Folge hatte. Nun meine Erklärung:

Bei der Atombindung kommt es zu einer In-Phasen-Verschiebung der Atomorbitale, wobei die Bindungspartnern sich ein Elektron teilen und so ein Molekülorbital bilden. Die Anziehungskräfte der Atomrümpfe wirken gemeinsam auf ein spezielles Bindungselektron, wodurch die Bindungskraft auf dieses Bindungselektron richtungsabhängig wirkt. Bei einer Metallbindung geben die Atome ihre relativ schwach gebundene Außenelektronen vollständig ab, so dass sie zu Kation werden, welche „Edelgaskonfiguration“ besitzen, und binden diese untereinander zum Ladungsausgleich in vorm einer Elektronenwolke, welche richtungsunabhängig Bindungskräfte aufweisen. Die Metallbindung stellt eigentlich eine Art Ionenbindung (ebenfalls eine richtungsunabhängige Bindungskraft) dar, bei der die „Anionen“ (Elektronen) sich aufgrund der geringen Masse von 1/1836 u sehr leicht in Bewegungszustand (einen elektr. Strom) versetzen lassen.

Bitte um Stellungsnahme, - vor allem zur Analogie Ionen- & Metallbindung zum Schluß.

Grüsse Ethan
__________________
Schwächen zu haben und diese zu zeigen ist keine Schande. Sie schützen uns vor unserer eigenen Überheblichkeit und der Illusion Perfekt zu sein.
Ethan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.11.2002, 20:12   #2   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
Also ich würde eher Analogien zwischen kovalenter Bindung und Metallbindung sehen.
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Alt 01.11.2002, 20:17   #3   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
Mal ehrlich!

Wenn du das eine nicht Chemiker bzw. Physiker erklärst wird er sich nichts vorstellen können darunter.

Probiers mal mit einfachen Beschreibungen und makroskopischen Vergleichen,

Metallbindung:
Man hat eine Menge Steine (=Atome)in einen Gefäß. Gibt man die Steine aus den Behälter raus, werden Sie in alle möglichen Richtungen auseinanderrollen. Damit das nicht passiert, leert man eine Kleber (=Elektronenwolke) in das Gefäß.

Atombindung:
Das mit den Kugeln und Zahnstochern kannst vergessen.
Schau mal in den Gewürzschrank in der Küche. Da liegen lauter kleine Packerl mit Gewürzen drin. Wenn man zwei Gewürzpackerl verbinden will nimmt man am besten ein Gummiringerl und bindet die beiden Packerl zusammen.


Ist zwar primitiv, aber so wird es hoffentlich Jeder verstehen.
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Alt 01.11.2002, 20:30   #4   Druckbare Version zeigen
ork Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.373
Mal ehrlich!

Zitat:
Ist zwar primitiv, aber so wird es hoffentlich Jeder verstehen.
Zitat:
Originalnachricht erstellt von Zander
Metallbindung:
Man hat eine Menge Steine (=Atome)in einen Gefäß. Gibt man die Steine aus den Behälter raus, werden Sie in alle möglichen Richtungen auseinanderrollen. Damit das nicht passiert, leert man eine Kleber (=Elektronenwolke) in das Gefäß.

Atombindung:
Das mit den Kugeln und Zahnstochern kannst vergessen.
Schau mal in den Gewürzschrank in der Küche. Da liegen lauter kleine Packerl mit Gewürzen drin. Wenn man zwei Gewürzpackerl verbinden will nimmt man am besten ein Gummiringerl und bindet die beiden Packerl zusammen.
Ganz ehrlich: Verstehe ich nicht.
Ist ja aber auch egal, bin schliesslich Chemiker.
ork ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.11.2002, 21:50   #5   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
Die Metallbindung kann man als kovalente Bindung betrachten, bei der die Bindungselektronen über den gesamten Kristall verteilt sind (Mehrzentrenbindung). Die Orbitale haben alle praktisch die gleiche Energie; die "unbesetzten" Orbitale liegen energetisch so tief, dass sie sich mit den besetzten Orbitalen überschneiden und daher auch bevölkert sind.


Gruß,
Franz
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FK ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.11.2002, 01:30   #6   Druckbare Version zeigen
mantis  
Mitglied
Beiträge: 1.099
Zitat:
die "unbesetzten" Orbitale liegen energetisch so tief, dass sie sich mit den besetzten Orbitalen überschneiden und daher auch bevölkert sind.
Könnte ich dafür wohl mal ein Beispiel haben?
Gruß
mantis ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.11.2002, 03:59   #7   Druckbare Version zeigen
minutemen Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.865
schonmal in diesem zusammenhang was vom bändermodell gehört? überlappt das valenz- mit dem leitungsband, liegt ein metall vor, bei einer geringen energetischen lücke spricht man von halbleitern und bei grossen abständen von isolatoren - beschrieben in vielen büchern & auch im internet -> tip: google mal.

im übrigen: wäre die metallische bindung wirklich eine art ionenbindung, so wäre die leitfähigkeit um grössenordnungen kleiner. klassische ionenkristalle sind (meist) isolatoren. aber der vergleich ist generell untauglich.

die kleine masse des elektrons hat auch nicht viel mit der leitung elektrischen stromes zu tun. 'schuld' ist immer noch die entartung innerhalb der bänder & die überlappung zw. leitungs- und valenzband: die elektronen benötigen de facto keine anregungsenergie, um aus einem valenzbandniveau in ein angeregtes leitungsbandniveau zu gelangen (ganz im gegensatz zu einzelnen metall-atomen).
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"Alles Denken ist Zurechtmachen." Christian Morgenstern

immer gern genommen: Google, Wikipedia, MetaGer, Suchfunktion des Forums
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minutemen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.11.2002, 07:25   #8   Druckbare Version zeigen
mantis  
Mitglied
Beiträge: 1.099
Habe vom Bändermodell schon gehört und mir auch gerade eine recht gute Google Seite angeguckt. Und trotz und alledem komme ich mit dem Ausdruck

Zitat:
"unbesetzten" Orbitale liegen energetisch so tief, dass sie sich mit den besetzten Orbitalen überschneiden und daher auch bevölkert sind.
nicht wirklich zurecht, ich wollte auch nicht alles wissen sondern nur ein Bsp...
Oder vielleicht so rum-Orbitale werden doch von innen nach außen besetzt...falsch?
mantis ist offline   Mit Zitat antworten
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