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Alt 02.05.2007, 20:42   #1   Druckbare Version zeigen
manu8182 weiblich 
Mitglied
Themenerstellerin
Beiträge: 28
Warum Vorlage von Wasser bei Säureverdünnung

Hallo!
Ich mache gerade meinen Ausbilder und schreibe an einer Unterweisung. Ich möchte erklären, wie man eine Salzsäure verdünnt. Ich bin jetzt an dem Punkt, wo ich erklären muss, warum man erst Wasser im Messkolben vorlegt bevor man die Säure hineingibt. Ich weiß den Spruch: "Erst das Wasser dann die Säure, sonst passiert das Ungeheure" und ich weiß auch, dass es heftig spritzen kann, wenn man konzentrierte Säure ohne Vorlage in einen Messkolben gibt und dann erst das ganze Wasser.Aber so ganz genau? Die Säure wird durch die Vorlage verdünnt. Wenn ich schon Wasser im Messkolben vorliegen habe und dann langsam die Säure zugebe, dann verteilen sich die Säurerestionen langsam unter dem Wasser. Und andersrum würden zu wenig Wassermoleküle für die Säure da sein? SO ganz genau verstehe ich das noch nicht. Wäre jemand so nett und kann mir helfen? Und es wäre toll, wenn es dafür einen Begriff gäbe. Muss das nämlich alles kurz fassen.
Danke schon mal
manu8182 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.05.2007, 20:48   #2   Druckbare Version zeigen
Nobby Männlich
Mitglied
Beiträge: 13.696
AW: Warum Vorlage von Wasser bei Säureverdünnung

Das was was Du beschreibst gilt eigentlich nur für Schwefelsäure,da die Säure sich unter Wärmeentwicklung löst.

Wenn man Säure vorlegt, dann steigt die Temperatur in dem ersten Wassertropfen der Art an das er verdampft und dadurch Säure zum verspritzen bringt.

Wenn man Wasser vorlegt, dann wird beim Eintropfen der Säure die Wärme sofort abgeführt und es passiert nichts weiter.
__________________
Vena lausa moris pax drux bis totis
Nobby ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.05.2007, 08:21   #3   Druckbare Version zeigen
manu8182 weiblich 
Mitglied
Themenerstellerin
Beiträge: 28
AW: Warum Vorlage von Wasser bei Säureverdünnung

Danke erst mal! Aber gibt es nicht einen kurzen Begriff für diesen Vorgang? Muss da ziemlich kurz was zu schreiben!
manu8182 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.05.2007, 09:13   #4   Druckbare Version zeigen
Naitsich Männlich
Mitglied
Beiträge: 100
AW: Warum Vorlage von Wasser bei Säureverdünnung

Hi
Also bei Wikipedia steht das dazu:
Säuren kann man mit Wasser verdünnen, dabei wird ihre Wirkung je nach Verdünnung deutlich schwächer. Das Verdünnen von konzentrierten Säuren ist eine exotherme Reaktion. Es entsteht also viel Hitze und die Säurelösung kann unkontrolliert wegspritzen. Daher gilt beim Verdünnen die Regel, die Säure in das Wasser zu geben, nicht umgekehrt: „Zuerst das Wasser, dann die Säure, sonst geschieht das Ungeheure.“
Ich denke man kann es vl über die Hydrationsenergie begründen, dass also bei der Entstehung der Oxoniumionen mehr Energie ensteht als zur Bildung des Sulfations nötig ist. Falls das jemand genauer weiß, kann ers ja bestätigen oder sagen, dass es falsch ist

lg Naitsich
Naitsich ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.05.2007, 09:53   #5   Druckbare Version zeigen
Muzmuz  
Mitglied
Beiträge: 5.976
AW: Warum Vorlage von Wasser bei Säureverdünnung

ja, vor allem bei schwefelsäure gilt das argument der überhitzung
aber auch bei anderen säuren empfiehlt es sich, wasser vorzulegen

wenn man nämlich eintropft (also keinen kontinuierlichen strahl der flüssigkeit zugibt), spritzt flüssigkeit von der oberfläche weg, und diese flüssigkeit ist hauptsächlich jene, die vorgelegt wird
(analog: wenn man einen stein ins wasser schmeißt, spritzt wasser, aber der stein selbst hüpft nicht mehr raus)
es ist naheliegend, dass die wegspritzende flüssigkeit lieber wasser oder schon verdünnte säure sein soll als die konzentrierte

lg,
Muzmuz
Muzmuz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.05.2007, 09:54   #6   Druckbare Version zeigen
Cyrion Männlich
Mitglied
Beiträge: 4.847
AW: Warum Vorlage von Wasser bei Säureverdünnung

Die Lösungswärme ist bei schwachen Säuren eher gering. Also bleiben die starken übrig. Davon liegt nur die Schwefelsäure als nicht wäßrige Lösung vor.
Sie hat einen Siedepunkt von etwa 250 °C und reagiert unter extremer Wärmeentwicklung mit Wasser.

Somit gilt ansich generell:
1) keine Verdünng in heißem Wasser.
2) beim Verdünnen von konz. Schwefelsäure erst das Wasser vorlegen und dann die Säure zugeben.

3) rauchende Schwefelsäure sollte am besten mit halbkonzentrierter Schwefelsäure verdünnt werden (hier auch die verdünnte Säure vorlegen). Die Wämreentwicklung beim Mischen mit Wasser ist selbst bei der richtigen Vorgehensweise so stark, daß es spritzt.
Cyrion ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.05.2007, 10:14   #7   Druckbare Version zeigen
Muzmuz  
Mitglied
Beiträge: 5.976
AW: Warum Vorlage von Wasser bei Säureverdünnung

ein zusätzlicher grund der wasservorlage ist, dass die meisten säuren schwerer sind als wasser
gießt man sie ein, geht die säure schnell zum boden des gefäßes und die reaktion wasser/säure findet im unteren gefäßteil statt
und darüber liegt eine kühlende schicht wasser

macht mans umgekehrt, ist die reagierende grenzschicht nahe der oberfläche, was wiederum leichter zu bösen spritzern führen kann

lg,
Muzmuz
Muzmuz ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 03.05.2007, 12:41   #8   Druckbare Version zeigen
Nobby Männlich
Mitglied
Beiträge: 13.696
AW: Warum Vorlage von Wasser bei Säureverdünnung

Zitat:
Zitat von manu8182 Beitrag anzeigen
Danke erst mal! Aber gibt es nicht einen kurzen Begriff für diesen Vorgang? Muss da ziemlich kurz was zu schreiben!
Ganz kurz: Verdünnung
__________________
Vena lausa moris pax drux bis totis
Nobby ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.05.2007, 15:44   #9   Druckbare Version zeigen
Naitsich Männlich
Mitglied
Beiträge: 100
AW: Warum Vorlage von Wasser bei Säureverdünnung

Zitat:
Zitat von Nobby Beitrag anzeigen
Ganz kurz: Verdünnung
Ich glaube Manu geht es ehr darum, warum es heiß wird. Dass es heiß wird und wie man Säuren verdünnt, weiß er ja. Daher würde ich, wie bereits oben gepostet, sagen die Hydrationsenergie und, wie von Muzmuz erwähnt, die höhere Dichte vieler Säuren sind Grund dafür, warum man es so macht. Das dürften zwei tolle kurze Begriffe sein, die dir helfen sollten.
(Ich geh etz mal davon aus dass des mit der Hydrationsenergie so stimmt, da mir noch keiner widersprochen hat )

lg Naitsich
Naitsich ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2007, 14:22   #10   Druckbare Version zeigen
manu8182 weiblich 
Mitglied
Themenerstellerin
Beiträge: 28
AW: Warum Vorlage von Wasser bei Säureverdünnung

Hallo!
Noch mal danke für die vielen Tipps! Aber ich möchte kurz klarstellen: ICH BIN EINE SIE! Manu von Manuela!
So das wäre geklärrt!
Denke ich werde das mit der Hydratationsenergie erklären.
Danke!
manu8182 ist offline   Mit Zitat antworten
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