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Alt 29.04.2007, 21:32   #1   Druckbare Version zeigen
Maio4c  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 39
Unglücklich Regeln für die Existenz von Oxiden?

Ich bin gerade dabei ein bisschen Struktur in mein Chemiewissen zu bringen.

Gibt es eigentlich irgendwelche Gesetze nach denen man zum Beispiel ableiten kann, welche Oxide die Elemente der z.B. dritten Periode bilden?

Oder muss man tatsächlich für jedes Element die Oxide, die es bildet auswendig lernen?

thx for any help

Florian
Maio4c ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.04.2007, 21:41   #2   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.861
AW: Regeln für die Existenz von Oxiden?

In der 3. Periode ist es doch denkbar einfach, weil alle metallischen Elemente darin (Na, Mg, Al und auch Si) nur in einer Wertigkeitsstufe vorliegen und auch nur ein Oxid bilden können. Bei den Nichtmetallen P,S,Cl wird's dann schwieriger. Es gibt sowohl P2O3 als auch P2O5 und SO2 sowie SO3. P und S bilden also Oxide ihrer beiden gängigen Oxidationszahlen. Und bei Chlor kommt dann plötzlich alles mögliche in Frage

lg
__________________
"Old geochemists never die, they merely reach equilibrium." (Antonio C. Lasaga ?)
ricinus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.04.2007, 22:42   #3   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
AW: Regeln für die Existenz von Oxiden?

Wirklich?

Natrium :

Na2O2 beim Verbrennen an der Luf in Gegenwart von Spuren Feuchtigkeit.

Erhitzt man dieses mit Na entsteht Na2O.

Bei p> 300 at und T > 500°C in Sauerstoffatmosphäre entsteht aus Na2O2 NaO2.
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.04.2007, 07:31   #4   Druckbare Version zeigen
Maio4c  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 39
AW: Regeln für die Existenz von Oxiden?

Tja, genau da liegt mein Problem, sobald ich denke, ich hab ne gängige Regel entdeckt, schlag ich den Riederl auf und der zerstört meine Träume

Gibt es wenigstens Anhaltspunkte, an denen man sich orientieren kann?

Danke
Flo
Maio4c ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.04.2007, 09:33   #5   Druckbare Version zeigen
Tino71 Männlich
Moderator
Beiträge: 6.935
Blog-Einträge: 41
AW: Regeln für die Existenz von Oxiden?

Na2O2 ist doch kein Oxid (O2-), sondern ein Peroxid (O22-). NaO2 ist auch kein Oxid, sondern ein Hyperoxid (O2-).
Das "Wirklich?" von bm würde ich viel eher auf das ominöse Aluminiumsuboxid AlO und das berühmt-berüchtigte SiO beziehen...

Die Regel, daß man sich die gängigsten Oxidationsstufen der Elemente der 3. Periode raussucht und die zugehörigen Oxide hinschreibt, führt schon mal zu 98% der gesuchten Oxide. Die komischen Ausnahmen muß man dann halt eben noch dazulernen, ebenso die weiteren möglichen Sauerstoffverbindungen.
__________________
Vor dem Gesetz sind alle Katzen grau
Tino71 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.04.2007, 16:24   #6   Druckbare Version zeigen
Maio4c  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 39
AW: Regeln für die Existenz von Oxiden?

@Tino

Danke für die Hilfe.

Kannst du mir bitte an einem konkrten Beispiel aus der 3. Periode zeigen, wie ich aus den bevorzugten Oxzahlen die Existenz und Stöchiometrie der dazugehörogen Oxide herausfinde?

Ich steh im Moment ein bisschen auf dem Schlauch.

Vielen, vielen Dank

Florian
Maio4c ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.04.2007, 16:43   #7   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Regeln für die Existenz von Oxiden?

Das sollte mit Kopfrechnen zu bewerkstelligen sein.

Die Oxidationsstufe von Sauerstoff in einem Oxid ist -2.
Die Verbindung muss elektrisch neutral sein.

Das heißt z. B. für Aluminiumoxid:

Aluminium hat die Oxidationsstufe +3
Sauerstoff die Oxidationsstufe -2

Es braucht 2 Al3+ Ionen (Ladung: +6) und drei Sauerstoffionen (Ladung: -6) damit die Verbindung neutral ist.
In diesem Fall als das kgV aus 2 und 3.

Bei Siliziumdioxid landet man zunächst bei Si2O4, das ist aber noch kürzbar...
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Alt 30.04.2007, 16:51   #8   Druckbare Version zeigen
Tino71 Männlich
Moderator
Beiträge: 6.935
Blog-Einträge: 41
AW: Regeln für die Existenz von Oxiden?

Zitat:
Zitat von Maio4c Beitrag anzeigen
Kannst du mir bitte an einem konkrten Beispiel aus der 3. Periode zeigen, wie ich aus den bevorzugten Oxzahlen die Existenz und Stöchiometrie der dazugehörigen Oxide herausfinde?
Da ist nix Kompliziertes dran. Nehmen wir mal einfach den Schwefel. Was hat der so gerne für Oxidationszahlen?

Na zum Beispiel -II, weil der dann eine volle Edelgasschale hat. Da wir aber eine negative Oxidationszahl nicht brauchen können, wenn wir ein Oxid bauen wollen (der Sauerstoff im Oxidion hat ja die Oxidationsstufe -II, das andere Element braucht also eine positive Oxidationszahl), fällt diese häufige Oxidationsstufe des Schwefels schonmal weg.

Dann hätten wir noch +VI im Angebot - auch so erreicht der Schwefel ja Edelgaskonfiguration. Wieviele Oxidionen braucht man, damit ein Oxid, das ingesamt keine Ladung tragen darf, entsteht? --> Richtig, drei. Damit heißt das Schwefel(VI)-oxid SO3.

Und außerdem ist auch die Oxidationsstufe +IV beim Schwefel recht beliebt. Dann hat er nämlich eine leere p-Schale, aber noch eine volle s-Schale. Auch sowas ist stabil. Um zu einem ungeladenen Oxid zu kommen, braucht man zwei Oxidionen, und die Summenformel des Schwefel(IV)-oxids heißt damit SO2.

Genauso kommt man auch auf die anderen Oxide der 3. Periode (mit Ausnahme der heute noch nicht wirklich verstandenen, von mir oben genannten komischen Dinger). Ein bißchen auswendig lernen muß man eigentlich nur die Oxide des Chlors: es gibt von Chlor die positiven Oxidationsstufen +I (--> Cl2O), +III (dazu gibts anscheinend kein freies Oxid, aber die chlorige Säure HClO2, deren Anhydrid Cl2O3 nur auf dem Papier existiert), +IV (hier gibts tatsächlich das passende Oxid: ClO2), +V (leere p-Schale aber volle s-Schale, also zu verstehen. Hier gibts wieder nur die Chlorsäure HClO3, nicht aber deren hypothetisches Anhydrid Cl2O5), +VI (Cl2O6 existiert) und +VII (wieder eine Edelgaskonfiguration und somit logisch, es existiert das Oxid Cl2O7).
__________________
Vor dem Gesetz sind alle Katzen grau
Tino71 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.04.2007, 17:01   #9   Druckbare Version zeigen
Maio4c  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 39
AW: Regeln für die Existenz von Oxiden?

Moment, wenn ich der Logik folge und das mit Silicium mache,

dann gehe ich so vor:

eine denkbar bevorzugte Ox-Stufe für Si wäre zum +4 --> Erreichen der Neon Edelgasschale.

Also komme ich so auf SiO2

eine weitere denkbare Ox-Stufe für Si wäre +2 --> vollbesetzte 2s Schale -->

SiO

stimmt das so?
Kann ich so anlog auch mit den Elementen der 2. Periode bzw. 4.Periode verfahren oder muss ich da Besonderheiten beachten?

PS:
Warum ist laut Tino dann aber Si2O4 ein typisches Oxid des Siliciums? Das ist doch eigentlich nichts anderes wie SiO2, nur mal 2 genommen?


Nochmal vielen Dank, ich hab das bisher immer nur so zu 80% verstanden und will es endlich mal 100% kapieren

Gruß
Florian
Maio4c ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 30.04.2007, 18:22   #10   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Regeln für die Existenz von Oxiden?

Zitat:
Zitat von DerTonLebt Beitrag anzeigen
Bei Siliziumdioxid landet man zunächst bei Si2O[sub]4[/sub
Wirklich?


Zitat:
Zitat von Maio4c
Warum ist laut Tino dann aber Si2O4 ein typisches Oxid des Siliciums?
Tino hat das nicht gesagt, nichtmal was Ähnliches...

Gruß,
Franz
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FK ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.04.2007, 20:17   #11   Druckbare Version zeigen
baltic Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.468
AW: Regeln für die Existenz von Oxiden?

DerTonLebt hat so etwas gesagt:

Zitat:
Zitat von DerTonLebt Beitrag anzeigen
Bei Siliziumdioxid landet man zunächst bei Si2O4, das ist aber noch kürzbar...
Allerdings ist auch in dieser Aussage von vornherein enthalten, dass Si2O4 nur ein formal richtiges Zwischenergebnis darstellt, das man erhält, wenn man step by step die Formel herleitet und nicht von Si(IV) sondern von O(-II) ausgeht.
Gekürzt gibt das sehr richtig SiO2.
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