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Alt 29.04.2007, 00:42   #1   Druckbare Version zeigen
Ben90lD Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 15
Frage zu einer Redoxreaktion in wässriger Lösung

Hallo Leute !

Ich habe momentane Probleme mit ein paar Beispielen zu Redoxreaktionen ...

Eine Aufgabe wäre z.B.

1. Kaliumbromid+Chlor
2KBr + Cl2 --> 2KCl + Br2
2. Kaliumiodod+Brom
2KJ + Cl2 --> 2KCl + J2

Mein Problem ist jetzt aber, wie man darauf denn jetzt wirklich kommt. Warum bindet sich nicht bei 1. das Brom mit dem Chlor

Mir persönlich würde da einfach nur die Oktett Regel einfallen. Kalium reagiert mit Chlor, weil beide damit ihre Oktettregel erfüllen. Aber warum bindet sich dann Brom mit Brom ? Dadurch wird die Oktett Regel doch nicht erfüllt.

Also irgendwie steh ich ziemlich auf dem Schlauch ... ist wohl ein bisschen zum spät zum lernen
Ben90lD ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 29.04.2007, 02:03   #2   Druckbare Version zeigen
Amantadin  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Frage zu einer Redoxreaktion in wässriger Lösung

Hallo,

lass bei deinen Überlegungen das Kation einfach erstmal außer Acht, das verändert sich nicht in der Reaktion, es bekommt nur ein anderes Anion als Partner.

Die Oktettregel ist in allen Fällen erfüllt, einmal erreicht durch kovalente Bindung im Molekül, einmal durch durch Elektronenabgabe/-aufnahme, d.h. Salzbildung

Guck dir die elektrochemische Spannungsreihe an und finde heraus, was Oxidatonsmittel, was Reduktionsmittel ist(und warum)und wohin die Elektronen wandern.

Überlege auch mal, was wohl passiert,wenn du Bromid und Jod hast oder Brom und Jodid- eine der beiden Reaktionen funktioniert.

Gruß
Andreas
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Alt 29.04.2007, 21:22   #3   Druckbare Version zeigen
Ben90lD Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 15
AW: Frage zu einer Redoxreaktion in wässriger Lösung

was ist denn die elektrochemische Spannungsreihe ... sowas hatten wir noch nicht, ich bin erst in der 11.Klasse

Ich weiß irgendwie nicht früher habe ich das ganze immer total schnell verstandne und mir einfach immer mit den Oktettregeln erklärt, jetzt geht da garnichts mehr ....

Also wie finde ich das denn jetzt heraus, hilft da nur die elektrochemische Spannungsreihe ?
Ben90lD ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.04.2007, 21:45   #4   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
AW: Frage zu einer Redoxreaktion in wässriger Lösung

Was ist denn in der Reihe Cl, Br, I elektronegtiver, hätte also gerne mehr Elektronen?
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.04.2007, 21:45   #5   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Frage zu einer Redoxreaktion in wässriger Lösung

Wenn ihr noch keine Spannungsreihe gesehen habt, dann stell dir einfach vor, dass die "Oxidationskraft" oder "Oxidationsstärke" von Cl2 nach I2 (also von oben nach unten in der Gruppe) abnimmt. Da Cl2 mithin ein stärkeres Oxidationsmittel als Br2 ist, oxidiert es Bromidionen zu Brom und wird so selbst zu Chlorid reduziert. Ein Chloratom hat ein grösseres Bestreben, ein Elektron an sich zu binden als ein Bromatom - nur für den Fall dass du dir nichts unter "Oxidationsstärke" vorstellen kannst.

lg
__________________
"Old geochemists never die, they merely reach equilibrium." (Antonio C. Lasaga ?)
ricinus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.04.2007, 22:17   #6   Druckbare Version zeigen
Ben90lD Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 15
AW: Frage zu einer Redoxreaktion in wässriger Lösung

Hallo Leute !

Also erstmal ist mir gerade aufgefallen, das ich bei "Kaliumiodid+Brom" die Reaktion total falsch aufgeschrieben habe ...

Also kann ich mir das ganze im Prinzip mit dem EN-Wert erklären?

Nehmen wir mal das erste Beispiel ...

Kaliumbromid+Chlor reagiert zu Kaliumchlorid + Brom

Chlor wird demnach reduziert und Brom wird oxidiert.
Das geschieht, weil das Chlor eine größere Oxidationsstärke hat als Brom.

Aber wieder meine Frage. Wenn ich nur "Kaliumbromid+Chlor" als eine Aufgabe stehen habe und ich selber rausfinden soll, wie diese miteinander reagieren, woher weiß ich denn dann das die Produkte entstehen, es kann doch eigentlich genauso gut Chlor mit Brom reagieren (Chlor hat doch auch eine höhere Oxidationszahl als Brom)

Ohje ich weiß nicht vielleicht muss ich mich einfach nochmal lange und ausführlich mit dem Thema beschäftigen ... ist nur ein bisschen frustrierend das ich auf einmal garnichts mehr verstehe.
Ben90lD ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.04.2007, 22:22   #7   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
AW: Frage zu einer Redoxreaktion in wässriger Lösung

Ordne mal Deine Gedanken.
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.05.2007, 22:32   #8   Druckbare Version zeigen
Ben90lD Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 15
AW: Frage zu einer Redoxreaktion in wässriger Lösung

Ok ich habe mir das alles nochmal in Ruhe angeguckt und verstehe die Reaktion selbst nun viel besser.

Trotzdem ist es mir immernoch nicht ganz schlüssig, woher man eben genau weiß, dass Chlor Elektronen abgibt.
Ich habe eine "Erweiterte Redoxreihe" in einem Buch gefunden und in der ist Chlor ganz unten, also bei der Stelle neben der steht "Oxidationsvermögen nimmt zu". Das bedeutet doch, das Chlor gerne Elektronen abgibt, oder ?
Chlor ist außerdem in der Reihe weiter unten als Brom. Aber wenn Chlor nun Elektronen an das negativ geladene Brom in "KBr" abgibt, wird Brom doch dadurch nicht neutral ...

Ich kann das irgendwie alles nicht mehr nachvollziehen, ich könnte einfach in der Klausur selbst nicht darauf kommen.


Was kommt denn dann bei

Kaliumiodod+Brom heraus ?

Ich schildere mal wie ich jetzt vorgehen würde : Brom ist in der Redoxreihe "weiter unten", gibt also gerne Elektronen ab. Diese würde es dann doch eigentlich an Kalium abgeben, weil das gerne ein Elektron hätte um wieder in den Normalzustand zu kommen.
Jetzt würde ich aber nicht wissen, warum Brom Elektronen abgibt, das ist doch garnicht in seinem Interesse.

Über Antworten würde ich mich sehr freuen, das Thema wird mir irgendwie zuviel auf einmal :/
Ben90lD ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.05.2007, 23:44   #9   Druckbare Version zeigen
baltic Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.468
AW: Frage zu einer Redoxreaktion in wässriger Lösung

Zitat:
Zitat von Ben90lD Beitrag anzeigen
Ich habe eine "Erweiterte Redoxreihe" in einem Buch gefunden und in der ist Chlor ganz unten, also bei der Stelle neben der steht "Oxidationsvermögen nimmt zu". Das bedeutet doch, das Chlor gerne Elektronen abgibt, oder ?
Nein! Das heißt es genau nicht!
Starkes Oxidationsvermögen bedeutet, dass es gerne andere Stoffe oxidiert, also andere Stoffe dazu bringt, Elektronen abzugeben (die das Chlor dann bekommt, also zu Cl- wird)!
Ein starkes OXIDATIONSMITTEL, lässt sich selbst gerne REDUZIEREN, und OXIDIERT dabei andere!!

Zitat:
Zitat von Ben90lD Beitrag anzeigen
Chlor ist außerdem in der Reihe weiter unten als Brom. Aber wenn Chlor nun Elektronen an das negativ geladene Brom in "KBr" abgibt, wird Brom doch dadurch nicht neutral ...
Das tut es auch nicht, mit gleicher Begründung!
Chlor OXIDIERT das Br- (=das Bromid gibt Elektronen ab); es entsteht dabei Br2 und Cl-!

Zitat:
Zitat von Ben90lD Beitrag anzeigen
Was kommt denn dann bei

Kaliumiodod+Brom heraus ?
Das kannst du jetzt hoffentlich, nachdem die Steine aus dem Weg geräumt sind, selbst beantworten

Der Rest deines Posts ist wirr und falsch. Da das aber alles vom gleichen grundsätzlichen Missverständnis herrührt, wird das wohl schnell behoben sein!!

lg, baltic
baltic ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.05.2007, 13:20   #10   Druckbare Version zeigen
Ben90lD Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 15
AW: Frage zu einer Redoxreaktion in wässriger Lösung

Juhu ich glaube ich habe es verstanden Jedenfalls teilweise.
Erstmal ein riesen Kompliment, ich finde es super hilfreich wie ihr erklärt! Danke dafür schonmal.

Die Aufgabe habe ich mir jetzt so gelöst :

Kaliumiodid + Brom -> Kaliumbromid + Iod

2KI + Br2 -> 2KBr + I2

Br: 0 -> -I reduziert/ Oxidationsmittel
I : -I -> 0 oxidiert / Reduktionsmittel

Und das geschieht doch nur, weil Brom ein stärkeres Oxidationsmittel ist als Iod. Brom entzieht dem Iod ein Elektron und erfüllt dadurch seine Oktettregel (in dem Fall stimmt es sogar).

1. Stimmt das erstmal so ?
2. Wie würde denn das hier aussehen :

Kaliumbromid + Iod

Hier dürfte doch eigentlich nichts passieren, Iod ist nicht "stark genug" um Brom zu oxidieren.


Ich hoffe mal das stimmt bis jetzt, dann verstehe ich das schonmal viel besser.
Ben90lD ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.05.2007, 14:40   #11   Druckbare Version zeigen
baltic Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.468
AW: Frage zu einer Redoxreaktion in wässriger Lösung

Zitat:
Kaliumbromid + Iod

Hier dürfte doch eigentlich nichts passieren, Iod ist nicht "stark genug" um Brom zu oxidieren.
Stimmt genau!
baltic ist offline   Mit Zitat antworten
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