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Alt 27.03.2007, 20:27   #1   Druckbare Version zeigen
Arsin  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 578
Komplexeigenschaften von Hauptgruppenmetalle (Stabilität Cyano und Amminkomplexe)?

Huhu, ich bearbeite gerade folgende Frage:

Warum sind CN- und NH3 für Hauptgruppenmetalle weniger gute Liganden als für Übergangsmetalle?

Und bin grad recht unzufrieden mit meiner Antwort:

Habe mir gedacht, man könne es, in diesem Fall mit der allgemeinen Komplexierungsverhalten der Hauptgruppenelemente begründen.
Diese sind ja relativ schwach geladen und können starke Liganden wie Ammoniak oder Cyanid kaum polarisieren, wodurch natürlich die Komplexe nicht existent sind.
Ausserdem haben die Hauptgruppenmetalle ja schon "18 Elektronen" also Edelgascharakter, während die Nebengruppenelemente diese nicht haben und es deren bestreben ist diesen Zustand möglichst zu erreichen (bzw. die höchste Ligandenfeldstabilisierungsenergie sonst zu erreichen). Cyanid und Ammoniak bewirken als Liganden, dass diese unter umständen erreicht werden.
Ist das so in etwa korrekt, oder kann man auch mit der Ligandenfeldtheorie argumentieren?

Danke schonmal
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Alt 27.03.2007, 20:37   #2   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.861
AW: Komplexeigenschaften von Hauptgruppenmetalle (STabilität Cyano und Amminkomplexe)

Ich denke, die landläufige Erklärung beruht darauf, dass Übergangsmetalle über die recht diffusen d-Orbitale verfügen, welche mit den Ligandenorbitalen wechselwirken können (z.B. sehr gut Elektronendichte seitens eines Liganden aufnehmen oder eigene Elektronendichte in leere, antibindende Ligandenorbitale hinein verschieben können [wie im Falle der synergischen Bindung])

lg
__________________
"Old geochemists never die, they merely reach equilibrium." (Antonio C. Lasaga ?)
ricinus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.03.2007, 20:47   #3   Druckbare Version zeigen
Arsin  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 578
AW: Komplexeigenschaften von Hauptgruppenmetalle (STabilität Cyano und Amminkomplexe)

Zitat:
Zitat von ricinus Beitrag anzeigen
Ich denke, die landläufige Erklärung beruht darauf, dass Übergangsmetalle über die recht diffusen d-Orbitale verfügen, welche mit den Ligandenorbitalen wechselwirken können (z.B. sehr gut Elektronendichte seitens eines Liganden aufnehmen oder eigene Elektronendichte in leere, antibindende Ligandenorbitale hinein verschieben können [wie im Falle der synergischen Bindung])

lg
Ja, daran dachte ich auch schon, aber die sache ist ja die, dass Aluminium, welches jetzt nicht wie die D-block elemente d-orbitale haben, die an koordinativen bingen sich beteiligen können, trotzdem z.b. einen [AlF6]3- - Komplex bilden.
Wie erkläre ich mir also das dann?

€dit: oder z.b. Sr, Rb, Tl, oder die schwereren Homologen. Diese haben z.b. D-orbitale.
ABer wieso können sie trotzdem keine Ammin- oder cyanokomplexe bilden? Hängt das mit der Ladungsdichte, oder mit dem Säurebaseverhalten nach Pearson zusammen?

Ich mein, Aquakomplexe könne sie doch auch bilden.

Geändert von Arsin (27.03.2007 um 21:03 Uhr)
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Alt 27.03.2007, 21:38   #4   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Komplexeigenschaften von Hauptgruppenmetalle (Stabilität Cyano und Amminkomplexe)

Ja, erklärs mit dem HSAB-Prinzip...
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Alt 27.03.2007, 22:02   #5   Druckbare Version zeigen
Arsin  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 578
AW: Komplexeigenschaften von Hauptgruppenmetalle (Stabilität Cyano und Amminkomplexe)

Aber was wäre nun eine wirklich exakte Erklärung, die ich auch schriftlich zurechtmachen Könnte?
Bräuchte das !
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Alt 27.03.2007, 22:11   #6   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.861
AW: Komplexeigenschaften von Hauptgruppenmetalle (STabilität Cyano und Amminkomplexe)

Zitat:
Zitat von Arsin Beitrag anzeigen
Ja, daran dachte ich auch schon, aber die sache ist ja die, dass Aluminium, welches jetzt nicht wie die D-block elemente d-orbitale haben, die an koordinativen bingen sich beteiligen können, trotzdem z.b. einen [AlF6]3- - Komplex bilden.
Wie erkläre ich mir also das dann?
Al3+ und F- sind beides äusserst harte Ionen, die Stabilität des Hexafluorokomplexes und die starken Akzeptoreigenschaften des Aluminiums sind afaik vor allem elektrostatischer Natur.
Zitat:
€dit: oder z.b. Sr, Rb, Tl, oder die schwereren Homologen. Diese haben z.b. D-orbitale.
ABer wieso können sie trotzdem keine Ammin- oder cyanokomplexe bilden? Hängt das mit der Ladungsdichte, oder mit dem Säurebaseverhalten nach Pearson zusammen?
Diese Hauptgruppenelemente haben natürlich auch d-Orbitale, aber sie sind entweder ganz gefüllt und liegen energetisch viel zu tief und die nächsten freien d-Orbitale liegen energetisch zu hoch. Ich sehe das Ausbleiben solcher Komplexe als eine Fehlanpassung der d-Orbitalenergie an die Energie der Ligandenorbitale.
Zitat:
Ich mein, Aquakomplexe könne sie doch auch bilden.
Ja schon, aber über deren Stabilität ist nichts gewusst (bzw kann ich nichts in Erfahrung bringen). Diese Komplexe könnten äusserst instabil sein, werden aber infolge des grossen Ligandenüberschusses dennoch gebildet (Verschiebung des Gleichgewichtes). Ich nehme doch mal an, dass z.B. Natriumionen in flüssigem Ammoniak auch irgendwie von Ammoniakmolekülen koordiniert sind, ganz einfach weil nichts anderes da ist.

lg
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ricinus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.03.2007, 22:51   #7   Druckbare Version zeigen
Arsin  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 578
AW: Komplexeigenschaften von Hauptgruppenmetalle (Stabilität Cyano und Amminkomplexe)

Danke @ ricinus

Denke ich werde was brauchbares daraus basteln können. oder hast du vllt. eine Idee wie ich das kurz und prägnant formulieren kann?
So wie du es vllt. vorher gesagt, hast?
D.h. dass die Übergangsmetalle eben über d-Orbitale verfügen, die anders als die der Hauptgruppenelemente mit Liganden wechselwirken können?
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