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Alt 08.03.2007, 22:06   #1   Druckbare Version zeigen
Fernandotorres Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 26
Stofftrennung

Da ich noch ein ziemlicher Anfänger bin und gerade den Mortimer durchrackere, und die Atomtheorie und die Stöchiometrie einfach finde, nicht aber die Stofftrennung bsw die theoretischen Verfahren habe ich eine Frage.

Es gibt ja verschiedenste Verfahren und homogene Gemische müssen ja zuerst in heterogene zerlegt werden. Es ist mir auch klar, dass man eigentlich verschiedene Verfahren verwenden kann.

Allerdings was um Himmels willen soll Kristallisieren bedeuten? DA steht um gelöste Stoffe können durch Kristallisation ausgeschieden werden, indem ich die Löslichkeit vermindere oder eine weitere Flüssigkeit zuführe, wo der eine SToff schwächer löslich ist.

Aber da kann ich ja den anderen Stoff sage ich mal gleich verdampfen lassen, wenn der einen niedrigeren Siedepunkt hat oder?

Was ich auch nicht verstehe ganz ist die Chromotographie. Die kann nur zwischen festen und flüssigen Stoffen verwendet werden oder? Geschehen tut das ganze durch die Haftfähigkeit oder? und wer stärker an der Feststoffoberfläche haftet, der bleibt zurück oder? Bitte um Hilfe bei den zwei Fragen oder praktische Erklärungsbeispiele, damit ich das verstehe.

Warum wird überhaupt sedimentiert, wenn das SChwerkraftverfahren so langsam geht, wenn Zentrifugieren viel schneller ist?
Fernandotorres ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.03.2007, 22:15   #2   Druckbare Version zeigen
kaliumcyanid Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.824
AW: Stofftrennung

Zitat:
Allerdings was um Himmels willen soll Kristallisieren bedeuten?
Das, was das Wort in sich bedeutet. Du lässt die Substanz auskristallisieren. Siehe auch Umkristallisation. Das hab ich mal hier erklärt:
http://www.chemieonline.de/forum/showpost.php?p=587830&postcount=9

Zitat:
Aber da kann ich ja den anderen Stoff sage ich mal gleich verdampfen lassen, wenn der einen niedrigeren Siedepunkt hat oder?
Lösungsmittel weg, Konzentration steigt....

Chromatographie basiert auf Wechselwirkung mit den zu trennenden Stoffen und Eluenten (mobile Phase) zu stationärer Phase (z.B. Säule, DC-Platte).
http://de.wikipedia.org/wiki/Chromatographie
kaliumcyanid ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.03.2007, 22:24   #3   Druckbare Version zeigen
Allchemist Männlich
Mitglied
Beiträge: 2.129
AW: Stofftrennung

Zitat:
Zitat von Fernandotorres Beitrag anzeigen
Da ich noch ein ziemlicher Anfänger bin und gerade den Mortimer durchrackere, und die Atomtheorie und die Stöchiometrie einfach finde, nicht aber die Stofftrennung bsw die theoretischen Verfahren habe ich eine Frage.

Es gibt ja verschiedenste Verfahren und homogene Gemische müssen ja zuerst in heterogene zerlegt werden. Es ist mir auch klar, dass man eigentlich verschiedene Verfahren verwenden kann.

Allerdings was um Himmels willen soll Kristallisieren bedeuten? DA steht um gelöste Stoffe können durch Kristallisation ausgeschieden werden, indem ich die Löslichkeit vermindere oder eine weitere Flüssigkeit zuführe, wo der eine SToff schwächer löslich ist.?
Die Trennung durch Kristallisation mach dort Sinn, wo ein Gemisch aus Feststoffen unterschiedlicher Löslichkeit vorliegt.
Angenommen Du hast ein Reaktionsgemisch vorliegen, dass aus Ethanol (als Lösungsmittel) und zwei Ethanollöslichen Feststoffen besteht. Einer der Feststoffe sie wasserunlöslich.
Jetzt könntest Du Die Temperatur absenken bis der Stoff, der temperaturabhängig die schlechtere Löslichkeit in Ethanol hat, auskristallisiert, oder Wasser zusetzen um den wasserunlöslichen Stoff zu fällen.

Zitat:
Zitat von Fernandotorres Beitrag anzeigen
Aber da kann ich ja den anderen Stoff sage ich mal gleich verdampfen lassen, wenn der einen niedrigeren Siedepunkt hat oder?
Das geht natürlich- aber eben nur bei unterschiedlichen Siedepunkten. Bzw. wenn der Siedepunk nicht höher liegt als die Zersetzungstemperatur.

Zitat:
Zitat von Fernandotorres Beitrag anzeigen
Was ich auch nicht verstehe ganz ist die Chromotographie. Die kann nur zwischen festen und flüssigen Stoffen verwendet werden oder? Geschehen tut das ganze durch die Haftfähigkeit oder? und wer stärker an der Feststoffoberfläche haftet, der bleibt zurück oder? Bitte um Hilfe bei den zwei Fragen oder praktische Erklärungsbeispiele, damit ich das verstehe.
Es gibt auch Gaschromatographie bzw. Flüssig-Flüssigchromatographie

Zitat:
Zitat von Fernandotorres Beitrag anzeigen
Warum wird überhaupt sedimentiert, wenn das SChwerkraftverfahren so langsam geht, wenn Zentrifugieren viel schneller ist?
Denk mal an Energie und Investitionsaufwand.
Wenn man zB. In einem Batchprozess für die Trennung sehr viel Zeit hat, beispielweise weil die Reaktionszeit größer ist als die Absetzzeit, warum soll man dann ne halbe Million Euro für ne Zentrifuge augeben, wenn es ein Absetzbehälter für 20 000 Euronen auch tut ?


Grüße Allchemist
Allchemist ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.03.2007, 22:35   #4   Druckbare Version zeigen
Fernandotorres Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 26
Daumen hoch AW: Stofftrennung

Danke dass ist echt ein Superforum, man hat auch mit Anfängern echt Geduld!! Respekt!

Dank der guten Erklärungen habe ich vor allem die Kristallisation jetzt recht gut verstanden, was mir natürlich auch sehr logisch erscheint, jeder feste Stoff hat natürlich einen unterschiedlichen Schmelzpunkt, klar dass ich da die Temperatur absenken kann.

Das Zentrifugiermaschinen so teuer sind, habe ich mir nicht erwartet, an das habe ich zb auch nicht gedacht, wie im ganzen Leben eine Kostenfrage.

Allerdings hänge ich immer noch an der Chromotographie, trotz dessen ich den Beitrag gelesen habe in Wikipedia. Im Prinzip geht es da ja nur um das Hängenbleiben der Stoffe, welche sich in unterschiedlicher Entfernung sage ich jetzt mal im Rohr dann befinden und eine Flüssigkeit durchgespült wird, wo die Stoffe mitgenommen werden, bis sie sich irgendwo festsetzen oder? Wie zb Sand sich weiter vorne im Fluss festsetzt und größere Steine weiter hinten im Flussbett oder?
Fernandotorres ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.03.2007, 23:02   #5   Druckbare Version zeigen
Paleiko Männlich
Mitglied
Beiträge: 2.210
AW: Stofftrennung

Vergleich es mal mit Kindern und Erwachsenen in einer Menschenmenge. Die kleinen Kinder können sich gut durchquetschen, die Erwachsenen sind (größenbedingt) langsamer. Aber irgendwann kommen auch sie ans Ziel - sprich: Unten aus der Chromatographiesäule

Allerdings ist nicht die Größe entscheidend (die spielt nur zum Teil eine Rolle), sondern eher die Löslichkeit in der mobilen und die Adsorption an der festen Phase. Das ist hauptsächlich eine Frage der Polaritäten. Die Stoffe stehen in einem Gleichgewicht:

Substanz A (gelöst) <---> Substanz A (adsorbiert)

Substanz B (gelöst) <---> Substanz B (adsorbiert)

Die Gleichgewichte sind dynamisch und reagieren hin und her, es pendelt sich jedoch im Laufe der Zeit ein gewisser Gleichgewichtszustand (also eine konstante Verteilung) ein. Liegt das Gleichgewicht eher links, wird die Substanz schnell durchgespült. Liegt es eher rechts, wird sie länger brauchen. Es kommt auf's Verhalten im zeitlichen Mittel an.
Paleiko ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.03.2007, 23:39   #6   Druckbare Version zeigen
kaliumcyanid Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.824
AW: Stofftrennung

ad Chromatographie:

Ich hab das mal so erklärt:
Die stationäre Phase ist eine Gruppen von netten Leuten. Wenn ich auf diese stationäre Phase jetzt liebe Leute (= Substanz in mobiler Phase) loslasse, dann mögen die sich alle und entsprechend lange dauert es, weil nett <=> lieb zusammenpasst. Die Netten sagen dann zu den Lieben: "Ihr könnt ruhig ein Weilchen dableiben, wir kommem mit euch super aus".
Nimmt man jetzt aber böse Leute, ist die Sache ganz schnell vorbei, denn nett <=> böse stößt sich ab. Die netten Leute sagen dann: "Ihr seid böse, euch wollen wir nicht! Raus!"

Fazit: Früher oder später kommen alle raus, egal ob lieb oder böse, es dauert nur entsprechend
kaliumcyanid ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.03.2007, 02:38   #7   Druckbare Version zeigen
Paleiko Männlich
Mitglied
Beiträge: 2.210
AW: Stofftrennung

Abstoßen ist bei Lösungsvorgängen IMO so eine Sache. Ich würde es eher so sehen, dass eine Wechselwirkung einfach deutlich günstiger ist als die andere. Aber ansonsten kein schlechtes Bild.
Paleiko ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.03.2007, 18:19   #8   Druckbare Version zeigen
Yttrium-39 Männlich
Mitglied
Beiträge: 39
AW: Stofftrennung

Mir hats mans mal so erklärt:

Wir nehmen ein Schiffchen mit Biertrinkern und Weintrinkern.

Wenn die Schiffchen den Rhein runterfährt, kommen die Weintrinkern früher an, weil die Biertrinker das gute Bier genießen.

Wenn die Schiffchen allerdings die Mosel runter fahren, kommen die Biertrinker zuerst an.


Auf die Chemie übertragen bedeutet dies (wie schon gesagt), dass der Stoff, der mit dem Feststoff (also der Röhre) kompatibler ist, länger braucht als der Stoff, der eher mit dem Lösemittel kompatibel ist.
__________________
Eine chemische Lösung ist klar.
Yttrium-39 ist offline   Mit Zitat antworten
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