Allgemeine Chemie
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Alt 03.06.2002, 21:41   #1   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Wie funktioniert das Indikatorpapier?

Hey!
Wie funktioniert das Indikatorpapier, wenn ich z.B. einen HCl Dampf habe der auf ein nasses Indikatorpapier trifft??

Bitte falls möglich ne Strukturformel und ne kurze erklärung! weiß nicht wie das noch mal genau geht!
cu, sufix
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Alt 03.06.2002, 22:15   #2   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
Indikatoren sind relativ

kompliziert gebaute organische Moleküle, Säuren oder Basen. Und bei Abgabe (bzw. Aufnahme) von Protonen wird das pi-Elektronensystem verändert, so dass ein Farbwechsel auftritt.

Reicht das?
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.06.2002, 13:49   #3   Druckbare Version zeigen
Biohazard Männlich
Mitglied
Beiträge: 553
@sufix:
Kennst du dich ein wenig mit dem Aufbau von Farbstoffen aus?

Ich erlaube mir mal, ein wenig über Farbstoffe zu erzählen und hoffe, das hilft dir weiter. Leider kann ich keine Strukturformeln zur Verfügung stellen.

Wie bm schon sagte, gibt es einen Farbwechsel, da sich das pi-Elektronensystem infolge einer Säure-Basen-Reaktion ändert (es wird entweder verstärkt oder verkürzt).

Die Farbigkeit eines Farbstoffes (ein solcher Indikator ist im Grunde nichts anderes) hängt von der Fähigkeit seiner Moleküle ab, sichtbares Licht zu absorbieren.
Diese Fähigkeit beruht auf der Existenz eines Systems von konjugierten, delokalisierten pi-Elektronen. Diesen Teil des Moleküls nennt man Chromophor. Weitere Gruppen im Molekül, die ein freies Elektronenpaar dem System zur Verfügung stellen können, nennt man auxochrome Gruppen; solche, die Elektronen aufnehmen können, antiauxochrome Gruppen.
Verstärken solche Gruppen die Absorptionsfähigkeit des Systems, nennt man das "bathochromer Effekt". Tritt dieser auf, kann der Farbstoff bereits in längerwelligerem (energieärmeren) Spektrum absorbieren.

Die Säure (Base) verändert nun das Verhalten des Farbstoffes durch Protonenübergänge an den (anti-)auxochromen Gruppen, indem sie die Fähigkeit dieser Gruppe, Elektronen zur Verfügung zu stellen (bzw. aufzunehmen), aufhebt.
Dadurch ändert sich der Bereich des absorbierten Lichtspektrums und der Farbstoff erhält eine andere Farbe oder wird evtl. farblos. (Farblos dann, wenn das Absorptionsspektrum ausserhalb des für den Menschen sichtbaren Bereichs liegt)

Alle Klarheiten beseitigt?
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Biohazard ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.06.2002, 14:33   #4   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
http://people.freenet.de/muellerb4/Phenolphthalein.pdf
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.06.2002, 18:33   #5   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
Zitat:
Originalnachricht erstellt von Biohazard

Verstärken solche Gruppen die Absorptionsfähigkeit des Systems, nennt man das "bathochromer Effekt".
Wird im deprotonierten Zustand tatsächlich mehr licht absorbiert oder war hier nur eine Absorptionsverstärkung für das sichtbare spektrum gemeint ?




Weiss jemand vielleicht wieviele verschiedene Farbindikatoren das Universalindikatorpapier enthält ?
Da wurde bestimmt lange getestet bevor man die richtigen gefunden hatte
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Alt 06.06.2002, 18:38   #6   Druckbare Version zeigen
crazy_budgie weiblich 
Mitglied
Beiträge: 471
Ich hab in der Schule gelernt, dass Indikatoren schwache organische Säuren sind und deshalb in saurer Lösung als Säure vorliegen, in alkalischer liegt das Anion vor, das dann eine andere farbe hätte wie das Säuremolekül. Ist das jetzt das gleiche, was ihr oben erklärt habt, nur laienhaft ausgedrückt, oder handelt es sich dabei um was anderes?

MfG CB
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Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. Antoine de Saint-Exupéry
crazy_budgie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.06.2002, 18:39   #7   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
Bathochrome Gruppen (z.B. -NH2) erleichtern die Elektronenanregung im Molekül. Das bedeutet, dass <font class="serif">&Delta;</font>E kleiner wird. Deswegen wird die Absorptionsbande zum langwelligen Bereich verschoben.
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Alt 06.06.2002, 18:49   #8   Druckbare Version zeigen
upsidedown Männlich
Moderator
Beiträge: 7.640
Zitat:
Originalnachricht erstellt von crazy_budgie
Ich hab in der Schule gelernt, dass Indikatoren schwache organische Säuren sind und deshalb in saurer Lösung als Säure vorliegen, in alkalischer liegt das Anion vor, das dann eine andere farbe hätte wie das Säuremolekül. Ist das jetzt das gleiche, was ihr oben erklärt habt, nur laienhaft ausgedrückt, oder handelt es sich dabei um was anderes?

MfG CB
Ist das gleiche - blos noch ne Handvoll Begründung für die Farbigkeit von organischen Stoffen und wie man diese beeinflussen kann untergerührt.

Gruß,
UpsideDown
upsidedown ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 06.06.2002, 18:52   #9   Druckbare Version zeigen
crazy_budgie weiblich 
Mitglied
Beiträge: 471
Aha. Na, da bin ich ja schwer beruhigt, dass wir nicht nur Quatsch lernen

MfG CB
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crazy_budgie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.06.2002, 23:08   #10   Druckbare Version zeigen
Biohazard Männlich
Mitglied
Beiträge: 553
Zitat:
Originalnachricht erstellt von AV
Wird im deprotonierten Zustand tatsächlich mehr licht absorbiert oder war hier nur eine Absorptionsverstärkung für das sichtbare spektrum gemeint ?
Ich bin mir nicht sicher, ob ich deine Frage richtig verstehe, aber ich versuche es einfach mal. Soweit ich weiß wird, wie LotS sagte, der für die Elektronenanregung nötige Energiebetrag geringer, weil das System von den auxochromen Gruppen unterstützt werden. Dadurch kann auch längerwelligeres Licht bereits absorbiert werden. Über die 'Menge' des Lichts sagt das (denke ich) nicht viel aus.
(Im Dunklen ist Grün doch genauso grün wie im Licht, nur sieht es keiner Oder?)

Ich meinte jedenfalls nur den Energiebetrag.
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