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Alt 27.09.2006, 18:45   #1   Druckbare Version zeigen
Benny6  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 36
rechtliche Konsequenzen

Hallo,
wie könnte eine Erklärung aussehen, die einen Lehrer vor rechtlichen Konsequenzen schützt?

Hintergrund:
ein Schüler (18 Jahre) experimentiert gerne und benötigt Chemikalien (Perchlorat, ...), die ihm der Chemielehrer bestellen könnte.

Macht sich der Lehrer strafbar, wenn er gefährliche Stoffe dem Schüler aushändigt?
Können Regressansprüche bei einem Sach- oder Körperschaden durch eine entsprechende Erklärung des Schülers und seiner Eltern abgewiesen werden? Hat eine solche Erklärung überhaupt rechtlichen Bestand?

Gruß
Benny
Benny6 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.09.2006, 19:02   #2   Druckbare Version zeigen
NilsM Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.285
AW: rechtliche Konsequenzen

Zitat:
Hintergrund:
ein Schüler (18 Jahre) experimentiert gerne und benötigt Chemikalien (Perchlorat, ...), die ihm der Chemielehrer bestellen könnte.

Macht sich der Lehrer strafbar, wenn er gefährliche Stoffe dem Schüler aushändigt?
Ich bin etwas unsicher, bzgl des Strafrechts, aber ich bin rel. sicher, dass der Lehrer damit eine gesetzeswidrige Handlung begeht.
Perchloratverbindungen wie Ammoniumperchlorat sind brandfördernd und z.T. auch Sprengstoffe. Letzteres wird in Feststoffraketen verwendet. Ich fände es absolut unverantwortlich einem nicht Sachkundigen diese Chemikalien auszuhändigen.
Die Erklärung des Schülers ändert daran nichts; der Lehrer trägt als (zumindest teilweise) sachkundige Person die Verantwortung.

Außerdem schreibt die ChemVerbotsV Paragrh. 5 vor, dass Chemikalien dieser Art nur an Sachkundige weitergeben werden dürfen, die die Sachkundeprüfung (Rechtskunde + Toxi.-Schein etc) abgelegt haben.

Ganz abgesehen von der rechtlichen Seite, wäre es absolut unverantwortlich.
NilsM ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.09.2006, 19:19   #3   Druckbare Version zeigen
Godwael Männlich
Moderator
Beiträge: 12.173
Blog-Einträge: 12
AW: rechtliche Konsequenzen

Ich frage mich eh, was das für "Experimente" sind, für die der Schüler Perchlorat braucht. Ich bin ja sehr dafür, dass Experimentierfreude gefördert wird, aber irgendwo ist ne Grenze. Es geht ja nicht nur um die juristische Unversehrtheit des Lehrers...

Siehe auch:
http://www.chemieonline.de/forum/showpost.php?p=525904&postcount=148
__________________
Gruß,
Fischer


Fischblog - powered by Spektrum der Wissenschaft
Godwael ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.09.2006, 07:52   #4   Druckbare Version zeigen
Tiefflieger Männlich
Moderator
Beiträge: 5.445
AW: rechtliche Konsequenzen

Zitat:
Zitat von NilsM Beitrag anzeigen
....Außerdem schreibt die ChemVerbotsV Paragrh. 5 vor, dass Chemikalien dieser Art nur an Sachkundige weitergeben werden dürfen, die die Sachkundeprüfung (Rechtskunde + Toxi.-Schein etc) abgelegt haben....
Diese Aussage ist definitiv falsch und nicht in der ChemVerbV zu finden!
Nicht der Käufer (hier der Schüler), sondern der Verkäufer bzw. Zwischenhändler (bei Abgabe an Privatpersonen) muß über die nötige Sachkunde verfügen. Im genannten Fall benötigt also der Lehrer einen Sachkundenachweis!

Da der Schüler volljährig ist, ist er primär selbst für seine Tat verantwortlich. Erzeugt er mit dem erwähnten Perchlorat z.B. eine Sprengstoffexplosion, so trifft §308 StGB zu. Hier ist der Lehrer nicht direkt erwähnt, aber da gibt es ja auch noch den § 27 StGB Beihilfe, welcher vom Staatsanwalt hier wohl herangezogen werden könnte. Der Schüler müsste dem Lehrer also schriftlich bestätigen, dass er keine unerlaubte Verwendung für die bezogenen Chemikalien durchführt, dann sehe ich kein Problem. Weiterhin kann sich der Lehrer dann auch noch absichern, indem er sich schriftlich bestätigen lässt, dass der Schüler über die Gefahren der Chemikalien informiert wurde.
__________________
Vernünftig ist, dass die politischen Spitzen, wenn sie miteinander sprechen, darüber sprechen, wie mit der Sache umzugehen ist, wie ernst Vorwürfe zu nehmen sind und wie man damit umgeht, Vorwürfe zu besprechen, zu klären, zu verifizieren oder aus der Welt zu schaffen. (2013 Regierungssprecher Seibert)
Tiefflieger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.09.2006, 08:48   #5   Druckbare Version zeigen
Freund_der_Analytik Männlich
Mitglied
Beiträge: 221
AW: rechtliche Konsequenzen

Moins,

Rechte hin , Paragraphen her.

Würde sowas grundsätzlich nicht machen, nicht mal jedweige Diskussion darum eigehen.

Wurde, wie ich an der TFH in Berlin tätig war, auch mal von Studis angehauen, ob ich denen nich was verkaufen könnte.

@Benny6 : Soll der Schüler erst ma ne entsprechende Qali nachweisen. Vorher gibts nix.

Gruss der Freund
Freund_der_Analytik ist offline   Mit Zitat antworten
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