Allgemeine Chemie
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Allgemeine Chemie Fragen zur Chemie, die ihr nicht in eines der Fachforen einordnen könnt, gehören hierher.

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Alt 21.05.2002, 09:21   #1   Druckbare Version zeigen
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Beitrag zum größten Teil Bindungslehre

Guten Morgen erst einmal!

Wie so ziemlich jeder hier, habe ich auch einige chemische Probleme, welche ich so recht nicht verstehe und dahei hoffe ich auf Hilfe von euch. Ich habe ein paar fragen und hoffe ihr könnt sie mit leicht verständlich im idiotendeutsch für mich erklären . Also:

(1) was sind delokalisierte Elektronen?
(2) was sind salzartige Stoffe (definition)?
(3) was ist eine Dielekltrizitätskonstante?
(4) was ist kristallwasser (definition)?
(5) Warum herrscht im dynamischen Modell ein ständiger Wechsel zwischen Atomzustand und Atomrumpfzustand? (Metallbindung)
(6) und wie kann man die nachfolgenden Aussagen mit hilfe der Struktur erklären: "Metalle sind im festen Zustand kristalline SToffe." und "Metalle sind schon im festen Zustand gute elektrische Leiter und Wärmeleiter"?

Ich hoffe ihr könnt mir dabei helfen, denn ich brauche es ziemlich dringend. Danke schonmal im voraus.!

Sun_is_shine
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Alt 21.05.2002, 09:35   #2   Druckbare Version zeigen
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Jojo!!

Also:

1) Delokalisierte Elektronen nennt man ein <font class="serif">&pi;</font> -Elektronensystem das sich über das ganze Molekül erstreckt und somit alle Bindungen (Elektronen) gleichwertig sind!!

2)Als salzartiger Stoff ist wohl eine Ionenverbindung zu bezeichnen.

3)Die Dielektrizitätskonstante ist ein Maß für Behinderung der Ladungen in Dielektrika (z.B. Kondensator)

4)Als Kristallwasser bezeichnet man Wassermoleküle die sich in freie Gitterplätze z.B. von Ionenverbindungen einlagern können.

5)Im Metall herrscht der Zustand des Elektronengases.Die dadurch zurückgebliebenen Atomrümpfe ziehen die Elektronen wieder an usw.

6)äääähhhm die Antwort is mir entfallen *gg*

Ich hoffe es hilft dir schon ein bisschen

Gruß Chemieman
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Alt 21.05.2002, 12:02   #3   Druckbare Version zeigen
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Zitat:
Delokalisierte Elektronen nennt man ein &pi; -Elektronensystem das sich über das ganze Molekül erstreckt und somit alle Bindungen (Elektronen) gleichwertig sind!!
Das pi-Elektronensystem muss sich nicht über das ganze Molekül erstrecken. (Dürfte sogar eher die Ausnahme sein.)
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Alt 21.05.2002, 12:34   #4   Druckbare Version zeigen
crazy_budgie weiblich 
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Beiträge: 471
Hallo!

Also, Chemieman hat ja das meiste schon beantwortet, aber da Du leicht verständliche Antworten wolltest, versuch ich mal, sie noch mal anders zu formulieren, falls Dir <font class="serif">&Pi;</font> -System und solche Dinge nichts sagen, weiß ja nicht,in welcher Klasse Du bist...

(1) In "normalen" Molekülen, wie man sie in den ersten paar Jahren in der Schule macht, z. B. Alkane oder so, gibt es nur lokalisierte Elektronenpaare, die an ihrer Stelle fest gebunden sind und auch da bleiben. In diesem Fall spricht man im spdf-Orbitalmodell von <font class="serif">&sigma;</font> -Bindungen.
Es gibt aber auch andere Moleküle, bei denen es nicht nur solche Bindungen gibt. Bestes Beispiel ist der Benzolring, fall Du den kennst. Er besteht aus 6 C-Atomen, die ringförmig angeordnet sind, und an jedem C-Atom hängt noch ein Wasserstoff. Wenn Du mal die Strukturformel aufzeichnest, stellst Du fest, dass dannn noch genau so viele Elektronen übrig sind, dass man aus jeder zweiten Bindung eine Doppelbindung machen kann, um alle aufzubrauchen (also immer abwechselnd Doppel- und Einfachbindung).
Wenn dies so wäre, würde es sich auch um lokalisierte Elektronenpaare handeln.
Nun hat man aber verschiedene Experimente durchgeführt, bei denen komischerweise rauskam, dass es nicht so sein kann; ein Beispiel:

wenn man die H-Atome an zwei benachbarten C-Atomen durch Brom substituiert, müssten eigentlich zwei isomere Moleküle entstehen, eins, bei dem zwischen den beiden Brom-C-Atomen eine Einfachbindung ist, und eins mit einer Doppelbindung. Tatsächlich entsteht aber nur ein einziges Molekül, es sind also alle Elektronen gleichermaßen gebunden.
(Falls Du noch mehr Beispiel willst, melde Dich einfach noch mal, sonst wird das hier viel zu ausführlich!)
Zumindest konnte man aus den Ergebnissen schließen, dass Benzol nicht Cyclohexatrien sein kann. Deshalb ist man zu dem Schluss gekommen, dass sich die Elektronen, die normalerweise die Doppelbindungen bilden würden, gleichmäßig auf alle 6 C-Atome verteilen und zufällig gerade an irgendeiner solcher Stelle aufhalten, aber ständig woanders. Deshalb spricht man von delokalisierten Elektronen, sie bleiben nicht auf einem Platz. Diese Elektronen sind dann die von CM angesprochenen Pi-Elektronen, die das Pi-System bilden, hat auch mit dem spdf-Modell und Hybridisierung und so zu tun, weiß nicht, ob Dir das was sagt, geht aber auch ohne.

(2) Puh, jetzt ist die frage, ob salzartiger Stoff und Salz das gleiche ist! Also, ein Salz ist eine Ionenverbindung, ensteht bei der Reaktion von Metall und Nichtmetall. Wenn salzartige Verbindung jetzt was anderes sein soll, dann wahrscheinlich eine Verbindung, die wie ein Kristallgitter aufgebaut ist, also z. B. ein Metall, bin mir jetzt aber nicht sicher, was jetzt gemeint ist!

(3) hat CM schon beantwortet, kenne keine andere Definition

(4) z.B. Kupfer(-II)-sulfat-Pentahydrat: CuSO4 * 5 H2 O

Pro Sulfat-Ion sind fünf Moleküle Wasser eingelagert, die das Ion umgeben (ist ja klar, die nichtbindenden Elektronenpaare des Wassers werden ja z.B. von der positiven Ladung des Cu-Ions angezogen).

Moleküle, in denen solches Kristallwasser eingelagert ist, nennt man Hydrate, man kann sie aber durch Erhitzen auch kristallwasserfrei kriegen, das Wasser ist also nicht in der Verbindung mit drin.

(5) Elektronengas heißt, dass im Metall die Rümpfe gitterartig neben- bzw. untereinander angeordnet sind und sich die Außenelektronen irgendwo dazwischen rumbewegen. Deshalb liegt der Rumpf vor, wenn grad alle Außenelektronen eines Atoms woanders sind und das Atom selbst liegt vor, wenn sich die Elektronen halt grad beim Rumpf aufhalten, sich also wieder zum Atom ergänzen.

(6) Kristalline Stoffe hab ich ja eigentlich oben schon erklärt, wegen der kristallgitterartigen Struktur, die zwiscehnrumschwirrenden Elektronen halten die Rümpfe so fest aneinander, dass das Metall bei Zimmertemperatur fest ist (Ausnahme Quecksilber!).
guter Wärmeleiter: dadurch, dass die Rümpfe direkt nebeneinanderliegen, können sich die Stöße und somit die Wärmeenergie (Reibung!) schnell von einem Rumpf zum nächsten weitergeben.
gute Elektrizitätsleiter: sind ja so viele frei bewegliche Elektronen vorhanden, die im elektrischen Feld wandern können!

So, hoffentlich kannst Du damit was anfangen!

MfG CB
crazy_budgie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.05.2002, 13:31   #5   Druckbare Version zeigen
minutemen Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.865
zur def. der dielektrizitätskonstante: sie ist a) eine stoffkonstante und b) das mass für die änderung der kapazität eines kondensators beim einbringen des dielektrikums zwischen beide kondensatorplatten im vergleich zum zuvor dort gewesenen vakuum (dessen dielektrizitätskonstante 1 beträgt):

&epsilon; = C/C0

O steht für die kapazität des vakuum-'gefüllten' kondensators.

cb, deine pi-elektronen-brom-substitutionsgeschichte verwirrt eigentlich nur und btw. (& jenseits notwendigen schulwissens) müssen delokalisierte elektronen nicht zwangsläufig in pi-systemnen stecken.

thema wärmeleitung: die gute wärmeleitung von metallen liegt weniger am geselligen beisammensein der atomrümpfe (im ionengitter div. salze kann man auch vom engen aneinanderliegen der ionen ausgehen - trotzdem sind sie schlechte wärmeleiter) als vielmehr am elektronengas, welches sie umgibt. trivial (und im 'idiotendeutsch') lässt sich dass allerdings nicht erklären.

thema kristallwasser: man kann nicht zwangsläufig davon ausgehen, dass kristallwasser keine bindung eingeht. rein physikalisches kristallwasser ist sogar eher die ausnahme. was für effekte wenn nicht chemische sollten denn die wasseraufnahme und den einbau in den kristall begünstigen?

so long
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"Alles Denken ist Zurechtmachen." Christian Morgenstern

immer gern genommen: Google, Wikipedia, MetaGer, Suchfunktion des Forums
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minutemen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.05.2002, 13:38   #6   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
@ Moritz

OOh es tut mir leid,ich meinte über größere Teile des Moleküls!! Kannste mit nochmal verzeihen??

@ crazy_budgie

Ich muss dem minuteman da zustimmen,ob deine Antworten jetzt leichter zu rallen waren ?

Gruß Chemieman
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Alt 21.05.2002, 18:37   #7   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Danke für die lieben und zahlreichen Antworten. Vielen vielen Dank bin jetzt ne ganze menge schlauer
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Alt 23.05.2002, 08:43   #8   Druckbare Version zeigen
crazy_budgie weiblich 
Mitglied
Beiträge: 471
Zitat:
müssen delokalisierte elektronen nicht zwangsläufig in pi-systemnen stecken.
Sorry, wenn das falsch war, aber hab ich so in der Schule gelernt, dass Voraussetzung für delokalisierte Elektronen unter anderem ist, dass es in einer Ebene stehende Molekülteile gibt, die dementsprechend hybridisiert sind, dass die freien Pi-Orbitale zu einem System überlappen können. Kannst Du mir vielleicht mal ein Beispiel nennen, wo's nicht so ist, dass ich's versteh, wann und wann nicht?


Zitat:
thema kristallwasser: man kann nicht zwangsläufig davon ausgehen, dass kristallwasser keine bindung eingeht. rein physikalisches kristallwasser ist sogar eher die ausnahme. was für effekte wenn nicht chemische sollten denn die wasseraufnahme und den einbau in den kristall begünstigen?
Ich meinte eigentlich im Gegensatz zu z. B. Kohlenhydraten, die ja formal auch als Hydrate geschrieben werden können, aber in denen das Wasser in der Molekülformel enthalten ist.

Trotzdem sorry, wollte hier nix falsches posten!

MfG CB
crazy_budgie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.05.2002, 10:07   #9   Druckbare Version zeigen
minutemen Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.865
cb, sieh meine antworten doch besser als ergänzung - für deine antworten musst du dich doch nicht entschuldigen.
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"Alles Denken ist Zurechtmachen." Christian Morgenstern

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minutemen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.05.2002, 14:42   #10   Druckbare Version zeigen
Adam Männlich
Moderator
Beiträge: 8.039
Re: Kristallwasser

Wobei man noch erwähnen sollte, dass die Wassermoleküle im Kristallwasser bezüglich des Bindungszustandes nicht gleichwertig sein müssen.

Bsp:

NiSO4·7H2O

Besser:

Hexaaquanickel(II)-sulfat-1-Wasser ([Ni(H2O)6]SO4·H2O)


.
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Wenn jemand ein Problem erkannt hat und nichts zur Lösung des Problems beiträgt, ist er selbst ein Teil des Problems.
Adam ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.08.2002, 21:24   #11   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Re: Re: Kristallwasser

Zitat:
Originalnachricht erstellt von Adam
Wobei man noch erwähnen sollte, dass die Wassermoleküle im Kristallwasser bezüglich des Bindungszustandes nicht gleichwertig sein müssen.

Bsp:

NiSO4·7H2O

Diese Verbindungen bezeichnet man auch als Vitriole.

Das 7.te Wassermolekül ist über H-Brücken an das Sulfat Ion gebunden und wird bei Wasserentzug als letztes H2O verdrängt.
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Alt 08.08.2002, 12:36   #12   Druckbare Version zeigen
Adam Männlich
Moderator
Beiträge: 8.039
Zitat:
Diese Verbindungen bezeichnet man auch als Vitriole.

Wieder etwas dazu gelernt



.
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Adam ist offline   Mit Zitat antworten
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