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Alt 19.07.2006, 10:10   #1   Druckbare Version zeigen
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Dielektrizitätskonstante

Ich finde im Internet keine gute Erklärung zu der Dielektrizitätskonstanten, auch nicht im Forum, deswegen frage ich hier mal.

Ich habe im Internet gefunden, dass die Dielektrizitätskonstante von Essigsäure bei 6,2 liegt. Das heißt, dass ich z.B. NaF in Essigsäure lösen muss, da in Wasser, sobald Wasser ein H+ abgibt, sofort wieder ein H+ aufnehmen würde, sprich ich habe keine vollständige Reaktion, sondern ein hin und her.
In Essigsäure aber bildet sich Natriumacetat und Flourwasserstoff, und die Reaktion läuft komplett ab.

Meine Frage: wie kann ich das mit der Dielektrizitätskonstante erklären?
Ich kriege es nicht hin, da ich woanders gelesen habe, dass die Dielektrizitätskonstante bei Wasser (80) aussagt, dass sich die Ionen mit 1/80 der Kraft anziehen wie im Vakuum.
In Essigsäure also mit 1/6,2 der Kraft, also deutlich stärker.
Das hieße dann aber, dass die Ionen in Wasser leichter protonieren, das tun sie wohl auch, aber würden ja sofort zurückreagieren etc.

Kann mir einer eine Erkärung geben, was es genau mit der Dielektrizitätskonstante in Bezug auf meinem Problem zu tun hat?
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Alt 19.07.2006, 12:24   #2   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
AW: Dielektrizitätskonstante

Zitat:
Zitat von ehemaliges Mitglied
NaF ist durchaus nicht schlecht in Wasser löslich : 4,2g/(100g Wasser)

Ob die Löslichkeit in Essigsäure größer oder kleiner ist, weiß ich nicht.

Worauf die oben zitierte Frage abzielt, ist mir trotz mehrfachen Lesens des Beitrags nicht klar geworden.
Ich verstehe allgemein nicht, was die Dielektrizitätskonstante genau aussagt. Wenn ich das wüsste, kann ich mein Problem evtl. von selber lösen. Denn ich denke, dass man NaF in Essigsäure, aber nicht in Wasser titrieren kann, mit der Dielektrizitätskonstante erklären kann. Dazu müsste ich erstmal wissen, was die Konstante aussagt.
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Alt 19.07.2006, 13:42   #3   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
AW: Dielektrizitätskonstante

Zitat:
Zitat von ehemaliges Mitglied
Mit steigendem Wert der Dielektizitätskonstanten (DK) wird die potenzielle Energie der Wechselwirkung Ion - Lösungsmittel niedriger. Diese Energieabsenkung erhöht die Disozieerbarkeit eine ionisch aufgebauten Stoffes und damit dessen Löslichkeit.

Dies ist aber ein recht grobes Bild insofern, als die DK eine makroskopische Größe ist und man deshalb die Wechselwirkung Ion-Molekül damit nur grob erfassen kann.

Insbesondere ist die DK nicht geeignet, die Wechselwirkung eines Ions mit den unmittelbar benachbarten Wassermolekülen zu beschreiben. Bei den weiter entfernten Wassermolekülen schon eher.

Ich hoffe, dass dies ein wenig hilft.
Danke!
Hm, ok. Die Löslichkeit wird erhöht, weil es leichter bei hoher Konstante dissoziiert, da die Anziehungskraft der Ionen abnimmt.
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Alt 19.07.2006, 13:53   #4   Druckbare Version zeigen
Paleiko Männlich
Mitglied
Beiträge: 2.210
AW: Dielektrizitätskonstante

Zitat:
Zitat von DuDe
Danke!
Hm, ok. Die Löslichkeit wird erhöht, weil es leichter bei hoher Konstante dissoziiert, da die Anziehungskraft der Ionen abnimmt.
Die Dissoziation von Säuren wird ebenfalls abgeschwächt.
Beispiel: Man kann bei Schwefelsäure die ersten beiden Dissoziationsstufen in Wasser nicht getrennt titrieren, in organischen Lösungsmitteln mit niedrigerer Dielektrizitätskonstante wird die Dissoziation aber so weit abgeschwächt, dass man die beiden Stufen getrennt titrieren kann.

Sollte deine Aussage, dass die Bildung von NaAc und HF vollständig abläuft, eine gesicherte Aussage sein, dann würde ich vermuten, dass es daran liegt, dass HF zwar nur in geringen Mengen gebildet wird (-> wenige Ionen in Lösung!), jedoch der Reaktion entzogen wird, da es ja vermutlich als Gas entweicht. Als Molekül müsste es zwar recht gut löslich sein (Wasserstoffbrücken!), aber es wird wohl kaum dissozieren... *grübel*
Paleiko ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2006, 13:57   #5   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
AW: Dielektrizitätskonstante

Zitat:
Zitat von Paleiko
Die Dissoziation von Säuren wird ebenfalls abgeschwächt.
Beispiel: Man kann bei Schwefelsäure die ersten beiden Dissoziationsstufen in Wasser nicht getrennt titrieren, in organischen Lösungsmitteln mit niedrigerer Dielektrizitätskonstante wird die Dissoziation aber so weit abgeschwächt, dass man die beiden Stufen getrennt titrieren kann.

Sollte deine Aussage, dass die Bildung von NaAc und HF vollständig abläuft, eine gesicherte Aussage sein, dann würde ich vermuten, dass es daran liegt, dass HF zwar nur in geringen Mengen gebildet wird (-> wenige Ionen in Lösung!), jedoch der Reaktion entzogen wird, da es ja vermutlich als Gas entweicht. Als Molekül müsste es zwar recht gut löslich sein (Wasserstoffbrücken!), aber es wird wohl kaum dissozieren... *grübel*
HF wird dann ja mit Dioxan stabilisiert, die Reaktion muss vollständig ablaufen, sonst wäre die Titration ja nicht möglich, aber es haben ja alle geschafft
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Alt 19.07.2006, 14:03   #6   Druckbare Version zeigen
Paleiko Männlich
Mitglied
Beiträge: 2.210
AW: Dielektrizitätskonstante

Ach so, na das ihr da noch andere Chemikalien reinknallt um es zu titrieren wusste ich ja nicht
Paleiko ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.07.2006, 17:48   #7   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
AW: Dielektrizitätskonstante

Zitat:
Zitat von ehemaliges Mitglied
Verstehe ich jetzt richtig : In wässriger Lösung reagieren die aus der Dissoziation des NaF gebildeten Fluoridionen bei weitem nicht vollständig gemäß

F- + H2O --> HF + OH-

In Hac als lösungsmittel ist die Überführung in HF praktisch vollständig, was von der im Vergleich zu Wasser kleinere Dielektrizitätskonstante der Hac her plausibel ist.

Da man aber in Hac-Löung das HF mit Lauge nicht titrieren kann, extrahiert man das HF mit Dioxan.

Ist es so ?
So verstehe ich es auch.

Bei "F- + H2O --> HF + OH-" denke ich, dass das OH- sofort wieder das H der Flusssäure aufnehmen würde.
Jedenfalls steht im Skript, dass die Titration wasserfrei sein muss, da es ansonsten unmöglich ist, den Endpunkt zu erkennen. Ich erschließe mir daraus, dass es ständig ein hin-und her der Reaktion geben wird, ich weiß es aber auch nicht genau.
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Alt 20.07.2006, 21:35   #8   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
AW: Dielektrizitätskonstante

Zitat:
Zitat von ehemaliges Mitglied
Dass es sich um eine oszillierende Reaktion handeln könnte, ist meiner Meinung nach so gut wie ausgeschlossen.

Dass Waser die Endpunktserkennung stört, leuchtet dagegen ein.

Was ist aber mit Hac ? Wie wird dafür gesorgt, dass die Lösung vor Beginn der Titration frei von Hac ist ?
Ich löse meine Substanz (NaF) in Essigsäure.
Und titriert wird mit Perchlorsäure in Essigsäure, also titriere ich das entstandene Acetat mit Acetacidiumperchlorat. Das überschüssige HAc spielt ja keine Rolle.
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