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Alt 22.02.2006, 17:37   #1   Druckbare Version zeigen
Mr.Spock  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 48
Frage Süßstoffe und ihre Wirkung auf die Insulinausschüttung

Hallo!

Ich hoffe hier kennen sich einige Leute mit dem Thema Süßstoffe und ihre Wirkung auf die Insulinausschüttung (= Entstehen von Heißhunger) aus. Was für mich erst mal total absurd klingt, da die Insulinausschüttung durch die Anwesenheit von Glucose ausgelöst wird. (so habe ich es gelernt)

Auf einigen Internetseiten liest man jedoch konträres, wobei ich mich frage, auf welcher Grundlage die Behauptungen gemacht werden. Literaturangaben fehlen meist, so dass die Seiten unseriös wirken (und es sicherlich auch oftmals sind).

Einige Zitate:
Zitat:
Wenn unsere Zunge etwas Süßes schmeckt, signalisiert das unserem Körper, dass nun Zucker folgt. Damit der erwartete Blutzuckeranstieg abgefangen wird, sorgt ein Reflex dafür, dass die Bauchspeicheldrüse sofort etwas Insulin ausschüttet. [...]
Der Süßstoff ersetzt den Zucker aber nicht, und das ausgeschüttete Insulin senkt dennoch den Blutzuckerspiegel ab. Ein sinkender Blutzuckerspiegel ist für unseren Körper aber ein Alarmsignal, auf das er mit Hunger reagiert. Süßstoffe bewirken also das genaue Gegenteil von dem, was eigentlich beabsichtigt war: Sie lösen ein Hungergefühl aus.
Quelle
Dann gibt es noch das oft erwähnte Beispiel, dass Süßstoffe zur Apetitanregung in der Schweinemast eingesetzt werden.
Zitat:
Macht Schweine fett und uns …?
Einen weiteren Verwendungszweck von Süßstoffen hängt die Industrie übrigens gar nicht gerne an die große Glocke: Der Einsatz in der Tiermast. Saccharin z.B. wird auch als Futtermittelzusatz für die Schweinemast verkauft, weil seine appetitsteigernde Wirkung bei Ferkeln bekannt ist […].
Quelle ist dieselbe wie oben
Logisch und entkräftendes Argument ist doch folgendes:
Zitat:
Süßstoff wird tatsächlich in der Schweinezucht (nicht Schweinemast) eingesetzt. Aber nicht zur Appetitanregung, sondern um die Ferkel von der Muttermilch zu entwöhnen.
Es scheint sich in meinen Augen um den Kampf der Zuckermittelindustrie gegen die Süßstoffindustrie zu handeln, der weitverbreitet auch erfolgreich ist, wenn man so manche Argumentation von Süßstoffgegnern liest.

Vielleicht habt ihr ja auch schon die ein oder andere Diskussion über das Thema geführt, Studien und Arbeiten zu dem Thema gelesen oder ihr kennt Geschichten aus dem Leben, die zur Lösung der Thematik beitragen können. So habe ich noch nicht feststellen können, dass ich nach dem Verzehr von Süßstoffen einen abfallenden Blutzuckerspiegel habe und Hunger bekomme.

Über die sonstigen gesundheitlichen Risiken und Unverträglichkeiten von Süßstoffen möchte ich hier nicht sprechen (sondern auf die ADI-Werte verweisen).

MfG
Mr. Spock
Mr.Spock ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.02.2006, 18:35   #2   Druckbare Version zeigen
sonic_hedgehog Männlich
Mitglied
Beiträge: 479
AW: Süßstoffe und ihre Wirkung auf die Insulinausschüttung

Habe ich auch schon gehört,
aber selbst wenn wir mal glauben, dass der Mechanismus wie geschildert funktioniert, ist da ein Denkfehler:

Nahrung enthält neben dem Süßstoff auch Kohlehydrate - diese werden zu Zuckern abgebaut und resorbiert ==> Der Blutzucker steigt wieder und das war es dann. Insofern würde das geschilderte also nur bei relativ kohlehydrat- und absolut zuckerfreier Nahrung funktionieren. Und wer macht das schon...

Der Mechanismus der angeblichen Insulinausschüttung über Geschmack bleibt mir aber auch ein Rätsel! Auch meines Wissens funktionieren die B-Zellen im Pankreas doch etwas anders.
sonic_hedgehog ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.02.2006, 22:15   #3   Druckbare Version zeigen
Mr.Spock  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 48
AW: Süßstoffe und ihre Wirkung auf die Insulinausschüttung

Das mit der kohlenhydrat-freien Nahrung ist kein Problem. Nimm nur mal die ganzen light-Getränke, die man evtl. nebenbei trinkt und nichts dabei isst. Oder wenn du nen Kaugummi kaust, der mit Süßstoffen versetzt ist.

Selbst wenn man was dabei äße, dann müsste die Insulinausschüttung stärker sein als Kohlenhydrate da wären, weil ja zusätzlich Süßstoff anwesend ist, der angeblich anregt, aber dem Blut keine Glucose liefert.
Mr.Spock ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.02.2006, 00:23   #4   Druckbare Version zeigen
tomdoc Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.153
AW: Süßstoffe und ihre Wirkung auf die Insulinausschüttung

Insulin macht Hunger. Die Ausschüttung von Insulin durch einen "bedingten (antrainierten"! Reflex" hat glaub ich Pavlov an seinen Hunden gezeigt (Pavlovscher Reflex). Wenn du über diesen Reflex Insulin ausschüttest (wenn du was Süsses siehst oder schmeckst) musst du Hunger bekommen.
tomdoc ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.02.2006, 01:03   #5   Druckbare Version zeigen
Mr.Spock  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 48
AW: Süßstoffe und ihre Wirkung auf die Insulinausschüttung

Dieser Pawlowsche Reflex bezog sich bei den Hunden auf die Speichelsekretion. Die Erfahrung habe ich auch schon gemacht, dass beim Anblick einer Speise das Wasser im Mund zusammenläuft. ;-) *g*
Inwiefern ist auf den Menschen zu schließen? Bedeutet dann schon das Sehen der Speise den Beginn der Insulinproduktion und evtl. nicht der Sinneseindruck süß? Heißt das, man bekommt Hunger, wenn man Essen sieht? Komisch... wären wir dann nicht alle sehr korpulent? Gibt es wissenschaftliche Beweise für deine Aussage, dass Süßstoffe die Insulinausschüttung steigern? Und warum steht das nicht in den Lehrbüchern drin, wenn es sich um so einen "einfachen" Reflex handelt?
Weiß jemand, wie der Blutzuckerspiegel sich ändert, wenn Insulin ausgeschüttet wird und keine Kohlenhydrate folgen? Müssten dann nicht normalerweise die normalen regulatorischen Systeme des Körpers eintreten? (= Glykogenabbau)

Geändert von Mr.Spock (23.02.2006 um 01:21 Uhr)
Mr.Spock ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.02.2006, 06:07   #6   Druckbare Version zeigen
belsan Männlich
Mitglied
Beiträge: 4.651
AW: Süßstoffe und ihre Wirkung auf die Insulinausschüttung

Zitat:
Zitat von Mr.Spock
Es scheint sich in meinen Augen um den Kampf der Zuckermittelindustrie gegen die Süßstoffindustrie zu handeln, der weitverbreitet auch erfolgreich ist, wenn man so manche Argumentation von Süßstoffgegnern liest.
Das resultiert weniger aus dem Kampf der Zucker- gegen die Süßstoffindustrie (die Marktanteile sind seit Jahren relativ konstant und u. a. auch produktionstechnisch bedingt), als viel mehr aus dem etwas absurden Gefecht von "Gesundheitsaposteln" zum Thema Süß.

Einerseits wird die "rein pflanzliche" Saccharose verteufelt, andererseits muss, weil die Leute es genetisch bedingt gerne süß mögen, ein "voll künstlicher" Ersatz her, der vom Standpunkt der natürlichen Ernährung schon mal gar nicht geht (hier scheint Steviosid einen "Ausweg" zu bieten).

Die Fraktion der Süßstoffgegner braucht Argumente: Schweinemast, Krebs, Heißunger.
Die Fraktion der Zuckergegner braucht Argumente: Leere Kalorien, "verarbeiteter Zucker", Diabetes II, Vitaminräuber usw.

Der Versuch mich etwas in die Thematik einzulesen hat bei mir relativ schnell zu dem banalen Ergebnis geführt: Süßstoffe schmecken nicht und Zucker macht Karies.

Will sagen, weder der Heißhunger oder Krebs durch Süßstoffe noch "tödliche" Risiken durch Zucker scheinen durch Studien hinreichend belegt zu sein.

Einzig ein Zusammenhang zwischen hoher Energieaufnahme, durch hohen Zuckerkonsum, und Übergewicht, und in Folge indirekt zu Diabetes, scheint recht sicher (Überraschung ! ).

Was die oben zitierte "Quelle" anbelangt. Lesenswert !
Zitat:
Aspartam, das übrigens mittlerweile teilweise auch gentechnisch hergestellt wird.
[...]
Saccharin […] wird heute aus dem giftigen Lösungsmittel Toluol hergestellt, das vor allem für Kleber, Lacke und Druckfarben verwendet wird.
[...]
Cyclamat, wird aus Cyclohexylamin hergestellt, einer Chemikalie, die auch zur Produktion von Schädlingsbekämpfungsmitteln und Korrosionsschutzmitteln dient.
Wie gesagt: "Gesundheitsapostel". Dagegen ist der Lobbyismus der Zucker- und Süßstoffindustrie ja geradezu niedlich.
__________________
Gruß belsan

Fachfragen bitte im Forum stellen und nicht per PN.

Geändert von belsan (23.02.2006 um 10:26 Uhr)
belsan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.02.2006, 10:12   #7   Druckbare Version zeigen
sonic_hedgehog Männlich
Mitglied
Beiträge: 479
AW: Süßstoffe und ihre Wirkung auf die Insulinausschüttung

Zitat:
Zitat von Mr.Spock
Weiß jemand, wie der Blutzuckerspiegel sich ändert, wenn Insulin ausgeschüttet wird und keine Kohlenhydrate folgen? Müssten dann nicht normalerweise die normalen regulatorischen Systeme des Körpers eintreten? (= Glykogenabbau)
Endogenes Insuin hat eine Halbwertszeit von ca 10-30 Minuten. Das heißt, es müsste auch Hunger auslösen, wenn man Glucoselösung trinkt. Grund: Der Zucker wird schnell resorbiert und binnen kurzer Zeit insulinvermittelt in die Zellen aufgenommen. Dadurch fällt der Zuckerspiegel im Blut ebenfalls und es bleibt das Insulin übrig. Kohlehydrate kommen dann auch keine nach.
Glykogenabbau als Gegenregulation wiederum sollte nicht stattfinden, da Insulin die Glykolyse inhibiert.

Bleiben aber immer noch zwei Fragen:
1. Wenn auf die beschriebene Weise Hunger ausgelöst wird und man wirklich keine verdaubaren kohlehydrate aufgenommen hat - dann muss man immer noch Kalorienreiche Nahrung zuführen um zuzunehmen. Und das kann man immer noch selbst entscheiden (wie wäre es z.B. mit Obstessen, wenn man Hunger hat - Bananen z.B.?)
2. Wieso sollte die Insulinfreisetzung durch süßen Geschmack erfolgen? Die B-Zellen setzen Insulin frei, wenn der Blutzuckerspiegel ansteigt und dadurch (durch basal exprimierte Glu-Transporter in den B-Zellen) der Glucosespiegel in der Zelle ansteigt. Dadurch steigt das ATP-Niveau in den B-Zellen, was ATP-abhängige K+-Kanäle anspricht und über ein Ca-Signal zur Freisetzung des präformierten Insulins aus den Vesikeln der Langerhanszellen führt (genaueres: s. Physiologielehrbücher).
Der Freisetzungsvorgang ist also zuckerabhängig, da er Energie benötigt (ATP!). Wie soll denn das über einen pawlowschen Effekt geschehen
Für mich ist dieser Nebeneffekt der Süßstoffe ein Mythos, außer jemand kann mir das Gegenteil beweisen. Anders sieht die Sache aus, wenn jemand seinen Hunger mit Schokoriegel stillt, abre sonst nur Light-Getränke trinkt. Nur - ich denke dann könnten weniger die Süßstoffe als vielmehr der Zucker in den Schokoriegel Schuld am Gewichtszuwachs sein!
sonic_hedgehog ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.02.2006, 11:17   #8   Druckbare Version zeigen
Mr.Spock  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 48
AW: Süßstoffe und ihre Wirkung auf die Insulinausschüttung

Zitat:
Zitat von belsan
Das resultiert weniger aus dem Kampf der Zucker- gegen die Süßstoffindustrie (die Marktanteile sind seit Jahren relativ konstant und u. a. auch produktionstechnisch bedingt), als viel mehr aus dem etwas absurden Gefecht von "Gesundheitsaposteln" zum Thema Süß.

Einerseits wird die "rein pflanzliche" Saccharose verteufelt, andererseits muss, weil die Leute es genetisch bedingt gerne süß mögen, ein "voll künstlicher" Ersatz her, der vom Standpunkt der natürlichen Ernährung schon mal gar nicht geht (hier scheint Steviosid einen "Ausweg" zu bieten).

Die Fraktion der Süßstoffgegner braucht Argumente: Schweinemast, Krebs, Heißunger.
Die Fraktion der Zuckergegner braucht Argumente: Leere Kalorien, "verarbeiteter Zucker", Diabetes II, Vitaminräuber usw.
Die Gesundheitsapostel habe da na klar auch ihre Finger im Spiel. Im Buch "Moderne Ernährungsmärchen" werden ein paar Lügengeschichten aus der Welt geräumt. Die Aussage, dass ein großer Prozentsatz der deutschen Bevölkerung nicht weiß, dass Zucker ein Naturprodukt ist und nicht ein Produkt der chemischen Industrie, hat mich dann doch gewundert. Ich sag nur: Kühe sind lila. *kopfschüttel*

Zitat:
Zitat von belsan
Der Versuch mich etwas in die Thematik einzulesen hat bei mir relativ schnell zu dem banalen Ergebnis geführt: Süßstoffe schmecken nicht und Zucker macht Karies.
Da muss ich dir Recht geben. Wobei ich finde, an Süßstoff kann man sich gewöhnen, wie an salziges, scharfes... etwa auch. Es kommt halt auch immer auf die Zusammensetzung der Mischung an.

Zitat:
Zitat von belsan
Will sagen, weder der Heißhunger oder Krebs durch Süßstoffe noch "tödliche" Risiken durch Zucker scheinen durch Studien hinreichend belegt zu sein.

Einzig ein Zusammenhang zwischen hoher Energieaufnahme, durch hohen Zuckerkonsum, und Übergewicht, und in Folge indirekt zu Diabetes, scheint recht sicher (Überraschung ! ).
Für einige Menschen ist das bestimmt eine neue Erkenntnis und löst Erstaunen aus.
Mr.Spock ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.02.2006, 11:28   #9   Druckbare Version zeigen
Mr.Spock  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 48
AW: Süßstoffe und ihre Wirkung auf die Insulinausschüttung

Zitat:
Zitat von sonic_hedgehog
Endogenes Insuin hat eine Halbwertszeit von ca 10-30 Minuten. Das heißt, es müsste auch Hunger auslösen, wenn man Glucoselösung trinkt. Grund: Der Zucker wird schnell resorbiert und binnen kurzer Zeit insulinvermittelt in die Zellen aufgenommen. Dadurch fällt der Zuckerspiegel im Blut ebenfalls und es bleibt das Insulin übrig. Kohlehydrate kommen dann auch keine nach.
Glykogenabbau als Gegenregulation wiederum sollte nicht stattfinden, da Insulin die Glykolyse inhibiert.
Davon habe ich auch schon gehört. Basiert auf dem Prinzip der Schwankung des Blutzuckerspiegels nicht die "Glyx-Diät"?
Welchen Schutz hat der Körper denn, damit die Insulinausschüttung nicht zu stark ist, dass der Blutzucker nicht in "gefährliche" Bereiche stürzt? Welche Konzentration muss denn die Zuckerlösung besitzen, um diese Reaktion auszulösen?

Zitat:
Zitat von sonic_hedgehog
Bleiben aber immer noch zwei Fragen:
1. Wenn auf die beschriebene Weise Hunger ausgelöst wird und man wirklich keine verdaubaren kohlehydrate aufgenommen hat - dann muss man immer noch Kalorienreiche Nahrung zuführen um zuzunehmen. Und das kann man immer noch selbst entscheiden (wie wäre es z.B. mit Obstessen, wenn man Hunger hat - Bananen z.B.?)
Eben, sehe ich genauso.

Zitat:
Zitat von sonic_hedgehog
2. Wieso sollte die Insulinfreisetzung durch süßen Geschmack erfolgen? Die B-Zellen setzen Insulin frei, wenn der Blutzuckerspiegel ansteigt und dadurch (durch basal exprimierte Glu-Transporter in den B-Zellen) der Glucosespiegel in der Zelle ansteigt. Dadurch steigt das ATP-Niveau in den B-Zellen, was ATP-abhängige K+-Kanäle anspricht und über ein Ca-Signal zur Freisetzung des präformierten Insulins aus den Vesikeln der Langerhanszellen führt (genaueres: s. Physiologielehrbücher).
Der Freisetzungsvorgang ist also zuckerabhängig, da er Energie benötigt (ATP!). Wie soll denn das über einen pawlowschen Effekt geschehen
Für mich ist dieser Nebeneffekt der Süßstoffe ein Mythos, außer jemand kann mir das Gegenteil beweisen.
Ja, wenn es dieser Pawlowsche Effekt sein sollte, dann müssten doch noch viel mehr Hormonausschüttungen in vielen Lebenslagen stattfinden, die durch "Erinnerung" ausgelöst würden.
Mr.Spock ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 23.02.2006, 12:07   #10   Druckbare Version zeigen
minutemen Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.869
AW: Süßstoffe und ihre Wirkung auf die Insulinausschüttung

Zitat:
Zitat von Mr.Spock
Ja, wenn es dieser Pawlowsche Effekt sein sollte, dann müssten doch noch viel mehr Hormonausschüttungen in vielen Lebenslagen stattfinden, die durch "Erinnerung" ausgelöst würden.
die insulinausschüttung müßte ja schon vom bloßen anblick süßer sachen hervorgerufen werden. wie wär's mit nem anaphylaktischen schock bei nußallergikern beim anblick einer nußtorte?
__________________
"Alles Denken ist Zurechtmachen." Christian Morgenstern

immer gern genommen: Google, Wikipedia, MetaGer, Suchfunktion des Forums
Regeln und Etikette im Chemieonline-Forum, RFC1855, RTFM?
minutemen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.02.2006, 12:33   #11   Druckbare Version zeigen
sonic_hedgehog Männlich
Mitglied
Beiträge: 479
AW: Süßstoffe und ihre Wirkung auf die Insulinausschüttung

Zitat:
Zitat von Mr.Spock
Welchen Schutz hat der Körper denn, damit die Insulinausschüttung nicht zu stark ist, dass der Blutzucker nicht in "gefährliche" Bereiche stürzt?
Während es für die Senkung des Blutzuckerspiegels ja nur das Insulin gibt (sonst wäre Diabetes ja kein so großes Problem), gibt es für die Gegenreaktion, also Zucker aus Speichern in das Blut zu bringen, eine ganze Menge von Regelkreisen, neben Gycogen z.B. auch noch Adrenalin, ...
Die reichen aus, um Gesunde vor ein Hypoglykömie zu bewahren. Die tritt nur bei relativer Insulinüberdosierung auf, also bei exogen zugeführtem Insulin. Genaueres müsste ich aber jetzt auch nachsehen...

Zitat:
Zitat von Mr.Spock
Welche Konzentration muss denn die Zuckerlösung besitzen, um diese Reaktion auszulösen?
Das war ja nur eine theoretische Annahme, ich glaube nicht, dass dieser Effekt jemals beobachtet worden wäre. Oder bkommt hier jemand vom Limo trinken Hunger? Mehr Zucker pro Volumen ist ja selten...
sonic_hedgehog ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.02.2006, 00:36   #12   Druckbare Version zeigen
hanuta Männlich
Mitglied
Beiträge: 257
AW: Süßstoffe und ihre Wirkung auf die Insulinausschüttung

Die Insulinsekretion wird gesteuert über die extraazelluläre Glucosekonzentration. Allerdings wird der Vorgang moduliert, z.B. hemmen Adrenalin und Noradrenalin die Insulinsekretion, bei der Nahrungsaufnahme und -verdauung freigesetzte Enterohormone wie GIP (gastrisches inhibitorisches Peptid) oder GLP-1 (Glucagon-ähnliches-Peptid) stimulieren die Insulinsekretion. Deswegen führt z.B. Glucose oral zu höheren Insulinspiegeln als die gleiche Menge i.v..

Das ist keine direkte Antwort auf die Frage, aber vielleicht hilft es weiter.
__________________
Wer nichts weiß, muß alles glauben. [Marie von Ebner-Eschenbach]
hanuta ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.03.2006, 23:29   #13   Druckbare Version zeigen
Mr.Spock  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 48
AW: Süßstoffe und ihre Wirkung auf die Insulinausschüttung

Vielleicht mag ja einer von euch der mehr Ahnung hat als ich bei Wikipedia diese Seite bearbeiten?
Mr.Spock ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.03.2006, 13:08   #14   Druckbare Version zeigen
sonic_hedgehog Männlich
Mitglied
Beiträge: 479
AW: Süßstoffe und ihre Wirkung auf die Insulinausschüttung

Zitat:
Zitat von Mr.Spock
Vielleicht mag ja einer von euch der mehr Ahnung hat als ich bei Wikipedia diese Seite bearbeiten?
Erledigt!

Ich habe auch nochmal ein paar Minuten gesucht um Forschungsarbeiten zu finden, die das gesagte untermauern:

In PubMed einfach zu finden:

Teff et al: Sweet taste: effect on cephalic phase insulin release in men, Physiol Behav. 1995 Jun;57(6):1089-95
so wie
Morricone et al: Food-related sensory stimuli are able to promote pancreatic polypeptide elevation without evident cephalic phase insulin secretion in human obesity, Horm Metab Res. 2000 Jun;32(6):240-5

Grüße, sonic_hedgehog
sonic_hedgehog ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.03.2006, 00:51   #15   Druckbare Version zeigen
Mr.Spock  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 48
AW: Süßstoffe und ihre Wirkung auf die Insulinausschüttung

Gerade habe ich im Fernsehen etwas über Placebos gesehen. Den Patienten/Versuchspersonen wurde eine Woche land ein Medikament und eine Flüssigkeit zum Trinken gegeben und die Wirkung des Medikaments überwacht. Nach einer Woche gab man den Versuchspersonen nur noch ein Placebo, ohne dass sie es wussten, und diese Flüssigkeit. Der Körper reagierte (wie exakt weiß ich nicht) jedenfalls noch so, als würde er das Medikament zugeführt bekommen.
Jetzt ist mir der Gedanke gekommen, dass es sich hier evtl. auch um einen Placebo-Effekt handeln könnte. Süßer Geschmack = entsprechende Reaktion des Körpers auf die Erwartung von Zucker. Was meint ihr dazu?
Mr.Spock ist offline   Mit Zitat antworten
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