Allgemeine Chemie
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Alt 06.01.2006, 17:21   #1   Druckbare Version zeigen
kuckida  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 118
Entsorgung Natriumborhydrid

Ich muß nächste Woche eine 0,1%ige Natriumborhydridlösung ansetzen und hab jetzt schon mal geschaut wie ich mit dem Zeug umgehen muss.
Habe leider keine praktische Erfahrung mit dem Stoff und die Sicherheitsdatenblätter machen mich etwas nervös.

Als Entsorgungshinweis steht, man soll es vorsichtig in Methanol einrühren und dabei entstehenden Wasserstoff sicher ableiten.
Da stellt sich nun bei mir die Frage: bedeutet sicher ableiten unter den Abzug stellen? Oder welche andere Möglichkeiten gibt es denn da noch?
Und muss ich mir bei 1L einer 0,1% igen Lösung da wirklich Gedanken drüber machen, oder ist das dann so wenig Wasserstoff, daß es nicht der Rede wert ist. Und wieviel Methanol soll ich denn dann nehmen?

Und kann ich den Feststoff ganz normal im Wasser lösen, oder muss ich dabei auch irgendwas ableiten?
kuckida ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.01.2006, 17:29   #2   Druckbare Version zeigen
Lupovsky Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.363
AW: Entsorgung Natriumborhydrid

Natriumborhydrid zersetzt sich nur recht langsam in MeOH, selbst in Wasser ist es noch als Lösung verwendbar.
Was ist denn das Lösungsmittel der 0.1 %igen Lösung?
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Dirk

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Lupovsky ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.01.2006, 17:32   #3   Druckbare Version zeigen
Kryolith Männlich
Mitglied
Beiträge: 531
AW: Entsorgung Natriumborhydrid

Zitat:
Zitat von kuckida
Da stellt sich nun bei mir die Frage: bedeutet sicher ableiten unter den Abzug stellen? Oder welche andere Möglichkeiten gibt es denn da noch?
Eine andere Möglichkeit wäre eine Rückflussapparatur mit Gasausleitungsrohr am Rückflusskühler.
Zitat:
Zitat von kuckida
Und muss ich mir bei 1L einer 0,1% igen Lösung da wirklich Gedanken drüber machen, oder ist das dann so wenig Wasserstoff, daß es nicht der Rede wert ist.
bei einer 0,1%igen Lösung würde ich das ganze ohne Bedenken in einem Becherglas o.ä. im Abzug machen.
Zitat:
Zitat von kuckida
Und wieviel Methanol soll ich denn dann nehmen?
Das kannst du ja einfach über die Reaktionsgleichung ausrechnen. Ansonsten kipp halt einfach einen guten Schuss rein. Du siehst ja, wenn sich kein Wasserstoff mehr bildet. Außerdem würde ich Wasser nehmen.

Gruß
Kryolith

EDIT: @Lupovsky Mit was würde man es dann entsorgen? Essigsäure? Salzsäure?
Kryolith ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.01.2006, 17:38   #4   Druckbare Version zeigen
Lupovsky Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.363
AW: Entsorgung Natriumborhydrid

Zitat:
Zitat von Kryolith
EDIT: @Lupovsky Mit was würde man es dann entsorgen? Essigsäure? Salzsäure?
Verdünnte Säure wäre wohl am angebrachtesten. Einfach die Säure vorlegen und die NaBH4 langsam zutropfen.
__________________
Dirk

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Lupovsky ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.01.2006, 09:33   #5   Druckbare Version zeigen
kuckida  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 118
AW: Entsorgung Natriumborhydrid

Die 0,1%ige Lösung ist natürlich in Wasser gelöst.

Und das mit der schwachen Säure würde ich jetzt eher nicht machen, da in dem Sicherheitsdatenblatt ausdrücklich steht, daß das Zeug nicht in Kontakt mit Säuren geraten soll. Ich dachte man nimmt Methanol, weil die Reaktion relativ langsam abläuft.

Wie geht denn die Reaktionsgleichung mit Methanol?
kuckida ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.01.2006, 11:40   #6   Druckbare Version zeigen
Tino71 Männlich
Moderator
Beiträge: 6.935
Blog-Einträge: 41
AW: Entsorgung Natriumborhydrid

Auf dem Sicherheitsdatenblatt steht drauf, daß man NaBH4 nicht mit Säuren in Kontakt bringen soll - weil es dann nämlich kaputtgeht. Daraus folgt direkt: wenn Du das NaBH4 kaputtmachen willst, dann nimm, wie mehrfach gesagt, eine schwache verdünnte Säure, in die Du tropfenweise und schön unter Rühren und gegebenenfalls mit Eisbadkühlung (sollte aber nicht nötig sein, m.E.) die NaBH4-Lösung einträgst. Wenn Du ganz sichergehen willst, daß sich dabei wirklich kein zündfähiges Wasserstoff-/Luftgemisch bildet, mach das ganze in einem Gefäß, durch das Du einen kräftigen Stickstoffstrom durchbläst: Dreihalskolben mit Gaseinlaß/-auslaß und Tropftrichter.
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Tino71 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.01.2006, 13:50   #7   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Entsorgung Natriumborhydrid

Bei einer so verdünnten Lösung ist keine Kühlung erforderlich.
Im Abzug unter Rühren tropfenweise mit Essigsäure versetzen, bis die Gasentwicklung aufgehört hat und dann noch ein Stündchen stehenlassen.

Gruß,
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Alt 09.01.2006, 14:41   #8   Druckbare Version zeigen
kuckida  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 118
AW: Entsorgung Natriumborhydrid

Na gut, ihr meint also, ich sollte die Sicherheitsdatenblätter ignorieren und statt Methanol Essigsäure nehmen. In Ordnung. Denn dann kann die Lösung doch nachdem sie abreagiert ist in den Ausguss da Natriumtetraborat entstanden ist, oder?

Könnte mir denn zum besseren Verständniss noch jemand die Reaktionsgleichungen mit Wasser, Methanol und Essigsäure sagen?
kuckida ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.01.2006, 21:17   #9   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Entsorgung Natriumborhydrid

Zitat:
Zitat von kuckida
Na gut, ihr meint also, ich sollte die Sicherheitsdatenblätter ignorieren und statt Methanol Essigsäure nehmen.
Auf Benzinkanistern steht auch: leichtentzündlich - von Zündquellen fernhalten, nicht rauchen etc. Und da gibt es Leute, die kippen sowas in Fahrzeugtanks, von wo aus es in den Motor befördert wird, in dessen Zylindern Zündkerzen lauern, die ständig Funken produzieren.
Wieder andere schütten Spritus in Spiritusbrenner und zünden das Zeug an, obwohl das Sicherheitsdatenblatt dringend davor warnt...

Nee, nee, wie leichtsinnig...

Gruß,
Franz
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Alt 09.01.2006, 21:54   #10   Druckbare Version zeigen
Kryolith Männlich
Mitglied
Beiträge: 531
AW: Entsorgung Natriumborhydrid

Zitat:
Zitat von FK
Auf Benzinkanistern steht auch: leichtentzündlich - von Zündquellen fernhalten, nicht rauchen etc. Und da gibt es Leute, die kippen sowas in Fahrzeugtanks, von wo aus es in den Motor befördert wird, in dessen Zylindern Zündkerzen lauern, die ständig Funken produzieren.
Wieder andere schütten Spritus in Spiritusbrenner und zünden das Zeug an, obwohl das Sicherheitsdatenblatt dringend davor warnt...

Nee, nee, wie leichtsinnig...

Gruß,
Franz
wie zynisch

@kuckida
Man sollte selbstverständlich keinen Brocken NaBH4 in irgendeine konzentrierte Säure schmeißen. Bei einer 0,1%-igen Lösung sollte nicht allzu viel passieren

@FK
Man sollte auch keinen Kanister Benzin über ein brennendes Objekt wie eine Kerze schütten

Gruß
Kryolith
Kryolith ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.01.2006, 19:59   #11   Druckbare Version zeigen
1307561 Männlich
Mitglied
Beiträge: 7
AW: Entsorgung Natriumborhydrid

Hallo,
Wenn man zu Natriumborhydrid Wasser beigibt wird Wasserstoff freigesetzt u. Natriummethaborat (borax) bleibt übrig. Das kann man dann in den Ausguß schütten da borax auch in Waschmitteln verwendet wird.

Bin ich da richtig informiert?

Jetzt hätte ich eine Frage.

Wie kann ich den ganzen Prozeß umkehren. (Natriummethaborat zu Natriumborhydrid rückführen). Im www habe ich nichts gefunden.

Mit freundlichen Grüßen
1307561 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.01.2006, 20:13   #12   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Entsorgung Natriumborhydrid

Willkommen bei uns!
Zitat:
Zitat von 1307561
Hallo,
Wenn man zu Natriumborhydrid Wasser beigibt wird Wasserstoff freigesetzt u. Natriummethaborat (borax) bleibt übrig.
Bin ich da richtig informiert?
In wässriger Lösung geht die Wasserstoffentwicklung gaaaaanz langsam.
Irgendwann entsteht Natriumborat, aber kein Borax (Natriumtetraborat).
Zitat:
Wie kann ich den ganzen Prozeß umkehren. (Natriummethaborat zu Natriumborhydrid rückführen).
So umständlich, dass ich uns das erspare. Vergiss es.

Gruß,
Franz
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Alt 27.01.2006, 21:41   #13   Druckbare Version zeigen
Der verrückte Engländer Männlich
Mitglied
Beiträge: 153
AW: Entsorgung Natriumborhydrid

Zitat:
Zitat von ehemaliges Mitglied
Also das verstehe ich nun nicht mehr. Aus welchem Grund sollte sich das Zeug in Methanol zersetzen, wenn es sogar in Wasser beständig ist ?
Natriumborhydrid ist formell nicht in Wasser beständig, sondern es regiert mit dem Wasser bzw der Protonen unter Basenbildung. In alkalischer wässriger Lösung ist Natriumborhydridlösung jedoch mangels Protonen beständig.
Mit Methanol reagiert Natriumbrohydrid jedoch bekanntermassen langsam unter Zersetzung; man kann zwar mit Methanolischer Natriumborhydrid arbeiten sie ist jedoch nicht wirklich stabil. Grund vermutlich Bildung des Borsäureesters, nehme ich mal an.
Der verrückte Engländer ist offline   Mit Zitat antworten
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