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Alt 13.12.2005, 15:43   #1   Druckbare Version zeigen
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Zink Eisen und Wasser

Hallo zusammen,

ich bin neu hier und chemisch betrachtet ein absoluter Laie. Da ich aber beruflich (Werbung) einen chemischen Vorgang erklären muss, brauche ich fachliche aber verständliche Hilfe.

Ein Hersteller von Stahlblechen für Bedachungen behauptet, dass sich seine Platten "selbst heilen". Sie bestehen aus verzinktem Stahl, der lackiert und beschichtet ist. Werden alle Schichten bis auf den Stehl hinunter beschädigt, würde ich als Laie denken: "Das fängt bald an zu rosten." Tut es wohl aber nicht. "Die Zinkionen wandern dahin und verschließen die Stelle", sagt der Hersteller.

Frage: Stimmt das so? Kann man das noch besser erklären?

Ich bin gespannt auf eure Antworten!

Grüße
Joachim
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Alt 13.12.2005, 19:19   #2   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Zink Eisen und Wasser

Stichwort Opferanode : Zink wird solange oxidiert wie noch Zink da ist. Das muss auch nicht zwingend an der "verletzten" Stelle sein. Erst wenn die ganze Zinkschicht integral zu ZnO geworden ist, würde das Eisen anfangen zu rosten. Aber das kann dauern. Insgesamt bietet die Verzinkung von Eisen einen sehr guten und preiswerten Korrosionsschutz, insofern hat dein Lieferant nicht gelogen.

lg
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"Old geochemists never die, they merely reach equilibrium." (Antonio C. Lasaga ?)
ricinus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.12.2005, 12:02   #3   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
AW: Zink Eisen und Wasser

@ehemaliges Mitglied und ricinus
Erst einmal vielen Dank für eure Antworten. Ich will das ganze aber noch einmal zusammenfassen, um zu sehen ob ich auch alles richtig verstanden habe.

Das Zink schützt die Stahlschicht. Es selbst wird durch die zusätzlichen Lackschichten bzw. durch die Oxidation zu ZnO geschützt. Schneidet man jetztso eine Platte durch (z.B. um sie in der Größe anzupassen) liegt der Aufbau ja offen, eben als Schnitt. Von oben nach unten: Lack, Zink, Eisen, Zink, Lack. Da das Zink jetzt mit Luft und/oder Feuchtigkeit in Kontakt kommt bildet sich wieder ZnO. Dieses nimmt mehr Raum ein, quillt also auf und legt sich so über die freie Stelle im Stahl, der in diesem Fall 0,5 mm dick ist. So ist der Stahl wieder geschützt.

Alles richtig?

LG Joachim
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Alt 14.12.2005, 22:01   #4   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Zink Eisen und Wasser

Ja, ist richtig. Wie gross dieser "Quelleffekt" tatsächlich ist, kann ich aber nicht beurteilen, und das Schöne an der Verzinkung ist, dass Stahl nicht rostet, selbst wenn er freiliegt und dem Sauerstoff und Wasser ausgesetzt ist, solange er an irgendeiner Stelle elektrisch leitend mit dem Zink verbunden ist - und das ist ja beim Aufbringen einer Zinkschicht auf das Eisen der Fall. Schiffsrümpfe werden ja nicht verzinkt, sondern einfach im Innern des Schiffes leitend mit einem Block massiven Magnesiums verbunden, welches als "Opferanode" wirkt. Solange noch Opfermaterial da ist (in deinem Fall Zink) kann der Stahl nicht rosten, selbst wenn er blankliegt.

Ich will damit sagen, dass der Quell- oder Selbstheilungseffekt der Zn Schicht gar nicht mal nötig ist, um den Stahl zu schützen. Das ist er nämlich sowieso, solange noch irgendwo auf dem Blech Zink drauf ist...

lg
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