Allgemeine Chemie
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Allgemeine Chemie Fragen zur Chemie, die ihr nicht in eines der Fachforen einordnen könnt, gehören hierher.

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Alt 03.12.2005, 22:41   #1   Druckbare Version zeigen
Paheka  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 31
Versuche rund um Cola

Hallo
Ich muss bis Dienstag ein Protokoll über ein Praktikum rund um Cola schreiben und weiß da bei einigen Dingen nicht weiter. Wäre echt klasse wenn mir jemand helfen kann.

1.) Der Deckel einer Coladose ist ja aus Aluminium (haben wir mit Dichte ermittelt), doch der Zylinder und der Boden sind im Gegensatz zum Deckel magnetisch. Welche Metalle bzw. welches Metall ist denn im Boden und im Zylinder enthalten?

2.) Ich weiß nicht wie die Reaktionsgleichung von der Reaktion lautet: Eisen(II)sulfat in destilliertes Wasser geben und Kaliumhexacyanoferat(III)-Lösung dazugeben. Mein Ansatz:
FeSO4 * 7 H2O + H2O + K3[Fe(CN)6] ---> ?

3.) Wenn man aus dem Zylinder zwei Probestreifen schneidet und einen kräftig an beiden Seiten schmirgelt ist nur bei dem geschmirgelten Streifen bei Zugabe von Salzsäure und rotem Blutlaugensalz eine Blaufärbung zu erkennen. Warum findet nur beim geschmirgelten Streifen eine Reaktion statt?

4.) Die Verhältnisormel von rotem Blutlaugensalz ist ja K3[Fe(CN)6]. Die Cyanidionen sind einfach negativ geladen (CN-). Welche Ladung haben die anderen beiden Ionensorten?
Das ist doch K+ und Fe2+, oder?

5.) Wenn man eine Zuckerlösung mit Zucker und Wasser mit dem gleichen Zuckergehalt wie in Cola herstellt, schmeckt diese ja deutlich süßer. Warum ist dies so?


Ich hoffe, dass jemand so viel Zeit hat um mir die Fragen zu beantworten.
Paheka ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.2005, 22:44   #2   Druckbare Version zeigen
kaliumcyanid Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.824
AW: Benötige Hilfe bei Versuchen rund um Cola

Eigene Vorschläge?
kaliumcyanid ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.2005, 22:53   #3   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Benötige Hilfe bei Versuchen rund um Cola

Zitat:
Zitat von Paheka
Hallo
Ich muss bis Dienstag ein Protokoll über ein Praktikum rund um Cola schreiben und weiß da bei einigen Dingen nicht weiter. Wäre echt klasse wenn mir jemand helfen kann.

1.) Der Deckel einer Coladose ist ja aus Aluminium (haben wir mit Dichte ermittelt), doch der Zylinder und der Boden sind im Gegensatz zum Deckel magnetisch. Welche Metalle bzw. welches Metall ist denn im Boden und im Zylinder enthalten?
Wenns magnetisch ist, kommt nicht mehr soviel in Frage : da es kaum Nickel sein wird, tippe ich mal auf Eisenblech ?
Zitat:
2.) Ich weiß nicht wie die Reaktionsgleichung von der Reaktion lautet: Eisen(II)sulfat in destilliertes Wasser geben und Kaliumhexacyanoferat(III)-Lösung dazugeben. Mein Ansatz:
FeSO4 * 7 H2O + H2O + K3[Fe(CN)6] ---> ?
Bei der Reaktion von Fe(II) Ionen mit Hexacyanoferrat(III) entsteht sog. Turnbulls Blau, ein Farbstoff mit wechselnder Zusammensetzung je nach Fällungsbedingungen. Du kannst es der Einfachheit halber so formulieren :

3 Fe2++2 [Fe(CN)6]3-=Fe3[Fe(CN)6]2
Zitat:
3.) Wenn man aus dem Zylinder zwei Probestreifen schneidet und einen kräftig an beiden Seiten schmirgelt ist nur bei dem geschmirgelten Streifen bei Zugabe von Salzsäure und rotem Blutlaugensalz eine Blaufärbung zu erkennen. Warum findet nur beim geschmirgelten Streifen eine Reaktion statt?
Weil das Blech oberflächlich mit irgendeiner Schutzschicht überzogen sein wird. Früher hat man Blechbüchsen verzinnt, das wird aber bei der Cola nicht der Fall sein...(zu teuer). In Frage kämen noch Zn und Al, aber Zn wirds wohl auch nicht sein. Al wäre eine Möglichkeit, oder es ist ein organisches Polymer drüber (i.e. Plastik)
Zitat:
4.) Die Verhältnisormel von rotem Blutlaugensalz ist ja K3[Fe(CN)6]. Die Cyanidionen sind einfach negativ geladen (CN-). Welche Ladung haben die anderen beiden Ionensorten?
Das ist doch K+ und Fe2+, oder?
In dem roten Blutlaugensalz ist Fe(III). Drei positive Ladungen auf dem Fe(III) und 6 negative vom Zyanid macht zusammen 3 negative für das Hexacyanoferrat(III)-Komplexion. Von daher muss das Anion im Salz an drei Kalium K+ Ionen gebunden sein...
Zitat:
5.) Wenn man eine Zuckerlösung mit Zucker und Wasser mit dem gleichen Zuckergehalt wie in Cola herstellt, schmeckt diese ja deutlich süßer. Warum ist dies so?
Ich habe das noch nie probiert, aber ich denke mal, dass die Saccharose in der Cola bereits zu Glucose und Fructose ("Invertzucker") gespalten ist. In frischem Zuckerwasser liegt sie noch grösstenteils dimer, also als Saccharose vor. Glucose/Fructose und Saccharose unterscheiden sich afaik in ihrer Süsskraft. Ich weiss aber nicht, ob diese Erklärung zutrifft. Hinzu kommt noch, dass Cola Phosphorsäure enthält, welche ebenfalls süss (und sauer) schmeckt.

lg
__________________
"Old geochemists never die, they merely reach equilibrium." (Antonio C. Lasaga ?)
ricinus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.2005, 22:54   #4   Druckbare Version zeigen
Methanol Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.449
AW: Benötige Hilfe bei Versuchen rund um Cola

Zitat:
2.) Ich weiß nicht wie die Reaktionsgleichung von der Reaktion lautet: Eisen(II)sulfat in destilliertes Wasser geben und Kaliumhexacyanoferat(III)-Lösung dazugeben. Mein Ansatz:
FeSO4 * 7 H2O + H2O + K3[Fe(CN)6] ---> ?
denk mal nach, das Wasser und Sulfat spielen hier keine Rolle

Zitat:
5.) Wenn man eine Zuckerlösung mit Zucker und Wasser mit dem gleichen Zuckergehalt wie in Cola herstellt, schmeckt diese ja deutlich süßer. Warum ist dies so?
gug mal auf Wikipedia, bei den Inhaltsstoffen ist eine Säure die dafür verantwortlich ist(und den pH von 2,5 erzeugt)(ihr habt das gebräu trinken müssen? muss ja grauenhaft schmecken)

Zitat:
1.) Der Deckel einer Coladose ist ja aus Aluminium (haben wir mit Dichte ermittelt), doch der Zylinder und der Boden sind im Gegensatz zum Deckel magnetisch. Welche Metalle bzw. welches Metall ist denn im Boden und im Zylinder enthalten?
Müsste ebenfalls bei wikipedia stehen, magnetismus

4 ist richtig

EDIT: zu langsam...
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mfg Methanol

Bevor ihr eine Frage stellt bitte zuerst hier und hier suchen

There are 10 sorts of people. Those, who understand binary code and those, who don't understand binary code.
Methanol ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.2005, 23:00   #5   Druckbare Version zeigen
zarathustra Männlich
Moderator
Beiträge: 11.540
AW: Benötige Hilfe bei Versuchen rund um Cola

Zitat:
1.) Der Deckel einer Coladose ist ja aus Aluminium (haben wir mit Dichte ermittelt), doch der Zylinder und der Boden sind im Gegensatz zum Deckel magnetisch. Welche Metalle bzw. welches Metall ist denn im Boden und im Zylinder enthalten?
Eisen, Cobalt und Nickel sind magnetisch, letztere beiden wird man aber kaum für Getränkedosen verwenden, also Eisen...

Zitat:
2.) Ich weiß nicht wie die Reaktionsgleichung von der Reaktion lautet: Eisen(II)sulfat in destilliertes Wasser geben und Kaliumhexacyanoferat(III)-Lösung dazugeben. Mein Ansatz:
FeSO4 * 7 H2O + H2O + K3[Fe(CN)6] ---> ?
Damit Du noch ein bisschen was selbst machen musst: Such mal mit unter "Berliner Blau", das ist Dein Reaktionsprodukt...

Zitat:
3.) Wenn man aus dem Zylinder zwei Probestreifen schneidet und einen kräftig an beiden Seiten schmirgelt ist nur bei dem geschmirgelten Streifen bei Zugabe von Salzsäure und rotem Blutlaugensalz eine Blaufärbung zu erkennen. Warum findet nur beim geschmirgelten Streifen eine Reaktion statt?
Mit dem roten Blutlaugensalz kannst Du ja Eisen nachweisen (vergl. Aufgabe 2), die Tatsache, dass ohne abschmirgeln kein Eisen aus dem Blech freigesetzt wird könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Dose lackiert ist und diese Lackschicht erstmal entfernt werden muss, um das Metall mit Salzsäure lösen zu können.

Zitat:
4.) Die Verhältnisormel von rotem Blutlaugensalz ist ja K3[Fe(CN)6]. Die Cyanidionen sind einfach negativ geladen (CN-). Welche Ladung haben die anderen beiden Ionensorten?
Das ist doch K+ und Fe2+, oder?
Die Lösung steckt doch schon im Namen:
"...ferrat(III)" -> Fe3+
Macht ja auch Sinn, wenn man bedenkt, dass Kalium K+ ist und Cyanid CN-. Das Eisen muss also als Fe3+ vorliegen, damit das Salz bei 6 negativen Ladungen vom Cyanid und 3 postiven Ladungen vom K+ ingesamt ungeladen ist...

Zitat:
5.) Wenn man eine Zuckerlösung mit Zucker und Wasser mit dem gleichen Zuckergehalt wie in Cola herstellt, schmeckt diese ja deutlich süßer. Warum ist dies so?
Was ist denn außer Zucker, Wasser und 'n bisschen Farbstoff in Cola drin? Wohl doch hauptsächlich Säuren (Kohlensäure, Citronensäure und Phosphorsäure) und die sind des Rätsels Lösung.

Gruß,
Zara
__________________
Ich habe zwar auch keine Lösung, aber ich bewundere das Problem!
zarathustra ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.2005, 23:20   #6   Druckbare Version zeigen
Paheka  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 31
AW: Benötige Hilfe bei Versuchen rund um Cola

Echt klasse, ihr habt mir mal wieder richtig geholfen.
Ein richtig dickes Dankeschön

Damit ich vielleicht auch noch etwas dazusteuern kann, das ich noch herausgefunden habe: Bei der Schicht, die bei der Dose über dem Eisen ist, handelt es sich um sogenanntes Weißblech (falls ihr es noch nicht wusstet )
Hier steht's: http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fblech
Paheka ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.2005, 23:51   #7   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Benötige Hilfe bei Versuchen rund um Cola

Weissblech ist das von mir genannte verzinnte Eisenblech. Solches wird aber afaik für Coladosen nicht (mehr ?) verwendet, allenfalls noch für Konservendosen. Der Nachteil der Verzinnung besteht ja darin, dass wenn die Schicht einmal an einer Stelle zerstört wird, das Eisen dann unter der Schicht integral wegrostet (weil ein Lokalelement entsteht mit dem zu allem Überfluss edleren Sn).

lg

EDIT @Zarathustra : Berliner Blau ensteht durch Reaktion von Eisen(III) mit Hexacyanoferrat(II). Das andere (Eisen(II) + Hexacyanoferrat(III)) nennt man Turnbulls Blau.
__________________
"Old geochemists never die, they merely reach equilibrium." (Antonio C. Lasaga ?)
ricinus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.12.2005, 00:07   #8   Druckbare Version zeigen
zarathustra Männlich
Moderator
Beiträge: 11.540
AW: Benötige Hilfe bei Versuchen rund um Cola

Zitat:
Zitat von ricinus
@Zarathustra : Berliner Blau ensteht durch Reaktion von Eisen(III) mit Hexacyanoferrat(II). Das andere (Eisen(II) + Hexacyanoferrat(III)) nennt man Turnbulls Blau.
Es hat sich ja mittlerweile herausgestellt, dass Turnbulls Blau und Berliner Blau identisch sind, insofern weiß ich nicht, ob man unbedingt an dieser historischen Unterscheidung festhalten muss....

Gruß,
Zara
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Ich habe zwar auch keine Lösung, aber ich bewundere das Problem!
zarathustra ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 04.12.2005, 11:10   #9   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Benötige Hilfe bei Versuchen rund um Cola

Zitat:
Zitat von zarathustra
Es hat sich ja mittlerweile herausgestellt, dass Turnbulls Blau und Berliner Blau identisch sind, insofern weiß ich nicht, ob man unbedingt an dieser historischen Unterscheidung festhalten muss....
Ja, Mössbauer sei Dank.

lg
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