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Alt 12.11.2005, 08:50   #1   Druckbare Version zeigen
Link Inverse  
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Themenersteller
Beiträge: 227
Radical clocks ?

Hilo

Was versteht man eigentlich unter "radical clocks" ?
Link Inverse ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.11.2005, 09:27   #2   Druckbare Version zeigen
ork Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.373
AW: Radical clocks ?

Zitat:
Zitat von Link Inverse
Was versteht man eigentlich unter "radical clocks" ?
Auf deutsch Radikaluhren - ich dachte hier mal was dazu geschrieben zu haben, ist aber leider nicht zu finden.
Radikaluhren sind Moleküle, die je nach Reaktionsmechanismus (also bevorzugt radikalischem) unterschiedliche Produkte liefern. Wenn Du also ein charakteristisches Umlagerungsprodukt rausbekommst kannst Du annehmen, dass der Mechanismus radikalisch war.

Hier mal ein Bild dazu aus M. Merkx, D. A. Kopp, M. H. Matthew, J. L. Blazyk, J. Müller, S.J. Lippard, Angew. Chem. 2001, 113, 2879:
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ork ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.11.2005, 15:37   #3   Druckbare Version zeigen
Tsunami Männlich
Mitglied
Beiträge: 228
AW: Radical clocks ?

na ja, die Erklärung von ork weist in die richtige Richtung.

Eine Radical Clock ist genau folgendes:

Es handelt sich um eine kinetisch genau untersuchte Radikalumlagerung, die als innerer Zeitmesser für eine andere zu untersuchende Radikal(ketten)Reaktion herangezogen wird.

Prominentestes Beispiel ist die Radikalcyclisierung des 5-Hexenyl-Radikals in das Cyclopentylmethyl-Radikal. Die Geschwindigkeit dieser unimolekularen Reaktion wurde genau gemessen, z.B. mit kinetischer EPR bei tiefer Temperatur.

Man kann nun eine andere Reaktion der beiden genannten Radikale, z.B die Reaktion mit einem anderen Alken (Addition an Acrylonitril) oder die H-Abfangreaktion untersuchen. Je nach Geschwindigkeit derselben wird mehr Folgeprodukt aus dem einen oder aus dem anderen Radikal der "Radical-clock-Reaktion" gebildet, die quasi als innere Uhr das Verhältnis kontrolliert.

Man kann so einfach die absolute Geschwindigkeitskonstante der beiden Konkurrenzreaktionen bestimmen.

Diese elegante Methode wurde von Keith U. Ingold entwickelt. (Ich weiß das so genau, weil ich diese Methode schon selbst eingesetzt habe.)

Alles klar?
Tsunami ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.11.2005, 11:46   #4   Druckbare Version zeigen
ork Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.373
Zitat:
Zitat von Tsunami
Es handelt sich um eine kinetisch genau untersuchte Radikalumlagerung, die als innerer Zeitmesser für eine andere zu untersuchende Radikal(ketten)Reaktion herangezogen wird.
Aha, hat also wirklich etwas mit Zeitmessung zu tun.
Ich hatte mal in einem Vortrag mit untenstehendem Molekül die Aufmerksamkeit eines (Star Trek-interessierten) Kommilitonen erregt und konnte dann nicht beantworten, wieso das Ding Radikaluhr heißt. In meiner Vorbereitungsliteratur wurde der Begriff nämlich nicht so streng wie von Dir beschrieben verwendet.
Angehängte Grafiken
Dateityp: gif Radikaluhr.gif (2,2 KB, 43x aufgerufen)
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ork ist offline   Mit Zitat antworten
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