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Alt 09.10.2005, 12:36   #1   Druckbare Version zeigen
azur01  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 525
Reinigung von Stahl

Hallo,
bin gerade auf der Suche nach Reinigungsverfahren bei der Stahlrückgewinnung und bin dabei auf folgenden Artikel gestoßen:

Zitat:
Wir erfahren, dass mit riesigen eigens angefertigten Absauganlagen die beim Einschmelzprozess freiwerdenden Rauchgase gereinigt werden, wobei der entstehende Staub, der einen Zinkoxidanteil von ca. 30% aufweist, zu Zinkpellets verarbeitet und dann verkauft wird.
Quelle:
http://www.heimschule-lender.de/index.php?id=331

Mir ist nicht klar, wie beim Einschmelzen des Stahls ein Zinkrauch entsteht. Weiß jemand dazu mehr?

azur
azur01 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.10.2005, 13:05   #2   Druckbare Version zeigen
Allchemist Männlich
Mitglied
Beiträge: 2.129
AW: Reinigung von Stahl

Ein großer Teil des Stahls wird durch verzinken gegen Korrosion geschützt.
Dieses Zink findet sich dann im SChrott wieder.
Allchemist ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.10.2005, 13:17   #3   Druckbare Version zeigen
azur01  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 525
AW: Reinigung von Stahl

aber warum kann man den entfernen, indem man den Stahl zum Schmelzen bringt?
azur01 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.10.2005, 13:28   #4   Druckbare Version zeigen
Lupovsky Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.363
AW: Reinigung von Stahl

Da der Siedepunkt von Zink (907°C) niedriger als der Schmelzpunkt des Stahles ist (ca. 1500°C).
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Dirk

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Alt 09.10.2005, 13:35   #5   Druckbare Version zeigen
azur01  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 525
AW: Reinigung von Stahl

aha. Hatte bei wikipedia nach Zinkoxid geschaut und das hat einen Schmelzpunkt von 1975°C. Das Zink siedet also und regiert mit dem Sauerstoff in der Luft zu Zinkoxid. Weil dieses einen sehr hohen Siedpunkt hat, wird es als Rauch abgesaugt.

Aber, wenn Zink als Korosionsschutz gedient hat, werden Teile davon auch in oxidierter Form vorkommen. Wie bekommt man das aus dem Stahl raus?
azur01 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.10.2005, 13:39   #6   Druckbare Version zeigen
Lupovsky Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.363
AW: Reinigung von Stahl

Das befindet sich in der Schlacke auf der Schmelze.
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Dirk

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Alt 09.10.2005, 13:48   #7   Druckbare Version zeigen
azur01  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 525
AW: Reinigung von Stahl

danke. Gibt es noch irgendwelceh Verfahren, um Stoffe, die eine höhere Dichte als Eisen haben, herauszufiltern.
azur01 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.10.2005, 14:30   #8   Druckbare Version zeigen
Lupovsky Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.363
AW: Reinigung von Stahl

Die meisten Metalle mit einer höheren Dichte als Stahl, die in Stahl bzw. Roheisen vorkommen können, sind Metalle mit einem niedrigeren Siedepunkt (z.B. Blei). Diese werden destillativ entfernt. Andere Metalle werden oxidiert (Sauerstofflanze) und mit der Schlacke abgeführt.
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Alt 10.10.2005, 19:08   #9   Druckbare Version zeigen
azur01  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 525
AW: Reinigung von Stahl

das heißt, man bekommt alles, was man nicht haben möchte aus dem Stahl raus. Im normalen Hochofen wird ja außerdem Eisenoxid durch Kohlenmonoxid reduziert.
Gibt es etwas ähnliches beim Elektrolichtbogenofen? Zwar haben die Eisenoxide und Eisenhydroxide alle eine geringere Dichte als Eisen, sodass diese mit der Schlacke entfernt werden könnten, aber gibt auch dort die Möglichkeit der Reduktion, sodass man Ressourcen spart?

azur
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Alt 11.10.2005, 08:27   #10   Druckbare Version zeigen
Edgar Männlich
Mitglied
Beiträge: 4.044
AW: Reinigung von Stahl

Im Elektroofen schmilzt man immer auch Roheisen zusammen mit dem Stahlschrott ein, dieses enthält viel (bis 4%) Kohlenstoff.
'Alles' bekommt man übrigens nicht raus. Blei z.B. kann durchaus ein Problem werden wenn man mit dem Schrott viel bleihaltige Rostschutzfarben einschmilzt, dann muss man mit sauberem Schrott auch mal verdünnen. Andere Beimengungen wie Mn oder Si sind in gewissen Grenzen erwünscht. Ganz und gar unerwünscht sind vor allem P und S. Das Thomasverfahren (Windfrischen mit basischer Schlacke) zeigt beispielhaft wie Stahlreinigung funktioniert.
Edgar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.10.2005, 19:18   #11   Druckbare Version zeigen
azur01  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 525
AW: Reinigung von Stahl

Zitat:
Metalle werden oxidiert (Sauerstofflanze) und mit der Schlacke abgeführt
Auf welche Metalle bezieht sich das? Das würde doch z.B. für Kupfer gelten. (recht hoher Siedepunkt und hohe Dichte, während Kupfer-I-Oxid einen Schmelzpunkt bei läppischen 1000°C hat)

zum Thomasverfahren habe ich dieses hier gefunden:

Zitat:
Zitat von wikipedia
Die "Thomas-Birne" ist mit einer basisch wirkenden Dolomitstein- oder Dolomit-Teer-Mischung ausgemauert und eignet sich vor allem für das Schmelzen von phosphorreichen Eisenerzen.

Der zu Phosphorpentoxid oxidierte Phosphor wird mit dem als Zuschlag beigefügten Kalkstein verschlackt ("Thomasschlacke") und kommt fein gemahlen unter der Bezeichnung "Thomasmehl" als Phosphatdünger in den Handel.
Gibt man in einem Hochofen/Elektrolichtbogenofen auch Dolomit hinzu, um Phosphor zu oxidieren und weiß jemand, wie die reaktionsgleichung dazu aussieht?

cu azur
azur01 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.10.2005, 11:32   #12   Druckbare Version zeigen
Edgar Männlich
Mitglied
Beiträge: 4.044
AW: Reinigung von Stahl

Zitat:
Zitat von azur01
Auf welche Metalle bezieht sich das? Das würde doch z.B. für Kupfer gelten. (recht hoher Siedepunkt und hohe Dichte, während Kupfer-I-Oxid einen Schmelzpunkt bei läppischen 1000°C hat)
Kupfer geht nicht, das ist zu edel - ist aber auch kein problem, niemand er seine 5 Sinne beieinander hat würde wertvolles Kupfer mit Eisen mengen.


Zitat:
Gibt man in einem Hochofen/Elektrolichtbogenofen auch Dolomit hinzu, um Phosphor zu oxidieren und weiß jemand, wie die reaktionsgleichung dazu aussieht?
Man gibt Kalk dazu, doch hauptsächlich um die Schlacke schön dünnflüssig zu machen, weil sich der Kalk mit Silikaten zu einem niedrigschmelzenden "Kalkglas" verbindet.
Der Dolomit oxidiert den P nicht, sondern er entzieht ihn durch Bindung aus dem Reaktionsgleichgewicht:
4 P + 5 O2 <> P4O10
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