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Allgemeine Chemie Fragen zur Chemie, die ihr nicht in eines der Fachforen einordnen könnt, gehören hierher.

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Alt 28.06.2005, 08:00   #1   Druckbare Version zeigen
kat1 Männlich
Moderator
Themenersteller
Beiträge: 4.404
Möglichst schnelle Korrosion

Hallo,

ja auch von mir gibts mal wieder ne Chemie-Frage, wenn auch keine der üblichen

Folgendes Problem, wir wollen den Korrosionsschutz mit bestimmten Methoden testen und vergleichen. Dazu gibt es ja die schön genormten Methoden der Bewitterungstests im Salzsprühnebel und mit Schwitzwasser. Die dauern nur leider meist einige Wochen. Hat jemand ne Idee, wie man die Korrosion künstlich beschleunigen kann, ich kann ja mal meine Gedanken hier aufschreiben. Ich hatte an ein Tauchbad für die Probekörper gedacht (natürlich immer wieder eintauchen und rausnehmen aber ohne komplett abzutrocknen). Im Tauchbad ne möglichst hohe Salzkonzentration und evtl. ein saures Milieu (wobei ich mir da über Art und pH-Wert noch nicht 100% sicher bin, das Ganze soll ja schon noch ne Sauerstoffkorrosion sein )

So jetzt warte ich mal auf einige weitere Vorschläge.
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Mfg Uwe

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kat1 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.06.2005, 08:09   #2   Druckbare Version zeigen
Muzmuz  
Mitglied
Beiträge: 5.976
AW: Möglichst schnelle Korrosion

naja, es kommt auf die abstriche an, die du der authentizität zumuten darfst
bei korrosionsversuchen soll ja "normale" korrosion simuliert werden
da jene jedoch jahre oder gar jahrzehnte dauern kann, sprengt das den zeitrahmen üblicher experimente
(was bringt einem 30jährigen wissenschafter ein experiment, dessen resultate erst zu seiner pensionierung oder nach seinem ableben bekannt sind oder einer firma, die bis dahin in konkurs getreten ist ?)

jegliches beschleunigen bringt eine abweichung von den bedingungen im feld und zu abstrichen in der aussagekraft der ergebnisse
die gängigen methoden sind im einzelfall wohl der beste kompromiss zwischen zeitaufwand und aussagekraft
erst wenn du auf noch mehr aussagekraft verzichten kannst, kannst du dir weitere zeitersparnis "erkaufen"

lg,
Muzmuz
Muzmuz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.06.2005, 08:14   #3   Druckbare Version zeigen
kat1 Männlich
Moderator
Themenersteller
Beiträge: 4.404
AW: Möglichst schnelle Korrosion

Mir ist das schon klar, ich würde auch ohne weiteres auf eine gängige Methode zurückgreifen, wenn es mir hier um meine Arbeit ginge. Da dies aber nur ein kleines Projekt ist, welches von Studenten während dieses Semesters bearbeitet wird, muss es eben schneller gehen. Dass die Aussagekraft leidet, kann ich nicht ändern, das muss dann in deren Abschlussbericht

Aber ich will mit der Notenvergabe nicht noch 3 Monate oder ein halbes Jahr warten müssen.
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Mfg Uwe

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kat1 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.06.2005, 08:22   #4   Druckbare Version zeigen
schlumpf  
Mitglied
Beiträge: 1.885
AW: Möglichst schnelle Korrosion

Köcheln in Salzsäure

(das machen Autohersteller, um dem geschätzten Kunden die Überlegenheit ihrer teuren Originalersatzteile über Billigprodukte zu demonstrieren)
schlumpf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.06.2005, 08:55   #5   Druckbare Version zeigen
Muzmuz  
Mitglied
Beiträge: 5.976
AW: Möglichst schnelle Korrosion

bäh...in salzsäure kochen....pfui

das geht viel zu schnell
nimm lieber etwas lustigeres, wie cola
ist auch sauer, korrosiv, jedoch nicht gar so ratzeputz wie HCl und viel weniger chlorid drin (was eher zur "sauerstoff-korrosion" beiträgt)

lg,
Muzmuz
Muzmuz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.06.2005, 09:06   #6   Druckbare Version zeigen
Redictor Männlich
Mitglied
Beiträge: 139
AW: Möglichst schnelle Korrosion

In der Metallindustrie, die auch keine Zeit für jahrelanges Warten hat, werden elektrochemische Tests durchgeführt. Beispielsweise mit Eintauchen des Metalls in die "Grüner Tod"-Lösung. Dann wird mit einem Potentiostaten ein bestimmtes Potential an das Metall gelegt. Wenn du deine Korrosionslösung dann vielleicht noch ein bisschen warm machst, kannst du selbst höchstligierte Edelstähle binnen weniger Stunden kaputt bekommen. Beispielsweise bekommst du mit wässrigen Lösungen von Chlorid-Salzen bei Edelstählen vornehmlich eine Induktion von Lochkorrosionserscheinungen.
Ich habe selber mal an einem Projekt gearbeitet bei dem es darum ging, ein bestimmtes Potential zu halten, und bei jedem Versuch nur die Temperatur der Lösung zu erhöhen. Erst ab einer bestimmten Temeratur konnte man Korrosionserscheinungen feststellen und die waren dann charakteristisch für das Metall (Legierung) und seine Verarbeitung.
__________________
schütten, gucken, fritten
Redictor ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.06.2005, 09:18   #7   Druckbare Version zeigen
schlumpf  
Mitglied
Beiträge: 1.885
AW: Möglichst schnelle Korrosion

Zitat:
Zitat von Muzmuz
bäh...in salzsäure kochen....pfui

das geht viel zu schnell
nimm lieber etwas lustigeres, wie cola
ist auch sauer, korrosiv, jedoch nicht gar so ratzeputz wie HCl und viel weniger chlorid drin (was eher zur "sauerstoff-korrosion" beiträgt)

lg,
Muzmuz
hm, bei Phosphorsäure gibt es eventuell Passivierungseffekte durch unlösliches Phosphat an der Oberfläche.

Man muß es in der Salzsäure auch nicht kochen, einlegen über Nacht reicht ja vielleicht.
schlumpf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.06.2005, 10:59   #8   Druckbare Version zeigen
Muzmuz  
Mitglied
Beiträge: 5.976
AW: Möglichst schnelle Korrosion

ja, die passivierungseffekte helfen ja, erstens den zeitraum nicht ZU kurz werden zu lassen und zweitens die teilweise passivierung (zumindest hemmung) der zersetzung, die beim feldversuch auch stattfindet, auch im experiment beobachten zu können

lg,
Muzmuz
Muzmuz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.06.2005, 11:43   #9   Druckbare Version zeigen
kat1 Männlich
Moderator
Themenersteller
Beiträge: 4.404
AW: Möglichst schnelle Korrosion

Danke für die Tipps soweit, das Köcheln werde ich bleiben lassen, einlegen und ein wenig die Temperatur erhöhen, sollte ausreichen.
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Mfg Uwe

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kat1 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.06.2005, 13:49   #10   Druckbare Version zeigen
Tino71 Männlich
Moderator
Beiträge: 6.935
Blog-Einträge: 41
AW: Möglichst schnelle Korrosion

Hm... warum ausgerechnet ne nichtoxidierende Säure? Ich hätte mich jetzt spontan für eine recht gut verdünnte (1molar oder weniger) Salpetersäure entschieden... aber da kann man jetzt wieder lange drüber diskutieren...
__________________
Vor dem Gesetz sind alle Katzen grau
Tino71 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.06.2005, 13:58   #11   Druckbare Version zeigen
kat1 Männlich
Moderator
Themenersteller
Beiträge: 4.404
AW: Möglichst schnelle Korrosion

Ich bin nach wie vor für jede Diskussion offen.

Dieser "Grüne Tod" enthält ja nach meiner Recherche auch zum größten Anteil Schwefelsäure und nur ein wenig Salzsäure und Kupfer- sowie Eisenchlorid.
__________________
Mfg Uwe

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