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Alt 24.06.2005, 17:56   #1   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Dopingtest: Furosemid und Indol-Derivat

Ich habe es gerade journalistisch mit einem Doping Fall zu tun. Dabei wurde in der
A-Probe der Urinprobe Furosemit nachgewiesen, was laut gültigen
Anti-Doping Bestimmungen ein unerlaubtes Mittel ist (weil es die Nachweisbarkeit anderer Dopingmittel verhindert). In der B-Probe die aus der gleichen
Urinprobe stammt, wurde 3 Wochen später kein Furosemit mehr gefunden. Da sowas vorher noch nie passiert war, wurden die Proben weiteruntersucht.
Dabei fand man in der A-Probe ein "mögliches Indol Derivat" das in der
B-Probe ebenfalls nicht vorhanden war (Zitat in Englisch: A possible
indol derivative in the A-sample was not present in the B-sample.) Jetzt meine Frage: Ist es möglich dass dieses Indol Derivat zu irgendeiner chem.
Reaktion geführt hat, wodurch beide (Furosemit und Indol) im Urin nicht mehr nachweisbar waren?
Antworten bitte falls möglich an meine email: dabiathlet et gmx.de
Danke!
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Alt 24.06.2005, 18:21   #2   Druckbare Version zeigen
Tsunami Männlich
Mitglied
Beiträge: 228
AW: Dopingtest: Furosemit und Indol Derivat

gemeint ist wohl Furosemid, ein bekanntes Diuretikum.

Diuretika sind die einzigen Dopingmittel, die keine Leistungsstärkung, sondern viel eher eine Schwächung der Leistung des Athleten hervorrufen.
Ihre Wirkung besteht darin, dass sie den größten Teil des im Körper gespeicherten Wassers abführen, da sie die Nierenfunktion verändern. Beispiele für verbotene Mittel sind Acetazolamid, Furosemid und Marsalyl. Anwendungen finden Diuretika in Sportarten mit Gewichtsklassen wie Judo und Ringen, bei denen der Sportler unbedingt sein Gewicht halten muss da er bei Wettkämpfen sonst nicht startberechtigt ist. Auch beim Skispringen und im Pferdesport wird dieses Dopingmittel eingesetzt, da die Sportler extrem leicht sein müssen, um gute Leistungen zu erzielen. Im Bodybuilding finden Diuretika ihre Anwendung, da möglichst viele Muskeln des Athleten sichtbar sein sollten. Wird der Körper entwässert, verringert sich auch die Größe von Fettzellen um Muskeln, da diese Wasser speichern. Dies hat zur Folge, dass der Muskel besser zu sehen ist. Starke Diuretika sind in der Lage in wenigen Stunden einen starken Wasserverlust herbeizuführen,
der eine Gewichtsverringerung von ein bis drei Kilogramm mit sich bringen kann.
In Dopingkontrollen sind Diuretika schwer nachzuweisen, da sie größtenteils mit dem Urin aus dem Körper gespült werden. Aufgrund dieser Wirkung werden Diuretika oftmals benutzt, um den Nachweis anderer Dopingmittel zu erschweren (Maskierung).

Durch den starken Wasserverlust können natürlich alle Substanzenn und deren Metabolite ausgeschwemmt werden, wies nicht auch ein Indolderivat, etwa Tryptophan etc.
Tsunami ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.06.2005, 18:46   #3   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Dopingtest: Furosemit und Indol Derivat

Welche Relevanz die Anwesenheit irgendeines "möglichen" Indolderivats haben soll, ist mir schleierhaft.
Heißt ja wohl dass etwas gefunden wurde, was möglicherweise ein Indolderivat ist oder aber auch nicht...

Gruß,
Franz
__________________
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Alt 24.06.2005, 19:58   #4   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
AW: Dopingtest: Furosemit und Indol Derivat

Mir ist das Ganze auch schleierhaft! Vor allem, da die Sportart keine der genannten sondern eine Ausdauersportart ist. Deswegen könnte meiner Meinung nach das Furosemid nur der Verschleierung gedient haben. Bleibt aber imer noch die Frage wie es sein kann, dass in der A-Probe Furosemid und ein Indolderivat zu finden war, in der B-Probe aber nicht! Die Proben enstammen wie schon erwähnt einem Test, die Proben werden erst nach der Abgabe durch den Athleten von einem offiziellen Doping Kontrolleur getrennt und beim ganzen Test sind laut dem Verband keine Fehler aufgetreten, sprich Verunreinigungen oder ähnliches sollten auszuschließen sein.
Der Athlet wurde übrigens schon im Winter freigesprochen.
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Alt 24.06.2005, 20:28   #5   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
AW: Dopingtest: Furosemit und Indol Derivat

Zitat:
Dabei wurde in der A-Probe der Urinprobe Furosemit nachgewiesen, was laut gültigen Anti-Doping Bestimmungen ein unerlaubtes Mittel ist (weil es die Nachweisbarkeit anderer Dopingmittel verhindert). In der B-Probe die aus der gleichen Urinprobe stammt, wurde 3 Wochen später kein Furosemit mehr gefunden.
Dass sich biologische Proben nach drei Wochen (welche Lagerung) verändern können, ist eigentlich nichs Neues.

Und willkommen hier!
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.06.2005, 21:04   #6   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
AW: Dopingtest: Furosemit und Indol Derivat

Hab gerade mal wegen der Lagerung nachgelesen. Da steht nichts spezielles in den Anti Doping Bestimmungen. Die Proben kommen in Fläschchen oder sowas ähnliches und werden so schnell wie möglich zum Labor gebracht. Wobei ich mir das "so schnell wie möglich" nicht so einfach vorstelle, wenn man aus dem tiefsten Tschechien bis nach Köln muss.
Wie solche Proben in Labors normalerweise gelagert werden weiß ich natürlich nicht.
Veränderungen an den Proben können aber nicht das Problem gewesen sein, da das Ergebnis aus dem ersten Test irgendwann in den letzten Wochen in einem anderen Labor bestätigt wurde (das Labor das auch das Indolderivat gefunden hat). Der erste Test hatte im Januar stattgefunden. Das heißt, dann hätte sich doch auch die A-Probe in der Zwischenzeit verändern müssen oder?
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Alt 24.06.2005, 21:18   #7   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
AW: Dopingtest: Furosemit und Indol Derivat

Zitat:
Der erste Test hatte im Januar stattgefunden. Das heißt, dann hätte sich doch auch die A-Probe in der Zwischenzeit verändern müssen oder?
Wenn beide gleich behandelt wurden.

Banaler Vergleich : Käse bei +10°C und bei +25° drei Wochen gelagert.
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.06.2005, 22:45   #8   Druckbare Version zeigen
CO-Küchler Männlich
Mitglied
Beiträge: 2.797
AW: Dopingtest: Furosemit und Indol Derivat

Zitat:
Dass sich biologische Proben nach drei Wochen (welche Lagerung) verändern können, ist eigentlich nichs Neues.
Na hoffentlich arbeitet der entsprechende Sport-Verband mit zertifizieten/akkreditieren Laboren, die sowohl Probennahme als auch Lagerung so durchführen, dass eben gerade durch Transportwege/Lagerung/Sonstiges falsche Ergebnisse völlig ausgeschlossen werden können...
__________________
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Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799)
CO-Küchler ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 24.06.2005, 23:27   #9   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
AW: Dopingtest: Furosemit und Indol Derivat

Tschechien ./. Köln

Ob da die Standards vergleichbar sind?
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.06.2005, 09:54   #10   Druckbare Version zeigen
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nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Dopingtest: Furosemit und Indol Derivat

In Tschechien wurde nur die Probe genommen. Da fand der Wettkampf statt. Dann war die erste Analyse von a- und b-probe in Köln, die zweite Analyse in Rom.
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