Allgemeine Chemie
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Alt 01.01.2002, 21:40   #1   Druckbare Version zeigen
Drosophila2001  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 40
Frage Laborwerkstoffe und -geräte

Kann mir jemand bei den folgenden Fragen helfen?

1. Was versteht man unter "Passivieren"?

2. Warum läßt sich Cr mit konzentrierter Salpetersäure passivieren?

3. Warum dfarf man Platintigel nicht mit leuchtender Flamme erhitzen?

4. Warum verhindert ein Zinküberzug auf Stahlblech bei Beschädigung
des Überzugs das Rosten des Stahls?


Wäre sehr dankbar, wenn jemand von Euch Licht in das Dunkel bringen könnte.

Also falls ich`s später vergesse: Danke
Drosophila2001 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.01.2002, 21:58   #2   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
Viele Fragen :

Zitat:
1. Was versteht man unter "Passivieren"?
Manche Metalle haben die Eigenschaft, auf ihrer Oberfläche eine dünne, sehr dichte Oxidschicht aufzubauen, die das Metall vor weiteren Angriffen schützt.

Bsp.: Aluminium : sollte mit Wasser (vom Nornalpotential her) unter Wasserstoffentwicklung reagieren (unedles Metall). Das tut es aber nicht (dünne Schicht aus Alox). Die Schutzschicht kann man sogar noch verstärken; und in diese kann man Farbkörper einlagern (schaue mal unter ->ELOXALVERFAHREN).

Zitat:
2. Warum läßt sich Cr mit konzentrierter Salpetersäure passivieren?
Salpetersäure wirkt oxidierend.

Zitat:
3. Warum darf man Platintigel nicht mit leuchtender Flamme erhitzen?
Weiss ich im Moment nicht. Also eine Vermutung : In der leuchtenden Flamme ist viel Russ (=Kohlenstoff) enthalten, der sich mit dem Platin legieren könnte (so etwa wie Stahl). Dabei könnte ein recht sprödes (bröselndes) Material entstehen.

Zitat:
4. Warum verhindert ein Zinküberzug auf Stahlblech bei Beschädigung des Überzugs das Rosten des Stahls?
Gerade das tut es nicht! Solange die Zinkschicht i.O. ist, ist das Eisen geschützt (Zink ist zwar unedler als Fe, aber es wird halt passiviert). Sobald die Schicht verletzt ist, führt das zu sogenannten ->LOKALELEMENTEN, und dann geht es erst richtig los (mit dem Rosten).
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.01.2002, 22:03   #3   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
zum Pt-Tiegel kann ich nur sagen, dass er vom Ruß angegriffen wird... wie war in meiner Literatur leider nicht zu finden...

Passivierung ist meines Wissens das Überziehen eines Metalls mit einer Oxidschicht...
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Alt 01.01.2002, 22:15   #4   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
Doch noch was gefunden :

Platin darf in keinem Fall mit einer leuchtenden Flamme in Berührung kommen, da es gegenüber Kohlenmonoxid im Glühzustand hochempfindlich ist. Deshalb Platintiegel ausschließlich mit nichtleuchtender Flamme glühen, und darauf achten, daß der Tiegel den inneren (reduzierenden) Flammenkegel nicht berührt. Eine Veraschung im Platintiegel hat unter genügender Luftzufuhr zu erfolgen.


Quelle :

http://www2.chemie.uni-erlangen.de/people/Markus_Hemmer/aaskurs/bglm_12.htm

Wobei mir nicht klar ist, was bei Platin zu reduzieren ist. Meine Theorie mit der Legierungsbildung halte ich für wahrscheinlicher.

Ist hier kein Metalluroge?
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.01.2002, 22:28   #5   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
Re: Viele Fragen :

Zitat:
Originalnachricht erstellt von bm
Gerade das tut es nicht! Solange die Zinkschicht i.O. ist, ist das Eisen geschützt (Zink ist zwar unedler als Fe, aber es wird halt passiviert). Sobald die Schicht verletzt ist, führt das zu sogenannten ->LOKALELEMENTEN, und dann geht es erst richtig los (mit dem Rosten).
Sicher? Also, ich mein, mal gelernt zu haben, dass auch ein löchriger Zinkmantel schützt, weil er eben zuerst oxidiert wird (Stichwort: "Opferelektrode")
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Alt 01.01.2002, 22:35   #6   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
Widerspricht sich nicht :

Zink ist unedler als Fe, also zuerst geht das Zink flöten (Opferanode) und dann das Eisen. Die Schutzfunktion des Verzinkens entfällt (über kurz oder lang) auf jedenfall.
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.01.2002, 00:27   #7   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
Re: Widerspricht sich nicht :

Zitat:
Originalnachricht erstellt von bm
Die Schutzfunktion des Verzinkens entfällt (über kurz oder lang) auf jedenfall.
Ja, das schon, aber ein Zinkmantel schützt eben, auch wenn er nicht mehr heile ist.

Zitat:
Wobei mir nicht klar ist, was bei Platin zu reduzieren ist. Meine Theorie mit der Legierungsbildung halte ich für wahrscheinlicher.

Ist hier kein Metalluroge?
Ich bin zwar keiner, aber ich vermute doch stark, dass sich mit dem Kohlenmonoxid das Carbonyl bildet, reduziert wird da wohl nichts. btw: Allerdings sind Carbonylplatinat-Anionen bekannt.
Dass der Ruß dem Platin was ausmachen sollte, glaub ich eher nicht. Außerdem wäre das per Definition keine Legierung.




Geändert von Last of the Sane (02.01.2002 um 00:51 Uhr)
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Alt 02.01.2002, 08:44   #8   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
Eisen-Kohlenstoff-Legierungen

sind doch Stähle (+andere Zuschlagsstoffe). Oder nicht?
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.01.2002, 10:26   #9   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
Jander-Blasius :

bm ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 02.01.2002, 11:22   #10   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
Zink und Eisen:

Verzinktes Eisen ist, solange sich noch Zink auf der Oberfläche des Eisens befindet, vor Oxidation geschützt (das Zink fungiert als "Opferanode").
Bei VERZINNTEM Eisen (Weißblech) ist es umgekehrt, hier rostet es kräftig, sobald die Verzinnung beschädigt ist, da Zinn edler als Eisen ist. Wird schon mal verwechselt.

Gruß,
Franz
FK ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.01.2002, 15:23   #11   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
@bm: Ja, stimmt schon. Hab mich nochmal im Jander/Blasius und im Römpp belesen. Sobald wenigstens eine Komponente des Gemischs ein Metall ist, spricht man tatsächlich von Legierung.

@FK: Genau, kann man bei alten Getränkedosen beobachten, vielleicht hat bm das verwechselt.
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Alt 02.01.2002, 15:27   #12   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
Nein, war mir schon klar,

dass erst das Zink oxidiert wird und das Eisen. Und beim Verzinnen ist das gerade umgekehrt. Sieht man auch an der Spannungsreihe.
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.01.2002, 15:56   #13   Druckbare Version zeigen
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nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
Zitat:
Gerade das tut es nicht! Solange die Zinkschicht i.O. ist, ist das Eisen geschützt (Zink ist zwar unedler als Fe, aber es wird halt passiviert). Sobald die Schicht verletzt ist, führt das zu sogenannten ->LOKALELEMENTEN, und dann geht es erst richtig los (mit dem Rosten).
Ja, aber in Deinem ersten Beitrag hast Du geschrieben, dass ein löchriger Zinkmantel nicht schützt.
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Alt 02.01.2002, 16:17   #14   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
Zugegeben :

Unpräzise formuliert. Nicht dauerhaft schützt.

Das Problem hatte ich mal in der Praxis. Habe Balkongeländer anfertigen lassen, verzinken; und dann wollte der Schlosser zum befestigen der Bretter Löcher bohren (nach dem Verzinken, vorher kann man das schon). So besorgt man sich Folgeaufträge.
bm ist offline   Mit Zitat antworten
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