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Alt 03.05.2005, 10:27   #1   Druckbare Version zeigen
Rosentod Männlich
Moderator
Themenersteller
Beiträge: 9.244
Quecksilber

Folgendes Problem:
Wir haben hier Ekksikatoren, die seit 10 Jahren mit stark Hg-belastetem Boden und Wasser gefüllt sind. Hat jemand eine vernünftige Idee, wie man diese vernünftig (und sicher) leeren und reinigen kann?
Wie's im Augenblick aussieht, werden wir wohl alle 10 Ekksikatoren komplett entsorgen. (Was mir gegen den Strich geht.) Den Vorschlag unserer Entsorgungsstelle ("einfach auswischen") hat hier keiner Lust umzusetzen.
Bin für Vorschläge dankbar.
__________________
Lohnende Lektüre: die Kunst des Fragens (engl. Original: smart questions)
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Alt 03.05.2005, 10:44   #2   Druckbare Version zeigen
Muzmuz  
Mitglied
Beiträge: 5.976
AW: Quecksilber

es gibt absorptionspulver, extra für quecksilber
dieses saugt quecksilber auf, und das pulver kann dann bei den entsorgungsstellen übernommen werden

wenns kein solches pulver habts, tuts auch zinkstaub bzw zinkspäne
auch diese binden quecksilber verhorragend

lg,
Muzmuz
Muzmuz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.05.2005, 10:52   #3   Druckbare Version zeigen
Kriegerdaemon  
Mitglied
Beiträge: 781
AW: Quecksilber

Man kann Hg mit feinstverteiltem Schwefel in eine ungiftige Verbindung (Zinnober) überführen. Ich würde mir aus der Apotheke sulfuricum praecipitatum pulvis holen. Das ist ein das feinste, das man an Schwefel kriegen kann. Damit dann das kontaminierte Material behandeln. Das Hg ist dann nicht mehr flüchtig. Zinnober ist übrigens auch ein Erz. Es zersetzt sich an der Luft erst oberhalb von 400°C zu Hg und SO2. Es kommt also in der Natur vor und stellt somit die - hm, sagen wir mal umweltverträglichste Variante der Entsorgung von Hg dar. Überdies ist Schwefel in elementarer Form völlig ungiftig - man kann es also in großem Überschuss einsetzen ohne dass das Gefährdungspotential des Materials noch weiter zunimmt.

Für den Laborbedarf gibt es noch ein Zeug, das heißt Chemisorb oder so ähnlich und soll auch zu Bindung von Hg bei Unfällen im Labor sein. Man müsste mal sehen, was das ist. Wahrscheinlich Aktivkohle mit Schwefel oder Iod oder sowas.

Zu muzmuz' Beitrag:
Er hat völlig Recht - das geht super mit Zink, nur ist die Frage, ob mal das Material mit einem Schwermetall kontaminieren sollte um ein anderes zu binden. Letztendlich treibt man da den Teufel mit dem Belzebub aus...

Geändert von Kriegerdaemon (03.05.2005 um 11:01 Uhr)
Kriegerdaemon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.05.2005, 10:55   #4   Druckbare Version zeigen
Muzmuz  
Mitglied
Beiträge: 5.976
AW: Quecksilber

ja, geht auch
nur ist schwefel ist schlechter handhabbar (staubt) und schwer wegzuwischen
sehr lästig, vor allem bei exsikkatoren
ausserdem weiss ich nicht, wie schnell die absorption mit schwefel geht

zinkpulver ist gang und gäbe in den meisten labors, wo mit quecksilber gearbeitet wird, um ausgebüchstes Hg wieder einzubüchsen

lg,
Muzmuz
Muzmuz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.05.2005, 10:59   #5   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Quecksilber

Zitat:
Zitat von Kriegerdaemon
sulfuricum praecipitatum pulvis
Sulfur praecipit. usw.

Schwefelblüte eignet sich nur bedingt, und auch nur für metallisches Hg. Doch es gibt besseres : Mercurisorb (von Roth bspw.) bindet metallisches Hg in einem sehr stabilen Silberamalgam (siehe thread hierzu im forum irgendwo).
Iodkohle für Quecksilberdämpfe.

Ich persönlich würde den Boden aus den Exsikkatoren in Entsorgungssäcke füllen (oder füllen lassen) und dem Entsorgungsunternehmen überlassen. Die Exsikkatoren selbst müssen doch nicht entsorgt werden, einfach gut mit Wasser und Seife innen schrubben und fertig.

lg
ricinus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.05.2005, 11:08   #6   Druckbare Version zeigen
Kriegerdaemon  
Mitglied
Beiträge: 781
AW: Quecksilber

Danke für die Korrektur, Ricinus!
sulphuricum ist ja Sulfat, ne?

Ah Mercurisorp heißt das! Danke Ricinus!

Ja, okay - das muss man selbst entscheiden, ob man eine Hg-belastete Bodenprobe mit makroskopischen Mengen Silber (auch ein Schwermetall) behandelt. Die Frage ist außerdem, ob man damit auch Hg+-Ionen binden kann.
Hat jemand ne Ahnung?
Kriegerdaemon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.05.2005, 14:12   #7   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Quecksilber

Zitat:
Zitat von Kriegerdaemon
Danke für die Korrektur, Ricinus!
sulphuricum ist ja Sulfat, ne?
Ja.
Zitat:
Ah Mercurisorp heißt das!
Fast. Mercurisorb (von ab- oder adsorbieren).

lg
ricinus ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 03.05.2005, 14:18   #8   Druckbare Version zeigen
kaliumcyanid Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.820
AW: Quecksilber

Mercurisorb ...ich muss da an "das Leben des Brian" denken. Immer dieses wiederporstige Quecksilper

Es gibt doch auch so kleine Kästen, da ist ne Hg-Zange, Mercurisorb, Iodkohle und noch irgendwas drinne. Is aber wohl zu teuer...

Zitat:
ausgebüchstes Hg wieder einzubüchsen


Zitat:
Die Frage ist außerdem, ob man damit auch Hg+-Ionen binden kann.
Hat jemand ne Ahnung?
Ich würd sagen, das kommt auf das Anion an, ob das das Hg mit der entsprechenden Substanz wieder hergibt.

Würds eigentlich was bringen, wenn man durch eine Säure das Hg in das jeweilige Salz überführt, und dann die Lösungen entsorgt? Is bei Exsikkatoren wohl zu umständlich, und wenn man was verlabbert, HgCl2-Lsg. aufm Arm is net so toll.
Wieviel Quecksilber ist eigentlich in den Exsikkatoren drin?

Zitat:
Zitat von Römpp
Hat sich das verschüttete Quecksilber sehr fein zerteilt, so kann man sich behelfen durch Aufstreuen Hg-bindender Stoffe wie Mercurisorb®, Schwefel-Blumen (drückt den Hg-Dampfdruck). Zink-Staub zusätzlich mit CuSO4·5H2O, Kupfer-Pulver, Iodkohle, frischen Zink- und Messing-Feilspänen, durch Aufsaugen mit speziellen Vakuumpipetten oder mit PU-Schaumstoffen oder auch durch Aufbringen von Trockeneis und Zusammenfegen der erstarrten Kügelchen oder durch Aufnehmen mittels Klebstreifen. Mit Thiol-Gruppen-haltiger Cellulose, speziellen Ionenaustauschern (IMAC) od. 1,3,5-Triazin-2,4,6-trithiol (TMT) lassen sich Hg-Spuren aus wäss. Lsg. beseitigen.
kaliumcyanid ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.05.2005, 16:00   #9   Druckbare Version zeigen
Rosentod Männlich
Moderator
Themenersteller
Beiträge: 9.244
AW: Quecksilber

Zitat:
Zitat von kaliumcyanid
Wieviel Quecksilber ist eigentlich in den Exsikkatoren drin?
Nach 10 Jahren weiß das niemand mehr. Die ehem. Doktorandin, die die Versuche damals durchgeführt hat, soll inzwischen berufsunfähig sein.
Ich habe gerade erfahren, dass sich unsere Feuerwehr jetzt der Sache annimmt, weil sich sonst niemand daran traut.
__________________
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