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Allgemeine Chemie Fragen zur Chemie, die ihr nicht in eines der Fachforen einordnen könnt, gehören hierher.

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Alt 04.12.2001, 14:06   #1   Druckbare Version zeigen
PB  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 102
Richtig pipettieren

Hi

Wie pipettiert man richtig bzw. genau.
Ich verwende Kolbenipetten mit einem Glaskolben zum aufziehen am Ende.
Wird dieser Kolben bis zum Ende "hineingeschoben" und dann die abzumessende Flüssigkeit angesaugt oder wird der Kolben zu erst ein Stück angehoben (=Luft angesaugt)?
Wird der Kolben beim entleeren bis zum Ende durchgedrückt bzw. bleibt die Restflüssigkeit in der Pipette (=gehört nicht mehr zur angemessenen Menge) (die Pipette ist auf EX/Ausfluss geeicht)?
Wie ist es mit dem an der Pipette hängenden Tropfen, gehört der zu abgemessenen Menge dazu?

Wenn ich beispielsweise 1ml abmessen will, ziehe ich die Pipette bis 1ml auf und entleere sie dann, oder ziehe ich sie bis beispielsweise 3ml auf und lasse bis 2ml ablaufen? Oder ergeben beide Methoden die gleiche Menge?

So, das waren jetzt ne Menge Fragen
Ich hoffe jetzt auf ne Menge Antworten
PB
PB ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.12.2001, 15:13   #2   Druckbare Version zeigen
schlumpf  
Mitglied
Beiträge: 1.885
Messpipetten und Kolbenpipetten sind allgemein nicht besonders genau, jedenfalls ungenauer als Vollpipetten.

Ich kann dir vielleicht einen Tip geben, wie man es bei den Eppendorfpipetten macht. Pipettiere jeweils 1 ml auf beide Methoden und wiege den ml genau ab. 1 ml Wasser wiegt genau 1 g. So kannst du am besten abschaetzen, was du wirklich pipettiert hast.
schlumpf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.12.2001, 18:14   #3   Druckbare Version zeigen
Godwael Männlich
Moderator
Beiträge: 12.173
Blog-Einträge: 12
Allgemein gilt: Pipetten nicht durchpusten.
__________________
Gruß,
Fischer


Fischblog - powered by Spektrum der Wissenschaft
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Alt 04.12.2001, 22:47   #4   Druckbare Version zeigen
DirtyHarry  
Mitglied
Beiträge: 397
Kolbenpipetten...

mit Glaskolben eignen sich nicht für analytisches Arbeiten, sondern nur fürs Dosieren von sogenannten "unkritischen" Volumina, z.B. dem Abmessen einer Lösung eines Reaktanden oder von Lösungsmittel, wo es eben nicht so ganz auf die Genauigkeit ankommt.
Üblicherweise sind Glaskolbenpipetten für vollständiges Entleeren gedacht, d.h. du mußt durch langsames Drücken des Kolbens (möglichst) die gesamte Flüssigkeit aus der Pipette fließen lassen. Der "hängende Tropfen" gehört also raus aus der Pipette - aber wie gesagt, diese Art von Pipetten ist fürs genaue Dosieren ungeeignet und deshalb kommts eh nicht so drauf an! Sie gehört zum Pipettentyp B für präparatives Arbeiten, nicht zu Typ A oder AS, wie sie in der Analytik verwendet werden.
__________________
Dirty Harry

Weird Science.....
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Alt 04.12.2001, 23:39   #5   Druckbare Version zeigen
JJFox Männlich
Mitglied
Beiträge: 520
reversed-pipettieren

Ich habe gelernt, daß man besonders bei geringen Volumina reversed-pipettieren soll. D.h. zuerst ganz durchdrücken dann aufsaugen und schließlich bis zum ersten "Widerstand" rauslassen. Dadurch wird allgemein die Präzision erhöht und auch jegliche Aerosolbildung vermieden.
__________________
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Helmut Qualtinger
O5
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Alt 05.12.2001, 01:10   #6   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
Pipettieren ist m.E.

was antiquitiertes. Ok, geht schnell, aber heutzutage, wo in jedem Labor eine Feinwaage, die im Mikrogrammbereich wägt, steht, ist wägen das viel Genauere; wenn`s überhaupt drauf ankommt :

100 ml Vollpipette ./. 1 oder 2 Tropfen =

10000 mg ./. 100 mg = ca. 1% (bei Dichte = 1)
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.12.2001, 10:25   #7   Druckbare Version zeigen
JJFox Männlich
Mitglied
Beiträge: 520
man kann aber nicht alles was man pipettieren will einwägen.

mach mal einen ELISA ohne Pipette
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Helmut Qualtinger
O5

Geändert von JJFox (05.12.2001 um 17:22 Uhr)
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Alt 05.12.2001, 12:30   #8   Druckbare Version zeigen
DirtyHarry  
Mitglied
Beiträge: 397
Frage Pipettieren was antiquiertes?

@ bm:

Mein lieber bm, wenn du jemals ne Serienanalytik von mehreren hundert oder tausend Proben mittels Einwiegen durchgezogen hättest und dir jemand für die nächste Serie nen präzisen Pipettensatz geschenkt hätte, würdest du heute den Firmen Eppendorf und Co. auf den Knien rutschend danken, daß sie so präzise, im Mikroliterbereich arbeitende Pipetten entwickelt haben! Solche Pipetten können sich in puncto Präzision und Richtigkeit mit jeder Analysenwaage messen!
Analytik ist heutzutage nun mal zum Fließbandverfahren geworden und verlangt präzise Pipetten, wenn man die Fehlerrate niedrig halten will.
Fürs präparative Arbeiten werden Pipetten auch immer wichtiger, da man mittlerweile mit sehr kleinen Mikroansätzen arbeitet. Die großen Ansätze wie aus dem Org-Praktikum findest du zwar immer noch, meistens aber eher in der Entwicklung oder im Technikum, weniger in der Grundlagenforschung. Daher resultiert auch die immer mehr um sich greifende Unsitte, die Ausbeute eines Produkts über HPLC und dgl. zu bestimmen, anstatt sich die Mühe zu machen, ein Produkt aus der Reaktionsmischung zu isolieren, aufzuarbeiten und dann die Ausbeute des rein vorliegenden Produktes zu bestimmen - ist bei Mikroansätzen auch recht schwierig und sehr zeitaufwendig.
Aber es gibt ja sehr genaue Pipetten - Aliquot der Reaktionsmischung abziehen und rein in die HPLC oder GC...
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Dirty Harry

Weird Science.....
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Alt 05.12.2001, 22:13   #9   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
@ bm

pipettieren was antiquiertes
Ich hab mal eine Frage, was machst du beruflich oder im Studium.
Ich arbeite seit acht Jahren in einem analytischen Labor und bin heilfroh über unsere unendliche Auswahl an Pipetten.
Egal ob Mess- Voll- oder Kolbenhubpipetten.
Den Spass möchte ich mir mal geben, wenn du das alles einwiegen willst, was wir am Tag pipettieren müssen. Ich glaube du würdest dich vor Verzweiflung und Rückenschmerzen auf die Pipetten stürzen.
Sodenn noch viel Spass beim wiegen.

Ach ja wegen dem richtigen Pipettieren, es kommt immer darauf an, wie die Pipetten geeicht sind, bei einer EX-Pipette muss der letzte Tropfen "nach der Ablaufzeit" drinn bleiben, also bitte nicht mit aller Gewalt rausdrücken und schon gar nicht mit dem Mund pipettieren.
Bei Kolbenhubpipetten muss man auch auf die Auslaufzeit achten, so komisch das klingt die haben auch eine.
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Alt 05.12.2001, 22:39   #10   Druckbare Version zeigen
No Regrets  
Moderator
Beiträge: 3.073
Blog-Einträge: 1
es ist immer die frage was für eine analytik man betreibt

wenn man beispielsweise Bisphenol A im spurenbereich bestimmen will, oder bei m/z 149 quantifizieren möchte, sollte man auf alles verzichten was aus "Plastik" ist


ich benutze nur Einwegglaspipetten, Hamiltonspritzen und manchmal Meßzylinder

btw: beim einwiegen von 100µl Dichlormethan hab ich immer so meine probleme
No Regrets ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.12.2001, 23:51   #11   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
pipettieren was antiquiertes?

ok : für Serienanalytik und automatisierten Abläufen ist Pipettieren sicher das Mittel der Wahl. Daran habe ich ich dem Moment aber nicht gedacht.Wir gehen auch über die Volumenmessung (sprich Pipettieren), das geht in der Regel auch ganz gut, beispielsweise beim Einspritzen ins HPLC (Spritze), beim Titrieren, beim Dosieren von Reaktanten etc.Wir machen das vom Mikrogrammbereich (Analytik) bis in den Tonnenbereich (Produktion). Wir haben aber auch nicht wenige Probleme damit.

Für einmalige Analysen ist Wägen alle mal genauer, wenn auch (ein wenig) aufwendiger.

Dichormethan : Menge in Messkölbchen, Stopfen drauf.
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.12.2001, 00:15   #12   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
Ihr pipettiert im Tonnenbereich?
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Alt 06.12.2001, 00:51   #13   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
Pipettieren im übertragenen Sinn :

Kesselvolumen abstechen mit Messlatte bsp. 12800 l
G/V-Titer z.B. 10% GV, =1280 kg, ist.
soll : 1152 kg entspricht 11520 l.
Ablassen/Umpumpen von 11500 l in Reaktionskessel, Kontrolle per Messlatte.

Das ist Farbstoffproduktion, Menge ca. 20000 JaTo.

Kessel = Pipette (ok, etwas andere Form und Dimension)

Messlatte = interne Graduierung, statt aussen auf Glas geätzt.

Geändert von bm (06.12.2001 um 01:56 Uhr)
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Alt 06.12.2001, 15:24   #14   Druckbare Version zeigen
Blue Crystal  
Mitglied
Beiträge: 393
Re: reversed-pipettieren

Zitat:
Originalnachricht erstellt von JJFox
Ich habe gelernt, daß man besonders bei geringen Volumina reversed-pipettieren soll. D.h. zuerst ganz durchdrücken dann aufsaugen und schließlich bis zum ersten "Widerstand" rauslassen. Dadurch wird allgemein die Präzision erhöht und auch jegliche Aerosolbildung vermieden.
klingt interessant. ist das dann wirklich genau(er)? wer sagt das? und warum bekommt man das verfahren dann nicht auch gelehrt? was sagen die hersteller der pipetten dazu?
__________________
Das Maximalvolumen subterraner Agrarproduktivitäten steht in reziproker Relation zur mentalen Kompetenz ihres Produzenten.
Blue Crystal ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.12.2001, 20:35   #15   Druckbare Version zeigen
JJFox Männlich
Mitglied
Beiträge: 520
In der Schule hab ich das auch nicht gelernt.

Aber als ich in Zusammenarbeit mit der Uni dort meine Diplomarbeit (ELISA - Entwicklung) gemacht hab und da viel pipettiert wird, hat mein dortiger Prof. (eine Koryphäe auf dem Gebiet) gemeint, daß ich absolut falsch pipettiere. Dann hat er mir die Technik des "reversed pipettieren" erklärt und seine Vorteile aufgezählt.
Also glaube ich, daß es nicht so schlecht sein kann
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Helmut Qualtinger
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