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Alt 15.04.2005, 07:52   #1   Druckbare Version zeigen
expredator Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 1.011
säure ins wasser und net umgekehrt

hi,

ich hab vor 2 wochen n praktikum an der technischen uni hier gemacht, im fachbereich chemie. da sagte mein betreuer, dass man wasser nie in die säure geben soll, sondern die säure ins wasser zum verdünnen, weil....ja das hab ich vergessen. kann jemand den satz vervollständigen?

er sagte dann noch son "merksatz"

gib nie wasser in die säure,
sonst passiert das ungeheure


gruß

eX
expredator ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.04.2005, 08:24   #2   Druckbare Version zeigen
marve Männlich
Mitglied
Beiträge: 731
AW: säure ins wasser und net umgekehrt

Hallo,

ich kenn den Satz in der Form:

"Erst das Wasser, dann die Säure, sonst geschieht das ungeheure."

Du wirst beim Praktikum sicher mitbekommen haben, dass die Verdünnung von Säuren eine recht warme Angelegenheit ist. (Stichwort: Verdünnungsenthalpie) Wenn du's andersrum machst (also erst Säure, dann Wasser) kann die freisetzende Wärme das Wasser verdampfen, das aus deinem Becherglas rausspritzt und Tropfen deiner Säure mitreißt. Und das tut weh in den Augen.
marve ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.04.2005, 09:56   #3   Druckbare Version zeigen
Muzmuz  
Mitglied
Beiträge: 5.976
AW: säure ins wasser und net umgekehrt

yep, insbesondere bei schwefelsäure ist der wärmeeffekt groß

bei HNO3, HCl und Essigsäure (den anderen weit verbreiteten laborsäuren) ist der wärmeeffekt weniger der grund

was jedoch hier (so wie auch bei der schwefelsäure) passieren kann, ist das herausspritzen
wenn du eine flüssigkeit in eine andere schüttest und etwas herausspritzt, dann bestehen die tropfen hauptsächlich aus der komponente, die vorgelegen hat
wenn du also wasser in die säure schüttest, bestehen die spritzer eher aus säure, umgekehrt eher aus wasser
logisch, was weniger problematisch ist

lg,
Muzmuz
Muzmuz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.04.2005, 15:38   #4   Druckbare Version zeigen
expredator Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 1.011
AW: säure ins wasser und net umgekehrt

ups ja glaub so war der merksatz marve

also wenn ich das wasser in die säure geben würde, würde säure rauspritzen und wenn ich säure ins wasser gebe, kann die säre rausspritzen ?

warum spritzt da überhaupt was raus?? was meinst du marve mit verdünnungsenthalpie??
expredator ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.04.2005, 15:44   #5   Druckbare Version zeigen
Muzmuz  
Mitglied
Beiträge: 5.976
AW: säure ins wasser und net umgekehrt

wennst die eine flüssigkeit brav am rand des behälters abrinnen lässt, spritzt gar nix
aber wie es oft ist, kanns auch anders gehen
wenn das reingießen der flüssigkeit ein plätschern verursacht, hast unweigerlich auch spritzer, die mitunter ein aerosol bilden können
da wärs gscheit, wenn die spritzer und das aerosol so harmlos wie mögilch ist

lg,
Muzmuz
Muzmuz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.04.2005, 16:09   #6   Druckbare Version zeigen
marve Männlich
Mitglied
Beiträge: 731
AW: säure ins wasser und net umgekehrt

@expredator: Na, wenn du eine Flüssigkeit (schnell) in eine andere reinschüttest, spritzt die raus, die schon drinnen war.s War Wasser drin, wird's nur feucht, war Säure drin, wird's unangenehm.

Und das mit der Verdünnungsenthalpie müsstest du mal nen echten Chemiker fragen. Es ist so, dass die Säure dissoziiert und dabei eben Wärme freiwird. Glaub ich.
marve ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.04.2005, 16:14   #7   Druckbare Version zeigen
MTG Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.048
AW: säure ins wasser und net umgekehrt

ganz genau. und bei schwefelsäure ist die freiwerdende wärmemenge so gross, dass das wasser spontan verdampft und es deshalb spritzt.

alles klar?
MTG ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.04.2005, 17:52   #8   Druckbare Version zeigen
expredator Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 1.011
AW: säure ins wasser und net umgekehrt

hm also wenn man ja ne säure mischt, dissoziert die säure in hydroniumione und säurerestanion und da sich da die teilchen bewegen, entsteht energie, also wärme. und die wärme ist so groß, dass das wasser verdampft und die säure spritzt. aber warum spritzt die säure, wenn das wasser verdampft?

und wenn ich nun die säure ins wasser gebe, entsteht da keine (so große?)wäremenge, als wenn ich wasser in die säure gebe?

Geändert von expredator (15.04.2005 um 17:58 Uhr)
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Alt 15.04.2005, 18:22   #9   Druckbare Version zeigen
MTG Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.048
AW: säure ins wasser und net umgekehrt

also die wärmemenge die entsteht bezeichnet mal als dissoziationsenthalpie. diese entsteht bei der bildung der hydrathülle der ionen.

hast du schonmal wasser in heisses fett gegossen, bzw versucht brennendes fett mit wasser zu löschen? das ist der selbe effekt, den du beobachtest, wenn du etwas wasser zu konz. h2so4 gibst. das wenige wasser, was du dazugibst verdampft aufgrund der erwärmung und dir spritzt die sosses um die ohren. dazu kommt glaube ich noch, dass schwefelsäure eine ziemlich geringe spezifische wärmekapazität hat wenn mich nicht alles täuscht.
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Alt 15.04.2005, 18:25   #10   Druckbare Version zeigen
Muzmuz  
Mitglied
Beiträge: 5.976
AW: säure ins wasser und net umgekehrt

mit der wärme ist es nicht ganz so
anschaulich erkläre ich es am besten so:
die H+ sitzen vorher an der schwefelsäure
wenn du wasser dazugibst, löst sich die schwache bindung zur schwefelsäure und die starke bindung zum wasser entsteht
weiters entsteht auch eine starke bindung des säurerestes mit dem wasser, wo vorher fast keien war (konz schwefelsäure ist 98% ig, salzsäure hingegen nur 37% ig!)
bei entstehung starker bindungen wird viel energie (wärme) frei

die säure spritzs unweigerlich mit, wenn was rausspritzt
nimm dir mal einen strohhalm und blase damit luft in ein glas wasser
dort sollte dann eigentlich nur die luft rausblubbern, aber diese reisst auch wasser mit und es spritzt

deine letzte frage ist berechtigt und diese hat mir auch eine zeit lang kopfzerbrechen bereitet

natürlich ist die entstehende wärmemenge gleich groß, egal ob du säure in wasser oder wasser in säure kippst

der uterschied liegt in der lokalen temperatur und dem siedepunkt
wenn du wasser und schwefelsäure 1:1 schnell zusammenschüttest, kriegt die mischung gut 120°C
sie kocht nicht, weil die mischung einen siedepunkt >120°C hat

wenn du jetzt kleine säuremengen in wasser schüttest, dann wird an der außenseite des tropfens die hohe temperatur auftreten
die wärme geht durch wärmeleitung und wärmeströmung nach außen und innen
nach außen ist genug wasser zur kühlung da und nach innen reicht die wärme zur verdampfung nicht aus

wenn wassrphasen in der schwefelsäure sind, ist die wärme nach außen kein problem, aber nach innen schon....dort reichen die 100°C siedetemperatur von wasser nicht aus, es verdampft und der dampf reisst am weg nach oben flüssigkeit (schwefelsäure) mit

lg,
Muzmuz
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