Allgemeine Chemie
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F. Budde, U.-H. Felcht, H. Frankemölle
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Alt 13.04.2005, 21:12   #1   Druckbare Version zeigen
kammerjäger Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 2.775
Eisen

Hallo,
ich bin irgendwie auf widersprüchliche Angaben zum Eisen gestoßen.
Roheisen mit einem hohen Kohlenstoffanteil ist spröde und schlecht zu verarbeiten. Daher wird der C-Gehalt reduziert (Stahl). Ist er nun neber der Verarbeitkeit auch weicher? Denn weiter heisst es, dass reines Eisen sehr weich ist und die Härte mit dem Kohlenstoffanteil steigt. Ist Stahl damit ein Kompromiss zwischen Verarbeitkeit und Härte?
Was ganz anderes : Habe heute mal versucht Schwefel in konz. NaOH zu lösen. Laut Redoxpotential sollte er in Sulfid und Sulfit disproportionieren. Hat er aber nicht... muss ich da erst Feuer machen?
danke
__________________
Im Leben geht es hoch und runter, aber immer gerade aus.
kammerjäger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.04.2005, 21:17   #2   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Eisen

Zitat:
Zitat von kammerjäger
Hallo,
ich bin irgendwie auf widersprüchliche Angaben zum Eisen gestoßen.
Roheisen mit einem hohen Kohlenstoffanteil ist spröde und schlecht zu verarbeiten. Daher wird der C-Gehalt reduziert (Stahl). Ist er nun neber der Verarbeitkeit auch weicher? Denn weiter heisst es, dass reines Eisen sehr weich ist und die Härte mit dem Kohlenstoffanteil steigt. Ist Stahl damit ein Kompromiss zwischen Verarbeitkeit und Härte?
Gewissermaßen. Doch neben dem C-Gehalt spielt auch die Wärmebehandlung des Eisens eine große Rolle, was die Härte betrifft.
Zitat:
Was ganz anderes : Habe heute mal versucht Schwefel in konz. NaOH zu lösen. Laut Redoxpotential sollte er in Sulfid und Sulfit disproportionieren. Hat er aber nicht... muss ich da erst Feuer machen?
danke
Musst Du erhitzen. Endprodukte sind Thiosulfat und Polysulfide.

Gruß,
Franz
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Gib einem Mann einen Fisch, und Du ernährst ihn für einen Tag.
Lehre ihn das Fischen, und Du ernährst ihn für sein ganzes Leben.

Nichts, was ein Mensch sich auszudenken in der Lage ist, kann so unwahrscheinlich, unlogisch oder hirnrissig sein, als dass es nicht doch ein anderer Mensch für bare Münze halten und diese vermeintliche Wahrheit notfalls mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen wird.

Stellt bitte Eure Fragen im Forum, nicht per PN oder Email an mich oder andere Moderatoren! Ich gucke nur ziemlich selten in meine PNs rein - kann also ein paar Tage dauern, bis ich ne neue Nachricht entdecke...

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FK ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.04.2005, 08:42   #3   Druckbare Version zeigen
bolheim83 Männlich
Mitglied
Beiträge: 187
AW: Eisen

Energie reinstecken hilft da auf jeden Fall, um das Ganze zu katalysieren
bolheim83 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.04.2005, 09:31   #4   Druckbare Version zeigen
Edgar Männlich
Mitglied
Beiträge: 4.044
AW: Eisen

Zitat:
Zitat von kammerjäger
Roheisen mit einem hohen Kohlenstoffanteil ist spröde und schlecht zu verarbeiten. Daher wird der C-Gehalt reduziert (Stahl). Ist er nun neber der Verarbeitkeit auch weicher? Denn weiter heisst es, dass reines Eisen sehr weich ist und die Härte mit dem Kohlenstoffanteil steigt. Ist Stahl damit ein Kompromiss zwischen Verarbeitkeit und Härte?
Du darfst Härte, Festigkeit und Zähigkeit nicht verwechseln, denn all diese Parameter spielen eine Rolle.
Roheisen ist spröde, aber nicht hart, Stahl kann hart oder weich sein, Eisen ist weich, aber Zäh.
Der Kohlenstof kann (sehr vereinfacht!) als Grafit oder als Eisencarbid eingelagert sein.
Grafitblättchen im Gefüge machen Eisen brüchig (Roh- Gusseisen). Das karbid ist sehr hart und ebenfalls spröde; es entsteht, wenn Eisen abgeschreckt (schnell abgekühlt) wird. je mehr Karbid vorhanden ist, desto härter und spröder wird das Eisen.
Ein guter Stahl, wie z. B. in einem Messer, enthält gerade so viel Karbid, dass dessen Härte ihn innerlich stützt und verfestigt, ohne ihn zu brüchig zu machen.
Edgar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.04.2005, 20:53   #5   Druckbare Version zeigen
kammerjäger Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 2.775
AW: Eisen

also kann man sich ein ganzes Chemikerleben ausschließlich mit Eisen beschäftigen...
warum ist Roheisen (ca. 4% C) nicht hart? Stahl aber schon?
__________________
Im Leben geht es hoch und runter, aber immer gerade aus.
kammerjäger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.04.2005, 22:13   #6   Druckbare Version zeigen
ThomasH Männlich
Mitglied
Beiträge: 856
AW: Eisen

das ist wohl nicht so trivial...steckt bestimmt ne sehr komplexe strukturchemie dahinter.

könnt ich mir vorstellen
ThomasH ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 15.04.2005, 01:20   #7   Druckbare Version zeigen
Siglinde weiblich 
Mitglied
Beiträge: 678
AW: Eisen

Roheisen hat ca. 4% C Anteil, aber auch andere Verunrenigungen, wie S, Mn, Si, ... die sicher auch mit derMaterialeigenschaft zu tun haben, sonst würde man sie wohl nicht entfernen.
Bei hochlegiertem Stahl sind nur noch 2% C drin oder weniger, bei niederlegiertem nur noch < 1.5%. Ausserdem sind ja noch Legierungszusätze drin, wie Cr, Mn und Ni, die auch mit der Härte des Stahls zu tun haben.
Ich glaube halt, dass die Härte des Stahls unbedingt mit der Art der Legierung zusammenhängt. Auch Zmentit (FeC3-Carbid) gibt dem Stahl höhere Härte und Verschleissbarket - aber das wurde bereits eh schon erwähnt.
vielleicht hilfts dir weiter, Gruss
Siglinde
__________________
lg
Siglinde

Glaubst du schon es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her!
Siglinde ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.04.2005, 08:44   #8   Druckbare Version zeigen
Edgar Männlich
Mitglied
Beiträge: 4.044
AW: Eisen

Zitat:
Zitat von kammerjäger
also kann man sich ein ganzes Chemikerleben ausschließlich mit Eisen beschäftigen...
warum ist Roheisen (ca. 4% C) nicht hart? Stahl aber schon?
Erstmal: Ja, kann man!
http://www.mpg.de/instituteProjekteEinrichtungen/institutsauswahl/eisenforschung/

Du kannst auch hartes Roheisen, das sog. Spiegeleisen, herstellen; alles was du tun musst ist es in eisernen Kokillen (Gußformen) schnell abkühlen zu lassen. Dadurch enthält es den C überwiegend als Zementit (Fe-Carbid) und ist extrem hart, der Bruch ist silberhell (Name!) statt dunkelgrau.
Schau' dir mal das Zustandsdiagramm für Fe-C an, das erklärt eine Menge.
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