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Alt 16.03.2005, 19:30   #1   Druckbare Version zeigen
Spill Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 26
hydrophob chemisch?

Hallo, ich hoffe ihr könnt mir helfen...

... wie kann man hydrophobe (bzw. hydrophile) Wechselwirkung (als Bindung) Chemisch ausdrücken bzw. erklären?

Danke... Jens
Spill ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.03.2005, 23:07   #2   Druckbare Version zeigen
kaliumcyanid Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.820
AW: hydrophob chemisch?

Mich würds eher mal umgekehrt interessieren O_o

Ansonsten, wie siehts aus mit Google oder wikipedia?
kaliumcyanid ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.03.2005, 10:19   #3   Druckbare Version zeigen
Edgar Männlich
Mitglied
Beiträge: 4.044
AW: hydrophob chemisch?

Informiere dich mal über Van der Waals-Kräfte
Edgar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.03.2005, 10:50   #4   Druckbare Version zeigen
Ellipson Männlich
Mitglied
Beiträge: 931
AW: hydrophob chemisch?

Hi,

die Oberflächenenergie von Festkörpern und Flüssigkeiten kann durch einen polaren und einen unpolaren (dispersen, inuzierte Dipolmomente) Anteil beschrieben werden.
An der Grenzfläche Fest-Flüssig ww die polaren(s) mit polaren(f) und die dispersen(s) mit den dispersen(f). eine ww dispers mit polar kann vernachlässigt werden.
Wenn keine WW stattfindet, bzw. die freiwerdende Energie durch die WW fest-flüssig kleiner ist als die Energie, welche für die Vergrößerung der Oberfläche nötig ist, dann findet keine Benetzung statt (bzw. der Kontaktwinkel ist sehr groß).
Die Oberflächenenergie (oder Oberflächenspannung, die Begriffe werden gleichermaßen verwendet) trägt die Einheit N/m, multipliziert mit m^2 ergibt Nm=J.

Es gibt auch hydrophobe Oberflächen, welche erstaunlich schlecht von unpolaren Stoffen benetzt werden. Normalerweise sagt man ja similia similibus solvuntur, diese einfache Regel gilt hier nicht (s.o.).

Gruß
Martin
Ellipson ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.03.2005, 15:27   #5   Druckbare Version zeigen
minutemen Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.865
AW: hydrophob chemisch?

am verständlichsten ist ihmo die thermodynamische betrachtungsweise; stichwort, unter dem zu suchen wäre, ist "hydrophober effekt"; siehe z.B. hier .
__________________
"Alles Denken ist Zurechtmachen." Christian Morgenstern

immer gern genommen: Google, Wikipedia, MetaGer, Suchfunktion des Forums
Regeln und Etikette im Chemieonline-Forum, RFC1855, RTFM?
minutemen ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 17.03.2005, 19:30   #6   Druckbare Version zeigen
caesiumfluorid  
Mitglied
Beiträge: 8
AW: hydrophob chemisch?

Eine recht einfache Erklärung für van-der-Waals-Kräfte ist folgende:
in einem unpolaren Molekül (z.B. Pentan) gibt es immer kurzzeitige Ungleichverteilungen von negativer Ladung (Elektronenüberschuss) und positiver Ladung (Elektronenmangel).
Diese Ladungsverschiebungen induzieren in einem Nachbarmolekül ebensolche Verschiebungen, da negative und positive Ladungen sich anziehen. Dadurch kommt es zu einer negativen Ladung im Nachbarmolekül direkt neben einer positiven Ladung im zuerst betrachteten Molekül, und schon haben wir eine Anziehung zwischen den beiden Molekülen.
Diese Anziehungskraft in hydrophoben Molekülen ist ziemlich schwach, deshalb haben solche Stoffe einen recht niedrigen Schmelz-und Siedepunkt. Es sind ja nur temporäre Ladungen dafür verantwortlich, im Gegensatz zu Dipol-Molekülen wie Wasser, wo es permanente (Teil-)ladungen sind.

CsF
caesiumfluorid ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.03.2005, 19:52   #7   Druckbare Version zeigen
Ellipson Männlich
Mitglied
Beiträge: 931
AW: hydrophob chemisch?

... und am hydrophobesten ist's, wenn überhauptkeine WW stattfindet. Letztlich muß der Energiegewinn durch die fest-füssig-WW größer sein, als die Energie zur Vergrößerung der Oberfläche des aufliegenden Tropfens. Da die Energiebilanz aber durch die polare und disperse WW zustande kommt verstehe ich nicht, warum immer gleich van-der-Waals aus der Schublade gezogen wird. es gibt auch hydrophobe Oberflächen, welche durchaus eine nicht unerhebliche polare Komponente in der Oberfl.energie haben. Im übrigen ist der disperse Anteil des polaren Wassers auch nicht gerade klein, trotzdem wird immer auf dem Dipol herumgeritten. Das liegt aber letztlich daran, daß man es nicht anders beigebracht bekommt.
Wer sich mit Oberflächen etc. befaßt und Oberflächenenspannungen von Festkörpern und Flüssigkeiten mißt, der wird so manches Aha-Erlebnis haben.

Gruß
Martin

Geändert von Ellipson (17.03.2005 um 19:58 Uhr)
Ellipson ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.03.2005, 21:40   #8   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: hydrophob chemisch?

Zitat:
Zitat von minutemen
am verständlichsten ist ihmo die thermodynamische betrachtungsweise; stichwort, unter dem zu suchen wäre, ist "hydrophober effekt"; siehe z.B. hier .
Überraschend, aber einleuchtend.

Gruß,
Franz
__________________
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FK ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2005, 14:53   #9   Druckbare Version zeigen
Spill Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 26
AW: hydrophob chemisch?

Hallo,

und erstmal ein entschuldigung für die verspätung - mei rechner war lahmgelegt....

Und vor allem Vielen dank an alle Antworten - es hat mir sehr weitergeholfen (besonders der Link von minutemen)

Gruß! Jens
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