Allgemeine Chemie
Buchtipp
Basiswissen Chemie
M. Wilke
19.90 €

Buchcover

Anzeige
Stichwortwolke
forum

Zurück   ChemieOnline Forum > Naturwissenschaften > Chemie > Allgemeine Chemie

Hinweise

Allgemeine Chemie Fragen zur Chemie, die ihr nicht in eines der Fachforen einordnen könnt, gehören hierher.

Anzeige

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 15.03.2005, 22:52   #1   Druckbare Version zeigen
wildboy82 Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 257
Frage Van der Waal Kräfte

Ich hab da mal ne Frage bezüglich der VdW-Kräften.


Ist es so das zwischen zwei Molekülen die Vdw nur zustande kommt wenn beidezufällig zu einem Temporären dipol werden = + - + -

===> würde dies dann nicht bedeuten,dass es ebenfalls Abstossungen geben kann?


oder ist es so dass wenn eines zu einem temporären Dipol wird es folge dessen das benachbarte Molekül dazu zwingt kurzfisstig ebenfalls zu einm temporären Dipol zu werden ?


Habe heute Nacht davon geträumt...bitte als um rasche Aufklärung damit ich wieder schlafen kann :-)

MfG Wildboy82
wildboy82 ist offline   Mit Zitat antworten
Anzeige
Alt 15.03.2005, 23:02   #2   Druckbare Version zeigen
Noradrenalin weiblich 
Mitglied
Beiträge: 115
AW: Van der Waal Kräfte

Ich nehme mir einfach mal die Freiheit und zitiere aus einem meiner AC-Protokolle des 2.Semesters:


"Eine weitere Art der intermolekularen Kräfte sind die Van-der-Waals-Kräfte, die jedoch bei weitem nicht so stark sind wie die Wasserstoffbrücken. Man versteht unter Van-der-Waals-Kräften schwache, ungerichtete, elektrostatische Anziehungskräfte zwischen zwei Dipolmolekülen (Richteffekt), zwischen einem Dipolmolekül und einem unpolaren Molekül (Induktionseffekt) oder zwischen zwei unpolaren Molekülen (Dispersionseffekt).
Beim Richteffekt richten sich die Moleküle so aus, dass verschiedennamige Ladungen jeweils nebeneinander liegen (δ+ δ- δ+ δ- δ+). Dabei handelt es sich um einen temperaturabhängigen Vorgang, da die Wärmebewegung der Ausrichtung entgegenwirkt.
Beim Induktionseffekt wird dem unpolaren Molekül durch das Dipolmolekül ein Dipolmoment induziert. Dabei handelt es sich um einen temperaturunabhängigen Vorgang. Im Anschluss daran kann der Richteffekt erfolgen.
Der Dispersionseffekt beruht darauf, dass durch Schwankungen in der Ladungsdichte fluktierende Dipole entstehen. Darauf folgen Induktionseffekt und Richteffekt.
Die Van-der-Waals-Anziehung steigt mit zunehmender Größe der Atome/Moleküle, da diese dann leichter polarisierbar sind.
Literatur:
Charles E. Mortimer, Chemie-Das Basiswissen der Chemie, 2001, 7.Auflage, Thieme; Römpp Chemie Lexikon, 1995, 9.Auflage, Thieme; Hollemann-Wiberg, Lehrbuch der Anorganischen Chemie, 1985, 91.-100.Auflage, de Gruyter, Hollemann-Wiberg, Lehrbuch der Anorganischen Chemie,1995, 101.Auflage, de Gruyter"

Ich hoffe, das hilft etwas weiter, die Träume wieder in andere Richtungen schweifen zu lassen.
(Geht mir aber häufig genug nicht anders. Träumte mal von Ameisen, die in Oktaedern gefangen waren...)
__________________
Johnny, finding life a bore,
drank some H2SO4.
But his father, an MD,
gave him CaCO3.
Now he's neutralized, it's true,
but he's full of CO2.
Noradrenalin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.03.2005, 23:25   #3   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
AW: Van der Waal Kräfte

Das ist ein statisches Problem.

Irgendwo kommt es im Molekül zu einer kurzzeitigen Ladungstrennung. Es entsteht ein temporärer Dipol, der im Nachbarmolekül einen entgegengesetzt geladenen induziert. Dadurch kommt es zu einer zeitlich begrenzten Coloumb-Anziehung.

Je grösser das Molekül ist, desto wahrscheinlicher ist der Vorgang.

Zitat:
===> würde dies dann nicht bedeuten,dass es ebenfalls Abstossungen geben kann?
Jein. Die Bildung temporärer Dipole ist relativ unwahrscheinlich, sagen wir n. Ein temporärer Dipol erzeugt mit einer Wahrscheinlichkeit von 100% einen induzierten Dipol, der zu einer attraktiven Wechselwirkung führt.

Für eine repulsive Wechselwirkung müssten in zwei benachbarten Molekülen gleichzeitig Dipole induziert werden. Die Wahrscheinlichkeit ist dafür in erster Näherung n2. Da n < 1 ist ist n2 << n. Gleichzeitig müssen die fluktuierenden Dipole abstossend sein (++ ; -- ./. -+ ; +-). Darüber hinaus müssten sie an Stellen entstehen, wo die abstossende Coulomb-Kraft wirken kann (also räumlich recht nahe (F ~ 1/r2). Dies reduziert nochmals die Wahrscheinlichkeit für ein derartiges Zusammentreffen.

Lange Rede, kurzer Sinn : Eine attraktive Wechselwirkung ist um Zehnerpotenzen wahrscheinlicher, als eine repulsive.
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Anzeige


Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
van der waals kräfte alex060184 Organische Chemie 1 28.09.2009 14:00
Van der waals kräfte gowshihan Organische Chemie 7 06.05.2009 21:50
Van der Waals Kräfte Highshine Allgemeine Chemie 2 10.11.2008 23:20
Van der Waal Kräfte und H-H Bindung Menteth Organische Chemie 4 12.09.2007 20:47
van-der-Waals-Kräfte ehemaliges Mitglied Organische Chemie 11 29.08.2005 21:10


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 06:56 Uhr.



Anzeige