Allgemeine Chemie
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Alt 25.02.2005, 11:30   #1   Druckbare Version zeigen
Oxidan weiblich 
Mitglied
Themenerstellerin
Beiträge: 84
Formalladung von CO2

Die Formalladung von O und C in CO2 ist anscheinend Null (Quelle: mein OC Prof.).
Muss man den nicht die Elektronegativität beachten?
O: 3.5
C: 2.5 (nach Rochow)
Ab einer Differenz von 0.5 wird die Bindung als polar betrachet (bei CO2: 1) und die Bindungselektronen werden vollständig dem elektronegativeren zugeteilt (in diesem Fall: O).
Was einer fromalen Ladung von O: -2 und C: +4 entsprechen würde.

Wo ist mein Fehler??
Oxidan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.02.2005, 12:20   #2   Druckbare Version zeigen
Easyquantum Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.486
AW: Formalladung von CO2

Zitat:
Die Formalladung von O und C in CO2 ist anscheinend Null (Quelle: mein OC Prof.).Muss man den nicht die Elektronegativität beachten?
Nein muss man nicht. Formalladungen entstehen durch homolytische Bindungsspaltungen. Verwechsle nicht Formalladungen mit Partialladungen!

Die Oxidationszahlen hast du aber richtig bestimmt - die sind übrigens auch formal
__________________
"Der Mensch wird nicht so sehr von dem verletzt was geschieht, als vielmehr von seiner Meinung darüber."
Easyquantum ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.02.2005, 18:46   #3   Druckbare Version zeigen
Oxidan weiblich 
Mitglied
Themenerstellerin
Beiträge: 84
AW: Formalladung von CO2

Vielen Dank für die Auskunft!

Also ergeben Ox-zahlen die Partialladung, oder?

Wie sieht es denn bei Elektronegativitäten nach Pauling aus: Wie gross muss die Differenz sein, damit eine Bindung als polar gilt?
Oxidan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.02.2005, 18:53   #4   Druckbare Version zeigen
Muzmuz  
Mitglied
Beiträge: 5.976
AW: Formalladung von CO2

hei, oxidan !

nein, die partialladungen haben mit der oxidationszahl wenig zu tun
es ist so, dass eine kovalente bindung zwischen zwei partnern, die unterschiedliche elektronegativität haben, eine polare kovalente bindung ist, wie beispielsweise die C-H bindung
davon zu sprechen, dass der kohlenstoff eine ganze negative ladung hätte, wäre aber zuviel gesagt, weil die bindung ja keine ionische ist, sondern eine polare kovalente
weil der C zwar eine ladung hat, aber weniger ladung als eine ganze (wenn das C-atom 1 elektron zu viel hätte) spricht man von partialladung

lg,
Muzmuz
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Alt 25.02.2005, 19:04   #5   Druckbare Version zeigen
Easyquantum Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.486
AW: Formalladung von CO2

Zitat:
Wie sieht es denn bei Elektronegativitäten nach Pauling aus: Wie gross muss die Differenz sein, damit eine Bindung als polar gilt?
Da gibts in der Literatur unterschiedliche Angaben. Als Anhaltspunkt könnte man z.B. sagen { \Delta} EN= 0.4-1.7.
__________________
"Der Mensch wird nicht so sehr von dem verletzt was geschieht, als vielmehr von seiner Meinung darüber."
Easyquantum ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.02.2005, 16:07   #6   Druckbare Version zeigen
Oxidan weiblich 
Mitglied
Themenerstellerin
Beiträge: 84
AW: Formalladung von CO2

Zitat:
Zitat von Muzmuz
nein, die partialladungen haben mit der oxidationszahl wenig zu tun
es ist so, dass eine kovalente bindung zwischen zwei partnern, die unterschiedliche elektronegativität haben, eine polare kovalente bindung ist, wie beispielsweise die C-H bindung
davon zu sprechen, dass der kohlenstoff eine ganze negative ladung hätte, wäre aber zuviel gesagt, weil die bindung ja keine ionische ist, sondern eine polare kovalente
weil der C zwar eine ladung hat, aber weniger ladung als eine ganze (wenn das C-atom 1 elektron zu viel hätte) spricht man von partialladung
Also, das versteh ich immer noch nicht 100%...

Also Partialladungen haben schon nichts mit Oxzahlen zu tun, das war ein hirnrissiger Gedanke...

Die Partialladung bestimmt man einfach so, indem man heterolytisch trennt bzw. die Elektronen dem Elektronegativeren zuordnet und dann mit der Valanzelektronenkonfiguration des freien Atoms vergleicht.

Die Formalladung bestimmt man durch Homolyse, also die Bindungselektronen werden aufgeteilt. Und dann wieder mit der Valanzelektronenkonfiguration des freien Atoms vergleichen.

Ob die Bindungen kovalent, ionisch, metallisch oder wie auch immer sind spielt doch gar keine Rolle, die Polarität mus hingengen eben bei Partialladungen berücksichtigt werden.
Oder kann man Partialladungen nur bei ionischen Bundungen bestimmen? Macht die für kovalente Bindungen keine Sinn, da bei Partialladungen die Elektonen vollständig auf ein anderes Atom wechseln?
Oxidan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.02.2005, 11:34   #7   Druckbare Version zeigen
Muzmuz  
Mitglied
Beiträge: 5.976
AW: Formalladung von CO2

hallo, oxidan !

die beschreibung deiner methode, die partialladung heraus zu finden ist jene, mit der man die oxidationszahl bestimmt

die beschreibung der formalladung ist korrekt

partialladungen bei ionischen bindungen zu bestimmen ist so eine sache...ist die bindung völlig ionisch, hersscht keine PARTIAL-ladung sondern ganze ladungen

partialladungen machen nur bei polare-kovalenten bindungen sinn
wenn die bindungselektronen vollständig zwischen beiden beteiligten atomen (oder mehreren atomen) wechseln, dann ist die bindung nicht polar

schauen wir uns dazu das CO an:

CO verfügt nicht über, wie man vermuten könnte, einer doppelbindung, sondern einer dreifachbindung
für die OZ macht das keinen unterschied (C hat +2, O hat -2)
formale ladungszahl für C wird aber dadurch -1 (0 bei doppelbindung), für = +1 (ebenfalls 0 bei doppelbindung)
formale ladungszahlen sind aber (no na) ganzzahlig
da die tatsächlichen ladungen aber nicht ganzzahlig sind, da es sich ja um eine kovalente und keine ionische bindung handelt, sondern nur teilgeladen, ist partial geladen der treffendere ausdruck
auch wäre es nicht einzusehen, dass in einem neutralen molekül der elektropositivere partner eine ganze negative ladung hat, während der elektronegative eine ganze positive aufweist
daher spricht man auch treffender von partialladungen

noch etwas einleuchtender vielleicht beim isoelektrischen cyanid-ion:
auch hier hat der kohlenstoff eine formale ladungszahl von -1, der stickstoff hat 0 (die summe der formalen ladungszahlen ergibt die gesamtladung, die beim cyanid natürlich -1 ist)
die gesamtladung ist aber nicht vollständig beim C lokalisiert, sondern nur teilweise; der rest ist beim N, welcher elektronegativer ist als C

lg,
Muzmuz
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