Allgemeine Chemie
Buchtipp
Verständliche Chemie
A. Arni
24.90 €

Buchcover

Anzeige
Stichwortwolke
forum

Zurück   ChemieOnline Forum > Naturwissenschaften > Chemie > Allgemeine Chemie

Hinweise

Allgemeine Chemie Fragen zur Chemie, die ihr nicht in eines der Fachforen einordnen könnt, gehören hierher.

Anzeige

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 25.12.2004, 20:38   #1   Druckbare Version zeigen
Nemesis83  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 161
Stabilität einer Verbindung

Hallo,
bei einer meiner Übungsaufgaben ist gefragt, ob O3 bei T = 25°C an Luft stabil ist. (delta) G0f = 163,43 kJ/mol
Wegen des positiven Wertes würde ich natürlich spontan sagen, dass es nicht stabil ist. Aber woher kann man das sagen, wenn man nicht weiß, ob es
1. metastabil ist?
2. vielleicht im Gleichgewicht in einer Reaktion vorliegt und daher die Konzentration des O3´s nicht doch stabil ist (, wenn sie auch gering ist)?
Danke schon mal im voraus und frohe Weihnachten und guten Rutsch!
Nemesis83 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.12.2004, 23:16   #2   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Stabilität einer Verbindung

Zitat:
Zitat von Nemesis83
Hallo,
bei einer meiner Übungsaufgaben ist gefragt, ob O3 bei T = 25°C an Luft stabil ist. (delta) G0f = 163,43 kJ/mol
Wegen des positiven Wertes würde ich natürlich spontan sagen, dass es nicht stabil ist. Aber woher kann man das sagen, wenn man nicht weiß, ob es
1. metastabil ist?
die Verwirrung glaube ich ist nur begrifflicher Natur. Wenn deltaG>0 ist der Vorgang nicht spontan, d.h. hier ist die Bildung von Ozon nicht favorisiert. Ozon ist also entweder instabil oder, falls es rein vorliegen würde ohne zu zerfallen, metastabil. Ob instabil oder metastabil lässt sich mit dG allein nicht entscheiden.
Zitat:
Zitat von Nemesis83
2. vielleicht im Gleichgewicht in einer Reaktion vorliegt und daher die Konzentration des O3´s nicht doch stabil ist (, wenn sie auch gering ist)?
Und ob es in einem GG vorliegt Nur ist die Konzentration von O3 im GG mit O2 sehr gering. Das ist gleichbedeutend mit der Aussage, dass O3 instabil ist.
Dass es instabil ist, heisst ja nicht, dass gar nichts davon vorhanden sein kann...

gruss

Geändert von ricinus (25.12.2004 um 23:17 Uhr)
ricinus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.12.2004, 23:08   #3   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Stabilität einer Verbindung

Nein, es gibt durchaus Systeme, für die deltaG<0, die also in thermodynamischen Sinne instabil sind und die spontan reagieren müssten, es aber aus kinetischen Gründen ("hohe Aktivierungsenergie") nicht tun. Bei der Reaktion Ozon -> Sauerstoff ist das natürlich nicht der Fall, aber z.B. bei der Hydrolyse CCl4 + 2H2 O = CO2+ 4HCl. Hier ist dG auch negativ bei Standardbedingungen, und das Gleichgewicht liegt weit auf der Seite der Produkte. Aber die Thermodynamik sagt ja nichts darüber aus, wie lange das System benötigt, um dieses GG zu erreichen.

Wenn man nur die thermodynamischen Grössen der Edukte und Produkte kennt, kann man nicht zwischen instabil und metastabil unterscheiden.
gruss
ricinus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.12.2004, 23:14   #4   Druckbare Version zeigen
Lupovsky Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.363
AW: Stabilität einer Verbindung

dG ist nur ein thermodynamischer Parameter einer Reaktion --> Themodynamik. Der Hauptgrund dafür, dass eine Reaktion die aufgrund der freien Enthalpie spontan ablaufen sollte nicht abläuft liegt meist an einer kinetischen Hemmmung --> Kinetik der Reaktion.
Ist dG z.B. negativ, so ist die Reaktion thermodynamisch instabil. Wenn jetzt aber die Geschwindigkeitskonstante der Reaktion k sehr klein ist spricht man von einer inerten Verbindung, sie ist kinetisch stabil obwohl sie eigentlich thermodynamisch instabil ist. Das nennt man dann eine Metastabile Verbindung.
__________________
Dirk

Bitte schickt uns Moderatoren eure fachlichen Fragen nicht per PN oder E-Mail, sondern stellt diese ganz normal im Forum.

Die Regeln des Forums
, Die Etikette des Forums, Nutzung von Suchmaschinen
Lupovsky ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.12.2004, 15:54   #5   Druckbare Version zeigen
MTG Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.048
AW: Stabilität einer Verbindung

jo coole sache, so in etwa hab ich mir das auch gedacht.
hatte nur überlegt, weil wir mal in einer übung ne aufgabe hatten in der nach der stabilität einer verbindung gefragt war, aber nur thermodynamische grössen gegeben waren. im prinzip macht diese aufgabe ja dann keinen sinn, ausser man bezieht sich ausschliesslich auf die termodynamische stabilität...
MTG ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.12.2004, 16:03   #6   Druckbare Version zeigen
Lupovsky Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.363
AW: Stabilität einer Verbindung

Wenn nach der Stabilität einer Verbindung gefragt wird ist im physikalischen Sinne immer die thermodynamische Stabilität gemeint. Die kinetische Stabilität wird Labilität genannt. Kinetisch instabil = labil, kinetisch stabil = inert.
__________________
Dirk

Bitte schickt uns Moderatoren eure fachlichen Fragen nicht per PN oder E-Mail, sondern stellt diese ganz normal im Forum.

Die Regeln des Forums
, Die Etikette des Forums, Nutzung von Suchmaschinen
Lupovsky ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.12.2004, 16:19   #7   Druckbare Version zeigen
Makri  
Mitglied
Beiträge: 471
AW: Stabilität einer Verbindung

Zitat:
Zitat von ricinus
für die deltaG<0, die also in thermodynamischen Sinne instabil sind
Wie ist jetzt genau der Unterschied, ob eine Reaktion stabil ist oder deren Produkte? Beziehungsweise wie ist eigentlich Stabilität im Zusammenhang mit deltaG definiert?

Geändert von Makri (27.12.2004 um 16:26 Uhr)
Makri ist offline   Mit Zitat antworten
Anzeige
Alt 27.12.2004, 16:27   #8   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Stabilität einer Verbindung

Wenn deltaG<0 für eine chemische Reaktion, dann ist sie spontan. Die Edukte sind instabil und die Produkte stabil, GG auf Seite der Produkte.
Bei deltaG>0 ist die Reaktion nicht spontan, die Edukte sind stabiler ist die Produkte. GG auf Eduktseite.

Um noch genauer auf die Frage einzugehen : eine Reaktion ist an sich weder stabil noch instabil -diese Begriffe beziehen sich auf Stoffe. Reaktionen können nach deltaG bloss als spontan oder nicht spontan bezeichnet werden.
Manchmal wirft man die Begriffe halt ein bisschen durcheinander, wenn man mit deltaG die Bildungsenthalpie eines Stoffes aus seinen Elementen meint.

Hoffe, das klärt ein bisschen...
gruss

Geändert von ricinus (27.12.2004 um 16:30 Uhr)
ricinus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.12.2004, 20:23   #9   Druckbare Version zeigen
Makri  
Mitglied
Beiträge: 471
AW: Stabilität einer Verbindung

Das ist so, wie ich es bisher verstanden habe.

Zitat:
es gibt durchaus Systeme, für die deltaG<0, die also in thermodynamischen Sinne instabil sind
hat mich allerdings irritiert. "für die" dürfte also hier mit "für deren Veränderung" zu ersetzen sein.
Makri ist offline   Mit Zitat antworten
Anzeige


Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Stabilität von Phenyltriflaten in Verbindung mit Organolithiumverbindungen Georg L. Organische Chemie 3 12.07.2012 21:38
Verhältnisformel einer Verbindung Lemi-Bea Allgemeine Chemie 2 04.08.2010 15:58
Atome in einer Ebene in einer Verbindung LedFlash Organische Chemie 15 29.06.2009 20:40
Name einer Verbindung lara122 Allgemeine Chemie 5 20.06.2006 23:11
Synthese einer Verbindung damdam Organische Chemie 14 02.04.2005 22:45


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 14:58 Uhr.



Anzeige