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Allgemeine Chemie Fragen zur Chemie, die ihr nicht in eines der Fachforen einordnen könnt, gehören hierher.

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Alt 16.12.2004, 15:05   #1   Druckbare Version zeigen
Bevan Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 31
Bindungstyp bei deltaEN = 0

Hallo!
Ich denke mal ihr werdet mir schnell weiterhelfen können, weil es eine einfache Frage ist. Ich gehe in die 10. Klasse und wir haben im Moment das Thema Atombindungen. Ich muss dazusagen dass der Lehrer etwas unkompetent auf einen wirkt, daher diese Frage:

Wir haben ein Arbeitsblatt bekommen zur Elektronegativität. Dort war eine Tabelle und ein Graph, der zeigte, dass alle Bindungen mit Delta-EN<1 kovalente Atombindungen sind, alle Bindungen mit 1<Delta-EN<2 polare Atombindungen sind und alle Bindungen mit 2<Delta-EN Ionenbindungen sind.
Der Lehrer meinte allerdings dass alle Atombindungen bei dem Delta-EN nicht 0 ist, polare Bindungen sind. Also einmal: Hat der Lehrer oder das Arbeitsblatt recht?
Meine Zweite Frage ist, ob man immer sagen kann, dass ab genau dem Wert 2 für Delta-EN Elektronenübergänge und somit eine Ionenbindung zu stande kommen oder ob dies auch nur ein ungefährer Wert ist.

Vielen Dank für die Hilfe!
Michael
Bevan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.12.2004, 15:13   #2   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
AW: Erklärung eines zweifelhaften Lehrers (Bindungstypen)

Zitat:
Zitat von Bevan
Hallo!
Ich denke mal ihr werdet mir schnell weiterhelfen können, weil es eine einfache Frage ist. Ich gehe in die 10. Klasse und wir haben im Moment das Thema Atombindungen. Ich muss dazusagen dass der Lehrer etwas unkompetent auf einen wirkt, daher diese Frage:

Wir haben ein Arbeitsblatt bekommen zur Elektronegativität. Dort war eine Tabelle und ein Graph, der zeigte, dass alle Bindungen mit Delta-EN<1 kovalente Atombindungen sind, alle Bindungen mit 1<Delta-EN<2 polare Atombindungen sind und alle Bindungen mit 2<Delta-EN Ionenbindungen sind.
Der Lehrer meinte allerdings dass alle Atombindungen bei dem Delta-EN nicht 0 ist, polare Bindungen sind. Also einmal: Hat der Lehrer oder das Arbeitsblatt recht?
Meine Zweite Frage ist, ob man immer sagen kann, dass ab genau dem Wert 2 für Delta-EN Elektronenübergänge und somit eine Ionenbindung zu stande kommen oder ob dies auch nur ein ungefährer Wert ist.

Vielen Dank für die Hilfe!
Michael
Ich bin auch inkompetent, da kein Chemiker sondern Elektrotechniker. Aber die Logik sagt mir folgendes: Die EN gibt ja an, wie kräftig ein Atom ein den Elektronen zieht. Und wenn zwei Atom an einem Elektron ziehen, das eine davon aber (wenn auch nur ein bisschen) stärker, dann ist das Elektron wahrscheinlich im zeitlichen Mittel etwas öfter in der Nähe des stärker ziehenden Atoms, was zu einer (wenn auch evtl. nur schwach) polaren Bindung führen sollte, oder?


Gruß, Michael
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Alt 16.12.2004, 15:19   #3   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
AW: Erklärung eines zweifelhaften Lehrers (Bindungstypen)

Letztendlich ist es müßig sowas zu diskutieren, denn die Grenzen sind nunmal fließend.
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Alt 16.12.2004, 16:00   #4   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Erklärung eines zweifelhaften Lehrers (Bindungstypen)

Zitat:
Zitat von Last of the Sane
Letztendlich ist es müßig sowas zu diskutieren, denn die Grenzen sind nunmal fließend.
Naja, wenn man's ganz genau nimmt, hat der Lehrer natürlich Recht. Erst einmal, weil Lehrer prinzipiell Recht haben, dann weil eine 100% unpolare Bindung nur zwischen zwei identischen Atomen mit identischer EN denkbar ist, also etwa H-H oder Cl-Cl. Sobald eine kleine Differenz in den EN besteht, ist es klar, dass die Bindung leicht polar ist. Für die meisten praktischen Bedürfnisse geht man aber davon aus, dass eine polare EP Bindung ab etwa deltaEN=0.5 anfängt ...

gruss
ricinus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.12.2004, 16:07   #5   Druckbare Version zeigen
schlumpf  
Mitglied
Beiträge: 1.885
AW: Erklärung eines zweifelhaften Lehrers (Bindungstypen)

nein, polar ist die Bindung bei JEDEM Unterschied in der EN, so klein er auch sein mag. Das ist nun mal die Definition der Polarität ....


Zitat:
Zitat von ricinus
Für die meisten praktischen Bedürfnisse geht man aber davon aus, dass eine polare EP Bindung ab etwa deltaEN=0.5 anfängt ...
Praktische Bedürfnisse: als da wären?? IR-Aktivität? Dipolmoment? nee, also es gibt nur entweder ganz unpolar oder polar ....
schlumpf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.12.2004, 16:11   #6   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
AW: Erklärung eines zweifelhaften Lehrers (Bindungstypen)

Zitat:
Zitat von ricinus
Naja, wenn man's ganz genau nimmt, hat der Lehrer natürlich Recht. Erst einmal, weil Lehrer prinzipiell Recht haben,
Vormittags! Jetzt allerdings lohnt es sich, darüber nachzudenken...


Gruß, Michael
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Alt 16.12.2004, 16:15   #7   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
AW: Erklärung eines zweifelhaften Lehrers (Bindungstypen)

Zitat:
Zitat von schlumpf
Praktische Bedürfnisse: als da wären?? IR-Aktivität? Dipolmoment?
Für IR-Aktivität bedarf es kein permanentes Dipolmoment. Das Dipolmoment muß sich nur während eines Schwingungsübergangs ändern.
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Alt 16.12.2004, 17:25   #8   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Erklärung eines zweifelhaften Lehrers (Bindungstypen)

Zitat:
Zitat von schlumpf
nein, polar ist die Bindung bei JEDEM Unterschied in der EN, so klein er auch sein mag.
Zitat:
Zitat von ricinus
Sobald eine kleine Differenz in den EN besteht, ist es klar, dass die Bindung leicht polar ist.
sach ich doch ....

ad praktische Bedürfnisse : ich meinte : "Schülerbedürfnisse".

gruss
ricinus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.12.2004, 17:31   #9   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Erklärung eines zweifelhaften Lehrers (Bindungstypen)

Zitat:
Zitat von ricinus
ad praktische Bedürfnisse : ich meinte : "Schülerbedürfnisse".

gruss
Ah, Du meinst also gerade NICHT praktische Bedürfnisse!

(Was hat Schule mit Praxis zu tun!? )

Gruß, Michael
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Alt 16.12.2004, 23:15   #10   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
AW: Erklärung eines zweifelhaften Lehrers (Bindungstypen)

Zitat:
Zitat von ricinus
Naja, wenn man's ganz genau nimmt, hat der Lehrer natürlich Recht. Erst einmal, weil Lehrer prinzipiell Recht haben, dann weil eine 100% unpolare Bindung nur zwischen zwei identischen Atomen mit identischer EN denkbar ist, also etwa H-H oder Cl-Cl. Sobald eine kleine Differenz in den EN besteht, ist es klar, dass die Bindung leicht polar ist. Für die meisten praktischen Bedürfnisse geht man aber davon aus, dass eine polare EP Bindung ab etwa deltaEN=0.5 anfängt ...

gruss
Meines Erachtens wird den Elektronegativitätswerten eine zu hohe Beachtung geschenkt.

Zitat:
Die Elektronegativität ist ein relatives Maß für das Bestreben eines Atoms, in einem Molekül die Bindungselektronen an sich zu ziehen. Sie kann daher als Anhaltspunkt für die Polarität einer Atombindung genommen werden: Je höher der Unterschied in der Elektronegativität der gebundenen Elemente, desto polarer ist die Bindung.
http://de.wikipedia.org/wiki/Elektronegativit%C3%A4t

btw.: Wie ist die C-Cl-Bindung in F3C-Cl und in (CH3)3C-Cl polarisiert?
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.12.2004, 20:06   #11   Druckbare Version zeigen
Bevan Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 31
AW: Erklärung eines zweifelhaften Lehrers (Bindungstypen)

ok, das ganze wird für mein schulwissen etwas kompliziert Aber es ist interessant zu sehen, dass das hier auch nicht ganz einheitlich gesehen wird. Nur das Arbeitsblatt scheint wirklich nicht aussagefähig zu sein.

Danke für die Hilfe!

Michael
Bevan ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 17.12.2004, 20:59   #12   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Erklärung eines zweifelhaften Lehrers (Bindungstypen)

Zitat:
Zitat von bm
Meines Erachtens wird den Elektronegativitätswerten eine zu hohe Beachtung geschenkt.
Das finde ich auch immer, besonders angesichts der verschiedenartigen Definitionen von Elektronegativität, die sich ja manchmal ganz schön in ihrer Bedeutung unterscheiden : Pauling, Mulliken, van Vleck - man nimmt sich halt die Werte die man gerade braucht um etwas zu "beweisen". Wobei ich allerdings finde, dass die Mulliken Definition (Mittelwert von IE und EA) noch die rationalste ist.

gruss
ricinus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.12.2004, 21:38   #13   Druckbare Version zeigen
Easyquantum Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.486
AW: Erklärung eines zweifelhaften Lehrers (Bindungstypen)

van Vleck?
__________________
"Der Mensch wird nicht so sehr von dem verletzt was geschieht, als vielmehr von seiner Meinung darüber."
Easyquantum ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.12.2004, 21:08   #14   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Bindungstyp bei deltaEN = 0

Ja ?
ricinus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.12.2004, 21:17   #15   Druckbare Version zeigen
Easyquantum Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.486
AW: Bindungstyp bei deltaEN = 0

Was hat der den für einen Ansatz gehabt? Die EN-Def. nach Mulliken, Pauling und Allred&Rochow sind ja sehr populär. Den von "van Vleck" höre ich zum ersten mal.

Hast du vielleicht ne Quellenangabe, wo ich das mal nachlesen kann?

Unter Google kommt der Name bzgl. Elektronegativität in drei Links vor. Allerdings ist da nichts informatives dabei.
__________________
"Der Mensch wird nicht so sehr von dem verletzt was geschieht, als vielmehr von seiner Meinung darüber."
Easyquantum ist offline   Mit Zitat antworten
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