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Alt 30.10.2004, 12:31   #1   Druckbare Version zeigen
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Probleme mit Ladungen

Hallo,
folgendes:

Im Chemieunterricht hatten wir grade die "radikalishce substitution"...Ein Brom-molekül (also Br2) hat unter Lichteinfluß die Bindung zwischen sich gekappt, sodass dann 2 Br-Atome mit einzelnen, ungepaarten Elektronen entstehen. Der Lehrer hat nun gefragt was die Konsequenzen seien, und ich meinte, da ja Brom ein Elektron weniger hat, muss es positiv geladen sein (hat ja keine 8 außenelektronen). da meinte der Lehrer, nein muss es nicht, da es in der 7. Hauptgruppe ist also 7 Außenelektronen besitzen muss. Das heißt doch aber dass sie dann vor der Bindungsspaltung 8 elektronen hatte, also eins zu viel, also ist sie negativ geladen.....Versteht ihrs?

Also kurz, was entscheidet über die Neutralität bzw Ladung eines Atomes- die Hauptgruppe oder die Oktettregel... Vielen Dank bin echt total verwirrt jetzt, da das Atom ja irgendwann eine Ladung gehabt haben muss, sei es vor oder nach der bindungsspaltung, denn dort hat sie ja ein Elektron verloren....Danke
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Alt 30.10.2004, 12:47   #2   Druckbare Version zeigen
JT-ToM  
Mitglied
Beiträge: 390
AW: Probleme mit Ladungen

Brom bildet als Element Br2 eine Elektronenpaarbindung zwischen den Atomen aus, d.h. zu den vorhandenen 7 Außenelektronen wird zur Vollbesetzung der äußeren Schale das bindende Elektronenpaar gemeinsam genutzt. So hat jedes Brom Atom im Brom Molekül quasi 7+1 Außenelektronen, also ist die Oktett-Regel erfüllt.
Wird die Bindung zu gleichen Teilen gespalten (Homolyse) so entstehen freie Brom Atome mit ihren 7 Außenelektronen. Da ein Elektron ungepaart ist spricht man von Radikalen.
Den Mechanismus kann man auch anders darstellen, aber ich glaube, so weit seit ihr noch nicht.

Grüße

ToM
JT-ToM ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 30.10.2004, 12:53   #3   Druckbare Version zeigen
belsan Männlich
Mitglied
Beiträge: 4.635
AW: Probleme mit Ladungen

Ein Atom ist dann neutral, wenn es ebenso viele Elektronen hat wie es Protonen im Kern hat. Nach Deiner Frage also im Prinzip die Hauptgruppe.

Zur anderen Frage:

Ein Bromatom kann auf zwei wegen die Oktettregel erfüllen.

1.) Es kann ein zusätzliches Elektron aufnehmen. Dann ist es negativ geladen und heißt Bromid-Ion (z. B. in Salzen).

2.) Es kann sich ein Elektron mit einem anderen Atom teilen. Dann wird eine Bindung zwischen beiden Atomen ausgebildet.

Am Beispiel Brom:

Zwei neutrale Bromatom mit sieben Aussenelektronen verbinden sich zu einem neutralen Br2-Molekül. Es bildet sich eine Einfachbindung zwischen beiden aus, womit beide Atome ein Elektronenoktett erhalten, weil sie sich über die Bindung ein Elektronenpaar teilen.

Wenn man das, wie bei der Bildung von Radikalen, wieder umkehrt entsteht aus einem neutralen Molekül zwei neutrale Bromatome. Die Bromatome haben dann kein Oktett mehr.
Letzteres ist auch dafür verantwortlich, dass die Bromatome so reaktiv sind, weil sie "auf Teufel komm raus" wieder ein Oktett erreichen wollen. Das machen sie indem sie sich z.B. mit Wasserstoff oder Kohelnstoff wieder ein Elektron teilen und damit wieder zu ihrem Oktett kommen.

Geändert von belsan (30.10.2004 um 13:16 Uhr)
belsan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.10.2004, 12:56   #4   Druckbare Version zeigen
Defeater Männlich
Mitglied
Beiträge: 331
AW: Probleme mit Ladungen

Zitat:
Zitat von Wilderhans
Das heißt doch aber dass sie dann vor der Bindungsspaltung 8 elektronen hatte, also eins zu viel, also ist sie negativ geladen.....Versteht ihrs?
Der Fehler in deiner Überlegung ist, dass das Br-Atom das Elektron nicht 'hatte', im eigentlichen Sinne. Durch eine kovalente Einfachbindung teilen sich die Atome die Elektronen nicht so, dass ein Atom beide erhält, sondern jedes erhält, einfach gesagt, zwei Halbe, was jedoch zur Erfüllung der Oktettregel beiträgt.
Man kann sich das vereinfacht so vorstellen, dass die Bindungselektronen zwischen den Atomen umherfliegen, mal hat ein Atom beide nahe bei sich, mal das andere. Im Durchschnitt hat jedes daher nur eins vollständig bei sich, ist daher nicht geladen. Trotzdem zählt die Elektronenschale als mit acht Außenelektronen besetzt.
(Ich gehe davon aus, dass dir das Orbitalmodell nicht viel sagt, damit wäre der Sachverhalt gut zu erklären.)

Grüße,
Defeater
Defeater ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.10.2004, 13:13   #5   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
AW: Probleme mit Ladungen

Gut vielen dank erstmal..
Doch, das Orbitalmodell hatten wir schon durchgenommen, nur weiß ich nicht ganz wie man es auf dieses Problem anwenden könnte. Wenn ihr euch die Mühe machen würdet wär ich euch sehr dankbar, ansonsten ist das schon ok, vielen dank.
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