Allgemeine Chemie
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Alt 19.10.2004, 14:03   #1   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Quecksilberdekontamination?

Hallo!
Ich habe folgendes Problem:
In meinem Bett ist ein Quecksilberthermometer zerbrochen und das Quecksilber ist ausgeronnen. Das Bettzeug wurde daraufhin in der Waschmaschine gewaschen.
Sollte die Waschmaschine jetzt dekontaminiert werden?
und wie? Ich denke das wäre mit einer Flüssigkeit am einfachsten, aber mit welcher?

Danke für Eure Hilfe!
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Alt 19.10.2004, 14:33   #2   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
AW: Quecksilberdekontamination?

Erstmal Willkommen im Forum!!

Quecksilber im Abwasser kommt nich so gut ...
Wenn ich du wär, würd ich mein Bett kleinhacken, verbrennen (mit samt Matratze etc.) und mirn neues kaufen.

Mit chronischen Quecksilbervergiftungen ist nicht zu spaßen!
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Alt 19.10.2004, 14:56   #3   Druckbare Version zeigen
polysom Männlich
Mitglied
Beiträge: 926
AW: Quecksilberdekontamination?

Bett kleinhacken find ich jetzt etwas übertrieben, wenn das Quecksilber nur im Bettzeug ist.
Aber das Bettzeug würde ich auch fortwerfen.

Das Organikum meint zu Quecksilber, verspritztes Hg mit einer Hg-Zange sammeln, Hg in Ritzen von Tischen und Fußböden sind mit Schwefelpulver oder Iodkohle auszufüllen, kleinste Hg-Tröpfchen sammelt man durch Berühren mit einem Kupferdraht, der vorher mit Salpetersäure angeätzt und amalgiert wurde.

Wie man Vorgänger schon bemerkt hat ist mit chronischen Hg-Vergiftungen nicht zu spaßen.
Typische Anzeichen sind starker Speichelfluß, Geschwüre am Zahnfleisch, Nachlassen der Konzentrationsfähigkeit

Bei dem Zusammenhang fällt mir mein Ex-Ex-Physiklehrer ein.
Als wir im Unterricht den Luftdruck hatten, kam er mit einem gebogenen Glasrohr und einer rießigen Wannen voller Quecksilber.
Plötzlich hat er angefangen mit den bloßen Händen (!) in dem Quecksilber rumzuwühlen und es in das Röhrchen zu bekommen.
Als ein Klassenkammerad dann erstaunt fragte ob den das nicht gefährlich sei, meinte er nur, das mache er immer so und das Quecksilber perle doch sofort wieder ab wenn er die Hand rausziehe.
Ich frag mich manchmal echt, wie es dem wohl heute geht.
__________________
Bist du des Lebens nicht mehr froh, dann atme tief das N2O!
polysom ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.10.2004, 15:02   #4   Druckbare Version zeigen
zarathustra Männlich
Moderator
Beiträge: 11.537
AW: Quecksilberdekontamination?

Zitat:
Quecksilber im Abwasser kommt nich so gut ...
Wenn ich du wär, würd ich mein Bett kleinhacken, verbrennen (mit samt Matratze etc.) und mirn neues kaufen.
Man sollte mal kritisch durchdenken, wie viel Quecksilber eigentlich in einem Thermometer ist und selbst, wenn die gesamte Quecksilbermenge sich im Bett verteilt hätte, wie groß dann die langfristige Exposition damit wäre, verglichen mit dem, was man sonst an Quecksilber aufnimmt...
Ich würde die Matratze ordentlich auslüften lassen und gut ist.

Gruß,
Zarathustra

EDIT:
Zitat:
Als ein Klassenkammerad dann erstaunt fragte ob den das nicht gefährlich sei, meinte er nur, das mache er immer so und das Quecksilber perle doch sofort wieder ab wenn er die Hand rausziehe.
Ich frag mich manchmal echt, wie es dem wohl heute geht.
Wahrscheinlich immernoch gut, man muss halt wissen, dass man sogar metallisches Quecksilber schlucken kann (wurde einst als Abführmittel verwendet), weil es im Magen-Darm-Trakt nicht resorbiert wird. Erinnert übrigens an einen Fall, den unser früherer Toxikologie-Prof. mal geschildert hat: Krankenschwester will Selbstmord begehen und spritzt sich metallisches Quecksilber intravenös. Man hat dann wohl berechnet, dass die notwendige Menge an Antidot, um das Quecksilber zu entfernen, so hoch gewesen wäre, dass sie daran gestorben wäre. So hat man dann das metallische Quecksilber dringelassen, weil es halt in metallischer Form nicht aus dem Blut resorbiert werden kann.
Anders ist es natürlich, wenn man Quecksilberdämpfe einatmet, da kann man sich gut 'ne Vergiftung zufügen.
__________________
Ich habe zwar auch keine Lösung, aber ich bewundere das Problem!

Geändert von zarathustra (19.10.2004 um 15:09 Uhr)
zarathustra ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 19.10.2004, 16:39   #5   Druckbare Version zeigen
polysom Männlich
Mitglied
Beiträge: 926
AW: Quecksilberdekontamination?

Zitat:
Zitat von zarathustra
Wahrscheinlich immernoch gut, man muss halt wissen, dass man sogar metallisches Quecksilber schlucken kann (wurde einst als Abführmittel verwendet), weil es im Magen-Darm-Trakt nicht resorbiert wird.
Er war ja zu meiner Zeit schon sehr zerstreut.
Das digtieren einer Textaufgabe dauerte bei ihm immer extrem lange, da er in den Sätzen immer ewig lange Denkpausen gemacht hat und dann mit dem Satz wieder von forne anfing.

Das man metallisches Hg früher geschluckt hat, weiß ich auch, aber es muss ja einen Grund geben, weshalb man das heute nicht mehr macht.
Und bei der großen Oberfläche der Wanne stand er wohl regelmäßig in einer Wolke aus verflüchtigtem Hg.
__________________
Bist du des Lebens nicht mehr froh, dann atme tief das N2O!
polysom ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.10.2004, 17:25   #6   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
AW: Quecksilberdekontamination?

Zitat:
Zitat von zarathustra
Man sollte mal kritisch durchdenken, wie viel Quecksilber eigentlich in einem Thermometer ist und selbst, wenn die gesamte Quecksilbermenge sich im Bett verteilt hätte, wie groß dann die langfristige Exposition damit wäre, verglichen mit dem, was man sonst an Quecksilber aufnimmt...
Ich würde die Matratze ordentlich auslüften lassen und gut ist.
Das Quecksilber das man dann aufnimmt kommt ja dann noch zu der "natürlichen" Aufnahmemenge dazu...

Hab nur geschrieben was ICH machen würde, alles andere ist eure Sache, ich bin nicht scharf auf ne Zusatzdosis Hg.
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Alt 20.10.2004, 19:34   #7   Druckbare Version zeigen
buba Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.460
Zitat:
Zitat von zarathustra
Man sollte mal kritisch durchdenken, wie viel Quecksilber eigentlich in einem Thermometer ist
Nicht wahnsinnig viel - aber wieviel eigentlich?
buba ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.10.2004, 08:02   #8   Druckbare Version zeigen
Tiefflieger Männlich
Moderator
Beiträge: 5.444
AW: Quecksilberdekontamination?

Mein Linktipp:
http://userpage.chemie.fu-berlin.de/~tlehmann/sonderab/quecksilber.html
__________________
Vernünftig ist, dass die politischen Spitzen, wenn sie miteinander sprechen, darüber sprechen, wie mit der Sache umzugehen ist, wie ernst Vorwürfe zu nehmen sind und wie man damit umgeht, Vorwürfe zu besprechen, zu klären, zu verifizieren oder aus der Welt zu schaffen. (2013 Regierungssprecher Seibert)
Tiefflieger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.10.2004, 11:25   #9   Druckbare Version zeigen
pink weiblich 
Mitglied
Beiträge: 116
AW: Quecksilberdekontamination?

Dazu kann ich noch die folgende Story beifügen,die mir eine Freundin erzählte:
als man in Karlsruhe irgendeinen alten Chemie-Vorbereitungsraum renovierte fand man im Hohlraum unter den Bodendielen eine mehrere Zentimeter tiefe Hg-Lache....Da wurde wohl oft mit Hg als Sperrflüssigkeit gearbeitet...
Wenn sich das dort so ansammeln konnte, kann der Dampfdruck von Hg dann doch nicht so schrecklich hoch sein...

Vielleicht ist ja hier jemand aus KA, der die Geschichte genauer kennt?

lg antje
pink ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.10.2004, 12:26   #10   Druckbare Version zeigen
Tino71 Männlich
Moderator
Beiträge: 6.935
Blog-Einträge: 41
AW: Quecksilberdekontamination?

Das ist in jedem älteren Institut der Fall.
Sättigungsdampfdruck bei 20°C: 8 mg Hg/m3, wenn ich's richtig im Kopf hab. Das ist schonmal was.
__________________
Vor dem Gesetz sind alle Katzen grau
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