Allgemeine Chemie
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Alt 04.05.2004, 13:01   #1   Druckbare Version zeigen
kuckida  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 118
Schwangerschaft und Laborarbeit

Nein, ich suche keine Links zu diesem Thema. Zumindest keine zu Vorschriften, etc.

Ich hätte vielmehr gerne ein paar Erfahrungsberichte. Wer von Euch hat mal schwanger im Labor gearbeitet, oder kennt Jemanden?
Wie hat das den Laboralltag verändert usw.?
kuckida ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2004, 13:20   #2   Druckbare Version zeigen
Tommes Männlich
Mitglied
Beiträge: 187
AW: Schwangerschaft und Laborarbeit

Ich vermute, dass es dazu recht wenige Berichte geben wird. Denn zumindest bei uns an der Uni sind Schwangere von jeder Laborarbeit ausgeschlossen. (Obwohl ich mich schwach erinnere, dass zumindest die Biologen ein Schwangeren-Labor, in dem es keine gefährlichen Substanzen gibt, haben).
Ich denke nicht dass es anderswo, wesentlich anders aussieht.
__________________
Wenn der Abend naht ganz sacht und leis, finden wir uns ein im Feuerkreis. Und wer nie an seine Freunde denkt und auch nie den roten Wein ausschenkt, der kann bleiben wo er ist. Draußen weht gewiss ein kalter Wind doch die Feuer nicht erloschen sind für uns Sänger wie Ihr wißt.
-Erik Martin (mac)
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Alt 04.05.2004, 14:15   #3   Druckbare Version zeigen
hippie Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.283
AW: Schwangerschaft und Laborarbeit

Ich war schon als Fötus im Labor . (Genetiklabor in einem Krebsforschungsinstitut)
Allerdings durfte meine Mutter damals eine Reihe von Tätgkeiten (u.a. radioaktive Markierungen, Arbeiten mit Ethidiumbromid u.ä.) nicht selbst ausführen. Aber als Postdoc war das weniger tragisch für sie.

P.S. und nein, ich bin nicht in diesem Labor entstanden oder verändert worden....
__________________
hippie
Erwin kann mit seinem Psi/kalkulieren wie noch nie/doch wird jeder leicht einsehn/Psi lässt sich nicht recht verstehn -- E. Hückel
hippie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2004, 14:27   #4   Druckbare Version zeigen
Edgar Männlich
Mitglied
Beiträge: 4.044
AW: Schwangerschaft und Laborarbeit

Sobald eine Mitarbeiterin schwanger ist, darf sie keinerlei gefährdende Arbeiten mehr durchführen, das ist ganz einfach Gesetz und das wird auch in der Privatwirtschaft eingehalten, denn die Folgen wären für den Arbeitgeber fatal.
Edgar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2004, 19:49   #5   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Schwangerschaft und Laborarbeit

Bei uns arbeitet einst eine Frau die in der Schwangeschaft noch Silberfärbungen durchgeführt hat. Als ich sie darauf ansprach, war ihre Antwort nur: Es ist ja schon alles dran. Ich finde es verantwortungslos. Ich denke nach und nach sinkt die eigene Leistungskraft, und man muss die Arbeit etwas ruhiger angehen.
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Alt 04.05.2004, 22:03   #6   Druckbare Version zeigen
Schnüffler Männlich
Mitglied
Beiträge: 90
AW: Schwangerschaft und Laborarbeit

Zitat:
Zitat von Edgar
Sobald eine Mitarbeiterin schwanger ist, darf sie keinerlei gefährdende Arbeiten mehr durchführen.
Ganz genau. Ich mach ja eine Ausbildung zum CTA. Unser Lehrer hat den Frauen sofort gesagt: "Wer schwanger wird darf das Labor nicht mehr betreten."
__________________
Definition "Meter":

Das Meter ist das 1.650.763,73 fache der Wellenlänge der von Atomen des Nuklids 86KR beim Übergang vom Zustand 5d5 zum Zustand 2p10 ausgesandten, sich im Vakuum ausbreitender Strahlung.
Schnüffler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.05.2004, 08:49   #7   Druckbare Version zeigen
Tiefflieger Männlich
Moderator
Beiträge: 5.444
AW: Schwangerschaft und Laborarbeit

Zitat:
Zitat von Edgar
Sobald eine Mitarbeiterin schwanger ist, darf sie keinerlei gefährdende Arbeiten mehr durchführen, das ist ganz einfach Gesetz und das wird auch in der Privatwirtschaft eingehalten, denn die Folgen wären für den Arbeitgeber fatal.
Ist Laborarbeit grundsätzlich gefährdende Arbeit?

Meiner Meinung nach nicht. Weiterhin verweise ich auf die Mutterschutz-Richtlinienverordnung

§ 5 Besondere Beschäftigungsbeschränkungen

(1) Nicht beschäftigt werden dürfen

werdende oder stillende Mütter mit sehr giftigen, giftigen, gesundheitsschädlichen oder in sonstiger Weise den Menschen chronisch schädigenden Gefahrstoffen, wenn der Grenzwert überschritten wird;
werdende oder stillende Mütter mit Stoffen, Zubereitungen oder Erzeugnissen, die ihrer Art nach erfahrungsgemäß Krankheitserreger übertragen können, wenn sie den Krankheitserregern ausgesetzt sind;
werdende Mütter mit krebserzeugenden, fruchtschädigenden oder erbgutverändernden Gefahrstoffen;
stillende Mütter mit Gefahrstoffen nach Nummer 3, wenn der Grenzwert überschritten wird;
gebärfähige Arbeitnehmerinnen beim Umgang mit Gefahrstoffen, die Blei oder Quecksilberalkyle enthalten, wenn der Grenzwert überschritten wird;
werdende oder stillende Mütter in Druckluft (Luft mit einem Überdruck von mehr als 0,1 bar).
In Nummer 2 bleibt § 4 Abs. 2 Nr. 6 des Mutterschutzgesetzes unberührt.
Nummer 3 gilt nicht, wenn die werdenden Mütter bei bestimmungsgemäßem Umgang den Gefahrstoffen nicht ausgesetzt sind.

Hier hat der Arbeitgeber einiges an Handlungsspielraum. Im großen Chemiebetrieb wird eine schwangere Arbeitnehmerin wohl aus dem Laborbetrieb genommen werden, in einem Kleinbetrieb nicht unbedingt. Rechtlich muß man sie nicht aus dem Labor entfernen, wenn man obige Regelungen einhält. Ach ja, noch was; für viele schädliche Stoffe gibt es überhaupt keine Grenzwerte .
Übrigens, die Zellteilungsrate ist in den ersten Tagen der Schwangerschaft am höchsten. Somit auch das Schadpotential. Nur, die Frau weiß zu diesem Zeitpunkt in der Regel nicht, dass sie schwanger ist. Weiterhin verschwinden Schadstoffe auch nicht über Nacht, wenn man eine Person aus dem Labor entfernt.

Hier ist also immer eine Einzelfallbetrachtung erforderlich, wie dies auch in der Mutterschutz-Richtlinienverordnung gefordert ist.
Bei uns arbeiten auch schwangere Frauen weiterhin im Labor, nachdem ihr Arbeitsplatz entsprechend bewertet wurde. Sogar mit CMR Substanzen, allerdings im geschlossenen System, somit rechtskonform.

PS: an Tankstellen besteht Beschäftigungsverbot für werdende Mütter.
__________________
Vernünftig ist, dass die politischen Spitzen, wenn sie miteinander sprechen, darüber sprechen, wie mit der Sache umzugehen ist, wie ernst Vorwürfe zu nehmen sind und wie man damit umgeht, Vorwürfe zu besprechen, zu klären, zu verifizieren oder aus der Welt zu schaffen. (2013 Regierungssprecher Seibert)
Tiefflieger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.05.2004, 08:59   #8   Druckbare Version zeigen
Edgar Männlich
Mitglied
Beiträge: 4.044
AW: Schwangerschaft und Laborarbeit

Zitat:
Zitat von Tiefflieger
Ist Laborarbeit grundsätzlich gefährdende Arbeit?
Natürlich nicht!
Eine Weiterbeschäftigung an weniger gefährlichen Stellen - in Übereinstimmung mit den Gesetzen - ist selbstverständlich möglich.
Es kommt eben darauf an was im Labor konkret gemacht wird.

Geändert von CO-Mertens (05.05.2004 um 23:06 Uhr)
Edgar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.05.2004, 10:04   #9   Druckbare Version zeigen
schlumpf  
Mitglied
Beiträge: 1.885
AW: Schwangerschaft und Laborarbeit

hm, so wie ich das sehe, ist das eher eine Ausbildungsgeschichte als eine Arbeitsplatzgeschichte ....

Die Schwangere darf gewisse Sachen nicht mehr machen, obwohl sie sie für den Abschluß zwingend machen müßte. An der Uni kein übergroßes Problem, dann macht die Frau es halt ein-zwei Semester später. Aber wie es bei einer Berufsfachschule ist, die ja 'eigentlich' nach einer gewissen Zeit abgeschlossen ist, kann ich nicht sagen.

Was sagt denn die Schule?

(ich befürchte, den 'einfachen' Weg - die Ausbildungsinhalte werden dir durch die Schwangerschaft erlassen - wird es wohl leider nicht geben ....)
schlumpf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.05.2004, 10:07   #10   Druckbare Version zeigen
kuckida  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 118
AW: Schwangerschaft und Laborarbeit

Es wird hier immer von Mitarbeiterinnen geredet. . Mitarbeiterinnen etwas anderes zu tun geben dürfte ja nicht so schwer sein, aber was ist mit Studentinnen die ohne ihren Praxisschein nicht vernünftig studieren können.

Alles was ich bis jetzt rausgefunden habe, ist, dass es rechtlich letztendlich der Studentin überlassen wird selbst zu entscheiden ob sie bestimmte Arbeiten ausführen will.
Ich bin als Laborassistentin in dem Dilemma, dass ich ihrem Studium keine Steine in den Weg legen will und gleichzeitig dem Kind auf keinen Fall schaden will.
kuckida ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.05.2004, 10:22   #11   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Schwangerschaft und Laborarbeit

Zitat:
Zitat von kuckida
Es wird hier immer von Mitarbeiterinnen geredet. . Mitarbeiterinnen etwas anderes zu tun geben dürfte ja nicht so schwer sein, aber was ist mit Studentinnen die ohne ihren Praxisschein nicht vernünftig studieren können.
Sollte man sich halt vorher überlegen.

Außerdem ist das normalerweise in der Praktikumsordung geregelt, das Schwangere nicht ins Labor dürfen.
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Alt 05.05.2004, 10:32   #12   Druckbare Version zeigen
schlumpf  
Mitglied
Beiträge: 1.885
AW: Schwangerschaft und Laborarbeit

Zitat:
Zitat von Last of the Sane
Sollte man sich halt vorher überlegen.
schlumpf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.05.2004, 10:44   #13   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Schwangerschaft und Laborarbeit

Ja nun, Schutz des ungeborenen Kindes ist halt wichtiger als Scheine.
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Alt 05.05.2004, 22:48   #14   Druckbare Version zeigen
Tiefflieger Männlich
Moderator
Beiträge: 5.444
AW: Schwangerschaft und Laborarbeit

Zitat:
Zitat von kuckida
Alles was ich bis jetzt rausgefunden habe, ist, dass es rechtlich letztendlich der Studentin überlassen wird selbst zu entscheiden ob sie bestimmte Arbeiten ausführen will.
Ich bin als Laborassistentin in dem Dilemma, dass ich ihrem Studium keine Steine in den Weg legen will und gleichzeitig dem Kind auf keinen Fall schaden will.
Die rechtlichen Bedingungen sind eindeutig. Das Mutterschutzgesetz stellt Schülerinnen und Studentinnen den Arbeitnehmerinnen gleich. Demzufolge gelten auch die Bestimmungen der Mutterschutz Richtlinienverordnung.

Allerdings muß die werdende Mutter ihre Schwangerschaft nicht mitteilen, sie soll es nur. Der Arbeitgeber bzw. Hoch/Schule kann somit erst ab der Mitteilung entsprechende Maßnahmen ergreifen.
__________________
Vernünftig ist, dass die politischen Spitzen, wenn sie miteinander sprechen, darüber sprechen, wie mit der Sache umzugehen ist, wie ernst Vorwürfe zu nehmen sind und wie man damit umgeht, Vorwürfe zu besprechen, zu klären, zu verifizieren oder aus der Welt zu schaffen. (2013 Regierungssprecher Seibert)
Tiefflieger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.05.2004, 22:56   #15   Druckbare Version zeigen
Galenus Männlich
Mitglied
Beiträge: 845
AW: Schwangerschaft und Laborarbeit

Zitat:
Zitat von Last of the Sane
Sollte man sich halt vorher überlegen.
oft passierts aber trotz überlegen anders...
__________________
I wear my scArlet letter proudly...
http://outcampaign.org/
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