Allgemeine Chemie
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Alt 01.04.2004, 18:47   #1   Druckbare Version zeigen
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Warum klebt Kartoffelstärke

Hi!

Ich aknn mir eigentlich schon ungefähr denken warum es klebt...hat was mit den Molekülen zu tun, dass ide so gross sind oder so...aber kann mir jemand eine GENAUE Antwort geben, warum Kartoffelstärke klebt?

thx
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Alt 01.04.2004, 19:10   #2   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Warum klebt Kartoffelstärke

Willkomen bei uns!

Stärke klebt einigermaßen gut an polaren Oberflächen (Papier, Finger), weil sie selbst eine Menge polarer Gruppen (OH-) enthält.
Durch die großen Moleküle ergeben sich eine Menge Haftstellen, die für eine ordentliche Haftung sowohl an der Oberfläche sorgen und auch den Zusammenhalt der Stärkemoleküle untereinander bewirken.

Gruß,
Franz
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Nichts, was ein Mensch sich auszudenken in der Lage ist, kann so unwahrscheinlich, unlogisch oder hirnrissig sein, als dass es nicht doch ein anderer Mensch für bare Münze halten und diese vermeintliche Wahrheit notfalls mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen wird.

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Alt 01.04.2004, 19:15   #3   Druckbare Version zeigen
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AW: Warum klebt Kartoffelstärke

erstmal danke für die schnelle Antwort..hab aber trotzdem noch eine Frage:
ändert sich was mit dne Molekülen wenn man die Stärke erhitzt?

Weil ich hab gehört dass Stärke ein guter Kleber ist, aber besser, wenn man ihn erhitzt und dann erst mit Wasser verrührt...ist da was dran?
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Alt 01.04.2004, 19:20   #4   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Warum klebt Kartoffelstärke

Zitat:
Zitat von Schüler10.
erstmal danke für die schnelle Antwort..hab aber trotzdem noch eine Frage:
ändert sich was mit dne Molekülen wenn man die Stärke erhitzt?

Weil ich hab gehört dass Stärke ein guter Kleber ist, aber besser, wenn man ihn erhitzt und dann erst mit Wasser verrührt...ist da was dran?
Beim trockenen Erhitzen von Stärke werden die Moleküle teilweise abgebaut (zerkleinert). Das Produkt heißt "Dextrin" und wird immer noch (früher in rauhen Mengen) zum Kleben von Papier benutzt.
Dextrin ist in Wasser viel besser löslich als Stärke; man kriegt also viel höhere Konzentrationen hin.

Noch eine Anmerkung zum Kleben: auf porösen Oberflächen (da gehört Papier auch dazu) gibt es zusätzlich eine mechanische Verankerung des Klebstoffs, weil die Klebstoffmoleküle auch in den Poren sitzen.

Gruß,
Franz
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Alt 01.04.2004, 19:23   #5   Druckbare Version zeigen
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AW: Warum klebt Kartoffelstärke

achso...DANKE

Mal was ganz anderes: woraus besteht Gelatine eigentlich?
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Alt 01.04.2004, 19:29   #6   Druckbare Version zeigen
zarathustra Männlich
Moderator
Beiträge: 11.538
AW: Warum klebt Kartoffelstärke

Gelatine besteht aus Proteinen.
__________________
Ich habe zwar auch keine Lösung, aber ich bewundere das Problem!
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Alt 01.04.2004, 19:34   #7   Druckbare Version zeigen
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AW: Warum klebt Kartoffelstärke

gibts dafür irgendwie ne spezielle formel oder so? weil es würde mich interessieren, welcher Stoff genau, dafür verantwortlich ist, dass es so gut klebt

thx
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Alt 01.04.2004, 20:01   #8   Druckbare Version zeigen
zarathustra Männlich
Moderator
Beiträge: 11.538
AW: Warum klebt Kartoffelstärke

Ne Formel für Gelatine gibts nicht, aber vielleicht hilft dir folgendes:

Zitat:
Gelatine

(von lat.: gelatum = Gefrorenes). G. ist ein Polypeptid (Molmasse: ca. 15000–>250000 g/mol), das vornehmlich durch Hydrolyse des in Haut u. Knochen (s. Ossein) von Tieren enthaltenen Kollagens unter sauren (Typ A-G.) od. alkalischen (Typ B-G.) Bedingungen gewonnen wird. Die Weltproduktion an G. beläuft sich auf ca. 125000 t/a. G. enthält (s. Lit. u. Tab.) bis auf Tryptophan alle essentiellen Aminosäuren u. ist als reines, verdauliches Eiweiß sehr gut als Nahrungsmittelkomponente geeignet. Die Aminosäuren-Zusammensetzung der G. entspricht weitgehend der des Kollagens, aus dem sie gewonnen wurde, u. variiert in Abhängigkeit von dessen Provenienz.

In Wasser, bes. in der Wärme, quillt G. zunächst stark auf u. löst sich dann darin unter Bldg. einer viskosen Lsg., die bei einer G.-Konz. von mind. ca. 1 Gew.-% unterhalb von ca. 35° gallertartig erstarrt. G. besitzt einen isoelektrischen Punkt, der im pH-Bereich von 7,5–9,3 (Typ A-G.) bzw. 4,7–5,2 (Typ B-G.) liegt. G. ist unlösl. in Ethanol, Ethern u. Ketonen, lösl. in Ethylenglykol, Glycerin, Formamid u. Essigsäure. G. kann durch Reaktion v.a. der Amino-Gruppen mit mono- od. polyfunktionellen Reagenzien, u.a. mit Acylierungsmitteln, Aldehyden, Epoxiden, Halogen-Verb., Cyanamid od. aktivierten ungesättigten Verb. chem. modifiziert u. in ihren Eig. breit variiert werden.

Verw.: In der Nahrungsmittel- bzw. Getränkeindustrie – hier darf nur bes. reine G. eingesetzt werden (zur Reinheitsprüfung: s. Lit. ) – vorwiegend Typ A-G. zur Herst. von u.a. Sülzen, Geleespeisen, Puddings, Speiseeis u. Joghurts bzw. zur Klärung von Weinen u. Fruchtsäften; in der Pharmazie u. Medizin zur Herst. von weichen u. harten Kapseln, von Suppositorien, als Bindemittel für Tabletten, Stabilisator für Emulsionen u. Blutplasma-Extender, in vernetzter Form zur Herst. von sterilen, hämastotatischen Schwämmen für chirurgische Zwecke; in der Kosmetik als Bestandteil von Salben, Pasten u. Cremes; in der Photoind. als sog. Photo-G. bzw. Photohilfs-G. zur Herst. von Halogensilber-Emulsionen bzw. als Schutzschicht-G.; zur Mikroverkapselung von Farbstofflsg. für moderne Durchschreibpapiere.

Lit.: 1*Biochemistry 3, 1126ff. (1964). 2*DAB 8, 239–241; Chem. Rundsch. 30 (20), 16 (1977).
allg.: Angew. Chem. 80, 719–725 (1968) ï Chem.-Ztg. 89, 469–476 (1965) ï Cox, Photographic Gelatin u. Photographic Gelatin II, London: Academic Press 1972 u. 1976 ï Encycl. Polym. Sci. Engng. 7, 488–513 ï Gelatin, New York: Gelatin Manufacturers Institute of America, Inc. 1973 ï Hager 7, 211ff. ï Kirk-Othmer (3.) 11, 711–719 ï Ullmann (4.) 12, 211–220 ï Veis, The Macromolecular Chemistry of Gelatin, New York: Academic Press, Inc. 1964 ï Ward u. Courts, The Science and Technology of Gelatin, London: Academic Press 1977.

Quelle: CD Römpp Chemie Lexikon – Version 1.0, Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag 1995
__________________
Ich habe zwar auch keine Lösung, aber ich bewundere das Problem!
zarathustra ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.04.2004, 20:38   #9   Druckbare Version zeigen
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AW: Warum klebt Kartoffelstärke

wow..danke
aber irgendwie weiss ich jetzt immer noch nicht warum si haribo gummibärchen nach erhitzen ein perfekter Kleber ist...und das wollte ich ja eigentlich rausfinden..trotzdem thx...sonst noch ideen wieso die kleben?
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Alt 01.04.2004, 21:29   #10   Druckbare Version zeigen
belsan Männlich
Mitglied
Beiträge: 4.635
AW: Warum klebt Kartoffelstärke

Zitat:
Zitat von Schüler10.
wow..danke
aber irgendwie weiss ich jetzt immer noch nicht warum si haribo gummibärchen nach erhitzen ein perfekter Kleber ist...und das wollte ich ja eigentlich rausfinden..trotzdem thx...sonst noch ideen wieso die kleben?
Es gilt im wesentlichen das selbe was für die Stärke gesagt wurde (polare Gruppen, lange Moleküle usw.)
Für Details müßte wohl ein Gelantineexperte/Klebstoffexperte ran.
Wirf doch mal einen Blick auf diese Seite

http://www.cup.uni-muenchen.de/didaktik/material/natur/kleben/klebstoff.htm

Ich fürchte, wenn man tiefer gehen will wird es sehr schnell sehr kompliziert, weil für das Kleben sehr verschiedene chemische und physikalische Phänomene verantwortlich sind. Die Ursache gibt es nicht.
belsan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.04.2004, 21:41   #11   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Warum klebt Kartoffelstärke

Zitat:
Zitat von Schüler10.
gibts dafür irgendwie ne spezielle formel oder so? weil es würde mich interessieren, welcher Stoff genau, dafür verantwortlich ist, dass es so gut klebt
Die Gummibären bestehen hauptsächlich aus Gelatine und aus Zucker.

Wie schon gesagt, ist Gelatine ein Protein und besteht aus langen Ketten von miteinander verbundenen Aminosäuren. Da gibt es also keinen "Stoff" darin, der klebrig ist; es sind die Gelatinemoleküle selbst.
Mit Gelatine und ähnlichen Produkten (Knochenleim, Fischleim) wurde früher sehr viel geklebt (Holz z. B.). Die Klebfestigkeit ist sehr hoch; allerdings sind die Verklebungen feuchtigkeitsempfindlich und außerdem anfällig gegen Mikroorganismen (gutes Futter...).

Gruß,
Franz
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Alt 01.04.2004, 21:54   #12   Druckbare Version zeigen
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AW: Warum klebt Kartoffelstärke

ok...nochmal danke an alle...hat mir echt geholfen
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Alt 05.04.2004, 08:24   #13   Druckbare Version zeigen
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AW: Warum klebt Kartoffelstärke

Hi!

Ich hab doch noch eine Frage: Wie könnte ich den experimentell beweisen, dass in Gummibärchen die Gelatine für die Klebewirkung verantwortlich ist?

thx
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Alt 05.04.2004, 10:51   #14   Druckbare Version zeigen
minutemen Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.865
AW: Warum klebt Kartoffelstärke

Zitat:
Zitat von Schüler10.
Ich hab doch noch eine Frage: Wie könnte ich den experimentell beweisen, dass in Gummibärchen die Gelatine für die Klebewirkung verantwortlich ist?
indem du die gelantine von allen anderen inhaltsstoffen (zucker, aromen, farbstoffe ...) trennst und nur in der gelantine-fraktion klebewirkung nachweist.
__________________
"Alles Denken ist Zurechtmachen." Christian Morgenstern

immer gern genommen: Google, Wikipedia, MetaGer, Suchfunktion des Forums
Regeln und Etikette im Chemieonline-Forum, RFC1855, RTFM?
minutemen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.04.2004, 18:35   #15   Druckbare Version zeigen
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AW: Warum klebt Kartoffelstärke

so was hatte ich mir auch schon gedacht..aber wie mach ich das?
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