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Alt 05.01.2004, 22:38   #1   Druckbare Version zeigen
Easyquantum Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 1.486
Eisenrhodanid

Wir hatten ja schon lange keinen Thread mehr zu diesem Thema...

Ich habe soeben in einem Skript gelesen, dass das Eisen mit dem Stickstoff des Liganden verknüpft ist. Die richtige Darstellung sollte also lauten:

[Fe(NCS)3 (H2 O)3 ]

Erkärungsmodell: Pearson

Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Erstens ist das doch ein c-t-Komplex, bei welchem der Schwefel Ladung transferiert und zweitens wird die Ligandenfeldaufspaltung doch möglichst gering sein bei einem solchen high-spin-Komplex. Und das -SCN sorgt für eine geringere Aufspaltung!!

Warum aber kann dann Fluorid das SCN substituieren?

Gruß Easy...
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Alt 05.01.2004, 23:47   #2   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
Re: Eisenrhodanid

Zitat:
Originalnachricht erstellt von Easyquantum
Ich habe soeben in einem Skript gelesen, dass das Eisen mit dem Stickstoff des Liganden verknüpft ist. Die richtige Darstellung sollte also lauten:

[Fe(NCS)3 (H2 O)3 ]

Erkärungsmodell: Pearson

Das kann ich mir gar nicht vorstellen.
Ich mir auch nicht. Jedenfalls stehts im Cotton/Wilkinson anders. Allerdings ist meine Ausgabe schon älter. Steht in deinem Skript eine Literaturstelle dazu?

Zitat:
Warum aber kann dann Fluorid das SCN substituieren?
Größere Affinität des Fe(III) zum Fluorid. Evtl. mit HSBAB-Prinzip zu erklären?
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Alt 05.01.2004, 23:55   #3   Druckbare Version zeigen
Easyquantum Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 1.486
Zitat:
Steht in deinem Skript eine Literaturstelle dazu?
Leider nicht!

Im HoWi hab ich leider nichts konkretes gefunden.

Danke soweit.

Mal schauen, was die anderen Anorganiker dazuzusagen haben.

Freundlichst...
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Alt 09.01.2004, 16:34   #4   Druckbare Version zeigen
Easyquantum Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 1.486
Hat keiner ne Idee oder weiß es sogar vielleicht.

Meine Internetsuche blieb gänzlich erfolglos.

Da das Eisenrhodanid eine sehr bekannte Verbindung ist, hoffe ich , dass mir vielleicht noch jemand weiterhelfen kann.

Womit ich nicht sagen will, dass hier ne Menge Leute auch außerordentlich viel über nicht so populäre Verbindungen wissen.

Schönes Wochenende,

Gruß Easy
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Alt 09.01.2004, 18:34   #5   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
Mußte mal in anderen fortgeschrittenen Darstellungen für Anorganische Chemie genauer gesagt Koordinationschemie suchen. Evtl. auch mal im Gmelin kucken.
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Alt 09.01.2004, 19:12   #6   Druckbare Version zeigen
Adam Männlich
Moderator
Beiträge: 8.039
Zitat:
Größere Affinität des Fe(III) zum Fluorid. Evtl. mit HSBAB-Prinzip zu erklären?

Ja, natürlich. Das kleine harte F- hat eine viel größere Affinität zu der harten Lewis Säure Fe(III).

Laut HoWi ist es SCN-. 101 Auflage S.1521


Zitat:
Und das -SCN sorgt für eine geringere Aufspaltung!!
Sicher schau mal in die spektrochem. Reihe. Oder wo sollte das Minus sitzen?


Gruß
Adam
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Geändert von Adam (09.01.2004 um 19:37 Uhr)
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Alt 09.01.2004, 19:30   #7   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
Zitat:
Originalnachricht erstellt von Adam
harten Lewis Base Fe(III).


Es sind Komplexe bekannt, bei denen Thiocyanatbrücken vorliegen, bei denen die Bindung also über S und über N erfolgt.
Außerdem kennt man isomere Komplexe (wahlweise über N bzw. über S gebunden).

Vielleicht hat mans bei den Eisenkomplexen noch nicht rausgefunden?

Gruß,
Franz
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Alt 09.01.2004, 19:36   #8   Druckbare Version zeigen
Adam Männlich
Moderator
Beiträge: 8.039
Zitat:
harten Lewis Base Fe(III).

Ach herrje...was habe ich da veranschtaltet


-> Koorigiert.


Gruß
Adam
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Alt 10.01.2004, 17:02   #9   Druckbare Version zeigen
Easyquantum Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 1.486
Danke soweit.

Scheint also doch kein so einfaches Thema zu sein. Aus der klassischen Literatur (Riedel, Mortimer, Howi) kenn ich nur die Benennung Thiocyanato....

Wenn das N das Fe ligandieren würde, dann müßte das doch Isothiocanato... heißen. Nicht wahr??

Zitat:
Sicher schau mal in die spektrochem. Reihe?
Hab ich selbstverständlich vor Eröffnung des Threads gemacht.
Siehe Howi S. 1252. SCN- erzeugt ein schwächeres Ligandenfeld als NCS-.

Also falls noch jemand ne Idee hat.. immer her damit.

Nochmals vielen Dank an alle.

Gruß easy....
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Alt 10.01.2004, 19:27   #10   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
Zitat:
Originalnachricht erstellt von Easyquantum
Wenn das N das Fe ligandieren würde, dann müßte das doch Isothiocanato... heißen. Nicht wahr??
Eigentlich ja.

Empfehlung meinerseits für Prüfungen: statt "ligandieren" besser "koordinieren" gebrauchen...

Gruß,
Franz
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FK ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.01.2004, 19:35   #11   Druckbare Version zeigen
Alichimist Männlich
Mitglied
Beiträge: 4.979
oder datieren;-))

für dative Bindung (veraltet)...

Gruss
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Kraft wird aus dem Zwang geboren und stirbt an der Freiheit.
Alichimist ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.01.2004, 19:36   #12   Druckbare Version zeigen
Easyquantum Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 1.486
Zitat:
Empfehlung meinerseits für Prüfungen: statt "ligandieren" besser "koordinieren" gebrauchen...
Oki wird gemacht. Ich hab das Wort ligandieren auch noch nie in diesem Zusammenhang gehört.

Außer zigmale von mir selber... --> Gewöhnungseffekt

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Easyquantum ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.01.2004, 01:27   #13   Druckbare Version zeigen
Easyquantum Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 1.486
Endlich bin ich diese innere Unruhe los

Huheey,Keiter 1995 S.607

Dort wird beschrieben, dass es in der Tat das N ist über welches, dass Eisen koordiniert (datiert) ist.

Ebenso ist es beim dazugehörigen Cobaltkomplex, obwohl hier Bindungsisomerie herrscht.


Gruß Easy
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