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Alt 19.02.2013, 13:00   #1   Druckbare Version zeigen
skullman  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 2
Reaktion Aluminium mit Spülmittel - Praxisbeispiel

Hallo,

und zwar hab ich selbst ein chemisches Problem verursacht:
Ich hatte vor, eine Dichtung von einem Alumium Gehäuse zu entfernen. Dazu habe ich das Alu Gehäuse in warmes Wasser mit Spüli eingelegt. Ich bin nicht sparsam mit dem Spüli umgegangen und habe das Aluminum darin mehrere Tage liegen lassen. Nach dieser Zeit haben sich weiße Kristalle am Alu gebildet, die ich jedoch entfernen konnte.
Zurückgeblieben ist ein schwarzgrauer Rand und stellenweise eine dünne Seifenschicht.
Ich habe es schon mit Essigwasser versucht, aber der Erfolg hält sich in Grenzen. Abkratzen kann man die Schicht zwar, aber das hinterlässt Spuren an der Dichtfläche im weichem Aluminium.
Es ist auch so, wenn man das Aluminum mit Wasser reinigt, dass sich an der gereinigten Fläche wieder kleine Kristalle bilden.



Meine Frage ist:

- Könnt ihr mir erklären, was da passiert ist bzw. welche Reaktion stattgefunden hat?

- Gibt es eine Möglichkeit die Reaktion umzukehren, so dass das Spülmittel möglichst ohne Rückstände entfernt wird?
skullman ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.02.2013, 15:07   #2   Druckbare Version zeigen
GeorgL Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.904
AW: Reaktion Aluminium mit Spülmittel - Praxisbeispiel

Ist das Spülmittel chloridhaltig (was mein Hauptverdacht ist, der in Richtung Spaltkorrosion geht)? Ist das Wasser mäßig oder sehr hart?
Zur Erklärung meines Denkansatzes: Aluminium ist ein sehr unedles Metall, dass nur deswegen nicht heftig mit Wasser reagiert, weil es sich an (feuchter) Luft sehr schnell mit einer sehr dichten Oxid-/ Hydroxidschicht überzieht, die die weitere Diffusion von Wasser zur Metalloberfläche wirksam unterbindet. Diese diffusionshemmende Schicht kann von Ionen wie Chlorid, Bromid, Iodid, Cyanid oder Rhodanid empfindlich gestört werden, sodass es dort lokal wieder zu Korrosion kommt. Im Zusammenwirken mit verringertem/ fehlendem Sauerstoffzutritt (unter Spalten wie der vorgenannten Dichtung)bildet sich ein sogenanntes Belüftungselement mit Potentialdifferenz zur Umgebung, sodass der Korrosionsvorgang lokal bevorzugt in diesem Spalt abläuft. Die Korrosion verbraucht auch Protonen, das Milieu im Spalt wird alkalischer. Das führt in Anwesenheit von hartem (Ca, Mg - hydrogencarbonathaltigem) Wasser zur Fällung von Carbonaten.
GeorgL ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.02.2013, 15:49   #3   Druckbare Version zeigen
skullman  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 2
AW: Reaktion Aluminium mit Spülmittel - Praxisbeispiel

Das Wasser ist mit 17-20ºdH sehr hart. Den Chlorgehalt des Spülmittels überprüfe ich heute abend.
Gibt es einen Weg, die Korrosion zu behandeln, wenn dein Ansatz richtig ist?

Hier noch ein Bild aus meiner Dropbox:
http://db.tt/rv3PCb9R

Die braunen Rückstände sind von der Dichtung. Ich mache später noch aussagekräftigere Bilder, auf denen man die graue Schicht besser sieht.
skullman ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.02.2013, 16:14   #4   Druckbare Version zeigen
GeorgL Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.904
AW: Reaktion Aluminium mit Spülmittel - Praxisbeispiel

Mögliche Behandlungen der korrodierten Bereiche hängen vom weiteren Einsatz ab - wie genau muss Dichtung passen - gibt es Rotationsvorgänge, für die eine glatte Oberfläche erforderlich ist - gibt es Temperatur-/ Chemikalienbeanspruchung, wo Chloridreste in Korrosionslöchern kritisch wären - etc.?
Prinzipiell ist an (mechanisches) Polieren der korrodierten Bereiche (evtl gefolgt von Elektropolieren) zu denken.
GeorgL ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.02.2013, 16:58   #5   Druckbare Version zeigen
rettich Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.587
AW: Reaktion Aluminium mit Spülmittel - Praxisbeispiel

Das Teil sieht aus wie ein Gehäuseteil eines Motors o.ä.
Diese Teile sind meistens aus einer Al-Legierung gefertigt.
Die Legierungsmetalle sind häufig Si, Mg, Cu. Von daher ist eine
Ferndiagnose schwierig.
mfg : rettich
__________________
mfg: rettich

Man kann gar nicht so dämlich denken wie
andere Handeln.
Speziell im Strassenverkehr und im Labor.

Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens.
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