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Alt 12.10.2003, 13:48   #1   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Verwitterung von sulfidhaltigen Erzen

"Sulfidhaltige Erzabfälle werden bei der Verwitterung oxidiert und bilden sauere Lösungen, welche die Adsorption herabsetzen und somit die Beweglichkeit der Metalle in Böden, Sedimenten und Gewässern erhöhen"

1. ist mit saueren Lösungen die Bildung von SO4 gemeint?
2. den zweiten Teil kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich vermute, dass es was mit dem pH-Wert zu tun hat, aber auch dann komm ich nicht weiter.
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Alt 12.10.2003, 13:59   #2   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
schweflige Säure wird entstehen.

pH-Abhängigkeit : Die meisten Schwermetalle bilden im alkalischen wenig lösliche Carbonate/Hydoxide/Oxide. Was passiert im Sauren?

Aussendem haben Böden eine Ionentauscherfunktion.
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2003, 14:15   #3   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Von der Ionentausherfunktion hab ich auch schon was gehört, hab aber nicht allzu verständlcihes gefunden.

Im Falle Blei ist mein Endprodukt

PbS + 2PbO + 2SO2 --> 3Pb + 3SO2

Ist in diesem fall 3SO2 meine schweflige Säure?
Geht Pb dann zum Beispiel eine Bindung mit 1/2O ein? also zu PbO
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Alt 12.10.2003, 14:24   #4   Druckbare Version zeigen
buba Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.460
SO2 kann PbO und PbS nicht zum Metall reduzieren, und elementare Metalle entstehen auch nicht. Schwerlösliche Metalloxide und -sulfide werden mehr oder weniger gelöst.

Ich würde es so schreiben:

2 PbS + 3 O2 --> 2 PbO + 2 SO2
SO2 + 2 H2O <--> H3O+ + HSO3-

In geringem Maße:
PbO + 2 H3O+ --> Pb2+ + 3 H2O
Aber es wird eher H2S aus den sulfidischen Erzen freigesetzt, die dabei in Lsg. gehen.
buba ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2003, 14:27   #5   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
Schwefeldioxid (SO2) bildet mit Wasser schweflige Säure (H2SO3). Die Reaktionsgleichung bekommst Du sicher selbst hin.

Ionentauscher (IT): Substanz, die die Fähigkeit hat, Kationen (=Kationaustauscher, hat meist negativ geladenene Stellen) oder Anionen (=Anionaustauscher, hat meist positiv geladene Stellen) zu "binden" :

"IT"-Mx+ + x H+ <=> "IT"-xH+ + Mx+

Die Protonen der Säure verdrängen die Metallkationen aus dem IT.
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2003, 14:41   #6   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Zitat:
Ich würde es so schreiben:

2 PbS + 3 O2 --> 2 PbO + 2 SO2
SO2 + 2 H2O <--> H3O+ + HSO3-

In geringem Maße:
PbO + 2 H3O+ --> Pb2+ + 3 H2O
Aber es wird eher H2S aus den sulfidischen Erzen freigesetzt, die dabei in Lsg. gehen.
Im Grund könnte man mit dieser Gleichung den oben stehenden Satz begründen bzw. bestätigen?
hmm..auf die Bildung von H2 S komm ich nicht drauf
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Alt 12.10.2003, 14:45   #7   Druckbare Version zeigen
buba Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.460
Welchen obenstehenden Satz? Es stehen viele Sätze weiter oben.
buba ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2003, 14:49   #8   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
den im ersten Beitrag in Anführungsstrichen
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Alt 12.10.2003, 15:04   #9   Druckbare Version zeigen
minutemen Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.865
SO2/schweflige säure ist sicher primäres produkt der verwitterung sulfidischer mineralien, wird aber mehr oder weniger schnell zur schwefelsäure oxidiert. dabei könnte zwar tatsächlich H2S freigesetzt werden - was aber nicht passiert, da dieses weiteroxidiert wird(SO2->schwefelsäure)

zb. markasit (FeS2): "frisch" sieht es goldgelb metallisch glänzend aus. wird es nicht lackiert, ist es alsbald unansehlich dunkelbraun und versaut sowohl die vitrine, in der es liegt, alsauch alle mineralien in seiner nähe. die kann man dann wegwerfen - und siehe da, die beweglichkeit wurde erhöht.
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Alt 12.10.2003, 16:15   #10   Druckbare Version zeigen
minutemen Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.865
auch wenn das schwer anorganisch ist, passt es doch besser in die geologie ---> verschoben.
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Alt 12.10.2003, 18:27   #11   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Das soll mir auch recht sein, wenn ich es endlich nachvollziehen kann.

Ich bräucht dazu bloß eine vernünftige Gleichung, damit ich diesen Teil meiner Arbeit abschließen kann.
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Alt 12.10.2003, 19:00   #12   Druckbare Version zeigen
minutemen Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.865
es gibt keine einfache "gleichung", nach der man das machen könnte, weil schon der begriff "sulfidisches erz" eine unmenge an stoffen umfaßt. die dabei umgesetzten stoffe und reaktionsprodukte sind ebenso wenig einheitlich. fakt ist, dass sulfide in gegenwart von wasser und O2 zu SO2 und weiter zu H2SO4 oxidiert werden (die ox-zahl der kationen ist für den vorgang völlig schnuppe!). durch den folglich sich ergebenden sauren pH-wert werden wiederum die kationen mobilisiert, die ansonsten als schwerlösliches carbonat/hydroxid/oxid/sonstwas festsitzen.
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Alt 13.10.2003, 19:37   #13   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Verhalten von Schwermetallen im Boden

ICh versuche grade ein Thema auf eigene Faust zu begreifen, das wir nicht in der Schule besprechen.

Dazu habe ich folgendes gelesen:

In der Bodenlösung können Metalle in Form von Metall-Ionen, von anorganischen oder auch organischen Komplexen vorliegen (WAS GENAU IST DER UNTERSCHIED?) , die außerdem an der Oberfläche von Tonmineralen oder Ton-Humus-Komplexen adsorbiert sind. Als wichtigste Bindungsformen sind zu nennen: ionogen, an Tonminerale austauschbar gebunden- adsorptiv gebunden z.B. an den Oberflächen von Eisen- und Manganoxiden-, als schwerlösliche anorganische Verbindungen und als schwerlösliche organische Komplexverbindungen, gebunden z.B. an Huminsäuren.

So mein Problem ist, dass ich hier überhaupt nicht durchsteige. Klingt jedoch zumindest so, als ob man anhand der genannten Stoffen die von mir geliebten Gleichungen z.B. anhand des Bleis aufstellen könnte, oder?

Für hilfreiche Links wär ich auch sehr dankbar
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Alt 13.10.2003, 20:05   #14   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
Der Unterschied zwischen organischen und anorganischen Komplexen ist der, dass im ersten Fall organische Liganden (z. B. Polyphenole), im zweiten Fall anorganische Liganden (z. B. Wasser) an das Metallion gebunden sind.
Freie Metallionen gibts in wässriger Lösung eigentlich gar nicht; zumindest ist Wasser an das Ion gebunden, teils recht locker, teils recht fest.

Gleichungen aufstellen? So im Sinne von schönen Reaktionsgleichungen dürfte das schwerfallen, solange kein konkreter Komplex genannt ist.
Wie die Huminsäuren aussehen, weiß wohl eh kein Mensch - allenfalls dürften Strukturelemente (OH-Gruppen z. B.) bekannt sein, schätze ich mal.

Gruß,
Franz
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Gib einem Mann einen Fisch, und Du ernährst ihn für einen Tag.
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Nichts, was ein Mensch sich auszudenken in der Lage ist, kann so unwahrscheinlich, unlogisch oder hirnrissig sein, als dass es nicht doch ein anderer Mensch für bare Münze halten und diese vermeintliche Wahrheit notfalls mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen wird.

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Alt 13.10.2003, 20:18   #15   Druckbare Version zeigen
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nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
Ich habe das jetzt trotzdem mal mit Zinkerz versucht

ZnS + O2 --> Zn + SO2
2SO2 + 2H2O + O2 --> 2H2SO4

öhm, jetzt würde Zn doch weitere Reaktionen eingehen?
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