Allgemeine Chemie
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Alt 06.10.2003, 17:35   #1   Druckbare Version zeigen
Smartie  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 73
CuSO4 + HCl =?

Ich bins mal wieder!

Ich habe letzt in zu meinem Reagenzglas, wo CuSO4 enthalten war 34% HCl hinzugetan. Ergebnis war eine giftgrüne Flüssigkeit, mit weißen Kristallen als Rückstand. Kann mir jemand sagen was das ist? Ich würde ja zuerst mal Kupferchlorid sagen, aber das ist mir unwahrscheinlich. Dem ganzen habe ich dann noch eines draufgesetzt und 20% H2O2 hinzu. Immer ein Tropfen. Plötzlich entfärbt sich die Lösung und alles wird schlagartig dunkelbraun, wobei man eindeutig braun-schwarze Kristalle erkennt. Was ist hier genau passiert?
Ach ja, als Probe habe ich H2O2 auch mal direkt auf CuSO4 getan, ohne vorher HCl mit dem CuSO4 reagieren zu lassen. Das Ergebnis war das gleiche, wieder alles dunkelbraun.

Danke schonmal!
Smartie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.10.2003, 18:18   #2   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
Kupfer(II) bildet mit Chloridionen gelbe Chlorokomplexe, die mit den hydratisierten Cu(II)ionen (blau) eine grüne Mischfarbe ergeben.
Bei den weißen Kristallen dürfte es sich um wasserfreies Kupfersulfat handeln.

Soweit klar.

Was das braune Zeug betrifft - ist erstmal rätselhaft. Oxid kanns nicht sein, da dioe Lösung reichlich sauer ist.

Gruß,
Franz
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Nichts, was ein Mensch sich auszudenken in der Lage ist, kann so unwahrscheinlich, unlogisch oder hirnrissig sein, als dass es nicht doch ein anderer Mensch für bare Münze halten und diese vermeintliche Wahrheit notfalls mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen wird.

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Geändert von bm (06.10.2003 um 19:10 Uhr)
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Alt 06.10.2003, 18:35   #3   Druckbare Version zeigen
Penthesilea  
Mitglied
Beiträge: 593
Im Greenwood steht, daß CuO schwarz ist und am besten durch Erhitzen von CuNO3 oder CuCO3 hergestellt wird.
Im Alkalischen würde doch auch blaues Cu(OH)2 ausfallen, oder?

Cu2 O, fallst es denn von H2 O2 reduziert wurde, wird laut Greenwood in alkalischer Lsg. gebildet, ist aber gelb oder rot.

Kann es nicht sein, daß sich lauter farblose Cu(I)-Ionen gebildet haben und die paar wenigen Cu(II)-Ionen, die es noch gab, sind dann ob des Überschusses an gebildeten O2 aus H2 O2irgendwie (habs noch nicht gefunden ) als CuO ausfallen?

Oder mache ich es mir mal wieder zu einfach?

P.
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Alt 06.10.2003, 18:39   #4   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
Also, die Vorstellung, dass Cu(I) in Gegenwart eines Oxidationsmittels entsteht, gefällt mir irgendwie nicht.

Irgendwelche Oxide oder Peroxide sollten in der sauren Mischung eigentlich nicht ausfallen...

Rätselhaft...

Gruß,
Franz
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Alt 06.10.2003, 18:44   #5   Druckbare Version zeigen
Penthesilea  
Mitglied
Beiträge: 593
hm.
Habe gerade im Riedel gefunden, daß Silber(II)-ionen H2 O2 zu O2 oxidieren.

Vielleicht kann das dann auch das Kupfer(II)? Die beiden sind sich doch ähnlich, oder?
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Alt 06.10.2003, 18:54   #6   Druckbare Version zeigen
buba Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.460
Zitat:
Kupfer(II) bildet mit Chloridionen gelbe Chlorokomplexe, die mit den hydratisierten Cu(II)ionen (blau) eine grüne Mischfarbe ergeben.
Konzentrierte Chlorocuprat(II)-Lösungen sind grünbraun ([CuCl4]2-), halbkonzentrierte Lösungen sind grün ([CuCl2(H2O)4]. Gelb sind Chlorokomplexe des Fe[sup]3+</SuP>.


Zitat:
Im Greenwood steht, daß CuO schwarz ist und am besten durch Erhitzen von CuNO3 (...) hergestellt wird.
Kupfer(I)-nitrat?


Zitat:
Originalnachricht erstellt von Penthesilea
hm.
Habe gerade im Riedel gefunden, daß Silber(II)-ionen H2 O2 zu O2 oxidieren.

Vielleicht kann das dann auch das Kupfer(II)? Die beiden sind sich doch ähnlich, oder?

Nee nee, guck dir mal die Redoxpotentiale an...
buba ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.10.2003, 19:08   #7   Druckbare Version zeigen
Penthesilea  
Mitglied
Beiträge: 593
Zitat:
Originalnachricht erstellt von buba
[B]Konzentrierte Chlorocuprat(II)-Lösungen sind grünbraun ([CuCl4]2-), halbkonzentrierte Lösungen sind grün ([CuCl2(H2O)4]. Gelb sind Chlorokomplexe des Fe[sup]3+</SuP>.

Riedel:

[CuCl2 (H2 O)2 ] = grün

[CuCl4 ]2- = gelb


Und genau das habe ich auch bei der Cu(I)-chlorid-Synthese gesehen.

Beim Nitrat hab ich mich verschrieben, sorry.

P.
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Alt 06.10.2003, 19:11   #8   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
Zitat:
Originalnachricht erstellt von FK
Bei den weißen Kristallen dürfte es sich um wasserfreies Kupfersulfat handeln.

Soweit klar.

Gruß,
Franz
34% HCl bedeutet 66% Wasser. Wieso sollte das wasserfreies Kupfersulfat entstehen?
bm ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 06.10.2003, 19:13   #9   Druckbare Version zeigen
Penthesilea  
Mitglied
Beiträge: 593
naja...CuCl ist weiß, kann doch wohl nicht sein, oder?
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Alt 06.10.2003, 19:21   #10   Druckbare Version zeigen
buba Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.460
Zitat:
Originalnachricht erstellt von Penthesilea
Riedel:

[CuCl2 (H2 O)2 ] = grün

[CuCl4 ]2- = gelb
Ich hatte grün in Erinnerung und habe abgetippt, was der HoWi sagt. Man sollte wohl in einem dritten Lehrbuch nachschauen.


Zitat:
Originalnachricht erstellt von bm
34% HCl bedeutet 66% Wasser. Wieso sollte das wasserfreies Kupfersulfat entstehen?
Das dachte ich auch erst. Er hat die Lösung wohl eingedampft und zu stark erhitzt.


Zitat:
Originalnachricht erstellt von Smartie
Ach ja, als Probe habe ich H2O2 auch mal direkt auf CuSO4 getan, ohne vorher HCl mit dem CuSO4 reagieren zu lassen. Das Ergebnis war das gleiche, wieder alles dunkelbraun.
Da ich das nicht glauben konnte, habe ich das eben mal ausprobiert. Wie erwartet sprudelt es mit 30% H2O2 nur (katalytische Zersetzung des H2O2 durch Schwermetallionen!), siehe Anhang.
Schätze, dein Kupfersulfat ist verunreinigt...
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg cuso4-h2o2-rkt.jpg (16,6 KB, 22x aufgerufen)
buba ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.10.2003, 19:27   #11   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
Zitat:
Originalnachricht erstellt von bm
34% HCl bedeutet 66% Wasser. Wieso sollte das wasserfreies Kupfersulfat entstehen?
Och, ich kann mir das vorstellen. Die konz. HCl ist bezüglich Chlorwasserstoff übersättigt; HCl ist hygroskopisch, und eine andere Cu-Verbindung als das wasserfreie Sulfat ist kaum vorstellbar.

Wenn man in Kupfer(II)sulfatlösung langsam konz. Schwefelsäure tropft, fällt es auch weiß aus...das Wasser ist aber immer noch drin.

Gruß,
Franz
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Alt 06.10.2003, 19:42   #12   Druckbare Version zeigen
Penthesilea  
Mitglied
Beiträge: 593
Zumindest macht das aus dem Riedel nach meiner praktischen Erfahrung Sinn.

Und der Römpp:

(b) Kupfer(II)-chlorid, CuCl2, CAS [7447-39-4], MG. 134,44. Als Dihydrat blaue, gewöhnlich (infolge anhaftender Lsgm.-Spuren) grüne rhomb. Nadeln, D. 2,51, Schmp. ca. 100°, gut lösl. in Wasser, Methanol, Ethanol, mäßig lösl. in Aceton u. Ethylacetat. Wasserfreies CuCl2 ist eine gelbe, zerfließliche Masse, D. 3,386, Schmp. 620° (extrapoliert), bei 510° Zers. unter Bldg. von CuCl u. Chlor. Die sehr konz. wäss. Lsg. dieser Verb. ist dunkelbraun, beim Verdünnen wird sie zunächst grün, bei stärkerer Verdünnung blaßblau (Cu2+-Ionen).

Das spricht für Buba.

Aber meine Lsg. war am Ende, als nur noch wenig Cu vorlag, gelb. Während der Reaktion war sie grün. Eine braune Lsg. hatte ich am Anfang der Reaktion, als noch alles Cu(II) in Lsg. war, der Chloridüberschuß in der Lsg. also noch wesentlich geringer war.
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Alt 06.10.2003, 19:46   #13   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
Zitat:
Originalnachricht erstellt von buba

Schätze, dein Kupfersulfat ist verunreinigt...
Vielleicht durch Schwermetallionen?

Gruß,
Franz
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Alt 06.10.2003, 19:47   #14   Druckbare Version zeigen
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buba ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.10.2003, 20:07   #15   Druckbare Version zeigen
Penthesilea  
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