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Alt 07.10.2010, 23:50   #1   Druckbare Version zeigen
Godwael Männlich
Moderator
Themenersteller
Beiträge: 12.173
Blog-Einträge: 12
Kurzer Nachtrag zum Chemie-Nobelpreis - Chemie

Nun also endlich wieder ein Chemie-Nobelpreis für reine Chemie, und vor allem für die Sorte von Chemie, die Alfred Nobel bei der Stiftung der Nobelpreise im Sinn hatte: Reaktionen, die die Welt von Grund auf verändert haben.

Ich habe bei Spektrumdirekt schon einen ausführlichen Beitrag über diesen Nobelpreis und seine Bedeutung verfasst, deswegen hier nur ein kurzes Eigenzitat:
Die Eigenschaften, die Kohlenstoffketten so stabil und vielseitig werden lassen, machen ihre Bestandteile so unzugänglich für chemische Reaktionen. Wo andere Elemente Wasserstoffionen abgeben oder aufnehmen und so geladene, chemisch erreichbare Zentren bilden, hält der Kohlenstoff das leichteste aller Elemente stoisch fest. Ihn davon abzubringen und statt des Wasserstoffs ein anderes Atom an der gewünschten Stelle anzubringen, das ist bis heute die hohe Kunst der organischen Chemie.

Das wichtigste Instrument dazu sind Katalysatoren auf Basis des Palladiums, die eine ganze Klasse ähnlicher Reaktionen beschleunigen, an deren Ende immer eine neue Einfachbindung zwischen zwei Kohlenstoffatomen steht. Palladiumbasierte Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungsknüpfungen sind so grundlegend für die moderne Chemie, dass, wie es ein Chemiker einmal in seinem Blog[1] schrieb, zukünftige Studenten wahrscheinlich vergessen werden, dass diese Reaktionen einmal erfunden werden mussten. Jetzt hat das Nobelkomitee mit dem Preis für Richard Heck, Ei-ichi Negishi und Akira Suzuki die Entdecker der wichtigsten Varianten dieses Reaktionstyps gewürdigt.
Zum vollständigen Beitrag geht es hier.

Stattdessen würde ich gerne, während alle mit Fug und Recht die drei Laureaten feiern, ein paar andere nennen, die ebenfalls in Verbindung mit der Palladium-katalysierten C-C-Bindungsknüpfung erwähnt werden sollten. Es können ja nur drei Leute den Preis kriegen von den vielen Chemikern, die im Laufe der Jahre auf diesem Gebiet geforscht haben. Dieser Post ist den anderen gewidmet.

Stellvertretend seien namentlich genannt:

Kenkichi Sonogashira, Universität Osaka, emeritiert 2004
Die Sonogashira-Kupplung eines Alkins mit einem Aryl oder Alkyl

John Kenneth Stille, Colorado State University, verstorben 1989
Die Stille-Kupplung, analog zur Negishi-Reaktion, nur mit Zinn statt Zink.

Stephen Buchwald, MIT
Die Buchwald-Hartwig-Kupplung eines Arylhalogenids mit einem Amin in Gegenwart einer Base.

Jiro Tsuji, Okayama University
Barry Trost, Stanford University

Die Tsuji-Trost Reaction, eine Palladium-katalysierte Allylierung von reaktiven Nucleophilen

et al.
.
.
.
[1] Genauer gesagt: Ashutosh Jogalekar in seinem eigenen Vorhersage-Post. Ich hab das Zitat Mittwoch in der Hektik nicht wiedergefunden...



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Quelle: Fischblog - Wissenschaft für alle
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