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Alt 22.09.2010, 11:00   #1   Druckbare Version zeigen
Daenni Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 2
Ölbeständigkeit von Fahrwerkzubehör prüfen

Einen schönen guten Morgen zusammen,

ich bin neu hier, mein Name ist Daniel und ich bin durch die Ambitionen eines Selbstversuches auf dieses Forum aufmerksam geworden.

Meine Kenntnisse in diesem Bereich reichen leider nicht über den Schul-Chemieunterricht hinaus, daher benötige ich eure Hilfe.

In dem angesprochenem Versuch (meine eigene, kleine "Studie) möchte ich gerne die Ölbeständigkeit bzw. Schmiermittelbeständigkeit mehrere Materialien prüfen, die im Fahrwerksbereich aller Kraftfahrzeuge zu finden sind.
Darunter zum Beispiel Domlager, Gummilager der Hinterachse, Stabilisatorgummis etc. p.p..

Nur ist die Frage: wie?

Mir stehen mehrere Reinigungs- und Schmierstoffe zur Verfügung, die in vermutlich jeder Hobbywerkstatt oder der Garage zu finden sind.
Manche halten von 12 bis Mittags und manche noch weniger

Ich würde so vorgehen, dass ich die Materialien vor der Behandlung fotografiere, ein paar Maße nehme und den allgemeinen Zustand beschreibe.
Dann lege ich sie in einen mit Schmierstoff "X" gefüllten Behälter.

Leider habe ich damit schon ein gedankliches Problem:
Wenn ich die Teile für 7 Tage in der "Suppe" liegen lasse, werden sie mehr oder weniger konserviert und es kommt keine Luft an die Teile. Ich denke man benötigt diesen Schritt jedoch weil dies auch beim normalen Gebrauch der Fall wäre, oder? Hierbei denke ich zum beispiel an Oxidation die ja ohne Sauerstoff nicht stattfinden kann (mein bescheidenes Halbwissen).
Somit muss ich die Teile einen Tag in der "Suppe" liegen lassen, einen Tag entnehmen, einen Tag rein, entnehmen... bis 7 Tage um sind, oder?

Mich interessieren dabei die Faktoren die zum Tragen kommen, wenn/wie man einem Kunststoff beispielsweise den Weichmacher entzieht.
Mit Luft, nicht geeigneter Flüssigkeit (bzw. Inhaltsstoffen wie Wasserstoffperoxid) und mechanischer Belastung?


Wie ihr lesen könnt... Null Plan.

Von daher hoffe ich einfach auf Hilfe und würde mich sehr darüber freuen.
Ach, alles wird durchgeführt in einer Garage mit beschränkten Mitteln und beschränktem Budget, aber das war wohl klar

Vielen Dank im Voraus,

Daniel
Daenni ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.09.2010, 11:33   #2   Druckbare Version zeigen
Nobby Männlich
Mitglied
Beiträge: 13.701
AW: Ölbeständigkeit von Fahrwerkzubehör prüfen

Die Versuche klingen schon mal richtig. Aber Dir fehlen natürlich dann Prüfmethoden aus der Werkstofftechnik. Man könnte ein Stück Kunststoff ziehen und die Kraft bis zum Reißen messen.

Anderes wären Mikroskopische Aufnahmen (Licht aber auch Röntgen), ob sich die Oberfläche des Stoffes verändert hat.

Man könnte auch die Stoffe vor und nach dem Versuch wiegen und sehen ob eine Gewichtsdifferenz statt findet. Stoff absorbiert das Lösungsmittel (größeres Gewicht) oder Stoff löst sich auf (Gewicht wird kleiner).

Also fürs Hobby ist das aber nichts, sondern eher für ein Labor wie der TÜV oder Stiftung Warentest es haben.
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Vena lausa moris pax drux bis totis
Nobby ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.09.2010, 11:52   #3   Druckbare Version zeigen
Kalomel Männlich
Mitglied
Beiträge: 948
AW: Ölbeständigkeit von Fahrwerkzubehör prüfen

Nobby hat recht. Deine Grundüberlegungen sind schon nicht schlecht, aber um tatsächlich eine makroskopische Veränderung sehen zu können, musst du schon entsprechend lange Versuche durchführen. Mikroskopische Veränderungen könntest du schon nach wenigen Tagen erkennen, benötigst dafür aber entsprechende Ausrüstung, die gar nicht billig ist.

Also, mir ist nicht klar, wozu du genau Sauerstoff benötigst. Klar benötigst du den für Oxidation und im wesentlichen für die Korrosion, aber das ist eher bei metallischen Bauteilen von Bedeutung. Diese sind idealerweise permanent mit einem Schmierfilm bedeckt, damit sie eben nicht korrodieren. Ich glaube aber herauszulesen, dass du die Ölbeständigkeit der Gummi- bzw. Kunststofftteile testen möchtest. Um wirklich nur die Ölbeständigkeit zu testen, wäre es schon sinnvoll den Angriff jeglicher Sauerstoffspezies zu behindern. Was sich mit den Haushaltsmethoden sehr gut auch quantitativ testen lässt sind Quell- bzw. Auflösungsverhalten. Schieblehren mit zufriedenstellender Genauigkeit gibt es in regelmäßigen Abständen beim "großen A". Evtl. hilft auch eine Briefwaage o.ä.

Es ist noch zu bedenken, dass bei dem "Einlegen" in das Prüfmedium die mechanische Belastung der Bauteile vernachlässigt wird. Diese unterliegen im Gebrauch z.B. Schwing- und Schwellbelastungen, bei denen die Molekülketten langgezogen oder zu einem Knäuel gestaucht werden. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass ein Aufquellen an manchen Bauteilen durchaus gewünscht sein kann. Das ist aber nicht so mein Gebiet, da kann ich auch nur Vermutungen anstellen.
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Wissen ist gefährlich, Unwissen die Gefahr!

"Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühle von ruhigem Dasein versunken, dass meine Kunst darunter leidet. Ich könnte jetzt nicht zeichnen, nicht einen Strich und bin nie ein größerer Maler gewesen als in diesen Augenblicken."
(J.W.Goethe: Die Leiden des jungen Werther)
Kalomel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.09.2010, 12:18   #4   Druckbare Version zeigen
Daenni Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 2
AW: Ölbeständigkeit von Fahrwerkzubehör prüfen

Danke für deine Antwort.

An Reißtest und Küchenwaage habe ich auch schon gedacht... nur sind die Unterschiede wohl kaum in Gramm zu messen da recht wenig Kunststoff "drumherum" ist.
Es soll nichts großes, wissenschaftliches sein. Sondern mehr oder weniger ein Versuch in Verbindung mit meinem Hobby "An Autos schrauben".
Bin sonst IT-Mensch, weeßte?

Halt für mich alleine... weil ich unglaublich pessismistisch bin und einfach nicht glauben kann, dass ein Schmiermittel gleichzeitig extrem gut reinigt, dauerhaft(!) schmiert, schützt/konserviert und zudem unschädlich ist. Und das zum Preis von unglaublichen "Achteurozweiundfufzig"
Dass will nicht in meine Birne. Und meine Erfahrungen (ohne darauf zu achten) bestätigen mir das. Aber man(n) möchte es ja genauer wissen..

Also wenn Du oder jemand anderes noch Tipps hat wie ich mit Haushaltsmitteln irgendwas testen kann... gerne

Edit: schau mal, da hab ich zu lange getippt.

@Kalomel: An den Sauerstoff dachte ich nur, aufgrund der Oxidation metallischer Materialien. Vielleicht ist dieser ja auch wichtig bei dem Entzug der Weichmacher von Gummi/Kunststoffen? Bzw. dass das Teil halt auch mal "trocknen" muss damit irgendwas (was auch immer) passiert. Wenn ich Metall in ein Ölbad lege, kommt ja auch kein Rost. Verpufft das Zeug aber an der Luft, entsteht welcher.

Messen würde ich mit der Mikrometer-Bügelmessschraube, sollte genauer sein als die Schieblehre. Mechanische Belastung.. da hängts halt ein wenig. 2x am Tag kräftig mit dem Hammer kloppen?

Grüße und vielen Dank,

Daniel

Geändert von Daenni (22.09.2010 um 12:29 Uhr)
Daenni ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.09.2010, 12:26   #5   Druckbare Version zeigen
pleindespoir Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.106
AW: Ölbeständigkeit von Fahrwerkzubehör prüfen

Du hast da wirklich interessante Überlegungen angestellt.

Meine bescheidene Erfahrung mit Nutzfahrzeugen ist beispielsweise, dass ein fast 20 Jahre alter LKW so langsam neue Stabigummis braucht, während die bei einem 2 Jahre jungen bereits "durch" sind.

Weltweit haben tausende von Entwicklungstechnikern aller Fakultäten solange experimentiert und patentiert, bis es gelungen ist, ein Material zu entwickeln, das exakt 3 Tage nach Ablauf der Garantiezeit zu Staub zerfällt.

Das funktioniert natürlich nur mit High-Tech-Ausrüstung, die man als "Garagenerfinder" nicht zur Verfügung hat.

Im Gegensatz zu den schlechten alten Materialien sind die verbesserten neuen wesentlich umweltfreundlicher ... und leichter zu entsorgen --- weil man nicht so schnell aus der Übung kommt, den Müll wegzuwerfen !
pleindespoir ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.09.2010, 12:42   #6   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Ölbeständigkeit von Fahrwerkzubehör prüfen

Zitat:
Zitat von pleindespoir Beitrag anzeigen
...
Weltweit haben tausende von Entwicklungstechnikern aller Fakultäten solange experimentiert und patentiert, bis es gelungen ist, ein Material zu entwickeln, das exakt 3 Tage nach Ablauf der Garantiezeit zu Staub zerfällt.

...
Das will ich nicht glauben - vielmehr hat die andere Hälfte sich Gedanken gemacht, wie man heute die Teile servicefreundlich und wartungssicher verbaut.

Um z.B. eine defekte Scheinwerferglühlampe zu wechseln muss man hierzu heute erst fast den halben Motorraum 'leer räumen' um die drei Flachstecker abzuziehen und eine simple Drahtspange von der Gummimanschette zu lösen die die Glühlampe dann freigibt...

Heute gibt es aber auch keine Tankwarte mehr an der Zapfsäule, die dies so wie früher einfach flugs nebenher in der Wartezeit zur Tankfüllung gemacht haben.
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Alt 22.09.2010, 12:59   #7   Druckbare Version zeigen
pleindespoir Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.106
AW: Ölbeständigkeit von Fahrwerkzubehör prüfen

Kürzlich habe ich erlebt, dass ein Fahrzeugführer an einer Raststätte gar keine Scheinwerferbirne bekam, weil die wohl nicht mehr im Programm sind.

Vermutlich wegen der damit verbundenen Folgekomplikationen als unerwünschter Artikel ausgelistet ...
pleindespoir ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.09.2010, 22:30   #8   Druckbare Version zeigen
Kalomel Männlich
Mitglied
Beiträge: 948
AW: Ölbeständigkeit von Fahrwerkzubehör prüfen

Zitat:
weil ich unglaublich pessismistisch bin und einfach nicht glauben kann, dass ein Schmiermittel gleichzeitig extrem gut reinigt, dauerhaft(!) schmiert, schützt/konserviert und zudem unschädlich ist.
Das Anforderungsprofil für Werkstoffe wird immer größer, und doch funktioniert es. Mittlerweile werden häufig Werkstoffverbunde und Verbundwerkstoffe "entworfen", also bekannte Werkstoffe mit bekannten Eigenschaften entsprechend kombiniert, dass am Ende genau das rauskommt, was die größte Deckung mit dem Anforderungsprofil aufweist. Daher ist das ganze auch relativ billig, weil zur Komponentenherstellung auf bekannte und seit Jahren etablierte Verfahren zurückgegriffen wird.


Zitat:
2x am Tag kräftig mit dem Hammer kloppen?
Hmm... häng lieber noch ein paar Nullen dran .


Du kannst die Gummiwerkstoffe auch mit einer Schraubzwinge zusammenpressen und dann in dein Öl einlegen, da hast du dann Bereiche, die unter Zugspannungen und unter Druckspannungen liegen, du kannst also ein stehendes Fahrzeug "simulieren".
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Kalomel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.09.2010, 22:36   #9   Druckbare Version zeigen
Kalomel Männlich
Mitglied
Beiträge: 948
AW: Ölbeständigkeit von Fahrwerkzubehör prüfen

Zitat:
Heute gibt es aber auch keine Tankwarte mehr an der Zapfsäule, die dies so wie früher einfach flugs nebenher in der Wartezeit zur Tankfüllung gemacht haben.
*Meld!* Ich habe mal 2 Jahre an einer Tankstelle gejobbt und habe nach Möglichkeit auch außerhalb geholfen, beim Öl nachfüllen oder Reifendruck prüfen oder eben schnell ne Birne wechseln, falls möglich. Natürlich nur in den Phasen, wo an der Kasse nichts bzw. wenig zu tun war. Gab auch oft ein nettes Trinkgeld von den Omas .

Es war übrigens keine Gelbe-Muschel-Tankstelle...
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Kalomel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.09.2010, 08:14   #10   Druckbare Version zeigen
LordVader Männlich
Mitglied
Beiträge: 2.480
AW: Ölbeständigkeit von Fahrwerkzubehör prüfen

Eine weitere Möglichkeit wäre noch, die Teile eine Weile in das Öl zu legen, sie dabei ein paarmal mechanisch zu belasten, damit sich ein gewisser Pumpeffekt einstellt, sie herauszunehmen und die Flüssigkeit aus dem Gefäß verdampfen zu lassen. Eventuell kanst du eine Veränderung im Vergleich zu dem Rückstand eines Öls, in dem kein Prüfteil lag, sehen (Menge -wobei hier auch einiges im Gummi zurückgehalten werden kann-, Farbe, Konsistenz oder Geruch). Dies könnte als Anhaltspunkt dienen, ob Zusatzstoffe wie Weichmacher ausgewaschen werden.
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