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Alt 09.09.2010, 11:40   #1   Druckbare Version zeigen
Franziskus Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 184
Genauigkeit von Eppendorf-Pipetten

Hallo,

ich möchte gerade 7 ml pipettieren und da ist mir eine Frage aufgekommen:
Wie wird der Fehler der Pipettierung wohl am geringsten sein? Wenn ich die 7ml mit einer 10 ml Messpipette oder 7 mal mit einer 1 ml Eppendorf-Pipette pipettiere? Gefühlt würde ich sagen die Eppendorf wird immer noch genauer sein, aber ich bin mir nicht sicher, da ich dazu keine Fehlerangaben habe.

Danke und Gruß

Franziskus
Franziskus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.09.2010, 13:51   #2   Druckbare Version zeigen
Alchymist Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.129
AW: Genauigkeit von Eppendorf-Pipetten

Dein Gefühl trügt. Sofern du mit der Messpipette richtig umgehen kannst, hat sie eine Abweichung von 0,05 ml (Klasse AS, sollte draufstehen). Das sind max. 0,7% Abweichung. Die Eppendorfpipette 1ml ist spezifiziert mit einer Richtigkeit von 0,6% und einer zusätzlichen zufälligen Abweichung von max. 0.2 %. Diese Werte gelten für neue Pipetten und dürfen im täglichen Gebrauch doppelt so hoch sein. Bei 7mal pipettieren.... rechne es halt selbst aus...

Wäre doch mit Hilfe einer Analysenwaage sehr einfach, das mal praktisch auszuprobieren.
__________________
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(Laotse)
Alchymist ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.09.2010, 13:55   #3   Druckbare Version zeigen
Nobby Männlich
Mitglied
Beiträge: 13.688
AW: Genauigkeit von Eppendorf-Pipetten

Es gibt ja auch noch die einstellbaren Pipetten. Das Rädchen auf den Wert stellen und fertig. Die Genauigkeit ist ähnlich den Meßpipetten.

Oder man arbeitet mit 2 Vollpipetten. 1 mal mit 2 ml uns 1 mal mit 5 ml.
__________________
Vena lausa moris pax drux bis totis
Nobby ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.09.2010, 15:43   #4   Druckbare Version zeigen
kaktustk Männlich
Mitglied
Beiträge: 750
AW: Genauigkeit von Eppendorf-Pipetten

Zitat:
Zitat von Nobby Beitrag anzeigen
Es gibt ja auch noch die einstellbaren Pipetten. Das Rädchen auf den Wert stellen und fertig.
hmm... und wie heißen die? Für mich klingt das schwer nach Eppendorf Pipette

Ich würde aber auch eine Vollpipette oder einen Maßkolben vorziehen. Bei Eppendorfpipetten neigt man teilweise zu schlampigem Arbeiten... wenn ich richtig informiert bin, dann sind die Dinger nur für Wasser bei 20 °C geeicht, aber da bin ich mir nicht sicher.

Geändert von kaktustk (09.09.2010 um 15:50 Uhr)
kaktustk ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.09.2010, 19:16   #5   Druckbare Version zeigen
wobue Männlich
Mitglied
Beiträge: 4.661
AW: Genauigkeit von Eppendorf-Pipetten

Hallo,
Zitat:
Zitat von kaktustk Beitrag anzeigen
... wenn ich richtig informiert bin, dann sind die Dinger nur für Wasser bei 20 °C geeicht, aber da bin ich mir nicht sicher.
Das gilt für alle Volumenmessgeräte.

Zur Handhabung gibt es Bedienungsanleitungen bei Eppendorf, da steht auch was zu den Fehlergrenzen drin.
Auch lesenswert

Ähnliches gibt es von anderen Herstellern wie z.B. Hirschmann, Brand etc. vermutlich auch.
__________________
Wolfgang
wobue ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.09.2010, 23:33   #6   Druckbare Version zeigen
Alchymist Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.129
AW: Genauigkeit von Eppendorf-Pipetten

Von Eppendorf gibt es eine sehr gute SOP (Standardarbeitsvorschrift) zu Pipetten http://www.eppendorf.com/script/binres.php?RID=35500&DOW=1&pb=7c82c1abd208a5ab
von Brand gibt es ebenfalls sehr gute SOPs zu Volumenmessgeräten aus Glas http://www.brand.de/fileadmin/user/pdf/SOPs/SOP_BLAUBRAND_DE.pdf und anderen Produkten des Hauses (http://www.brand.de/de/downloads-support/technische-unterlagen/pruefanweisungen-sops/). Sehr lesenswert für alle, die mit Volumenmessgeräten arbeiten, sind die "Informationen zur Volumenmessung" von Brand - zwar angeblich z.Zt. in Überarbeitung aber trotzdem noch verfügbar (http://www.brand.de/fileadmin/user/pdf/Information_Vol/info_deutsch.pdf).

Die in den o.a. SOPs beschriebenen gravimetrischen Prüfungen würde ich jedem im Labor Tätigen mal zur Durchführung empfehlen. Man bekommt dann ein Gefühl dafür, wie genau eine Volumenmessung und wie gut das eigene Handling ist. Danach wird wahrscheinlich niemand mehr 121,55 ml durch Pipetttieren von 100 ml, 20 ml, 1 ml, 0,5 ml und 50 µl zusammenbasteln...
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Alt 10.09.2010, 07:28   #7   Druckbare Version zeigen
Firlefanz07  
Mitglied
Beiträge: 76
AW: Genauigkeit von Eppendorf-Pipetten

Je größer das Volumen der Pipette um so genauer ist sie. Das gilt sowohl für alle Klassen: A, AS, B. (Dies gilt eigentlich für alle Volumenmeßgeräte). Die genaueste Pipette ist also die mit 25 ml. Hat man allerdings kleine Volumina in großen Pipetten steigt der Ablesefehler.

Pipetten mit einem Volumen von unter 2-3 ml sind besonders ungenau.

Beispiel Meßpipetten:
0,1 ml -> Fehler AS: 6%, B: 10% (!)
1 ml -> Fehler AS: 0,7%, B: 1%
10 ml -> Fehler AS: 0,5%, B: 1%
25 ml -> Fehler AS: 0,4%, B: 0,8%
Diese Werte sind herstellerunabhängig, da standardisiert.

Insofern ist in diesem Fall die Meßpipette mit 10 ml mit Klasse A(S) die beste Wahl.

Wenn Aufwand keine Rolle spielt verwendet man eine 7 ml Vollpipette:
Vollpipette 7 ml, Klasse AS, Fehler: 0,215%

Zitat:
Zitat von Nobby Beitrag anzeigen
Oder man arbeitet mit 2 Vollpipetten. 1 mal mit 2 ml uns 1 mal mit 5 ml.
Vollpipette 5 ml, Klasse AS, Fehler: 0,3%
Vollpipette 2 ml, Klasse AS, Fehler: 0,5%
Das ist etwas besser als die Meßpipette mit 10 ml (siehe oben) und kann man machen, wenn man die 7 ml Vollpipette nicht hat. Aber Obacht, 2 * Ablesefehler!
Firlefanz07 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.09.2010, 08:13   #8   Druckbare Version zeigen
Alchymist Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.129
AW: Genauigkeit von Eppendorf-Pipetten

Zitat:
Zitat von Firlefanz07 Beitrag anzeigen
Das ist etwas besser als die Meßpipette mit 10 ml
Das verstehe ich nicht. 0,5% + 0,3% > 0,5% !
__________________
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Alchymist ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.09.2010, 08:34   #9   Druckbare Version zeigen
pennyroyal Männlich
Mitglied
Beiträge: 221
AW: Genauigkeit von Eppendorf-Pipetten

Rechnet man die Abweichung zusammen, wenn alle Fehler "maximal positiv vorhanden" sind (also bei x% Abweichung kommt beim Abmessen auch x% zuviel mit raus), hat man bei 7ml mit der 2-Pipetten-Vaiante 0.025ml zuviel, mit der 10ml-Pipette hätte man 0.035ml zuviel abgemessen.
pennyroyal ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.09.2010, 08:55   #10   Druckbare Version zeigen
Firlefanz07  
Mitglied
Beiträge: 76
AW: Genauigkeit von Eppendorf-Pipetten

Zitat:
Zitat von Alchymist Beitrag anzeigen
Das verstehe ich nicht. 0,5% + 0,3% > 0,5% !
Bei den ersten 5 ml wird ein Fehler von 0,3% auftreten.
Bei den weiteren 2 ml wird ein Fehler von 0,5% auftreten.
Daher Gesamtfehler = (5 ml * 0,3% + 2 ml * 0,5%) / 7 ml = 0,357%

Siehe auch Beitrag von pennyroyal.

Genau genommen ist der Meßfehler der 10 ml Meßpipette sogar größer als 0,5%.
Denn Meßpipette 10 ml Klasse AS: Fehler +/- 0,05 ml.
Mißt man nur 7 ml damit ab sind es immer noch +/- 0,05 ml, aber prozentual macht das dann 0,71 % aus.

Daher wäre die Kombination der beiden Vollpipetten doppelt so genau, die 7 ml Vollpipette ca. 3,5 mal genauer als mit der Meßpipetten, allerdings wiederholt: Doppelter Ablesefehler bei den beiden Vollpipetten kommt hinzu.
Firlefanz07 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.09.2010, 22:26   #11   Druckbare Version zeigen
kaktustk Männlich
Mitglied
Beiträge: 750
AW: Genauigkeit von Eppendorf-Pipetten

Zitat:
Zitat von wobue Beitrag anzeigen
Hallo,

Das gilt für alle Volumenmessgeräte.
Habe mich vielleicht undeutlich ausgedrückt.
Bei Maßkolben oder Vollpipetten zieht man das Lösungsmittel bis zur Eichmarke auf, diese definiert dann das Volumen der Flüssigkeit. Bei der Eppendorf-Pipette saugt man das vorherbestimmte Gasvolumen mit Flüssigkeit voll, dadurch ist der Fehler unter Umständen deutlich größer als mit den anderen Methoden.
kaktustk ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.09.2010, 11:30   #12   Druckbare Version zeigen
wobue Männlich
Mitglied
Beiträge: 4.661
AW: Genauigkeit von Eppendorf-Pipetten

Hallo
Zitat:
Zitat von kaktustk Beitrag anzeigen
Habe mich vielleicht undeutlich ausgedrückt.
Bei Maßkolben oder Vollpipetten zieht man das Lösungsmittel bis zur Eichmarke auf, diese definiert dann das Volumen der Flüssigkeit. Bei der Eppendorf-Pipette saugt man das vorherbestimmte Gasvolumen mit Flüssigkeit voll, dadurch ist der Fehler unter Umständen deutlich größer als mit den anderen Methoden.
Wenn ich mich nicht irre beträgt die Fehlergrenze einer 1 ml Vollpipette 0,5%, die einer Kolbenhubpipette 0,6%. Diesen Unterschied würde ich nicht für wesentlich halten.
Zitat:
Zitat von Alchymist Beitrag anzeigen
...
Die in den o.a. SOPs beschriebenen gravimetrischen Prüfungen würde ich jedem im Labor Tätigen mal zur Durchführung empfehlen. Man bekommt dann ein Gefühl dafür, wie genau eine Volumenmessung und wie gut das eigene Handling ist. ...
Entsprechend kann man das auch mit Glaspipetten machen!
__________________
Wolfgang
wobue ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.09.2010, 20:41   #13   Druckbare Version zeigen
kaktustk Männlich
Mitglied
Beiträge: 750
AW: Genauigkeit von Eppendorf-Pipetten

Dieser Fehler gilt meiner Meinung nach nur für Wasser bei einer Temperatur von 20 °C. Wenn jetzt jemand auf die Idee kommt mit einer 100-1000 µl Eppendorfpipette 1 ml Diethylether bei 0 °C aufzuziehen wird der Fehler gravierend sein, weil man eben mit den Volumina des Gases arbeitet und nicht wie bei Vollpipetten oder Maßkolben mit denen der Lösung.
kaktustk ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 13.09.2010, 20:46   #14   Druckbare Version zeigen
wobue Männlich
Mitglied
Beiträge: 4.661
AW: Genauigkeit von Eppendorf-Pipetten

Da ist dann eine Vollpipette besser?
Wie bekommst du in diese das Lösungsmittel?
__________________
Wolfgang
wobue ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.09.2010, 21:16   #15   Druckbare Version zeigen
kaktustk Männlich
Mitglied
Beiträge: 750
Cool AW: Genauigkeit von Eppendorf-Pipetten

Selbstverständlich, weil der Eichstrich von dem Gas über der Lösung unabhängig ist. Die Eppendorfpipette macht da nur Mist, weil sich unterschiedliche Gase bei unterschiedlichen Temperaturen unterschiedlich ausdehnen.

(edit: Blödsinn... Dampfdruck usw. die Geschwindigkeit mit der die Lösung ins Gas übergeht und damit das Volumen ändert war gemeint)

Das Volumen ändert sich bei der Vollpipette zwar auch, wenn du nicht aufpasst, aber das siehst du, bei Eppendorfpipetten ziehst du bei dem gleichen eingestellten Wert je nach Temperatur und Lösungsmittel deutlich mehr oder weniger auf, weil man eben das einzuziehende Gasvolumen am Messrädchen einstellt.

Es macht für mich einen Unterschied ob du eine Lösung bis zu dem Eichstrich aufziehst oder dir wie bei der Eppendorfpipette jetzt symbolisch denkst "ich mache mir ein Vakuum bis zum Eichstrich und gucke was passiert"

Geändert von kaktustk (13.09.2010 um 21:40 Uhr)
kaktustk ist offline   Mit Zitat antworten
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