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Alt 06.09.2010, 11:59   #1   Druckbare Version zeigen
Camasch  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 8
Unglücklich Antike Spiegelbeschichtung

Hallo liebe Mitglieder,

ich möchte mich kurz vorstellen: Mein Name ist Caroline, ich bin 22 Jahre alt und habe wirklich keine Ahnung von Chemie .

Mein Problem ist jetzt:

Ich habe einen antiken Spiegel (113 Jahre alt) und möchte die Silberbeschichtung ablösen. Ich habe im Internet gelesen, dass die Hersteller früher Blei und Quecksilber in die Beschichtungen gemischt haben. Beides ist sehr giftig, das ist klar.

Ich habe jetzt also gelesen, dass ich versuchen soll die Beschichtung mit Rohrreiniger abzulösen (Aceton, Zitronensäure und Abbeizer mit Dichlormethan-Basis wären weitere Auswahlmöglichkeiten). Mit Salzsäure oder Salpeter möchte ich nur sehr ungern hantieren...da ich wirklich ein Laie bin und meine Finger gerne noch behalten möchte .

Jetzt meine Frage: Besteht die Gefahr, dass es zwischen den Inhaltsstoffen des Rohrreinigers oder der Abbeize und des Quecksilbers bzw. des Bleis eine chemische Reaktion gibt die nicht erwünscht ist? k.A. was da passieren kann...explodieren, brennen, das Glas platzt... ?

Vielen Dank im Voraus!

Viele Grüße
Caroline
Camasch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.09.2010, 12:08   #2   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Antike Spiegelbeschichtung

Hallo,

Ich könnte mir vorstellen, dass der Rohhreiniger (Natriumhydroxid zumeist) auch das Glas angreift und so kein schöner neuer Spiegel mehr entsteht.
Sofern Du ihn überhaupt neu zum Spiegel machen willst. Denke ich aber mal, denn was würdest Du mit einer 113 Jahre alten Glasscheibe anfangen?

Da fände ich Salpetersäure besser, hol Dir jemand der bisschen im Umgang erfahren ist damit, wenn Du Dir (zurecht?) Sorgen um Deine Haut machst... die entstehende Lösung kannst du auffangen und entsorgen, was bei den anderen Methoden nicht so einfach ist.

LG Klaus
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Alt 06.09.2010, 12:31   #3   Druckbare Version zeigen
Camasch  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 8
AW: Antike Spiegelbeschichtung

Hallo Klaus,

vielen Dank für die Antwort.
Ja genau. Habe einen Rohrreiniger mit Natriumhydroxid. Wenn er das Glas angreift wäre das sehr schade. Ich wollte das Glase behalten, da es sehr wertvoll ist (Facettenschliff) und einen Spiegel einfach dahinter legen. Das Glas lasse ich vielleicht bei passendem Kleingeld neu bedampfen.

Leider habe ich niemanden der im Umgang mit ätzenden Flüssigkeiten viel Erfahrung hat. Die Anfrage bei Glasern in meiner Umgebung blieb erfolgslos.

Viele Grüße
Camasch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.09.2010, 13:08   #4   Druckbare Version zeigen
Camasch  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 8
AW: Antike Spiegelbeschichtung

Ich habe noch eine Frage .

Wie sieht es denn da mit Abbeizmitteln aus? Ich habe gelesen, dass dort auch einige Säuren drin sind z.T. auch Salzsäure, stimmt das? Vielleicht wäre das noch eine Option...

An Salpetersäure kommt man nicht so leicht ran, oder?
Ist ja auch gut, dass nicht jeder Zugang dazu hat.

Ich bin echt ratlos...kein Spiegel-"Fachmann" in meiner näheren Umgebung kann oder will mir helfen und nur mit nem Ceranfeldschaber kriegt man das Silberzeugs nicht ab.
Camasch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.09.2010, 14:07   #5   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Antike Spiegelbeschichtung

Hallo,

Auch kein Glaser in der Nähe, der Dir das für Kleingeld macht?
Salpetersäure bekommst Du in der Apotheke (meine konz. hat 22 Euro/kg gekostet), gibts aber sicher viel billiger und du brauchst viel weniger.

Abbeizmittel... hm also mir fallen zu Blei und Quecksilber echt nur Salpetersäure ein. Salzsäure löst das nicht.
Oder vielleicht minimal... und minimal ist ja auch die Spiegelschicht.

Mal abwarten was die anderen hier raten.

LG Klaus
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Alt 06.09.2010, 16:26   #6   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Antike Spiegelbeschichtung

Salzsäure greift Silber und Quecksilber nicht, und Blei nur minimal an. Mit alkalischen Mitteln (Rohrreiniger, NaOH) besteht die Gefahr, Flecken ins Glas zu bekommen. Abbeizmittel, die organische Lösemittel enthalten, bewirken gar nichts. Ich sehe nur die eine Möglichkeit : Salpetersäure.
__________________
"Old geochemists never die, they merely reach equilibrium." (Antonio C. Lasaga ?)
ricinus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.09.2010, 16:53   #7   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Antike Spiegelbeschichtung

Im übrigen ist Natronlauge (Rohrreiniger) eher gefährlicher als Salpetersäure.

Gruß,
Franz
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Alt 06.09.2010, 17:30   #8   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Antike Spiegelbeschichtung

Nun Stelle ich mir die Frage: Normal ist hinter der Silber/Blei/Quecksilber Spiegelschicht doch noch eine Lackschicht.
Kriecht die Salpetersäure da überhaupt dazwischen?
Nicht dass Caroline da umsonst Salpetersäure besorgt oder so.


LG Klaus
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Alt 06.09.2010, 17:32   #9   Druckbare Version zeigen
jag Männlich
Mitglied
Beiträge: 17.612
AW: Antike Spiegelbeschichtung

Ob das damals schon gemacht wurde? Vorheriges (vorsichtiges) mechanisches Entfernen mit Glasschaber oder so ist sicher hilfreich. Je nach Größe des Spiegel (?) muss man sich auch ansehen, wie man die Säure sinnvollerweise aufbringt.

Un in Österreich scheint Chemikalienbesorgung ja ein Kinderspiel zu sein:
Zitat:
Salpetersäure bekommst Du in der Apotheke (meine konz. hat 22 Euro/kg gekostet),
Gruß

jag
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Alt 06.09.2010, 17:49   #10   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Antike Spiegelbeschichtung

Alte Spiegel so ab 1600 bis 1900 wurden gerne mit einen Amalgamschicht aus Quecksilber und Zinn belegt. Die Spiegel erkennt man an einem noblen Grauton im Gegensatz zu den viel helleren Spiegeln die mit einer Dreikammerkanne mit Silber belegt wurden.

Blinde Stellen ersterer Generation kann man bei einem Spiegelhersteller reparieren lassen - Spiegel mit der Silberschicht müssen dagegen ganzflächig neu belegt und versiegelt werden.

Den Decklack kannst Du nach dem Anlösen des Decklacks mit einem Schaber wie er für Ceran-Kochfelder angeboten wird, vorsichtig entfernen. Die alte Amalgamschicht löst sich nach einigen Tagen mit Salzsäure...
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Alt 06.09.2010, 17:51   #11   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Antike Spiegelbeschichtung

Zitat:
Zitat von jag Beitrag anzeigen
Un in Österreich scheint Chemikalienbesorgung ja ein Kinderspiel zu sein:
jag
Bekommen habe ich bisher nur Methanol, Benzol, Chloroform nicht sowie viele andere organische Sachen, wobei es aber meist an dem Grosshändler der Apotheke lag.
Alles andere entweder Farbengeschäft (Aceton, Petroleum, Salzsäure, Schwefelsäure,....)
oder Apotheke....
Und ich habs schon mal in einem anderen Beitrag erwähnt... die prüfen schon ein wenig das Wissen, bevor sie was rausrücken.

Und früher (90er Jahre) war so ziemlich alles zu haben

LG Klaus
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Alt 06.09.2010, 17:53   #12   Druckbare Version zeigen
jag Männlich
Mitglied
Beiträge: 17.612
AW: Antike Spiegelbeschichtung

Kernfrage somit: Silber oder Amalgam.

Bei Amalgam gibt es ein größeres Entsorgungsproblem mit den Abfällen. Vielleicht traut sich deshalb auch keine "Profi" da ran.

Gruß

jag
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jag ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.09.2010, 08:01   #13   Druckbare Version zeigen
Camasch  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 8
AW: Antike Spiegelbeschichtung

Ui vielen Dank für die Antworten! Habe gestern gar nicht mehr reingeschaut!

Also der Spiegel ist 116 cm hoch und 47 cm breit. Also schon ein richtiger Brummer, wenn man so will...

Im Moment wüsste ich nicht wie ich an Salpetersäure drankommen soll. Davon mal abgesehen, dass ich kein Behältnis habe in dem ich ein Säurebad vornehmen könnte. Die Glasereien in meiner Umgebung können oder wollen mir nicht helfen, leider .

Den Schutzlack haben wir ohne Probleme mit Lackverdünner abbekommen. Natürlich draußen an der frischen Luft und mit Schutzbrillen und Handschuhen . An Stellen an denen die Silberbeschichtung schon etwas porös war konnte man sie auch mit einem Schaber lösen. Aber an anderen Stellen sitzt das blöde Silber halt doch noch bombenfest .

Der Spiegel ist schon recht dunkel, also nicht so "hell" wie die heutigen Spiegel. Die Löcher zu flicken geht leider nicht sagte mir der Glaser. Sind auch zu viele. Die Spiegelschicht sieht aus wie ein Schweizer Käse.

Als totaler Laie steh ich da echt vor nem Problem...

LG
Caroline

Geändert von Camasch (07.09.2010 um 08:02 Uhr) Grund: Gruß vergessen :)
Camasch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.09.2010, 08:10   #14   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Antike Spiegelbeschichtung

Zur Entfernung von Silber könnte man auch über folgende Verfahren nachdenken:
http://www.fotografie-in-schwarz-weiss.de/wege_zum_perfekten_negativ.htm#_Toc197522189
siehe unter "Abschwächer" und "Bleichbad" (Kap. 4).

Noch eins:
Iodtinktur auftragen. Das Silber müsste sich in ein gelbes Zeut (Silberiodid) umwandeln. Dieses kann man mit Natriumthiosulfat (Fixiersalz) abwaschen. Da Silberiodid sich im Licht wieder zerlegt, sollte der Versuch möglichst im Dunkeln stattfinden

Gruß,
Franz
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Alt 07.09.2010, 12:14   #15   Druckbare Version zeigen
Nobby Männlich
Mitglied
Beiträge: 13.700
AW: Antike Spiegelbeschichtung

Reagiert denn Silber mit Iod merklich, da Silberiodid ja eigendlich wie selbst geschrieben sich im Licht zersetzt.
__________________
Vena lausa moris pax drux bis totis
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