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Alt 23.07.2010, 18:36   #1   Druckbare Version zeigen
Blade Runner  
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Themenersteller
Beiträge: 10
Wasser mit Oxalsäure enthärten

Guten Abend

Ich möchte für meine Kakteen Leitungswasser enthärten. Dem Internet konnte ich entnehmen, dass 22.5 g Oxalsäure 1000 l Wasser um 1° dH enthärten.
Kann mir jemand bestätigen, dass diese Angabe stimmt?

Wenn ich nun 10 l Wasser um 12° fH (französische Härte!) enthärten möchte, benötige ich nach meinen Berechnungen 1.512 g. Stimmt das?

Und dann habe ich noch eine Frage zur Giftigkeit von Oxalsäure. Ist das Wasser nach der Enthärtung mittels Oxalsäure giftig, oder bleibt es durch die Ausfällung des Ca-oxalates ungiftig? Was wenn das Wasser unter 0° fH enthärtet würde?

Grüsse und vielen Dank für Eure Hilfe!
Blade Runner

---
Zu meinen Berechnungen:
1° fH = 0.56 dH --> Demnach benötige ich 12.6 g Oxalsäure um 1000 l Wasser um 1° fH zu enthärten (0.56 x 22.5 (g) = 12.6 g).
--> 12.6 (g) x 12 (°fH) : 100 = 1.512 g für 10 l Wasser.
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Alt 23.07.2010, 18:48   #2   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
AW: Wasser mit Oxalsäure enthärten

Seltsame Idee...

Was ist für Dich giftig? Was willst Du fällen? Die Wasserhärte wird nicht nur durch Calciumionen bestimmt!
Hast Du Dir schon Gedanken gemacht, wie Du einen grobkörnigen und leicht filtrierbaren ND schaffst?
Du willst unter 0°dH enthärten - wie?? Freuen sich Deine Kakteen über oxalsaures Wasser mehr als über den Pflanzennährstoff Calcium?

Weshalb nicht billiges, unkompliziert zu handhabendes VE-Wasser aus dem Baumarkt zum Verschnitt kaufen?
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Alt 23.07.2010, 19:12   #3   Druckbare Version zeigen
Erio T Männlich
Mitglied
Beiträge: 133
AW: Wasser mit Oxalsäure enthärten

Zitat:
Die Wasserhärte wird nicht nur durch Calciumionen bestimmt!
Wodurch dann?
Erio T ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.07.2010, 19:25   #4   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Wasser mit Oxalsäure enthärten

Zitat:
Zitat von Erio T Beitrag anzeigen
Wodurch dann?
Ein ganz wesentlicher Teil durch Magnesiumionen Stichwort Magnesiumhärte - in Spuren auch noch Barium, Strontium unsw.

Und da wäre dann noch die permanente Härte die mitunter in die GH Eingang findet und nicht so einfach zu entfernen ist...
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Alt 23.07.2010, 19:31   #5   Druckbare Version zeigen
Blade Runner  
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Themenersteller
Beiträge: 10
AW: Wasser mit Oxalsäure enthärten

Wieso ist das eine seltsame Idee?

Das Problem ist, dass wenn ich zu viel Kalk im Substrat habe, dieses im Laufe der Zeit basisch wird. Kakteen benötigen allerdings einen PH-Wert von 5-6. Ich möchte deshalb mein Leitungswasser von 20° fH auf 8° fH reduzieren. Da verbleibt immer noch genügend Calcium im Wasser. Regenwasser hat ja eine Härte von etwa 1.7° fH.

Das Calciumoxalat sammelt sich am Boden und kommt durch dekantieren nicht mit ins Giesswasser.


Ich habe mich bezüglich des Senkens auf 0° fH ungenau ausgedrückt. Meine Frage lautet, was passiert, wenn alle Calcium-Teilchen zu Ca-Oxalat ausgefallen sind. Wird das Wasser durch zu viel Oxalsäure toxisch?
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Alt 23.07.2010, 19:41   #6   Druckbare Version zeigen
jag Männlich
Mitglied
Beiträge: 17.611
AW: Wasser mit Oxalsäure enthärten

Das kann man so machen, aber man entfernt wirklich nur Calcium und nicht die anderen Ionen, die für die Härte zuständig sind.

Wenn man zuviel Oxalsäure nimmt, ist diese im Gießwasser. Toxisch ist das nicht. Keine Ahnung, wie die Pflanzen darauf reagieren. Rein chemisch würden sich die Cacliumionen im Boden zum schwerlöslichen Oxalat verbinden.

Gruß

jag
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Aus gegebenem Anlass: Alle Rechnungen überprüfen, da keine Gewähr. - Fragen bitte im Forum stellen.
jag ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.07.2010, 19:46   #7   Druckbare Version zeigen
Blade Runner  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 10
AW: Wasser mit Oxalsäure enthärten

@jag: Stimmt. Das Oxalat wäre dann im Substrat. Wie sieht es denn bezüglich des Kalkes aus, da ist doch das Calcium dafür verantwortlich, oder? Die Verkalkung führt zu einem Anstieg des PH-Wertes. Deswegen müsste es reichen, wenn das Calcium im Wasser reduziert würde. Oder sehe ich das falsch?
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Alt 23.07.2010, 19:50   #8   Druckbare Version zeigen
Erio T Männlich
Mitglied
Beiträge: 133
AW: Wasser mit Oxalsäure enthärten

Zitat:
Ein ganz wesentlicher Teil durch Magnesiumionen Stichwort Magnesiumhärte -
Wenn man in den Dolomiten wohnt oder im Einzugsbereich von Dolomitwässern spielen Magnesiumionen eine erhebliche Rolle, ansonsten eher m.W. weniger, von Strontium und Barium ganz zu schweigen.

Zitat:
Und da wäre dann noch die permanente Härte die mitunter in die GH Eingang findet
Nicht nur "mitunter".

Zitat:
Meine Frage lautet, was passiert, wenn alle Calcium-Teilchen zu Ca-Oxalat ausgefallen sind. Wird das Wasser durch zu viel Oxalsäure toxisch?
Nein, dann ist die Oxalsäure ja weg. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass soviel Calciumoxalat entsteht, dass man tatsächlich etwas dekantieren kann. Du kannst ja versuchen auszurechnen, wieviel Oxalsäure du zusetzen musst, um einen bestimmte Menge Calcium auszufällen und die Härte entsprechend zu senken.

In der Industrie sind übrigens auch Ionenaustauscher zur Wasserenthärtung üblich. Allerdings sind die austauscherharze sehr teuer und für den Hausgebrauch ist sowas wohl eher nicht geeignet. Vllt solltest Du einfach wirklich VE-Wasser kaufen und mit Deinem Gießwasser mischen, damit Du nicht völlig entsalzt gießt. Ein Paar Elektrolyte brauchen deine Kakteen ja doch...
Erio T ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.07.2010, 19:56   #9   Druckbare Version zeigen
jag Männlich
Mitglied
Beiträge: 17.611
AW: Wasser mit Oxalsäure enthärten

Mit dem Calcium ist sicher die Hauptkomponente weg. Man müsste halt man im Detail die Wasserzusammensetzung (Calcium, Magnesium) beim örtlichen Versorger erfragen.

Das http://www.kakteenforum.de/showthread.php?t=6344 ist wahrscheinlich schon bekannt.

Gruß

jag
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jag ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 23.07.2010, 20:57   #10   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Wasser mit Oxalsäure enthärten

Zitat:
Zitat von jag Beitrag anzeigen
Mit dem Calcium ist sicher die Hauptkomponente weg. Man müsste halt man im Detail die Wasserzusammensetzung (Calcium, Magnesium) beim örtlichen Versorger erfragen.

Das http://www.kakteenforum.de/showthread.php?t=6344 ist wahrscheinlich schon bekannt.

Gruß

jag
...oder einfach die Methode wie zu Omas Zeiten nutzen! Man stelle eine Tonne Regentonne in den Garten und nutze das weiche, heute bereits sauer eingestellte Wasser zur Bewässerung.

Meinen Orchideen bekommt's gut obwohl die neben kalkunverträglich auch noch sehr salzempfindlich sind...
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Alt 24.07.2010, 03:13   #11   Druckbare Version zeigen
Blade Runner  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 10
AW: Wasser mit Oxalsäure enthärten

Vorerst vielen Dank für die vielen Antworten!

Hat das Magnesium etwas mit der Verkalkung zu tun? Wenn nicht, spielt das Magnesium in dieser Sache keine Rolle. Dann wäre allein das Calcium ausschlaggebend.

Stimmt dann meine Rechnung ungefähr?
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Alt 24.07.2010, 09:22   #12   Druckbare Version zeigen
jag Männlich
Mitglied
Beiträge: 17.611
AW: Wasser mit Oxalsäure enthärten

Calcium bildet Kalk (Calciumcarbonat). Insoweit hat Magnesium nichts mit der Verkalkung zu tun.

Die Berechnung stimmt.

Gruß

jag
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jag ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.07.2010, 00:22   #13   Druckbare Version zeigen
Blade Runner  
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Themenersteller
Beiträge: 10
AW: Wasser mit Oxalsäure enthärten

Vielen Dank Euch allen!

Das mit der Regentonne stimmt schon, nur habe ich nicht die Möglichkeit immer genügend Regenwasser zu sammeln. Das Dekantieren funktioniert ohne Probleme: das Ca-Oxalat bleibt am Boden des Kessels, sodass lediglich etwa einen von zehn Litern weggeleert werden muss. Ich finde die im Vergleich zu anderen Entkalkungsmöglichkeiten (wie Ionenaustauscher etc.) preiswertere Lösung mit Oxalsäure ausgezeichnet.

Nun warte ich noch die genauen Angaben des hiesigen Wasserwerkes ab. Danach hoffe ich genau zu wissen, wie hoch die durch das Calcium verursachte Härte ist.
Blade Runner ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.07.2010, 00:46   #14   Druckbare Version zeigen
Blade Runner  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 10
AW: Wasser mit Oxalsäure enthärten

Ich habe da noch eine Frage. Um die Anschaffung einer teuren Waage zu ersparen, kann ich für die Bemessung der Oxalsäure folgendes machen?

Ich mische 50 g Oxalsäure mit 1 l destillatgleichem Wasser. Von dieser Lösung gebe ich 30 ml (30.2 ml) in 10 l Wasser um dieses um 12° fH zu enthärten.
(1.512 g Oxalsäure um 10 l Wasser um 12° fH zu senken, vgl. oben.)

Falls das so geht, wie lange kann ich diese Lösung aufbewahren?


Gruss
Blade Runner
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Alt 30.07.2010, 07:11   #15   Druckbare Version zeigen
Nobby Männlich
Mitglied
Beiträge: 13.685
AW: Wasser mit Oxalsäure enthärten

Warum nicht das Wasser über eine Enthärtungspatrone (Softwasserionenaustauscher) laufen lasen. Dort werden sämtliche Kationen gegen Natrium getauscht.

Auch denke ich wird die Dosierung mit Oxalsäure schwierig. Der pH-Wert sinkt und das Wasser erinnert dann eher an Rababar- oder Sauerampfersaft.
Wenn schon Oxalat, dann ein Salz wie Natriumoxalat einsetzten.
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Vena lausa moris pax drux bis totis
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