Allgemeine Chemie
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Allgemeine Chemie Fragen zur Chemie, die ihr nicht in eines der Fachforen einordnen könnt, gehören hierher.

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Alt 10.07.2010, 11:48   #1   Druckbare Version zeigen
gulli01 Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 56
Goldgewinnung

Hallo Leute,

ich hab eine Frage zur Goldgewinnung in ärmeren Ländern.

In einer Doku hab ich gesehen, dass in einem großen Gefäß sich ein Gold-Schlammgemisch befindet, welches mit Wasser vermischt ist.
Dann wird eine geringe menge an Hg hinzugegeben. Dieses verbindet sich mit dem Gold und sinkt zu Boden.

Meine Frage: Warum verbindet sich das Hg mit dem Gold, und welche Verbindung ensteht?

Danke schon mal für die Antworten
gulli01 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.07.2010, 11:55   #2   Druckbare Version zeigen
Skip2Algra Männlich
Mitglied
Beiträge: 489
AW: Goldgewinnung

Ich tippe stark auf eine Amalgambildung, sprich das Gold bildet mit dem Quecksilber eine (flüssige) Legierung. Das Quecksilber kann man dann wieder durch erhitzen austreiben. Ist zwar nicht unbedingt gesund, aber naja... Bekannt auch als Amalgamverfahren, siehe Wikipedia Wikipedia reference-linkGoldgewinnung#Amalgamverfahren
Skip2Algra ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.07.2010, 16:50   #3   Druckbare Version zeigen
Jascha Männlich
Mitglied
Beiträge: 151
AW: Goldgewinnung

ist ja nciht das einzige giftige verfahren zur goldgewinnung in ärmeren ländern.

mir fällt da noch die golgewinnung mittels NaCN ein, wikipedia hilft auch da: Cyanidlaugerei ist der begriff den suchen musst.

Naja war ent ganz die antwort auf die frage, aber finde diese gewinnungen zwar hochinteressant, ist aber nunmal eine riesen sauerei, nur weil die länder arm sind sie so ausbeuten.
__________________
Chemiker haben für alles eine Lösung!
Jascha ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 10.07.2010, 18:54   #4   Druckbare Version zeigen
Tino71 Männlich
Moderator
Beiträge: 6.935
Blog-Einträge: 41
AW: Goldgewinnung

Gold und Quecksilber bilden über weite Bereiche keine "Verbindungen" in dem Sinne, dass eine Phase mit scharfer Stöchiometrie entstünde. Hat man großen Hg-Überschuß, löst sich Au in Hg und bildet bis zu einem Verhältnis Au : Hg = 2 : 1 eine (fast) ideale Mischung aus. Ab Au2Hg gibt es bestimmte stöchiometrische Verbindungen, die den Messing-Phasen ähneln. Die Mischungen, die man bei Hg-Überschuß erhält, sind fest mit Schmelzpunkten von 100 - 300 °C. Hat man einen hohen Au-Anteil (größer ca. 10 Atom-%), löst sich Hg lückenlos in Au und man hat wieder (fast) ideales Mischverhalten.

Diese Art von Chemie ist sehr komplex und wird von vielen Leuten entweder unterschätzt oder schlichtweg ignoriert...
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Vor dem Gesetz sind alle Katzen grau
Tino71 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.07.2010, 18:55   #5   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
AW: Goldgewinnung

Zitat:
Zitat von Tino71 Beitrag anzeigen
und bildet bis zu einem Verhältnis Au : Hg = 2 : 1
Atom- oder Gewichtsverhältnis?
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.07.2010, 20:32   #6   Druckbare Version zeigen
DrGeorg Männlich
Mitglied
Beiträge: 848
AW: Goldgewinnung

Zitat:
Zitat von Tino71 Beitrag anzeigen
und wird von vielen Leuten entweder unterschätzt oder schlichtweg ignoriert...
Es gibt aber auch in Lehrbüchern usw recht wenig über Amalgame.
Es würde mich schon interessieren, was beim Anmischen bis zum Abbinden
eines Zahnamalgams passiert.
Gruß
Georg
DrGeorg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.07.2010, 09:37   #7   Druckbare Version zeigen
Tino71 Männlich
Moderator
Beiträge: 6.935
Blog-Einträge: 41
AW: Goldgewinnung

Zitat:
Zitat von bm Beitrag anzeigen
Atom- oder Gewichtsverhältnis?
Atom-%......

Beim Zahnamalgam ist vor allem Ag2Hg3 (der Moschellandsbergit, jaja, das gibts auch als Mineral!) strukturgebend. Das Zeug bildet sich spontan beim Mischen von Hg und Ag bei Raumtemperatur. Sogar, wenn man AgN3 mit Hg zusammen mörsert. Dann sind da noch ne Menge Zusatzmetalle drin, die die Sprödigkeit des Ag2Hg3 etwas mildern (Sn, Cu, In). Diese Metalle haben große Bereiche, in denen (fast) ideale Mischbarkeit gilt. Ob komplexe quaternäre oder höhere Phasen dabei gebildet werden, weiß ich nicht, aber wenn, dann gehören die wahrscheinlich zu den Gamma-Phasen (Messingtypen, wie auch Ag2Hg3).
__________________
Vor dem Gesetz sind alle Katzen grau

Geändert von Tino71 (12.07.2010 um 09:43 Uhr)
Tino71 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.07.2010, 09:54   #8   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 20.140
AW: Goldgewinnung

Zitat:
Zitat von Tino71 Beitrag anzeigen
Sogar, wenn man AgN3 mit Hg zusammen mörsert
Ich habe mal gelernt, dass Silberazid explosiv ist. Kann nman das wirklich mörsern?
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.07.2010, 10:04   #9   Druckbare Version zeigen
Tino71 Männlich
Moderator
Beiträge: 6.935
Blog-Einträge: 41
AW: Goldgewinnung

Upps. Sollte heißen: AgNO3. Hat hoffentlich noch keiner ausprobiert...
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Vor dem Gesetz sind alle Katzen grau
Tino71 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.07.2010, 11:07   #10   Druckbare Version zeigen
drgreenthumb  
Mitglied
Beiträge: 804
AW: Goldgewinnung

Zitat:
Zitat von Tino71 Beitrag anzeigen
Upps. Sollte heißen: AgNO3. Hat hoffentlich noch keiner ausprobiert...
und wenn, hoffentlich wäre er noch in der lage sich hier zu beschweren
drgreenthumb ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.07.2010, 22:04   #11   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Goldgewinnung

Schönen guten Abend,

ich hätte da mal eine Zwischenfrage...
Wie lange hält sich die rölich-violette Färbung der Haut bei Kontakt von in Königswasser gelöstem Gold?
Und ist das eigentlich "einfach" kolloidales Gold (wegen der Farbe mein ich)?

Liebe Grüsse
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Alt 15.07.2010, 14:52   #12   Druckbare Version zeigen
donald313 Männlich
Mitglied
Beiträge: 396
AW: Goldgewinnung

Zitat:
Zitat von Lutetium Beitrag anzeigen
Schönen guten Abend,

ich hätte da mal eine Zwischenfrage...
Wie lange hält sich die rölich-violette Färbung der Haut bei Kontakt von in Königswasser gelöstem Gold?
Und ist das eigentlich "einfach" kolloidales Gold (wegen der Farbe mein ich)?

Liebe Grüsse
Ich schätz mal eher, dass das die Verfärbung ist, die deine Haut durch den Kontakt mit Sapeteräure angenommen hat.
(Gegenprobe: mal nur mit Salpetersäure deine Haut verfärben/anätzen)
Das wächst sich irgendwann mal raus, kommt drauf an, wie tief deine Haut geschädigt ist.
Vielleicht aber auch nicht, wenn die Verätzung tief genug gegangen ist.

Gruß
Donald

PS Vielleicht solltest du dich im Vorfeld mal über die Gefährlichkeit mancher Substanzen informieren und dich dann mit den entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen, wie Handschuhen, Schutzkleidung, Brille etc. ausrüsten.
donald313 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.07.2010, 21:49   #13   Druckbare Version zeigen
Tino71 Männlich
Moderator
Beiträge: 6.935
Blog-Einträge: 41
AW: Goldgewinnung

Das ist tatsächlich Nano-Gold ("Cassiusscher Goldpurpur" klingt natürlich extrem viel poetischer). Das hält so lange, bis die Haut wegen Verhornung abfällt. ich hatte das kürzlich auch, nachdem ich die HAuCl4-Flasche einfach nur mal kurz angefasst hatte... grrrr! Saubande! Geht etwa eine Woche - das Zeug dringt nur in die obersten Hutschichten ein. Auf Fingernägeln hält es entsprechend länger. Die Färbewirkung ist allerdings echt enorm...

Das ist jetzt natürlich der absolute Luxus-Fleck. Bei den meisten reicht's grade mal so zum Silberfleck aufgrund von AgNO3-Kontakt.
__________________
Vor dem Gesetz sind alle Katzen grau
Tino71 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.07.2010, 22:23   #14   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Goldgewinnung

Hallo,

Salpetersäure färbt nur gelblich, an den "Randzonen" meiner "Goldfinger" ist diese auch zu sehen.
War einfach ein Grundsatzversuch, Glas mit Goldverzierungen und Goldrändern das Gold zu klauen.
Also Königswasser und dann HAuCl4 gemacht.
Heute die restlichen Schritte gemacht und mit Oxalsäure gefällt.
Die Ausbeute ist natürlich extrem minimal bei den Glasvergoldungen.
Mir gings aber nur ums Probieren.
Naja Handschuhe habe ich nicht benutzt, habe nur die sterilen Einwegdinger aus Latex da.

Ironie an:
Die Farbe ist eigentlich prächtig, vor allem bei nassen Händen eine Traumfarbe. Wenns nun noch schön geformt wäre... ein tolles Time-Tattoo
Ironie aus

Bei der Gelegenheit kurz zu meiner Person:
Mit 11 Jahren Kosmos Chemie C3000 bekommen, Hobby bis 16 oder 17 gehalten, war gut ausgestattet.
Andere Hobbys
Jetzt mit 31 Wiedereinstieg... derweil nur mal das Nötigste an Chemikalien...
Den Riedel über den Shop hier bzw. Amazon bestellt
C3000 kommt am 30.07.
Und dann wieder lernen und mich am Hobby erfreuen.

Hinzugefügt um 22:35 Uhr...
Natürlich wird dann wieder erweitert an Geräten,
Chemikalien und Kleinkram... dauert halt alles bei kleiner Geldbörse. Und der Riedel sollte mir zumindest die Theorie wieder ins Gehirn klopfen.
Liebe Grüsse und Danke an Euch

Geändert von Lutetium (15.07.2010 um 22:35 Uhr)
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